Monate: Dezember 2014

Tim Wiese

Kleiner vp-Jahresrückblick: 7 ausgewählte Highlights

An das Jahr 2014 werden wir uns erinnern. Von 2014 werden wir noch unseren Enkeln erzählen. Das Jahr, in dem wir nach 24 Jahren wieder Weltmeister wurden. Das Jahr, in dem Philip Lahm zurücktrat. Das Jahr, in dem Per Mertesacker in die Eistonne wollte. Und dann auch zurücktrat. Aber auch das Jahr, in dem das Champions League Finale zum Stadt-Derby verkam. Das Jahr, in dem Uli Hoeneß in den Knast ging. Und das Jahr, in dem Eusebio starb. Nicht zuletzt war 2014 auch die Geburtsstunde von vertikalpass.de. 100 Beiträge, knapp 100.000 Seitenaufrufe und mittlerweile über 500 Facebook-Fans sind die beste Motivation für 2015. Hier aber erstmal unsere sieben Highlights 2014: Arminia Bielefeld – SV Darmstadt 2:4 nach Verlängerung Ich bin kein Bielefeld-Fan. Aber ich mag die Arminia, weil Sebastian sie liebt. So geht es mir auch mit anderen Clubs: Ich werde zum kurzfristigen Anhänger der Lauterer, weil Holger ein roter Teufel ist. Obwohl ich die Bayern gerne verlieren sehe, finde ich sie die trotzdem ganz gut, nicht nur international gesehen, sondern weil Philip ein Hardcore-Fan ist. …

Canstatter Kurve

Wofür das Trauerspiel gegen Paderborn gut ist

Viele beklagen das 0:0 zwischen dem VfB und Paderborn, aber es ist genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen. Ein „standesgemäßer“ Sieg, und das scheint immer noch das Selbstverständnis des Vereins zu sein, hätte vieles überdeckt. Die Überheblichkeit der Spieler, die Engstirnigkeit der Verantwortlichen, die Zweifel von Huub Stevens. Was fiel auf? Paderborn ist technisch, spielerisch und mannschaftstaktisch besser: Zumindest 20 Minuten lang überlegen, selbst über die gesamte Spielzeit ist eine Spielanlage zu erkennen, es ist zu sehen, dass die Mannschaft zusammenspielt. Der VfB ist nur bei Daniel Didavis Standards gefährlich. #VFBSCP: Aktivposten Daniel Didavi – er gab drei der fünf @VfB-Torschüsse ab welcome back Junge ! — Jenni :) (@bee_jenni) December 20, 2014 Was muss man sicher merken? Den Humor von Interimsmanager Jochen Schneider. Er lernt schnell von seinem Chef Bernd Wahler und deshalb will ihn der Präsident unbedingt im Verein halten. Angesprochen auf die Szene, bei der Daniel Brückner beinahe ein ein Eigentor unterläuft, antwortet er auf die Frage „Wie haben Sie die Szene gesehen?“ mit „Auf der Tribüne!“. Bravo, in der Situation des VfB kann …

Signal Iduna Park

5 Gründe, warum Dortmund absteigt

Diesen Artikel habe ich bereits am 1. Dezember 2014 geschrieben, aber nach dem Dortmunder Fehlstart in die Rückrunde ist er so aktuell wie nie zuvor. Es gibt fünf gute Gründe, warum Dortmund absteigt – mindestens. 1: Keine Stürmer So langsam wird klar, welch große Lücke Robert Lewandowski hinterlassen hat. Ciro Immobile konnte diese nicht mal ansatzweise schließen. Auch Pierre-Emerick Aubameyang schafft dies trotz ordentlicher Quote (4 Tore in 15 Spielen) nicht. Und Marco Reus, der hier einspringen könnte, klebte erst das Verletzungspech an den Füßen und nun rennt er seiner Form hinterher. Dass die Fahrlässigkeit beim Verwerten von Tormöglichkeiten zu einem ernsthaften Problem geworden ist, hat Immobile im Spiel gegen Augsburg erneut bewiesen, als eine Großchance zum Ausgleich in der Nachspielzeit ungenutzt ließ. Doch, was noch viel schlimmer ist: Mittlerweile generiert die Borussia kaum noch Großchancen, die sie vergeben könnte. 2: Keine Erfahrung Es ist wie in mittelprächtigen Hollywood-Komödien, in denen sich der erfolgreiche Großstadt-Banker auf einmal im südostasiatischen Dschungel bewähren muss. Ein Unterfangen, an dem die meisten scheitern. Wie sich das ungefähr anfühlt, haben Freiburg, Stuttgart und vor allem der …

Kevin Kuranyi

Kevin Kuranyi zurück zum VfB Stuttgart?

Dass Bernd Wahler in der Winterpause irgendeinen Akzent setzen muss, ist klar: Entweder er zieht einen großen Sponsor an Land, der gerne und sofort in den VfB investieren möchte, ohne jedoch mitschwätzen zu wollen. Oder er macht Fan-Liebling Karl Allgöwer zum Vorstandsmitglied und stellt ihm einen erfahrenen Manager mit gutem Netzwerk zur Seite. Oder er fordert für Paderborn Punktabzug, weil die mit umlauteren Mitteln (Begeisterung, Engagement, Fleiß, Mut) arbeiten. Oder er verpflichtet kurzerhand Sami Khedira, der ist ja sowieso recht häufig im Ländle wegen seinem „Spiel des Jahres“. Gehts auch ne Nummer kleiner? Logisch. Denn in Moskau hat einer richtig viel Geld verdient und will Heim. Wahler hatte vor der Saison öffentlich laut gedacht und Fredi Bobic glaubte, er hört nicht richtig, als er von der geplanten Rückholaktion von Kevin Kuranyi aus der Zeitung erfuhr. Auch nachdem der renitente Bobic entfernt wurde, raten Wahler alle von einem Transfer ab, aber letzlich ist der VfB nichts anderes als ein mittelständisches Unternehmen. Da gibt es auch jede Menge Mitarbeiter, die ihren Job machen, die ihren Chef beraten …

Fußball und Sneaker

Dreckiger Sieg im 9-Punkte-Spiel

Es gibt einige Stuttgarter, die neidisch nach Hamburg blicken: Ein spendabler und meinungsfreudiger Mäzen, den Verein in eine AG umgewandelt und mit Dietmar Beiersdorfer ein besonnener, aber zupackender Chef, der innerhalb von drei Monaten den Dino auf links gedreht hat. So würden wir uns auch Bernd Wahler und Manager Mister X wünschen. Vor allem bei den Transfers des HSV wurde anerkennend genickt: Lewis Holtby, Nicolai Müller, Matthias Ostrozlek, Cleber, Valon Behrami. Sieht nach einem Plan aus. Aber die Beiersdorf-Transfers sind eigentlich Bobic-Transfers: Denn alle geholten Spieler wurden beim HSV schlechter, was eigentlich ein exklusives VfB-Phänomen ist. Vor dem Anpfiff Es steht viel auf dem Spiel in Hamburg. Kollege Sebastian nennt es „9-Punkte-Spiel“. Eine Niederlage und der HSV ist sechs Punkte weg, dazu das schwierige Auftaktprogramm in der Rückrunde mit Gladbach, Köln, Bayern, Hoffenheim und Dortmund. Der VfB muss punkten. Huub Stevens erneut mit seiner „Mainzer Rumpeltaktik“, nur Alexandru Maxim und Martin Harnik sind offensiv ausgerichtet. Was für ne Formation spielen wir? 7-2-1? #VfB — Sascha (@Sashko275) December 16, 2014 Was muss man sich merken? Die …

Teamchef Beckenbauer

The Return of Rumpelfussball

Beim 1:1 des VfB in Mainz muss ich an Franz Beckenbauer denken. Aber nicht wegen seiner Wurschtigkeit und Lichtgestaltigkeit in der Neuzeit oder seiner Interpretation des Liberos in den 70er Jahren oder seinem Coaching zum WM-Titel 1990, von ihm stammt vielmehr der Satz: „“Das war müder Rumpel-Fußball, der streckenweise in Misshandlung des Balles ausartete.“ Das muss 2000 gewesen sein, die Nationalmannschaft hatte mal wieder gegen Moldawien oder Rumänien nicht gut ausgesehen, es war die beste Zeit von Marko Rehmer, Carsten Ramleow, Jens Jeremies, Paolo Rink und Carsten Jancker. Beim VfB bemüht sich Daniel Schwaab eifrig, so zu sein wie Rehmer, Oriol Romeu interpretiert Ramelow absolut glaubhaft und hätte Daniel Ginczek eine Glatze, er wäre der Wiedergänger von Jancker. Darf man vom VfB im Moment mehr erwarten als Ergebnisfussball? Nein. Ist Ergebnisfussball gleichzusetzen mit Rumpelfussball. Nein. Obwohl, bei der WM 2002 funktionierte das. Da waren allerdings Oliver Kahn und Michael Ballack die Key Player und Sven Ulreich und Christian Gentner sind von den beiden so weit weg wie der VfB in der Tabelle von Bayern München. …

Wunschzettel VfB Stuttgart

Fünf fromme Wünsche für den VfB

Auch die, die nicht an den Weihnachtsmann glauben, schreiben Wunschzettel, um das Schenken den Schenkenden zu erleichtern, aber auch um kleine und große Träume zu Papier zu bringen. Es mag ein Traum sein, doch mein größter Wunsch ist der Klassenerhalt, mein Kompagnon Sebastian sieht das ganz anders, aber das soll hier nicht das Thema sein. Ich möchte konstruktiv sein. Um das große Ziel zu erreichen, habe ich fünf Teil-Wünsche formuliert. 1. Endlich Sportkompetenz Es wird medial heftig diskutiert: Wer soll der Bobic-Nachfolger werden? Irritierenderweise will Bernd Wahler mit der Entscheidung bis zur Winterpause warten. Ich denke schon, dass der Präsident weiss, dass es ein Transferfenster im Winter gibt, oder? Kann mir kurz jemand über Nacht ein paar gute Trainer nennen, die gute Sportdirektoren wurden? (Sammer, Rangnick sind notiert.) Gute Nacht. — heinzkamke (@heinzkamke) December 8, 2014 Ich weiss nicht, mir ist da spontan Guido Buchwald eingefallen. Ist er nicht als Sportdirektor mit dem KSC abgestiegen? Ganz unabhängig davon würde ich die Frage von @heinzkamke mit einer Gegenfrage beantworten: Ist nicht jeder Sportdirektor besser als kein …

Baustelle VfB Stuttgart

Großer Umbruch beim VfB: Jetzt!

Alle im Verein haben es bisher betont – Fredi Bobic (weg), Armin Veh (weg), Joachim Schmidt (ewig da), Bernd Wahler (wenns so weiter geht, ist er bald weg) und Huub Stevens (wenn er weg ist, dann ist die Chance auf den Klassenerhalt weg): Die Mannschaft hätte ihre Qualitäten, man müsse ihr vorhandenes Potential wecken und auf den Platz bringen, dann kommt sie vom Tabellenende weg. Alle haben dabei den Etat im Blick. Der VfB Stuttgart liegt je nach Schätzung zwischen Platz 7 und 9 der Budgettabelle, das solle doch der Tabellenstand bitteschön bald widerspiegeln. Es wird also vom Gehalt der Spieler auf deren Leistungen hochgerechnet. Ein Fehler, den der Verein, seine Fans und sämtliche Medien seit vielen Jahren machen. Das Spiel gegen Schalke, es ist das Ende aller Träume, dass diese Mannschaft besser sei als ihr Tabellenplatz. Es ist das unübersehbare Signal, dass das Team in seiner Zusammensetzung den Bundesligaanforderungen nicht gewachsen ist. Die Schalker haben vor vielen Jahren einiges unternommen, um es sich mit mir zu versauen. Anfang der Nuller-Jahre wurde fast jede Woche …

Schwein mit Ball

Ist Fussball wirklich so einfach?

„Diese aufgetischte Geschichte hätte ich nie geglaubt“, ereiferte sich Heribert Bruchhagen bei Sky. Der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt und ehemaliger Boss von Armin Veh weiter: „So ein Blödsinn, das hätte ich nie zugelassen. Nach schweren Niederlagen darf man einen Trainer nicht alleine lassen, damit der nicht auf dumme Gedanken kommt“. Bruchhagen sprach vom Rücktritt Vehs und stellt die Führungsqualitäten von Präsident Bernd Wahler in Frage. Auch Jürgen Klopp, selbst auch nicht gerade in einer komfortablen tabellarischen Lage, zeigte sich genervt: „Als ob es so einfach wäre, dass durch einen Trainerwechsel das Glück zurück kommt“. Fakt ist jedoch: Der VfB hat in Freiburg mächtig Schwein gehabt. „Dieses Spiel hätte ich nicht gewonnen“, so Veh. Fussball ist also ganz einfach. Vor dem Spiel Huub Stevens muss einige Umstellungen vornehmen, Daniel Schwaab und Oriol Romeu sind gesperrt, für sie kommen Florian Klein und sein Liebling Carlos Gruezo. Dazu rücken Timo Werner und Sercan Sararer für Filip Kostic und Daniel Ginzcek in die Mannschaft. Das Team hat ein Durschnittsalter von 23,3 Jahren. Taktisch wird fluid gewechselt zwischen einem defensiven 4-5-1 …