Monate: Januar 2016

Wo geht die Party ab? Hier geht die Party ab!

Auf der Tribüne bewegen die Fans Arsch und Hüfte, heben begeistert die Hände in die Lüfte. Jo, die VfB-Fans machen sich locker, denn dieses Spiel haut sie voll vom Hocker. Das war Zorni-Fußball, der mitreißt. Kombiniert mit der sachlichen Art von Jürgen Kramny, der Fußball auch denkt und nicht nur fühlt. Dass der VfB-Trainer auch mal unsachlich werden kann, haben wir beim 2:1 gesehen, als er Daniel Didavi umgrätscht. Wo er doch weiß, wie verletzungsanfällig der beste Scorer der Stuttgarter ist. Das Jubeln muss noch geübt werden. Es gab Zeiten, in denen ich die letzten Minuten des VfB nicht mehr angeschaut habe, weil ich Angst hatte, dass sich die Stuttgarter noch ein Ding fangen. Das war in der Thomas Schneider-Ära. Aktuell ist der Mannschaft zuzutrauen, dass sie am Ende noch einen Lucky Punch setzt. Und richtig lucky sind die Einwechslungen, mit Artem Kravets und Alex Maxim bringt Kramny den Siegtreffer aufs Feld. Und was sagt er dazu? „Die Wechsel haben gepasst“, ich mag seinen nüchternen Charakter. Denn seine zurückhaltende Art, Dinge nicht überbewerten zu wollen, …

Ruppinho – der Besser-Macher

Das Einzige, was mich an Lukas Rupp stört, ist, dass er sich von seiner Freundin Noelle Mondoloni getrennt hat. Sie war mal Playboy-Häschen und so ein bisschen Glamour-Faktor und WAG-Style hätte dem VfB und dem Kessel gut getan seit Maria Pogrebnyak nicht mehr da ist. Angeblich hat der Breuninger seine Monster Stöckel-Abteilung im UG nur wegen der VfB-Spielerfrauen eröffnet. Wir sind hier kein Fashion-Blog und Rupp auf seine Ex-Freundin zu reduzieren, wird den Ex-Paderborner stören. Womit? Mit Recht. Denn es sieht auch so ziemlich gut aus, was der Mittelfeldspieler derzeit veranstaltet. Er ist der Zwischenspieler beim VfB: Ruppinho, so heißt er seit seiner Jugendzeit in Karlsruhe, agiert zwischen den beiden Strafräumen und versucht bei Ballverlust immer wieder die Zwischenräume zu schließen. Er hat O-Beine wie Pierre Littbarski und sein Bewegungsablauf erinnert an Bastian Schweinsteiger. Seine Körperspannung ist von der Tribüne aus zu sehen, das kommt auch durch seinen tiefen Schwerpunkt und sein ausgeprägtes Hohlkreuz. „Es werden sich noch einige Vereine ärgern, dass sie ihn nicht auf dem Zettel hatten.“ -Robin Dutt im Juni 2015 Er …

Momentum mal!

Dass dieser Text zur Partie des 1. FC Köln gegen den VfB Stuttgart mit etwas Verspätung erscheint, ist unter anderem der frisch entfachten Liebe des Autors zum American Football geschuldet. Neben unzähligen sportartspezifischen Begriffen begegnet man bei der NFL-Berichterstattung immer wieder einem Wort, das für die Amerikaner auch bei anderen Sportarten eine große Rolle spielt: Das Momentum. Die deutsche Übersetzung „Impuls“ gibt leider nur unzureichend wieder, was das Momentum ist. Um es zu beschreiben, muss man eher zur schönen Formulierung „am Drücker sein“ greifen. Was das mit dem VfB zu tun hat? Alles! Denn die Stuttgarter sind traditionell ein Team, das vom Momentum lebt. Schwimmen sie einmal auf der Welle des Erfolgs, sind sie nur schwer zu stoppen. Aber haben sie Scheiße am Fuß, dann haben sie aber eben auch richtig Scheiße am Fuß, wie man zu Beginn dieser Saison eindrucksvoll erleben durfte. Dabei hat das Phänomen Tradition. Man muss sich nur ein paar Jahre zurück erinnern, als man in Cannstatt regelmäßig nach einer verkorksten Hinrunde im Herbst den Trainer entließ, um dann in der Rückrunde …

Die große Rückrunden-Vorschau

Pep Guardiola muss vor Saisonende gehen, Daniel Ginczek feiert ein wichtiges Comeback, Lord Hlousek wird Maskottchen, Jürgen Kramny sitzt auch am 34. Spieltag auf der VfB-Bank und Kevin Großkreutz fährt zur EM. Wir wissen, wie die Rückrunde läuft.  18. Spieltag Zum Rückrundenstart hat der VfB keinen neuen Innenverteidiger, nachdem Kandidaten wie Gouweleeuw, Romagnoli, Djilobodji und Wimmer zu Mondpreisen (siehe hier) von den direkten Konkurrenten Augsburg, Bremen, Hannover und Hoffenheim verpflichtet werden. Anstatt dessen spielt Kevin Großkreutz rechter Verteidiger. Das macht die Abwehr leider nicht stabiler, der VfB verliert gegen Köln mit 1:0. Wenn es so etwas wie gute Stimmung in Stuttgart gab, dann ist sie jetzt wie weggeblasen. Der HSV geht zum Rückrundenauftakt mit 2:9 gegen Bayern unter. Manche HSV-Fans fragen sich, ob es stimmt, dass Bruno Labbadia als Trainer nur ein halbes Jahr funktioniert. Der FC Bayern München steuert einen knüppelharten Erfolgskurs, alles wird dem „Triple oder nix“ untergeordnet. Manuel Neuer beklagt sich über die kalte Atmosphäre an der Säbener Straße, „Pep Guardiola hat mich noch nie in den Arm genommen!“. In Wolfsburg sitzt …

Hasta la vista, VfB!

Einfach heartbreaking das Statement von Lord Hlousek „Es hört sich komisch an, aber ich liebe diesen Verein“, es bringt amtlich die Gefühle vieler VfB-Fans zum Ausdruck. Der Lord weiß halt wie er die Fans ins Bett kriegt, vielleicht sollte er Liebeslieder für AnnenMayKantereit oder Kraftklub schreiben. Aber hoffentlich rufe ich am Samstag dem VfB nach seinem Spiel in Köln nicht zu: „Du am Arsch, und ich nackt daheim mit ’ner Flasche Bier!“. Ja, ok, ich sollte vielleicht keine Lyrics verfassen. Wenn der Lord für mich und den VfB texten würde, dann würde er wohl in diese Richtung gehen: „Du bist meine Heimat, ich hab’nur Dich. Du bist mein zu Hause, für immer und mich“* Ich kenne fast alle Spieler des VfB. Sogar dann noch, wenn sie seit 25 Jahren nicht mehr gespielt haben, 30 Kilo zugenommen haben und einen Vollbart tragen, wie Nils Schmäler beim Mercedes Benz Junior Cup. Das testet Sebastian immer wieder, in dem er mir alte Mannschaftsbilder unter die Nase hält und ich darauf Roland Mall, Dieter Brenninger oder Karl-Heinz Handschuh erkennen …

Der VfB als Gute-Laune-Meister

Neulich habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, mit Robin Dutt ein Bier zu trinken. Es ist so gelaufen: Ich trink‘ nen Helles, er rührt in einem Tee, wahrscheinlich weil er so wirken will wie Felix Magath. Dutt hat gefährlich gute Laune, er will sich niemanden schlecht reden lassen, schon gar nicht Toni Sunjic und Lord Hlousek, die so gut im Testspiel gegen Hannover verteidigt haben. Kevin Großkreutz stellt sich zu uns, er ist froh, dass er wieder in Deutschland ist und Fußball spielen kann. Im Arm hat er Serey Dié, der strahlt, weil mit Großkreutz endlich einer da ist, der wie er tickt. Bald wird Kevin auch so einen Iro tragen. Artem Kravets prostet uns zu, er ist schon zufrieden, dass er deutsch lernen darf. Jürgen Kramny ist glücklich, dass er endlich Cheftrainer ist und gibt allerlei optimistische Interviews. Daniel Schwaab und Georg Niedermeier sind froh, dass sie wieder spielen dürfen. Bernd Wahler lacht breit, gehts doch endlich los mit der Vereinsentwicklung und den Workshops und den Regionalversammlungen. Da ist er in einem Element. …

In eigener Sache: Die Lesercharts 2015

Mit 2015 ist auch das erste komplette Blogjahr des vertikalpass zu Ende gegangen. Die wenigsten werden es wissen: Wir sind im Sommer 2014 zur WM gestartet. Wer ein wenig in den Tiefen des Archivs stöbert, findet noch die entsprechenden Artikel und vielleicht sogar noch unsere Liveticker. Damals war uns bereits klar, dass wir den Blog nach dem Turnier als Fußballblog weiterführen möchten. Einer der ersten regulären Artikel war damals im August 2014 der Spielbericht der Partie Gladbach gegen VfB Stuttgart. Mit Armin Veh auf der Bank und Huub Stevens auf der Tribüne. Wie bitte? Fast forward ins Jahr 2015. Unsere Zugriffszahlen und die Anzahl der Facebookfans steigen kontinuierlich und es fühlt sich wirklich gut an, ein kleines bisschen Relevanz zu haben. Und mittlerweile von so vielen Menschen gelesen zu werden, dass es unmöglich nur Personen aus unserem persönlichen Bekanntenkreis sein können. Ein wenig Numbercrunching macht immer Spaß. Deswegen haben wir uns mal angeguckt, welche Artikel Euch im Jahr 2015 am meisten interessiert haben. Hier sind unsere Lesercharts: Platz 10 Ende Juli fragen wir uns, was aus den Meistern von 2007 geworden ist. …

Just can’t get enough: Endlich wieder Fußball!

Es gab mal eine Zeit, da war Hallenfußball richtig fresh. Kurz zuvor hatten Cool & The Gang ihren gleichnamigen Hit und Foreigner sangen „I Wanna Know What Love Is“, was mich wirklich brennend interessierte. Ich riss mir an den Knien und am Hintern die Jeans auf, um in den „Club Tropicana“ von Wham! zu kommen, in dem die Drinks umsonst waren. Als ich mich fragte, wie ich aus meinen dünnen Locken so eine steile Friese machen kann wie bei den Jungs von Depeche Mode, gründete Mercedes-Benz das erste internationale Hallenfußball-Turnier in Stuttgart. War für mich eher so die zweitwichtigste Nachricht, aber ein paar Jahre später ging ich mit meinem Vater in die Schleyer Halle und da gab’s mehr zu sehen als im Pop Rocky-Heftle. Jürgen Klinsmann, Asgeir Sigurvinsson, Karl Allgöwer, Günther Schäfer, Guido Buchwald; mir wird gerade schlecht vor Wut, wenn ich an die heutige Mannschaft denke. Auch ein gewisser Hansi Müller lief auf – allerdings für Wacker Innsbruck und er wurde abgefeiert. Welcher ehemalige VfB’ler würde denn heute bejubelt bei seiner Rückkehr nach Stuttgart? …