Monate: Oktober 2016

Alarm vor dem KSC-Spiel!

Der VfB Stuttgart hat Feinfußball-Alarm ausgelöst. Er gilt mindestens von Donnerstag um 0 Uhr bis zum Abpfiff des Derbys am Sonntag gegen den Karlsruher SC. Je nach dem wie das Spiel gegen den Erzrivalen ausgeht, sei auch eine Verlängerung denkbar, so Sport-Vorstand Jan Schindelmeiser. Wie sollten sich die Fans jetzt verhalten? Wir klären die wichtigsten Fragen. Für VfB-Fans wird es ernst: Der Feinfußball-Alarm wurde zuletzt 2007 ausgelöst, das ist ein paar Tage her. Als Stuttgarts freundlichster Fußball-Service-Blog erklären wir, auf was man achten muss. Wann wird Feinfußball-Alarm ausgelöst? Immer vor wichtigen Spielen. Wichtige Spiele sind gegen Bayern München, KSC, Schalke 04 und Manchester United. Voraussetzung ist, dass die sportliche Situation einen feinen Fußball überhaupt erst zuläßt und die Stimmung im Stuttgarter Talkessel nicht allzu trübe ist. Fans werden gebeten, während der Zeit des Feinfußball-Alarms nicht zu hysterisch zu reagieren, deshalb wurde auch Daniel Ginczek bis auf weiteres aus dem Kader genommen. Für die Feinfußball-Alarm-Saison 2016/2017 gelten verschärfte Kriterien: Es reicht bereits, wenn an zwei aufeinander folgenden Spieltagen der Trainer nicht kritisiert wird und der Zuschauerschnitt …

Mané for nothing

Eigentlich ist man ja blöd, wenn man ins Stadion geht: Schlangen an der Einlasskontrolle, schlechte Sicht, Sitznachbarn, die man sich nicht aussuchen kann, viel zu teures Bier und noch längere Schlangen an der Toilette nach dem Spiel. Das Schlimmste aber ist: man muss sich selbst eine Meinung bilden. Es gib keinen Kommentator, der das Spiel einordnet. Keine Twitter-Timeline, die die eigene Einschätzung einordnet. Die Einleitung lässt es erahnen: Ich war am Freitag Abend im Stadion. Die Karten hatte ein Freund besorgt. Es war das erste Mal, dass ich erst kurz vor dem Anpfiff wusste, wo ich sitze. Es war Block 78A. Untertürkheimer Kurve, ganz oben. Blick ziemlich gut, aber vielleicht etwas nah am Gästeblock. Doch einer geschenkten Karte guckst du schließlich nicht auf den Block. Höchstens auf den Preis, um zu sehen, wie viel du gespart hast. Und was ich im Block 78A sah, deckte sich kaum mit dem, was ich auf der Rückfahrt nach Hause im Netz las. So sah beispielsweise der kicker-Reporter das Spiel folgendermaßen: „Die Mannschaft von Hannes Wolf legte einen Blitzstart …

Swabian Superfood

Spätestens seit Timo Werner das Dönergate ausgelöst hat, ist die Ernährung der Stuttgarter Profis in … Achtung … aller Munde. Wer es nicht mitbekommen hat: Werner hat erst in Leipzig erfahren, dass man sich auch vegan, gluten- und laktosefrei ernähren kann. Oder auch alles gleichzeitig. Zu Stuttgarter Zeiten hatte er sich nach eigener Aussage mittags auch gerne mal einfach einen Döner reingepfiffen. Vermutlich auch noch mit allem und scharf! Aber man kann ja von den Profis auch nicht alles verlangen. Wie sollte jemand, der mit seiner körperlichen Fitness seinen Lebensunterhalt bestreitet, auch wissen, dass er sich gesund ernähren sollte? Der Meinung war schon Huub Stevens, dessen erste Maßnahme damals darin bestand, eine gemeinsame Frühstückspflicht einzuführen. „Wir haben durchschnittlich einen jungen Kader, viele leben allein und frühstücken morgens nicht. Ein Motor braucht aber Energie und die Energie beim Menschen ist die Ernährung. Deshalb frühstücken wir zusammen, wenn wir morgens trainieren. Wenn Spieler ohne Frühstück zum Training kommen, dann kann es passieren, dass sie etwas müder sind, dadurch unkonzentriert.“ Ich verstehe das. Ich muss unsere Tochter auch …

Geht es schon wieder los?

Klar, hinterher kann man immer schlau daherschwätzen. Wir waren uns am Freitag einig, dass es vermutlich nix wird mit einem Dreier gegen Dresden. Zu geschickt hatten sich die Sachsen in der bisherigen Saison gegen stärkere Gegner (u.a. im Pokal gegen Leipzig) angestellt und zu schwer tut sich der VfB traditionell gegen eben genau solche Gegner. Man denke nur an die Spiele gegen Ingolstadt und Darmstadt in der vergangenen Saison. Das wusste vermutlich auch Hannes Wolf und hatte sein Team auf eine ordentliche Portion „Heavy Metal“ vorbereitet. Der Trainer ist ja auch in einem Alter, in dem man ihn einen Besuch auf dem Wacken durchaus noch zutrauen würde. Sein Team dachte aber offenbar, man würde zuhause gegen Dynamo Dresden spielen. In der Schleyerhalle gastierte nämlich am Samstag Abend die SWR Schlagernacht mit folgender Startelf: Howard Carpendale, Roland Kaiser, Vicky Leandros, Matthias Reim, Semino Rossi, Michelle, Olaf, Nicole, Laura Wilde, Anita & Alexandra Hofmann. Olaf, so habe ich mir sagen lassen, ist übrigens einer von den Flippers, der jetzt solo sein Glück versucht. Schlimmer geht’s nicht. Oder …

Ein Fisch namens Großkreutz

Ein Orkan. Die Zuschauer geben alles. Die Augen leuchten. Es wird geschrieen, geklatscht, ein Lärm, als ob ein Tor gefallen sei. Was ist passiert? Kevin Großkreutz wird in der 75. Minute beim Stand von 1:1 gegen Heidenheim eingewechselt. Die Zuschauern feiern ihn, als ob er schon 111 Spiele für den VfB entschieden hat. Aber er hat bis dahin noch kein Tor geschossen, gerade einmal zehn Spiele für den VfB absolviert. Großkreutz ist ein Phänomen. Normalerweise werden Spieler dafür geliebt, weil sie mit dem Ball Sachen anstellen können, die einzigartig sind, weil sie besonders gut passen, verteidigen oder Tore schießen können. Großkreutz kann nichts besonders gut. Wahrscheinlich ist es gerade das, was wir an ihm mögen. Denn wir erkennen uns in ihm wieder. Er ist nicht gesegnet mit überragender Technik, aber er kann trotzdem alles spielen: Außenverteidiger, Außenstürmer, Sechser, Achter, selbst Innenverteidiger und Torhüter war er schon. Großkreutz ist in erster Linie ein Mann der großen Gefühle. Auf Instagram macht er es nicht unter fünf Emoticons oder Ausrufezeichen, da wird gefeiert, gelästert und auch mal geflennt. …

Quo vadis, VfB?

„Stress nicht, relax Dich, Junge, werd‘ nicht hektisch. Komm runter, setz Dich, nimm’n Punsch mit uns am runden Ecktisch. Du hast keinen Grund zur Hektik, kannst alles tun und letztlich, Entscheidest Du Dich zu ’nem „Ist ja gut jetzt“ oder ’nem „Leck mich“. Mit was wollen sie Dich noch kriegen, wenn alles fake und im Grunde Dreck ist.“ Diese Lyrics von „Gegen jede Vernunft“ der Fantastischen Vier kamen mir in den Sinn, als die Mitgliederversammlung des VfB zu Ende ging. Eine legendärer Tag in der Geschichte des Vereins. Weder Vorstand, noch Aufsichtsrat werden entlastet. Die Mitglieder schaffen sich nach nur fünf Wortbeiträgen die Aussprache ab. Der Vorstand kennt seine eigene Satzung nicht und muss die Abstimmung darüber wiederholen lassen. Am Ende steht der Präsident Wolfgang Dietrich, gewählt mit 57,2 Prozent. Er erhielt damit sogar weniger Stimmen als Gerd Mäuser, der bisher als der unbeliebteste Präsident in der VfB-Geschichte stand. Letztlich wurde Wolfgang Dietrich von 1.689 Mitglieder gewählt. Von rund 40.000 Stimmberechtigten. Immerhin wurden die Satzungsänderungen abgelehnt, die unter dem Deckmantel des „Demokratie-Pakets“ zur Abstimmung gestellt wurden. Im Grunde …

Das große VfB-MV-Bullshit-Bingo

Schlimm genug, dass nach nur sieben Spieltagen schon wieder Länderspielpause ist. Noch schlimmer ist die anstehende Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart. Wobei, das stimmt nicht. Das Mitspracherecht der Mitglieder ist richtig und wichtig. Was nervt, ist das Drumherum. Die Hysterie rund um die MV geht mir zunehmend auf die Nüsse. #vfb — Seb Savard (@sebsavard) 7. Oktober 2016 Aufsichtsrat, Präsidentschaftskandidat, Ultras, Fans, Presse: Um zu verstehen, wer aktuell mit wem und/oder gegen wen agiert, müsste man wahrscheinlich ein Organigramm erstellen. Meine ganz persönliche Meinung: Es nervt! Ja, ich weiß: Es ist wichtig. Wir sollten über das Wohl und Wehe unseres Vereins entscheiden. Aber ich möchte viel lieber darüber diskutieren, ob Pavards Pass des Jahres tatsächlich für Mané gedacht war und nicht darüber, was §19 Abs. 5 der Satzungsänderung wirklich bedeutet. Ich möchte darüber spekulieren, warum Marcin Kaminski keine Rolle spielt und nicht darüber, was der Präsidentschaftskandidat beim Mittagessen mit seinem Sohn bespricht. Und ja, ich möchte mich lieber über falsch geparkte Edelkarossen mit Stern in Gablenberg aufregen als über Text gewordene Heiligsprechungen des Aufsichtsrats in der Zeitung. Ich möchte …

Fritzle for President?

Euphorie konnten sie schon immer gut beim VfB Stuttgart. Böse Zungen behaupten, wenn es so richtig gut läuft, könnte auch der Busfahrer die Mannschaft erfolgreich trainieren. Doch die 4:0 Sause gegen Fürth hat nicht nur Auswirkungen auf die sportliche Zukunft des Vereins, sondern auch auf die Mitgliederversammlung am nächsten Sonntag. Klar ist: Wenn Vertikalpässe wie der von Pavard ankommen, dann ist alles möglich. Dem Aufsichtsrat dürfte die aktuelle Stimmung gefallen. Denn vielleicht spült sie sogar seinen Präsidentschaftskandidaten ins Amt. Immer wieder schön zu sehen, wie verdammt glücklich einen dieser Verein machen kann, obwohl es schon so oft so weh tat! #VfB — Sarah (@1893Sarah) 3. Oktober 2016 Wir vom vertikalpass sind uns in der Personalie Dietrich gar nicht so sicher. Nicht auszuschließen, dass er ein richtig guter VfB-Präsident wäre, auch wenn er nicht der perfekte Kandidat zu sein scheint. Aber andererseits: Bei Bernd Wahler stimmten alle Vorzeichen: Volksnah, sympathisch, unvorbelastet, Adidas Manager. Das Ende der Geschichte ist bekannt. Aber klar ist auf jeden Fall: Ein Gegenkandidat wäre schön. Quasi ein Gegenentwurf zum streitlustigen ehemaligen S21-Sprecher Dietrich, …