Monate: November 2016

VfB Stuttgart: Eine Foto-Love-Story

Im Jugendmagazin BRAVO (Für die Jüngeren: so eine Art 80er Jahre Printvorläufer von Instagram, red! und youporn) gab es neben Dr. Sommer die zweitwichtigste Rubrik: die Foto-Love-Story. Meist ging es um Liebe, Intrigen, Hautunreinheiten und das erste Mal. Und für die meisten Teilnehmer des #InfluencerDay beim VfB war es tatsächlich das erste Mal, hinter die Kulissen des Stadions und die Abläufe eines Spieltags blicken zu können. Eingeladen waren reichweitenstarke Youtuber, trendy Instagramer, erfolgreiche Fotografen. Und wir. Die Geschichte dieses Tages wollen wir auch mit einer Foto-Love-Story erzählen. Dabei geht es wie in der BRAVO um Liebe, Liebe zum Verein. Beim ersten Teil des Influencer Days vor einigen Wochen waren mehr so gramende und bloggende Fashionistas eingeladen (Skandal, dass wir nicht dabei waren!) Die Kollegen bei Teil zwei sind mit 20.000, 50.000, 100.000 und mehr Fans und Followern auch dick im Geschäft, haben aber mit dem VfB nicht so viel am Hut, während wir mit unserem Quality-Content-Mix aus Cicero-, Gala-, und Apotheken-Umschau-Texten ein gebildetes, gut aussehendes und vor allem brustringbegeistertes Publikum ansprechen. Vom kompetenten „Arena-Guide“ Sebi erfahren wir die wirklich …

The Nowhere Man

Seit Gotoku Sakai beim Hamburger SV zum Mannschaftskapitän berufen wurde, wissen wir: Das Amt ist total überschätzt. Bisher dachten wir, der Spielführer wäre eine Persönlichkeit, der in der gesamten Mannschaft mit Respekt begegnet wird. Ein Spieler, der wegen seiner Leistung unantastbar ist. Einer, der Verantwortung übernimmt in kritischen Phasen eines Spiels. Einer, der andere mitreisst und führt. Die ZEIT meint dagegen auch, dass ein Kapitän nicht mehr wichtig sei. Aber ok, vielleicht sollten wir uns nicht am Tabellenletzten der Bundesliga und an den Guardiolanern einer Wochenzeitung orientieren. Der Kapitän des VfB heisst seit Sommer 2013 Christian Gentner. Er ist eine Integrationsfigur im wahrsten Sinne des Wortes: Er kommt aus der Jugend des VfB, wurde 2007 Meister und 2009 gleich nochmal (allerdings mit Wolfsburg) und nach Aussage von Serey Dié kümmert er sich um die Neuzugänge: Hilft ihnen beim Einleben, erklärt ihnen die Kehrwoche, unterstützt sie beim Auto-Kauf. Klar, das ist wichtig, aber entscheidend ist auf dem Platz. Wir wollen kurz beleuchten: Wie sieht das Aufgabengebiet von Kapitän Gentner aus und wie gut füllt er die …

Der VfB steht sich selbst im Weg

Jeder Verein besitzt seine DNA: Der FC Bayern München hat dieses großkotzige „Uns kann keiner was“, ausgedrückt im Mia-san-mia. Den 1. FC Köln überfällt eine grenzenlose Euphorie, wenn zweimal nacheinander gewonnen wird. Der HSV pflegt seit einiger Zeit seinen Hang zur Selbstzerstörung und die Kollegen aus St. Pauli sind das gute Gewissen im deutschen Profi-Fußball. Und der VfB? Stünde er sich nicht selbst im Weg, wäre er nicht der VfB. #VfB doing VfB things. #FCUVfB — Ute Lochner (@Aleksch1893) 20. November 2016 Kleine Erfolge feiern, Eier schaukeln, zurücklehnen und genießen, mal den anderen für sich laufen lassen, Selbstzufriedenheit bis hin zur Überheblichkeit, das kommt beim VfB immer wieder auf, wenn ein kleines bisschen Erfolg zu erahnen ist. Trainer Hannes Wolf arbeitet dagegen an, in dem er nicht müde wird, die seltsame Passivität anzusprechen. Und in dem er es vorlebt durch aktives Coaching an der Seitenlinie inklusive energischer Zweikämpfe mit dem vierten Offiziellen wie beim Spiel gegen Union Berlin. Hm, das war über 90 Min. zu wenig. Da hat man gegen einen schlagbaren Gegner aus eigener …

Winter is coming

Vergesst Grönland, vergesst Sibirien, vergesst die Antarktis. Fußballfans wissen: Nirgendwo ist es so kalt wie einem winterlichen Stadion. Das habe ich gegen Bielefeld wieder gemerkt, als mir beim Ticker schreiben fast die Fingerkuppen abgefroren sind. Und dabei war es noch nicht mal richtig kalt! Im letzten Teil unserer Gesundheitswoche sagen wir Euch deshalb, wie Ihr unbeschadet durch die Winterzeit kommt, ohne auf den Stadionbesuch verzichten zu müssen. Die passende Kleidung Um nicht schon in der ersten Halbzeit Frostbeulen zu bekommen, ist die passende Kleidung wichtig. Wer nicht aufs Geld gucken muss, der kommt natürlich stilecht mit einer 400-Euro-Outdoor-Jacke ins Stadion: Winddicht, wasserdicht, bierabweisend. Wer es nicht ganz so dicke hat, der greift zur bewährten Zwiebelschicht-Taktik und zieht einfach möglichst viele Lagen übereinander an. Das sieht zwar scheiße aus, erfüllt aber seinen Zweck. Apropos scheiße aussehen: Lange Unterhosen im Robben-Style oder der berüchtigte Rollkragenpullover von Thermo Timo Werner leisten im Winter erstaunlich gute Dienste. Aber es geht auch stylisher: Der neueste Trend, nämlich übergroße Schals, ist mittlerweile auch im Stadion angekommen wie die Instagramprofile zahlreicher Spieler beweisen. Als …

Willkommen im VfB Telegym!

Nachdem wir Euch zum Auftakt unserer großen Gesundheitswoche das theoretische Wissen an die Hand gegeben haben, um den Winter gut zu überstehen, kümmern wir uns in Teil 2 um die Praxis und präsentieren Euch die effizientesten VfB-Fitnessübungen. Wusstet Ihr eigentlich, dass ASICS nichts anderes ist als das Akronym für “anima sana in corpore sano”? Ich wusste es jedenfalls. So, nachdem ich das endlich mal los geworden bin, zeigen wir Euch nun, wie man zu diesem gesunden Körper kommt. Das mit der gesunden Seele bekommt Ihr sich auch selbst hin. Gerade im Winter ist es sehr wichtig, sich vor den Übungen aufzuwärmen. Dies geschieht durch einen lockeren Armschwung in Kombination mit dem klassischen Hopserlauf. Inspiriert wurde diese Übung übrigens von den Bonobos im Kongodelta. “Die Affenbande” Nach dem Warm-up starten wir mit der ersten leichten Übung in unser Programm: Wie Ihr sehen könnt, trainiert Ihr hier am besten mit einem Partner. Eine Alternative, die Ihr auch alleine durchführen könnt, stellen wir Euch aber ebenfalls vor. “Der polnische Hampelmann” Spätestens jetzt solltet Ihr genauso wie in der …

VfB-Siege als Gesundheits-Garantie

Länderspielpause bedeutet bei uns: Themenwoche. Zuletzt hatten wir Music, Fashion, Stars & Cars, dieses Mal soll sich alles um Gesundheit drehen. Klingt unsexy, aber in drei Folgen werden wir das Thema hochseriös aufarbeiten, ganz wie es sich für ein charmanten Service-Blog wie den unseren gehört. Wir starten mit wertvollen Tipps von hochdekorierten Wissenschaftlern, wie man als VfB-Fan durch die erkältungsintensive Jahreszeit kommt. In der zweiten Folge stellen wir Fitnessübungen zum Nachmachen vor und in Part 3 geht es darum, wie wir die winterlichen Heimspiele in der saukalten Mercedes-Benz Arena überstehen können. Hier werden übrigens auch unsere Fashion-Victims auf ihre Kosten kommen. Es gibt nicht wenige, die die Arbeit von VfB-Mannschaftsarzt Dr. Raymond Best kritisieren. Verletzungen werden angeblich nicht richtig oder zu spät diagnostiziert und Verletzungspausen und Reha-Zeiten werden durch seine Behandlung verlängert statt verkürzt. Die Spieler kommen eher auf dem Zahnfleisch daher, statt auf dem Feld zu stehen, so der Vorwurf einiger, die keine Ärzte sind. Aber mal ehrlich: Für einen Zahnarzt macht Dr. Best doch einen erstaunlich guten Job, oder? Ja, kein besonders kreativer Kalauer, aber was bleibt einem, …

Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast …

Auch die besten Verdrängungsmechanismen können es nicht vergessen machen: Der VfB ist im vergangenen Sommer abgestiegen. Darauf folgte der unausweichliche personelle Umbruch. Doch was machen unsere ehemaligen Abstiegshelden mittlerweile eigentlich? Wer hat die richtige Entscheidungen getroffen? Und wer wäre besser in Cannstatt geblieben? Ein Überblick. Filip Kostic Keine Frage: Der Flügelflitzer und ehemalige Stuttgarter Publikumsliebling hat alles richtig gemacht. Er spielt jetzt nicht nur bei seinem Lieblingsverein aus Kindertagen, sondern kann in Hamburg auch seine Erfahrungen im Abstiegskampf und desolater Vereinsführung perfekt einbringen. Außerdem möchte er weitere Trainer kennenlernen. Bisher waren es erst sechs in Deutschland, aber die Saison ist ja lang. Das wird schon noch. Adam Hlousek Der Lord wechselte in die polnische Liga und kickt dort für Legia Warschau. Jetzt spielt er in der Champions League gegen Real Madrid statt in der zweiten Liga gegen Sandhausen und lässt sich von Gareth Bale statt von Richard Sukuta-Pasu vernaschen. So kann er jetzt aus nächster Nähe bewundern, was die Stars draufhaben – und muss dafür nicht mal Eintritt zahlen. Aber, ob ihn in Warschau auch …

You’re my heart, you’re my soul

Ich höre Schwäbisch für mein Leben gern, das wird mir immer wieder klar, wenn ich zu VfB-Spielen gehe. Ich meine nicht das peinliche Schwäbisch, das im Stuttgart-Tatort gesprochen wird oder in der Eselsmühle oder in den unsäglichen Prenzlschwäbin-Videos. Ich liebe das ungekünstelte Schwäbisch, das auf der Straße gesprochen wird, Street-Schwäbisch halt. Das harte ostälblerische Schwäbisch mit Roaah- und Orrrww-Lauten, das leise Böblinger Schwäbisch oder das eher runde Cannstatter Schwäbisch, bei dem ich immer an meinen verstorbenen Onkel denken muss. Gerade bei VfB-Spielen höre ich vermehrt Schwänglisch, bei dem englische Vokabeln scheinbar willenlos in den Satz eingebaut werden. Das Schwänglisch wird überwiegend von Jüngeren gesprochen, meist sind es Kessel.TV-Leser oder Leute, die irgendwas mit Medien machen. Beim PSV, in der Daimlerstraße, in Straßen- oder S-Bahn oder nach dem Spiel am Palast der Republik, hier mischt sich die Mundart zu einem speziellen Sound, im Moment mit freundlichem Grundton, die Ergebnisse stimmen, der Tabellenplatz auch, die Spielweise na ja, nur wenige verfallen in ein völlig überzogenes Bruddel-Tourette. Ob Böblinger, Cannstatter oder sonst ein Schwäbisch, ob kroatisch, italienisch oder …

Schluss mit toter Hose. Oder: das neue Pep-Prinzip beim VfB

Erinnert Ihr Euch noch? Damals, als der VfB Stuttgart noch in der ersten Liga kickte und sein Trainer Bruno Labbadia hieß? Sicherlich kein schlechter Coach (übrigens bei Wolfsburg im Gespräch). Seine Spielweise war selten begeisternd, aber aus heutiger Sicht durchaus erfolgreich. Was der gute Bruno allerdings überhaupt nicht konnte, war das, was wir Laptop-Fans heute “Ingame-Coaching” nennen. Ab der 60. Minute begann er meist mit Assistent Eddy Sözer zu diskutieren, wie man denn tauschen könnte. Ab der 70. Minuten wurden die Fans unruhig und in der 78. Minute kam dann der Wechsel: Stürmer für Stürmer. Mit Alexander Zorniger kam dann endlich ein Trainer, der für taktische Überraschungen gut war. Erinnert Ihr auch an Lord Hlousek in der Innenver … ach, lassen wir das lieber. Jedenfalls hatte Zorniger einen Plan. Ein Plan, der leider nie aufging. Dennoch sind viele der Meinung, dass Zorniger genau der Coach war, den der VfB Stuttgart benötigt(e). Und jetzt frage ich mich: Ist Hannes Wolf so etwas wie Angry Zorniger – nur in erfolgreich? Ein Trainer mit Ideen? Und im Gegensatz zu Zorniger …