Monate: April 2017

Smells like Team Spirit

Es ist nicht alles gut. Wenn ein Nürnberger Spieler knapp 70 Meter übers Feld sprinten darf, ohne ernsthaft angegriffen zu werden, dann ist das alles andere als erstligareif. Wenn nach einem vermeintlichen Foul alle Beteiligten mit dem Schiedsrichter diskutieren und erst merken, dass das Spiel weiter läuft, wenn der Ball im Tor ist – dann ist das unprofessionell, dann ist das AH-Fußball mit Restalkohol vom Vortag. Aber sollen wir uns jetzt über die hundertprozentigen Torchancen des mediokren Clubs aufregen und auf den Fehlern rumreiten? Oder uns vielmehr an dem unfassbaren Fan-Support erfreuen, an einer Cannstatter Kurve, die nach Nürnberg transferiert wurde? Hätte es nicht vor dem Stadion Tucher-Bier und drei-im-Weckla mit Sauerkraut gegeben, man hätte meinen können, man sei im Neckarstadion. Sollen wir nicht eher die zwei Tore in drei Minuten und Florian Klein hart abfeiern, der uns in der Nachspielzeit diesen Glücksmoment bescherte und für eine Erschütterung sorgte, die zu einem Ausschlag auf der Richterskala für Erdbeben sorgte? Nachts konnte ich nicht schlafen, denn ich habe davon geträumt. Muss schon sagen Leute, der absolute …

It’s a kind of magic

„One dream, one soul, one prize, one goal“ (Roger Taylor, Queen). Lässt sich der Abend, lässt sich die Saison besser zusammen fassen? Immer natürlich vorausgesetzt, die Saison nimmt ein gutes Ende. Fußballstadien sind besondere Orte. Im besten Fall ist es besonders laut, man trifft dort besonders nette Leute, die man spontan umarmen kann. Man kann so herrlich politisch unkorrekt sein („Gib’ dem Ossi dia gelbe Kart‘!“), man kann mit Bier um sich werfen, man kann tanzen, lachen, Party machen. Terodde: „Das ist nicht 2. Liga – das ist der VfB.“ Balsam für die geschundene Seele. Danke Simon. #VfB — Seriouz (@SeriouzRH) July 21, 2016 Proud to be a Fan, @VfB! Die Kurve, die Fans, das Team, La Ola-Welle im ausverkauften Stadion – und ein tolles Zweitligaspiel! Gänsehaut!! — Tösiröö (@toesiroe) April 24, 2017 Fußballstadien sind aber auch magische Orte. Dann spürst Du die Energie, die durch Dich durchfließt, Dein Plus schlägt wie wild, eine unglaubliche Wärme fährt in Deinen Bauch, die Euphorie schießt Dir in den Kopf. Das liegt am Wechselspiel zwischen Tribüne und Fußballfeld, …

Stuttgart ist viel schöner als Berlin

Während der VfB den Einstieg von Daimler als Anker-Investor feiert, der für 11,75 Prozent des Vereins weniger zahlt als Manchester City für Leroy Sané (47 Bundesligaspiele, 11 Tore), geht das Liga-Leben weiter. Und das ist noch spannenender! Schließlich gibt’s in der zweiten Liga den derbsten Aufstiegskampf ever. Also Taschenrechner aus, Tabellenrechner (z.B. hier) an! Am Montag kann es im Spiel gegen Union Berlin zu einer Vorentscheidung kommen, ein Sieg des VfB Stuttgart vorausgesetzt. Dann wären die Köpenicker vier Spieltage vor Schluss sechs Punkte hinten. Die Stuttgarter könnten die Berliner aus dem Aufstiegskampf vielleicht schon ausgliedern. Drölf Punkte-Spiel also, Aufstieg oder nix, würde Pep Guardiola sagen. Super-super, um im Pep-Sprech zu bleiben, finden ja alle Union Berlin. Ich übrigens auch, weiß aber gar nicht so recht warum. Vielleicht wegen der wunderbaren und preisgekrönten Blogger-Kollegen textilvergehen.de oder wegen des Stadions „An der alten Försterei“ oder wegen der herausragenden Fans. Aber dass jetzt plötzlich alle den Trainer Jens Keller so sympathisch finden, wundert mich dann schon ein wenig. Haben sich doch die Sorgenfalten aus Schalke-Zeiten tief eingegraben in seinem Gesicht und …

Menschen, Tore, Sensationen!

Kinder, freut euch: Der weiß-rote Zirkus ist in der Stadt! Magische Momente in der Offensive mit Solonummern zum Zungeschnalzen und Toren wie aus einem Youtube-Highlight-Clip. Aber leider auch immer wieder mit spaßbefreiten Horroclown-Momenten in der Defensive. Das will doch keiner sehen! Ja, so ein VfB-Spiel macht eine Menge Spaß – wenn man nicht gerade mit dem Team bangt und zittert. Es gibt viel zu viele Spiele der Kategorie “Wer so eine Partie gewinnt, steigt auf” und zu wenige mit dem Prädikat “Wie langweilig, aber so spielt ein Spitzenreiter”. Na klar, so eine Partie wie gegen Bielefeld ist leider geil, aber ein Spiel wie z.B. gegen Düsseldorf oder K’lautern würde vor allem meinen Nerven gut tun. Denn, wenn die restlichen Partien alle so spannend sind, werde ich den Aufstieg vermutlich nicht erleben. Verein für Bluthochdruck. #DSCVFB — Felix Christmann (@ChristZudemMann) 17. April 2017 Aber warum ist es immer so spannend? Ist es vielleicht eine Self Fulfilling Prophecy, weil Hannes Wolf in bester Pep-Manier jeden Gegner stark redet? Laut Guardiola war ja auch Darmstadt überragend – und …

Wir sagen „Ja.“ Zum Aufstieg!

„Hey Vertikalpass, wie steht Ihr denn zum Thema Ausgliederung?“ Fragt natürlich niemand jemals. Wir sind ja nur die Boulevardblogger mit den lustigen Elefantenbaby-Gifs, Lifestylethemen und Falschpark-Content. Aber (Verkäufer-Stimme): Wir sprechen hier immerhin von einer halben Million Menschen, die wir ab und zu erreichen. Hashtag Influencer. Die Ausgliederung ist ein großes Thema und jedes Mitglied muss so gut wie möglich über Vor- und Nachteile informiert sein, um eine Entscheidung treffen zu können. Die offiziellen Kommunikationskanäle des Vereins und eine dünne Kampagnen-Micropage, die suggeriert, dass Erfolg nur mit der Ausgliederung möglich ist, reichen da bei weitem nicht als Informationsquellen. Ja, das ist ärgerlich, liegt aber in der Natur der Sache. Alleine schon deswegen werden auch wir unseren Standpunkt mit unseren Lesern teilen und diskutieren. Aber nicht jetzt! Mit dem Ausrollen der Pro-Kampagne zur Ausgliederung beweist der Verein ein Feingefühl für Timing, das man sonst nur von Toni Sunjic im Zweikampf kennt. Warum jetzt? Ich bin der Meinung, dass sich der gesamte Verein vom Pförtner über die Spieler und Trainer bis zum Vorstand und dem Präsident sechs Spieltage vor Schluss auf ein einziges …

KSC, du Opfer!

Was ist das denn? Eine fiese Bushido-Headline für mehr Klicks? Zu lange in der Sonne gestanden oder zu viel Bengaloqualm eingeatmet? Ja, zugegeben, eine ziemlich populistische Überschrift. Aber sie trifft’s einfach zu gut: Denn der Karlsruher SC war kein Gegner im Derby, sondern ein Opfer. Wie heißt es so schön: Die Badener waren stets bemüht. Mehr aber auch nicht. Dazu ist das Team fußballerisch einfach zu limitiert. Andererseits: Das war 1860 München auch. Hat sie trotzdem nicht daran gehindert, bis zur 93. Minute gegen den VfB Stuttgart zu führen. Slapstick-Einlagen wie in München sparen sich die VfB-Spieler im Derby. Man merkt schnell, dass das Team griffiger ist als bei den letzten Auftritten. Wolf sei Dank: Das Team hat verstanden, worum es im Derby geht. Die Spieler sind physisch präsent. Auch die, von denen man es gar nicht unbedingt erwartet wie Maxim oder Özcan. Zweikämpfe werden mit der gebotenen Konsequenz geführt und der ballführende Karlsruher Spieler ist nicht zu beneiden, denn ständig steht ihm ein VfB-Spieler auf den Füßen – oder gleich mehrere. Tatsächlich war der drohende Spielabbruch wohl die einzige Chance für …

Das ist nicht mehr lustig!

Fettester Etat, ambitioniertester Kader, größte Trainerhoffnung, höchster Zuschauerschnitt – alles ist angerichtet für einen Aufstieg in die erste Liga und was macht der VfB Stuttgart? Nimmt gegen Dresden erst ab der 30. Minute am Spiel teil und zeigt gegen 1860 eine absolut lächerliche Leistung, obwohl man mehr oder weniger ein Heimspiel hat. By the way wird mit der Ausgliederung ein völlig unnötiger Nebenkriegsschauplatz eröffnet. Wenn es nicht so traurig wäre, könnten wir drüber lachen. So langsam macht sich der VfB zur Witzfigur der Liga, weil er so wenig aus seinen Möglichkeiten macht. Nur gut, dass die Gegner im Aufstiegskampf ähnlich talentierte Gagschreiber sind: Union Berlin hat die letzten zwei Spiele verloren, Braunschweig rumpelt sich genauso durch die Spiele wie Hannover 96. Dass die Niedersachen trotz dortigem Chaos rund um Präsident Martin Kind und Neu-Managerle Horst Heldt plötzlich auf Platz 1 stehen ist genauso absurd wie die Tatsache, dass der VfB auch nach fünf sieglosen Spielen nur einen Punkt dahinter rangiert. Ist das die „stärkste zweite Liga aller Zeiten“, von der alle reden? Zusammenfassung der Ergebnisse heute …

Elfer in der letzen Minute

Nicht die Nerven verlieren!

Ich könnte nicht so cool sein wie Simon Terodde vor dem Elfmeter in der 95. Minute. Spielstand 2:3. 60.000 Zuschauer. Hinter dem Tor 15.000 Ultras. Völlig am Arsch nach 90 aufregenden Minuten. Puls auf 180, jeder sieht meine Halsschlagader pochen. Die Angst in meinen Augen, die Angst vorm Versagen. Ich hätte mir in die Hosen geschissen. Wahrscheinlich wäre ich beim Anlauf zum Elfmeter hingefallen vor lauter Aufregung. Aber T-Rodd ist ’ne coole Sau. Ohne Maske ist der Junge wieder auf zack, wir alle sind seine Jungs und nach dem 3:3 gehts ab. Wollt ihr es nochmals sehen? #VfBSGD pic.twitter.com/BySLDtw9iJ — Annex (@Antoniiiix) 2. April 2017 Nach dem Schlusspfiff bin ich so unentschieden wie das Spiel: Vieles war richtig schlecht, aber einiges auch verdammt gut. Nein, der Schiri ist nicht Schuld am zwischenzeitlichen 0:3. Auch das mangelnde Glück nach vier Alu-Treffern ist nicht verantwortlich. Dynamo Dresden, Aufsteiger aus der dritten Liga, ist keine Übermannschaft, immerhin spielt dort Philip Heise, aussortierter Linksverteidiger des VfB Stuttgart. Wer Stuttgart gegen Dresden sieht, lernt die anschliessenden Erstliga-Kracher in Ingolstadt und Leverkusen erst …