Spielbericht
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Aufbaugegner mit drei Buchstaben

Was rege ich mich auf? Wenn eine Mannschaft nur eines der letzten zehn Heimspiele gewinnt, dann gewinnt sie: gegen den VfB. Wenn jemand nach vorne harmlos ist und nur durch einen Fehler ein Tor machen kann. Wer macht dann den Fehler: der VfB. Wenn der VfB dann in der zweiten Halbzeit klar besser ist, den Ausgleich schafft, Torchancen hat, wer bekommt dann in der Nachspielzeit das entscheidende Tor: der VfB. Das ist keine Polemik, das ist seit vielen Jahren so und beim VfB werden auch als AG weiterhin Traditionen gepflegt.

Warum rege ich mich dann trotzdem auf? Weil ich dachte, wenn beim Club so ziemlich alle Personen ausgetauscht wurden, wenn erneut wieder sieben(!) Neuzugänge aufgeboten werden, dann ändert sich etwas, dann werden Muster aufgebrochen, Einstellungen geändert. Aber ich muss nach dieser deprimierenden 2:1-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt sagen: Pure Dummheit wird niemals siegen.

Ok, es kam schon viel zusammen: Chadrac Akolo (2x) und Daniel Ginczek versieben selbst beste Torchancen. Dann vercoacht sich Hannes Wolf und bringt Ebbo Ofori, der leider in der Form des Cottbus-Spiels fahrig ist, Ballverluste produziert und schließlich den entscheidenden Freistoß verantwortet. Die beschissen getimte Flanke köpft Ginczek als Vorlage in die Mitte, obwohl hinter ihm Holger Badstuber steht. Schließlich haut Sebastian Haller das Ding rein wie er es in seinem ganzen Fußballerleben nie wieder machen wird.

Also eine Verkettung unglücklicher Umstände? Wollen wir das ablegen unter „so ist Fußball“? Nein. Denn wenn der VfB gegen Teams wie gegen Frankfurt keine(n) Punkt(e) holt, dann wird es mit dem Klassenerhalt sehr schwierig werden. Wenn ich sehe, wie in Überzahl ein Schritt weniger gegangen wird und vier Mann einfach nur nach am Strafraum warten, wenn ich sehe wie Timo Baumgartl unbedrängt den Ball quasi herschenkt, wenn ich sehe, dass sich der VfB mal wieder zu sicher fühlte, dann muss ich befürchten, dass der VfB auch gegen ein bisher völlig desolates Köln in zwei Wochen den Aufbaugegner spielt. Und nein, die Mannschaft war nicht naiv, wie Aushilfskapitän Dennis Aogo etwas hilflos vermutete. Mit dieser Erklärung erinnerte er mich fatal an Daniel Schwaab, der sich auch gerne in Allgemeinplätze flüchtete.

Aber was rege ich mich auf? Calm down und vertraue Hannes Wolf. Ich hoffe, er wird in den folgenden zwei Wochen feststellen, dass es auf der Außenbahn nicht reicht, nur geradeaus laufen zu können wie derzeit Andreas Beck. Und vielleicht findet er einen Mittelweg zwischen ultra-defensiver Spielweise (wie zuletzt) und mutiger, fast schon fahrlässiger Taktik wie nach Einwechslung von Simon Terodde und Josip Brekalo, der in Teilzeit auch Rechtsverteidiger spielen musste.

Ach ja: Glückwunsch, Simon Terodde zum ersten Bundesligator. Schade, dass wir das nicht standesgemäß feiern können.

Hier könnt Ihr Simon Terodde bei Emotionum bewerten:

Simon Terodde

2 Kommentare

  1. s'Äffle sagt

    Gibt es eigentlich eine Statistik über verlorene VfB-Spiele vor einer Länderspielpause? Aus leidvollen Erfahrungen der vergangenen Jahren (Jahrzehnten?) würde ich die Quote bei 85% ansiedeln.
    In der Kombination „Möglicher Aufbaugegner“ und „Länderspielpause“ steigt die Quote auf annähernd 100 Prozent. Mich wundert es, dass dies die Wettanbieter noch nicht durchschaut haben… 1893 frustrierte Grüße.

    • @abiszet sagt

      Hi Äffle, ja, das ist eine interessante Frage. Wobei es sicher immer irgendeine Statistik gibt, die uns VfB-Fans quält. Zum Beispiel: Seite 21 Jahren keinen Sieg gegen Köln zu Hause. Vielleicht schafft es der VfB ja, uns zu überraschen.

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