Autor: @buzze

Die Reifeprüfung

Dass der VfB Stuttgart eine Diva ist, mussten schon weitaus erfahrenere Trainer als der aktuelle leidvoll erfahren. Denn eine gewisse Lethargie hat sich in den vergangenen zehn Jahren fest in der Club-DNA verankert – unabhängig vom Personal. Hannes Wolf haben wir zugetraut, diese verkrusteten Strukturen aufzubrechen. Und wir tun es immer noch! Denn, wer behauptet, der Stuttgarter Trainer würde aus seinen Fehlern nicht lernen, hat Unrecht. Er lernt aus seinen Fehlern; macht dafür aber wieder neue. Aber wie sollte es auch anders sein auf seiner ersten Station als Profitrainer? Wolf ist jung, hat wenig Erfahrung, aber er hat bewiesen, dass er Form- und Einstellungs-Dellen beim VfB entgegen wirken kann. Siehe Dresden. Siehe Würzburg. “Man ist dumm, wenn man einen Fehler immer wieder macht.” Lukas Podolski, Fußball-Philosoph Trotzdem bleibt festzuhalten: Der VfB hat den mit Abstand allerbesten Kader der Liga. Offensiv sogar den allerallerbesten. Selbst, wenn Wolf die zweite Garnitur aufs Feld schicken würde, änderte sich daran nichts. Gemessen daran sind die erzielten Resultate überschaubar. Ehrlicherweise muss man festhalten, dass die neun Punkte gegen St. Pauli, Sandhausen und …

Der Stuttgarter Fight Club

1. Regel: Ihr verliert kein Wort über Kevin Großkreutz. 2. Regel: Ihr verliert KEIN WORT über Kevin Großkreutz. 3. Regel: Es kämpfen immer alle. 4. Regel: Nur ein Kampf auf einmal. 5. Regel: Die Kämpfe dauern genau solange, wie sie dauern müssen. 6. und letzte Regel: Über den Schiedsrichter wird nicht gemeckert. Willkommen im Stuttgarter Fight Club. Dort, wo der erste Punktverlust für den VfB im Jahr 2017 gefeiert wird. Und womit? Mit Recht! Denn der VfB stieg gestern Abend in den Braunschweig in den Ring und spielte eine Partie, wie wir sie in dieser Saison noch nicht erlebt hatten: Stark begonnen, stark nachgelassen, zwei zweifelhafte Elfmeter gegen sich bekommen, in Unterzahl gekämpft bis zum Umfallen und am Ende einen Punkt mitgenommen, mit dem alle zufrieden sind. Wir sind auch glucklitsch mit dem Punkt. Danke #VfB #EBSVfB — Lioli (@carliekatze) March 6, 2017 Dass man nach dem frühen Führungstor durch Carlos Mané, der auch dann noch leichtfüßig wirkte als er knöcheltief im Matsch versank, das Spiel den Braunschweigern überließ, war gleichermaßen erstaunlich wie ärgerlich. Aber Hannes Wolf zeigte mal wieder, dass er ziemlich …

Wir verlosen etwas Retro-Romantik!

10 Jahre, eine Meisterschaft, UEFA-Pokal-Finale, Champions League, Tor des Jahres, Torschützenkönig. So eine Karriere muss man beim VfB Stuttgart erstmal schaffen. Okay, von wem ist die Rede? Klinsmann? Allgöwer? Elber? Nein, ausnahmsweise geht es hier nicht um einen Spieler, sondern um einen Sponsor. Von 1986 bis 1996 war Südmilch der Sponsor der Schwaben – in den letzten Jahren mit dem Produkt ViFit, einem probiotischen LC1-Klon, den vermutlich nie jemand getrunken hat. Die Geschichte von Südmilch ist übrigens ähnlich bewegt wie die des VfB Stuttgart: Ganz am Anfang stand das städtische Milchamt Heilbronn, daraus wurde die “Interessengemeinschaft Milch (Intermilch-Gruppe)”, die mit der “Dauermilchwerk Hohenlohe-Franken GmbH” 1972 zur Südmilch AG wurde – dem größten deutschen milchverarbeitenden Unternehmen. Spannender als jeder Abstiegskrimi, oder? Zu einer guten Story fehlen natürlich noch etwas Wirtschaftskriminalität, gefälschte Bilanzen, die Deutsche Bank und Geschäfte im Osten. Gab es auch alles bei der Süd- bzw. Sachsenmilch AG. Für den VfB war der Schritt zur Göttinger Gruppe als nächster Sponsor also nur der logische Schritt. Dennoch hat kein Sponsor den VfB so lange begleitet wie Südmilch. …

Red Nose Day beim VfB Stuttgart!

Das war sie also, die Faschingsparty des VfB Stuttgart: Simon Terodde ging erst als Boxer, dann als Nussknacker. Jean Zimmer verkleidete sich als passabler Rechtsverteidiger, Timo Baumgartl als Niederstrecker und Özcan ging als Joker. Außerdem kamen über 50.000, um ein Fußballfest zu erleben – und mal wieder trugen fast alle das gleiche weiß-rote Kostüm. Sie werden es wohl nie lernen. Auch das mit dem Alkohol hatte irgendwie nicht geklappt. Dann eben Krombacher: Ähnlich geschmackvoll wie die Kostüme von Deiters in der Stuttgarter Hirschstraße. Verletzungsbedingt musste Party-Ikone Großkreutz auf der Tribüne Platz nehmen. Wieder nicht im Kader: Maxim und Klein. Gerüchteweise wollen die beiden am Dienstag eine eigene Party schmeißen und sich dann als Stammspieler verkleiden. Doch auch ohne sie kam die Faschingsparty leider nur sehr schwer in Schwung. Dass die Lauterer echte Langweiler sind, sieht man schon daran, dass sie sich immer als Teufel verkleiden. Wie einfallsreich! Außerdem bekommen sie in dieser Saison vorne wenig hin und lassen hinten sogar noch weniger zu. Und der VfB, der in den letzten Partien noch ein Garant für Spektakel war, hatte sich als Streber verkleidet …

Die glorreichen 12: High Noon in Heidenheim

  Und dann ritten die 11 Großstadt-Cowboys mit ihrem Trainer in das verschlafene Kaff ein. Nicht im wilden Westen, sondern auf der Ostalb. Wohlwissend, was sie in den kommenden 90 Minuten erwarten würde: Ein Duell auf Augenhöhe. Das hatte ihnen der junge Boss schließlich oft genug eingetrichtert: Weder Sheriffstern noch Brustring würden hier einen Unterschied machen. Für die Outlaws in Heidenheim würde nur das Faustrecht der wilden Alb gelten. Das hatten schon ganze andere Teams leidvoll erfahren müssen. @vertikalpass ein Loch vor dem Herrn, verdammt Matschig, langer Fußmarsch, Parken im Wohngebiet, Handy Empfang gleich null… Ostalb Idylle — Lars (@Laube_HNX) 18. Februar 2017 Und tatsächlich zeigten sich die Desperados aus der Landeshauptstadt konzentriert wie selten. Kein Wunder, hatten sie in ihren Reihen doch einige, die schon so manche Schlacht geschlagen hatten: Down Under Mitch zum Beispiel oder Rio-Kevin. Aber vor allem ihr nicht unumstrittener Anführer Le Gente war es, der voran ging und dem dann auch noch der erste Volltreffer gelang. Zu dumm nur, dass auch die Heidenheimer solch einen Haudegen in ihren Reihen hatten. “Shooting Schnatterer” zielte kurz …

Die VfB-Singlebörse

Der VfB im Jahr 2017: Instagram Stories aus der Kabine, Spielerfrauen zur Primetime als Shopping-Queen auf VOX, ein eigener TV-Sender, immer neue Merchandising-Produkte, Eventisierung der Spiele – das kann man so machen. Vielleicht muss man es sogar machen, wenn man auch in Zukunft konkurrenzfähig bleiben möchte. Durchaus spannend, was da abseits des Platzes passiert. Und wie geht es weiter? Wir hätten da einige Ideen: z.B. ein VfB-Promi-Dinner mit Buffy Ettmayer im Clubrestaurant. Ein Brustring-Dschungelcamp mit Thorsten Legat, Eike Immel und Maurizio Gaudino in den Katakomben. Ein Friseursalon, der 14-jährigen den offiziellen Jérôme Onguéné Style verpasst. Und Aktionstage, an denen sich Fans mit ihrem VfB-Lieblingsspieler vor dessen Auto fotografieren lassen können – gegen Aufpreis sogar im Parkverbot. In Zeiten, in denen Werkzeug- und Schraubenhersteller Familystores auf der Königstraße eröffnen, will sich der VfB offensichtlich als Lifestyle-Marke positionieren, um im Leben der VfB-Fans nicht nur sportlich eine Rolle zu spielen. Und so möglichst unabhängig werden vom sportlichen Erfolg. Clever! Solange der Verein genau darauf schaut, was zu ihm und seiner Marke passt. Der neueste Clou ist offenbar eine Single-Börse. …

Die Bayern der 2. Liga!

Klein, Pavard, Maxim, Grgic, Mané, Ginczek: Ein Blick auf die Ersatzbank des VfB Stuttgart vor dem Spiel gegen Sankt Pauli ließ zwei Schlüsse zu: Entweder hat das Team einen Kader, der dem des Gegners weit überlegen ist – oder der Trainer hat überhaupt keine Ahnung. Zumindest, was den Startelf-Einsatz von Zimmer und Zimmermann angeht, würden wahrscheinlich nicht wenige Fans für letzteres plädieren. Angeblich wollte Wolf möglichst viele Optionen zu haben, um auf den Spielverlauf zu reagieren. Ich frage mich allerdings: Sollte man diese Optionen nicht von Beginn an auf den Platz bringen? Irgendwann würde ich “Plan” & “Handschrift” von Herrn Wolf ja schon mal sehen wollen. #VfB wie eh und je. — OZils (@ozils) 29. Januar 2017 Die elf Männer, die auf dem Platz standen, schienen jedenfalls auch drauf zu vertrauen, dass die Weltauswahl auf der Bank es irgendwie schon richten würden, falls sie selber es nicht schafften. Aber man muss das relativieren. Auf dem braun-grünen Morast, den man in Hamburg offensichtlich Rasen nennt, kann vielleicht die Kloppertruppe des Tabellenletzten sein stark eingeschränktes technisches Repertoire …

Der VfB steigt auf, er steigt nicht auf. Er steigt auf, er steigt nicht auf …

  Ihr kennt das: Ein traumhafter Vertikalpass in die Tiefe. Der Stürmer läuft eine gefühlte Ewigkeit alleine auf den Torwart zu – und vergibt die hundertprozentige Torchance. “Zu viel Zeit zum Nachdenken” ist der Standardsatz, der dann vom Kommentator folgt. So ähnlich geht es mir in der Winterpause. Zu wenig Fußball und zu viel Zeit zum Nachdenken. Zu viel Gelegenheit, um sich zu überlegen, ob der VfB Stuttgart den Aufststieg locker schafft oder kläglich daran scheitert. Und je länger ich mir den Kopf zerbreche, desto unsicherer bin ich, welchen VfB wir in der Rückrunde sehen: Den Verein für Begeisterung, der Greuther Fürth mit 4:0 aus dem Stadion schoss und das Derby gegen den KSC gewann? Oder doch den Verein für Besorgnis, der in den Spielen gegen die beiden Aufsteiger null Punkte holte und 0:8 Tore erzielte? Hier sind meine Winterpausengedanken. Der VfB steigt auf, weil … … kein Stammspieler den Verein verlassen hat … mit Daniel Ginczek und Tobias Werner zwei Langzeitverletzte zurückkehren … Hannes Wolf erstmals eine komplette Vorbereitung mit der Mannschaft absolvieren konnte … …

Alexandru Maxim: Das rumänische Rätsel

Alex Maxim – das rumänische Rätsel

Ihr kennt die Enigma? Also nicht das 90er Pseudo-New Age-Projekt von Michael Cretu, der der Gatte der legendären Sandra („Maria Magdalena“) ist, sondern die Rotor-Schlüsselmaschine, die im Zweiten Weltkrieg zur Verschlüsselung des Nachrichtenverkehrs eingesetzt wurde. Ein ähnlich großes Rätsel wie das Verschlüsselungsverfahren ist für uns der Spieler mit der Nummer 10. Wir nennen ihn deshalb EnigMaxim. Es ist ziemlich genau vier Jahre her, dass es den von Fredi Bobic ausgesandten Spähern gelang, in den Tiefen der rumänischen Karpaten ein seltenes Exemplar eines EnigMaxims zu finden. Jener genialen Fußballmaschine, die höchste Spielqualität und zweistellige Scorerpunkte versprach – wenn man sie denn korrekt bediente. Das klappte bei Espanyola Barcelona leider gar nicht, aber beim rumänischen Provinzclub CS Pandurii Târgu Jiu zeigte EnigMaxim, wie wertvoll er für ein Team sein kann. Und so verpflichtete Fredi Bobic das Mittelfeldtalent. Schließlich hatte er mit Bruno Labbadia einen erfahrenen Kryptologen in Stuttgart, der schon ganz andere Rätsel gelöst hatte. Und in der Tat wusste Labbadia, der alte Fuchs, welche Hebel und Schalter umzulegen waren. EnigMaxim funktionierte zuverlässig, ohne jedoch dabei zu glänzen. …

Unsere beliebtesten Artikel 2016

Ein Jahresrückblick ist stets die ultimative Möglichkeit, sich selbst gebührend abzufeiern. Das wollen wir natürlich nicht verpassen und haben in den Tiefen von Google Analytics nach unseren klickstärksten Texten im Jahr 2016 gesucht. Erstaunlicherweise haben wir diese alle nach dem Abstieg geschrieben. Here we go: Platz 10: Die Fans sind der Star! Die VfB-Fans übernehmen das Hartwald-Stadion, Simon Terodde grüßt aus Sandhausen und Twitter liefert fleißig T-Rodd-Memes. Der Saisonauftakt verläuft ganz nach Maß. Platz 10 für einen der ersten Texte aus der Zweitliga-Saison. Die Fans sind der Star! Platz 9: Wie im Kindergarten Nachdem der VfB gegen Heidenheim verloren hat, prügeln Jos Luhukay und Jan Schindelmeiser fröhlich aufeinander ein. “Wie im Kindergarten” schreiben wir. Anscheinend sehen das auch unsere Leser so. Wie im Kindergarten Platz 8: VfB 2015/2016 zum Weltkultur-Erbe ernannt Die Meldung, dass der VfB Stuttgart von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde, schlägt ein wie eine Bombe und schafft es auf Platz 8 unserer Top 10. VfB 2015/2016 zum Weltkultur-Erbe ernannt Platz 7: Fack ju, zweite Liga! Gut 100 Tage nach dem Abstieg …