Alle Artikel in: Querpass

2017: Das Jahr der guten Nachrichten

Als Stuttgarts optimistischer Fußball-Blog (Kessel.TV-Slang: „Man muss auch mal was gut finden!“) sind wir sicher: 2017 wird das Jahr der guten Nachrichten für den VfB. Hier die ersten elf good News, weitere folgen im Verlauf der Rückrunde. Transfer-Coup von Jan Schindelmeiser Toni Sunjic wird für 19,5 Millionen nach China verkauft, er verdient bei Shanghai Shenhua 100.000 Euro in der Woche und soll dort mit Carlos Tevez ein Sturmduo bilden. Eine Schlagzeile, die ich demnächst lesen will: Chinesischer Klub greift tief in die Tasche – 25 Millionen für VfB-Star Toni Sunjic 😍 #VfB — Jens (@whitered1893) 23. Dezember 2016 Alexandru Maxim sonnt sich Der vielgescholtene Rumäne erhält wegen seiner schönen Hackentricks und anmutigen Bewegungen ein Angebot von Reid Anderson vom Stuttgarter Ballett. Nach zähen Verhandlungen lehnt Maxim schließlich ab und wechselt für einen knapp zweistelligen Millionenbetrag nach Gran Canaria zu Las Palmas. Nicht nur das Wetter und das Gehalt stimmen: Weil Maxim nicht auch beim achten Trainer auf der Bank sitzen will, hat er sich eine Stammplatzgarantie zusichern lassen. Der VfB ist doch der FC Bayern der …

Eine VfB-Weihnachtsgeschichte

Am Rande einer Allee, vis-a-vis eines roten Hauses, ganz in der Nähe eines großen Sterns, steht ein Wegweiser. Er streckt seine Arme aus: Der eine zeigt auf die eine, der andere auf die andere Seite, und auf jedem der beiden Arme steht geschrieben, wohin der Weg führt und was es bedeutet: Freude (Aufstieg) oder Chaos (zweite Liga) Es ist gut, dass der Wegweiser da ist. Denn wer hätte sonst den Weg zeigen sollen? Ein schlecht gelaunter Holländer mit dünnem Oberlippenbart und einer Vorliebe für ehemalige Schützlinge? Dann doch lieber dieser junge, forsche Blondschopf mit dem ernsten Blick, den alle gern haben müssen! Um den Wegweiser herum, auf der Wiese, stehen viele junge Männer, ihr Tatendrang ist von weitem zu erkennen. Zappelig sind sie wie junge Hunde, ungeduldig, aber auch freudig erregt, manche sind egoistisch, einige tragen verborgen einen Brustring über dem Herzen. Ab und zu flattern weiße Schmetterlinge umher und setzen sich auf die Arme des Wegweisers. Ihnen braucht er den Weg nicht zu zeigen, sie wissen ihn von ganz alleine. Kritische Geister fragen: „Was stehen …

The Nowhere Man

Seit Gotoku Sakai beim Hamburger SV zum Mannschaftskapitän berufen wurde, wissen wir: Das Amt ist total überschätzt. Bisher dachten wir, der Spielführer wäre eine Persönlichkeit, der in der gesamten Mannschaft mit Respekt begegnet wird. Ein Spieler, der wegen seiner Leistung unantastbar ist. Einer, der Verantwortung übernimmt in kritischen Phasen eines Spiels. Einer, der andere mitreisst und führt. Die ZEIT meint dagegen auch, dass ein Kapitän nicht mehr wichtig sei. Aber ok, vielleicht sollten wir uns nicht am Tabellenletzten der Bundesliga und an den Guardiolanern einer Wochenzeitung orientieren. Der Kapitän des VfB heisst seit Sommer 2013 Christian Gentner. Er ist eine Integrationsfigur im wahrsten Sinne des Wortes: Er kommt aus der Jugend des VfB, wurde 2007 Meister und 2009 gleich nochmal (allerdings mit Wolfsburg) und nach Aussage von Serey Dié kümmert er sich um die Neuzugänge: Hilft ihnen beim Einleben, erklärt ihnen die Kehrwoche, unterstützt sie beim Auto-Kauf. Klar, das ist wichtig, aber entscheidend ist auf dem Platz. Wir wollen kurz beleuchten: Wie sieht das Aufgabengebiet von Kapitän Gentner aus und wie gut füllt er die …

VfB-Siege als Gesundheits-Garantie

Länderspielpause bedeutet bei uns: Themenwoche. Zuletzt hatten wir Music, Fashion, Stars & Cars, dieses Mal soll sich alles um Gesundheit drehen. Klingt unsexy, aber in drei Folgen werden wir das Thema hochseriös aufarbeiten, ganz wie es sich für ein charmanten Service-Blog wie den unseren gehört. Wir starten mit wertvollen Tipps von hochdekorierten Wissenschaftlern, wie man als VfB-Fan durch die erkältungsintensive Jahreszeit kommt. In der zweiten Folge stellen wir Fitnessübungen zum Nachmachen vor und in Part 3 geht es darum, wie wir die winterlichen Heimspiele in der saukalten Mercedes-Benz Arena überstehen können. Hier werden übrigens auch unsere Fashion-Victims auf ihre Kosten kommen. Es gibt nicht wenige, die die Arbeit von VfB-Mannschaftsarzt Dr. Raymond Best kritisieren. Verletzungen werden angeblich nicht richtig oder zu spät diagnostiziert und Verletzungspausen und Reha-Zeiten werden durch seine Behandlung verlängert statt verkürzt. Die Spieler kommen eher auf dem Zahnfleisch daher, statt auf dem Feld zu stehen, so der Vorwurf einiger, die keine Ärzte sind. Aber mal ehrlich: Für einen Zahnarzt macht Dr. Best doch einen erstaunlich guten Job, oder? Ja, kein besonders kreativer Kalauer, aber was bleibt einem, …

Alarm vor dem KSC-Spiel!

Der VfB Stuttgart hat Feinfußball-Alarm ausgelöst. Er gilt mindestens von Donnerstag um 0 Uhr bis zum Abpfiff des Derbys am Sonntag gegen den Karlsruher SC. Je nach dem wie das Spiel gegen den Erzrivalen ausgeht, sei auch eine Verlängerung denkbar, so Sport-Vorstand Jan Schindelmeiser. Wie sollten sich die Fans jetzt verhalten? Wir klären die wichtigsten Fragen. Für VfB-Fans wird es ernst: Der Feinfußball-Alarm wurde zuletzt 2007 ausgelöst, das ist ein paar Tage her. Als Stuttgarts freundlichster Fußball-Service-Blog erklären wir, auf was man achten muss. Wann wird Feinfußball-Alarm ausgelöst? Immer vor wichtigen Spielen. Wichtige Spiele sind gegen Bayern München, KSC, Schalke 04 und Manchester United. Voraussetzung ist, dass die sportliche Situation einen feinen Fußball überhaupt erst zuläßt und die Stimmung im Stuttgarter Talkessel nicht allzu trübe ist. Fans werden gebeten, während der Zeit des Feinfußball-Alarms nicht zu hysterisch zu reagieren, deshalb wurde auch Daniel Ginczek bis auf weiteres aus dem Kader genommen. Für die Feinfußball-Alarm-Saison 2016/2017 gelten verschärfte Kriterien: Es reicht bereits, wenn an zwei aufeinander folgenden Spieltagen der Trainer nicht kritisiert wird und der Zuschauerschnitt …

Ein Fisch namens Großkreutz

Ein Orkan. Die Zuschauer geben alles. Die Augen leuchten. Es wird geschrieen, geklatscht, ein Lärm, als ob ein Tor gefallen sei. Was ist passiert? Kevin Großkreutz wird in der 75. Minute beim Stand von 1:1 gegen Heidenheim eingewechselt. Die Zuschauern feiern ihn, als ob er schon 111 Spiele für den VfB entschieden hat. Aber er hat bis dahin noch kein Tor geschossen, gerade einmal zehn Spiele für den VfB absolviert. Großkreutz ist ein Phänomen. Normalerweise werden Spieler dafür geliebt, weil sie mit dem Ball Sachen anstellen können, die einzigartig sind, weil sie besonders gut passen, verteidigen oder Tore schießen können. Großkreutz kann nichts besonders gut. Wahrscheinlich ist es gerade das, was wir an ihm mögen. Denn wir erkennen uns in ihm wieder. Er ist nicht gesegnet mit überragender Technik, aber er kann trotzdem alles spielen: Außenverteidiger, Außenstürmer, Sechser, Achter, selbst Innenverteidiger und Torhüter war er schon. Großkreutz ist in erster Linie ein Mann der großen Gefühle. Auf Instagram macht er es nicht unter fünf Emoticons oder Ausrufezeichen, da wird gefeiert, gelästert und auch mal geflennt. …

Wollen wir ernsthaft den Trainer in Frage stellen?

Ok, was haben wir nach vier Spieltagen in der zweiten Liga: sechs Punkte, zwei Siege, zwei Niederlagen, sechs Punkte Rückstand auf Platz 1. Eine fahrige und fehlerhafte Innenverteidigung. Orientierunglose offensive Außenspieler. Ein einsamer Mittelstürmer. Ein engagierter Kapitän. Kein erkennbares Spielkonzept. Wer Jubel-Trubel-Hurra-Fußball erwartet hat, kennt Trainer Jos Luhukay nicht. Seine Mannschaften spielen so spröde wie er in der Öffentlichkeit auftritt. Aber ist es die Lösung, jetzt den Trainer anzuzählen, weil er mit einem Team und einem Verein im absoluten Umbruch gegen eine gefestigte und eingespielte Heidenheimer Mannschaft verloren hat? Logisch sind die Ansprüche hoch: Alle haben erwartet, den FCH mal locker aus dem Stadion zu schießen. Freitag, 18.30 Uhr, ein lauer Abend wie gemacht für eine Geburtstagsparty, für ein Fußballfest, im Stadion ein Gefühl ein bisschen wie bei „Tag am Meer“: lässig, entspannt, zuversichtlich, gelöst. Aber nach dem 1:2 „ändern sich Zustand, der Raum und die Zeit, der Verstand kehrt zurück“ und sagt: In der Form klappt der sofortige Wiederaufstieg nicht. Und für die Form ist der Trainer verantwortlich. Bei HDH war ein klarer Plan …

Die Cars der Stars: Falschparken 4 life! #vpbw

Herzlich willkommen zu Teil 3 der großen vertikalpass Boulevardwoche. Nach Musik und Fashion geht es heute – endlich – um Autos! Manchmal träume ich, wie es wäre, ein Neuzugang beim VfB Stuttgart zu sein. Nachdem mich Dr. Best begutachtet hat, verhandle ich ein wenig nach, setzte dann meine Unterschrift unter den Vierjahresvertrag. Dann noch schnell die Arme verschränken und ein Bild mit dem Schindelmeiser machen und die Sache läuft. Ab ins Graf Zeppelin und anstoßen mit meiner 14-köpfigen Entourage und meinen drei Beratern , die den Deal ausgehandelt haben. Als ich am nächsten Tag zum Training komme, fängt mich Jan Schindelmeiser ab. „Komm mal mit, wir gehen erstmal kurz rüber zu Mercedes, damit Du Dir Deinen Wagen aussuchen kannst.“ Okay, ich bin jetzt nicht so der Mercedes-Typ, aber das ist trotzdem ein Charlie-in-der-Schokoladen-Fabrik-Moment. Nur ohne Umpa Lumpas. Aber vielleicht gibt’s die auch bei Mercedes, wenn die VfB-Spieler kommen. Wer weiß das schon. Jedenfalls stehe ich zwischen all den Sternen und muss mich entscheiden. Vielleicht so eine AMG S-Klasse. Nee, da bin ich noch zu jung für. Sowas …

Die Stylz der Stars #vpbw

Weiter gehts mit der vertikalpass-Boulevardwoche #vpbw. Nach der Musik gehen wir jetzt steil mit Fashion. Der VfB ist brav geworden, ohne Christian Tiffert, Kevin Kuranyi, Artur Boka, Maria Pogrebnyak, Sercan Sararer und Jürgen Kramy fehlt der Glamour. Niemand ist trendy, niemand ist funk. Die Fußball-Fashion geht downhill in Stuttgart. Nur Alexandru Maxim dreht gelegentlich noch den Swag-Hahn etwas auf. Wer auf Glitzer-Glitzer steht, hat eigentlich auch nur das „abseits“ auf dem kleinen Schloßplatz als Anlaufpunkt. Dort gibt es allerdings Mode „an der Grenze zur Untragbarkeit“, also genau den Style, den die Fußballer suchen. Dolce & Gabbana, Dsquared2, Balmain, Valentino, Alexander McQueen, Golden Goose- und Yamamoto Y3-Sneaker: Das abseits hat die schrägsten Stylz immer als Erster. Markus Babbel, das alte Fashion-Victim, schrieb zur Neueröffnung nach dem Umbau 2015 an abseits-Macher Winni Klenk: „Ihr seid Champions League, ihr seid Pioniere, die immer neue Wege gehen. Und ihr habt die Klamotten, die man etwas später dann auch bei Breuninger sieht.“ Wobei auch Breuninger steil geht: Als Maria Pogrebnyak in die Stadt kam, eröffnete das schwäbische Macys wegen ihr und ihrer russischen Freundinnen …

Kennt Ihr ihn auch, den VfB-Blues?

Die Euphorie zum Saisonstart (oder war es eher das Schönreden?) hat kaum 90 Minuten überlebt. Man wünscht sich, der VfB wäre mehr Punk, mehr Metal oder mehr Hip-Hop. Aber in Cannstatt regiert schon seit Jahren der Blues. Und das in zahlreichen Ausprägungen. Während es auf Stuggi.TV die Sex-Wochen gibt (zum Video hier entlang), rufen wir die Blues-Wochen aus. Denn der VfB-Blues ist eine in Süddeutschland weit verbreitete Gefühlslage, die sich vor allem nach der Meisterschaft 2007 entwickelt hat. Der Blues bildet die Wurzel eines Großteils der populären schwäbischen Verhaltensformen. Bruddeln, Bashen, Haten sind nah mit dem Blues verwandt. Selbst in der Kehrwoche ist ein Nachhall des VfB-Blues zu spüren. Man muss nur Samstags auf die Straßen schauen: Da wird frustriert gefegt, in der einen Hand ein Wulle, in der anderen der Besen, begleitet von einem Kopfschütteln, ein lustloses „1893, hey“ murmelnd. Eigentlich ist beim #VfB ja jedes Jahr alles dasselbe. Nur der Zeitpunkt, an dem die Euphorie verloren geht, variiert. — SvenSation (@sven_sation) August 22, 2016 Es gibt verschiedene VfB-Blues-Formen: Der Management-Blues. Er drückt sich …