Alle Artikel in: Schlagzeilen

Ronrobertzieler – ein Luxus-Transfer?

Der VfB hat viele Kader-Baustellen: Zu viele offensive Außenspieler, zu wenige bundesligaerfahrene Sechser und ein veritables Loch in der Abwehr. Genauer gesagt in der Innen- und Außenverteidigung, also quasi überall in der Defensive. Und was macht Jan Schindelmeiser? Er verpflichtet einen Torhüter. Zugegeben, einen Weltmeister, einen von der Ersatzbank von Leicester City mit der Erfahrung von neun Premier League-Spielen. Macht das wirklich Sinn? Wäre es nicht besser, die kolportierten 4 Millionen (zusätzlich) für (mindestens) einen erfahrenen Innenverteidiger auszugeben? Setzen wir mal voraus, Slim Shindy hat einen Plan: Er weiß, für welche Positionen er welche Spieler verpflichten will und er hat ein Budget. Jetzt kann er die Reihenfolge der Transfers nicht nach der Dringlichkeit der Fans ausrichten („Wo bleibt der Innenverteidiger?“). Ron-Robert Zieler ist auf dem Markt – darf man den Namen eigentlich auch ohne den Doppel-Vornamen nennen oder ist er nur mit Ron-Robert der echte Zieler? Schindelmeiser jedenfalls will Mitch Langerak Feuer unterm Arsch machen und greift zu. Und warum? Weil er weiß, dass er weiterhin Innen- und Außenverteidiger verpflichten wird und weil er weiß, …

Steht auf, wenn Ihr erstklassig seid!

Es ist vollbracht: Der VfB Stuttgart steht wieder da, wo er hingehört: In der Bundesliga. Das kurzweilige Intermezzo in Liga zwo dauerte zum Glück nur eine Saison. Und auch, wenn wir der Meinung sind, dass der direkte Wiederaufstieg mit diesem Kader die Pflicht war: Selbstverständlich war er nicht. Denn, wer glaubt, dass namhafte Spieler und hohe Etats automatisch Erfolg bedeuten, sollte mal in Wolfsburg anrufen. Den Erfolg muss man wollen und alles dafür tun. Und genau das haben alle im Verein und in seinem Umfeld (fast) immer getan. Und heute ist der perfekte Zeitpunkt, um uns bei allen zu bedanken: Danke Mitch Langerak – für die vielen Paraden, die uns „glucklitsch“ gemacht haben. Danke Jens Grahl – dass Stuttgart jetzt eine Shopping Queen hat. Danke Benjamin Uphoff – dafür, dass wir nie eine Torwartdiskussion hatten.  Danke Timo Baumgartl – dass Stuttgart wieder einen jungen (nicht ganz so) Wilden hat! Danke Emiliano Insua – für die vielen Flanken auf Terodde und die Kabinenselfies. Danke Marcin Kaminski – für das Last-Minute-Tor in München. So muss man sich …

Das ist nicht mehr mein VfB!

Ok, es ist erst der 19. Spieltag, an dem der VfB Tabellenführer ist und nicht der 34. Spieltag. Schon klar, es war nur Fortuna Düsseldorf. Und ja, es kommen noch 15 Spiele. Aber so wie manche sich nach der Niederlage gegen Hannover festgelegt haben, dass der Aufstieg verpasst wird, so sage ich hier und heute: Der VfB steigt auf! Und warum sage ich das? Weil es nicht mehr „mein VfB“ ist. Mein VfB verpasst die Tabellenführung, obwohl sie ihm durch die Niederlagen von Hannover und Braunschweig auf dem silbernen Tablett serviert wird. Mein VfB muss nach 2:0 noch zittern, weil er sich zu sicher fühlt. Mein VfB behauptet, dass sein Kader für die angestrebten Ziele ausreicht und irrt damit immer. Mein VfB holt in der Winterpause auf den letzten Drücker Spieler, die keiner haben will. Mein VfB ist generell schnell zufrieden mit dem, was er erreicht hat. Der neue VfB dagegen spielt Hochgeschwindigkeitsfußball, dass der Gegner Zeitlupen für die Analyse braucht. Er spielt bei einer Führung seriös weiter. Der neue VfB hat einen Trainer, der …

The Real Slim Shindy

„May I have your attention please: My name is, … my name is: Slim Shindy!“, so stellt sich Jan Schindelmeister wahrscheinlich bei Transferverhandlungen vor. Shindy ist nicht nur slim, bei ihm sind auch die Informationen im Vorfeld schmal, nichts sickert durch. Clever & smart zieht er die Verhandlungen durch und das Beste: Keiner hatte die Namen auf dem Zettel, fast jeder muss die Neuverpflichtungen googeln. Am allerletzten Tag kursieren ein paar Namen: Es sind nicht Alexander Baumjohann, Roberto Hilbert und Eugen Polanski, sondern Nemanja Mihajlovic und Brahim Konaté. Es sind Brekalo, Ofori und Onguéné. Ich habe noch nie von denen gehört, Ihr etwa? Nicht mal Heinz Kamke kannte sie! Wir müssen vorsichtig sein mit einer Hymne auf Shindy. Auch seine Vorgänger haben wir zunächst wohlwollend beurteilt. Wir haben uns vom verschmitzten Hallschlag-Charme des Fredi Bobic einwickeln lassen und sind auf Robin Dutt hereingefallen, der die Ausstrahlung eines Immobilien-Maklers hatte und der auf jede Kritik teflon-artig reagierte. Jan Schindelmeister ist sharper als seine Vorgänger, er ist ein norddeutsches „G’scheitle“, er tut nicht nur so wie seine Vorgänger, er scheint …

The Nowhere Man

Seit Gotoku Sakai beim Hamburger SV zum Mannschaftskapitän berufen wurde, wissen wir: Das Amt ist total überschätzt. Bisher dachten wir, der Spielführer wäre eine Persönlichkeit, der in der gesamten Mannschaft mit Respekt begegnet wird. Ein Spieler, der wegen seiner Leistung unantastbar ist. Einer, der Verantwortung übernimmt in kritischen Phasen eines Spiels. Einer, der andere mitreisst und führt. Die ZEIT meint dagegen auch, dass ein Kapitän nicht mehr wichtig sei. Aber ok, vielleicht sollten wir uns nicht am Tabellenletzten der Bundesliga und an den Guardiolanern einer Wochenzeitung orientieren. Der Kapitän des VfB heisst seit Sommer 2013 Christian Gentner. Er ist eine Integrationsfigur im wahrsten Sinne des Wortes: Er kommt aus der Jugend des VfB, wurde 2007 Meister und 2009 gleich nochmal (allerdings mit Wolfsburg) und nach Aussage von Serey Dié kümmert er sich um die Neuzugänge: Hilft ihnen beim Einleben, erklärt ihnen die Kehrwoche, unterstützt sie beim Auto-Kauf. Klar, das ist wichtig, aber entscheidend ist auf dem Platz. Wir wollen kurz beleuchten: Wie sieht das Aufgabengebiet von Kapitän Gentner aus und wie gut füllt er die …

Schluss mit toter Hose. Oder: das neue Pep-Prinzip beim VfB

Erinnert Ihr Euch noch? Damals, als der VfB Stuttgart noch in der ersten Liga kickte und sein Trainer Bruno Labbadia hieß? Sicherlich kein schlechter Coach (übrigens bei Wolfsburg im Gespräch). Seine Spielweise war selten begeisternd, aber aus heutiger Sicht durchaus erfolgreich. Was der gute Bruno allerdings überhaupt nicht konnte, war das, was wir Laptop-Fans heute “Ingame-Coaching” nennen. Ab der 60. Minute begann er meist mit Assistent Eddy Sözer zu diskutieren, wie man denn tauschen könnte. Ab der 70. Minuten wurden die Fans unruhig und in der 78. Minute kam dann der Wechsel: Stürmer für Stürmer. Mit Alexander Zorniger kam dann endlich ein Trainer, der für taktische Überraschungen gut war. Erinnert Ihr auch an Lord Hlousek in der Innenver … ach, lassen wir das lieber. Jedenfalls hatte Zorniger einen Plan. Ein Plan, der leider nie aufging. Dennoch sind viele der Meinung, dass Zorniger genau der Coach war, den der VfB Stuttgart benötigt(e). Und jetzt frage ich mich: Ist Hannes Wolf so etwas wie Angry Zorniger – nur in erfolgreich? Ein Trainer mit Ideen? Und im Gegensatz zu Zorniger …

Ich habe Angst!

Im Tabellenkeller bricht Feuer aus, doch das macht den VfB nicht heiss. Der findet, Panik sieht bescheuert aus. Auf nen Alarm geben die in Cannstatt nen Scheiss. Wieso? Wir sind doch so gut wie in Sicherheit, stottern Robin Dutt und Jürgen Kramny. Wir brauchen nur noch fünf, vier, drei Punkte, ach, der Abstand zu Frankfurt ist doch sowieso komfortabel. Irgendwer holt uns hier schon raus. Das denken alle hart in der Kabine und schauen auf Christian Gentner, der auf Schorsch Niedermeier blickt, der auf Daniel Schwaab zeigt, der dann Daniel Didavi umarmt. Der wehrt ab und wedelt mit seinem Wolfsburg-Vertrag rum. „Verantwortung? Ich? Kann das nicht jemand anders machen?“ Das steht in allen Gesichtern. Ich kann es sehen. Immer nur den Shit zu sehen, geht schnell. Aber das Schlechte beim VfB ist unübersehbar. Jeder muss es im Verein erkennen, denn es befindet sich auf allen Ebenen. Seit Jahren. Und alle schauen zu. It’s a scary movie. Ich habe Angst. Dass die in der Mercedes Straße nicht sehen wie die Sonne untergeht. Die sitzen da, ohne …

Eine schrecklich nette Familie

1:3 gegen antiseptische Bayern, ein gutes Ergebnis, da sind sich alle einig. Nicht abgeschossen worden zu sein, ist die beste Nachricht in einer Woche, in der der VfB einen Negativrekord nach dem anderen aufstellt. Eigentore, Abseitsstellungen, Passquoten, Niederlagen gegen Bayern, naive Vertragsgestaltungen, Selbstzufriedenheit, lachhafte Gedankenspiele über mögliche Neuzugänge für die nächste Saison. „Wir haben gut gespielt, mit unserer Leistung können wir zufrieden sein“, ja Herr Schwaab, da haben Sie sich mal wieder selbst entlarvt. Bequem ist der VfB. Nicht nur, dass Tore im Sitzen geschossen werden, schon mit einem 2:2 gegen Darmstadt und einem 1:3 gegen München ist der Verein zufrieden. Schließlich brauche man nur noch fünf Punkte in den letzten fünf Spielen, wie Trainer Jürgen Kramny ausrechnete als wolle er damit sagen: „Ruhig Leute, ersma‘ chillen, alles cool.“ Bayern Münchens Spiel wirkt sedierend auf alle. Im Mittelfeld passt der biedere Architekt Xabi Alonso seine Bälle weit und hoch und akkurat mit Geodreieck und Zirkel an seine Nebenleute. Pass folgt auf Pass folgt auf Pass, quer, vor, zurück, zwischen und hinter die beiden Abwehrketten des …

Ausgliederung oder Ausverkauf? 

Es gibt nicht wenige, für die ist der VfB nur ein richtiger VfB, wenn möglichst viele Spieler aus der eigenen Jugend auf dem Platz stehen. Bernd Wahler zählt dazu, für ihn ist die Jugendarbeit der VfB-Markenkern: „Wir werden mit der Kraft der Jugend international Fußball spielen“. Andere wiederum jubeln zwar ebenfalls gerne Spielern „von ons“ zu, sehen allerdings die finanzielle Wettbewerbsfähigkeit des Vereins in Gefahr. Bernd Wahler ist so einer: „Wir müssen den finanziellen Vorsprung anderer Vereine aufholen“. Ein Dilemma also: Jugend vs. Finanzkraft. Das ist natürlich verkürzt und zugespitzt und bleibt ebenso an der Oberfläche wie die Frage nach „Dinkelacker oder Hofbräu“, aber eine Antwort gibt schon die Richtung vor. Deshalb fragen wir uns und Euch: Timo Werner verkaufen oder ausgliedern? Keiner hat mit 20 Jahren mehr Bundesligaspiele absolviert als Werner. Keiner hat mehr Großchancen (16) als Werner, keiner hat mehr Großchancen ausgelassen. Claudio Pizarro hätte aus dem Shit wohl elf Tore gemacht. Aber gut, am VfB-Talent sind scheinbar Dortmund und Leipzig dran und rufen um die 20 Millionen auf. Ein anderes Gerücht führt nach Barcelona und für …

Erlebnispark VfB: Wer hat noch nicht, wer will nochmal?

Herzlich willkommen im Stuttgarter Erlebnispark. Hier wird immer was geboten; langweilig wird es nie. Dafür sorgen die vielfältigen Attraktionen. Es sind nur wenige Schritte oder zwei Spiele von himmelhoch jauchzend im Riesenrad bis zum Gruseln in der Geisterbahn. Das Trainerkarussell ist derzeit zwar außer Betrieb, aber das wird erfahrungsgemäß nicht lange so bleiben. In der Zwischenzeit laden wir sie herzlich zu unserer neuen Slapstick-Show im Strafraum ein. Oder steigen sie einfach in unseren Klassiker ein: Die emotionale Achterbahn. Wer weiß, vielleicht hat der VfB einfach seine Berufung verfehlt. Denn das Team sorgt zuverlässig für Unterhaltung. Nach dem spektakulären Rückrundenauftakt verliert das Team erst unglücklich gegen Hannover, um nun in Mönchengladbach totalen Schiffbruch zu erleiden. Dass dabei der lang verletzte Patrick Hermann (ausgerechnet!) nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung zum Torerfolg genötigt wird, zeigt, wie perfekt die Dramaturgie ausgearbeitet ist. Das ist keine Vorabendserie, das ist ganz großes Kino. Das Spiel gegen die Fohlen ist jedenfalls ein Vergnügen für alle. Na gut, außer für die Stuttgart-Fans und die Spieler mit dem Brustring. Denn es scheint so, als …