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Mehr als drei Punkte

Platz 11, 16 Punkte, 8 Zähler Abstand auf Tabellenrang 16, so gut wie alle spielten für den VfB, ein Spieltag zum Chillen. Aber vor allem ist der Sieg mehr als drei Punkte Wert. „Haben Sie eigentlich schon einmal so mannorientiert gespielt wie heute?“, wird Hannes Wolf im Anschluss an die Pressekonferenz im kleinen Kreis gefragt. Der VfB-Trainer überlegt. Er lächelt. „Nein“. Ganz leise fügt er hinzu: „In Fürth haben wir es mal versucht“. Wer sich nicht erinnert: Das war ein fürchterliches Spiel und ging 0:1 verloren. Dieses Mal ging sein Matchplan auf. Manndeckung, das schöne alte Wort aus den 70er und 80er Jahren, was hat das im modernen Spiel von heute zu suchen? Das fragte sich wohl auch Emiliano Insua, der in der ersten Halbzeit überhaupt nicht mit dieser Spielweise zurecht kam. Das lief im zweiten Durchgang besser (Wolf: „Wir haben Insua noch weiter vor geschoben auf Toljan“), durch die mannorientierte Spielweise verwickelte der VfB den BVB immer wieder in Zweikämpfe und ließ deutlich weniger Kombinationen zu als in Durchgang eins. Dazu kamen immer wieder …

Was sah Guido Winkmann?

Nach der Niederlage in Hamburg bleiben so viele Fragen: Wie hätten sich elf Stuttgarter gegen den HSV geschlagen? Was zum Teufel hat sich Ron-Robert Zieler beim 1:0 gedacht? Ist das Hamburger Mittelfeld mit Sakai und Ekdal das langsamste aller Zeiten? Wie lange braucht der HSV, um Jan-Fiete Arp zu verheizen? Wann pfeift Bibiana Steinhaus endlich mal wieder? Aber vor allem: What the fuck sah Guido Winkmann in der 13. Minute?   Zugegeben: Wir waren kurz davor, diesem Text die Überschrift „Fick dich, DFB!“ zu geben, um mal ordentlich Klicks zu generieren. Aber Hexenjagd ist nicht unser Niveau und sind wir ehrlich: Glaubt denn wirklich jemand, dass der DFB oder Guido Winkmann den VfB mit Absicht benachteiligen? Eher nicht. Das ändert aber nichts daran, dass der Platzverweis gegen Burnić eine Witzentscheidung sondergleichen war. Aber nehmen wir das ganze mal sachlich auseinander: Dženis Burnić hatte bereits nach vier Minuten Gelb gesehen, weil sein Fuß im Zweikampf mit Arp eindeutig in zu hohen Regionen unterwegs war, wie die Striemen am Hals des Hamburgers eindrucksvoll zeigten. Neun Minuten später …

Gut, besser, Berkay!

Es war ein Trainerspiel. Es war ein Trainersieg. Gut, Hannes Wolf war gezwungen, durch den Ausfall von Holger Goodstuber die Abwehr auf eine Viererkette umzustellen. Erneut Daniel Ginczek in der Startelf zu bringen, konnte man noch erwarten, auch Takuma Asano bekam nach seinem guten Lautern-Spiel eine weitere Chance. Dass allerdings Berkay Özcan startete, hat bei vielen für Unverständnis gesorgt. Gerade mal 18 Minuten im ersten Heimspiel gegen Mainz hat der 19-jährige gehabt und dazu noch ein paar Minuten im Pokalspiel gegen Kaiserslautern. Wie heißt die Fußballfloskel? „Er hat es ganz gut gemacht!“. Kann man so sagen, zwei Torvorlagen, ballsicher, selbstbewusst, bisschen zu verspielt. Und ja, die Handlungsschnelligkeit hat manchmal gefehlt. Aber das wäre jetzt wieder rumgebruddelt. Wolf jedenfalls hatte hier das richtige Gespür und damit erneut bewiesen, dass bei ihm kein Spieler abgeschrieben ist. Danke Hannes! Hast halt doch immer Recht! Zumindest das beste Händchen für Deine Spieler. #NoMoreBruddelnForNothing #ShameOnMe #VfBSCF #VfB — Dirk Edgar W. (@VfBWallaceFan) October 29, 2017 Sehr geil wie sich alle für Berkay Özcan freuen 😍 #VfBscf — Christoph Ba (@thisiskritz) …

Der VfB kann zweite Liga!

Die Westkurve des Betze, die muffigen Busse zum Stadion, die pfälzische Pferdewurst, der Tarzan Gerry Ehrmann: Man muss den 1. FC Kaiserslautern lieben. Hier ist Fußball Blut, Schweiss und Fußpilz, an jeder Ecke jede Menge Romantik, alleine dieser wunderbare Dialekt ist immer eine Reise wert, überall höre ich Heinz Becker. Und dann steht da auch noch Thomas Tuchel am Spielfeldrand. Ein bisschen tranquilo zwar, aber er ist es: slim, schütteres Haar, jede Menge Rotation in seinem Team und ein cleverer Matchplan – früh draufgehen. Natürlich ist es nicht Tuchel, der da am Spielfeldrand steht, sondern Jeff Strasser. Der neue Trainer der Lauterer, der viel besser in die Pfalz passt als Norbert Meier und Tayfun Korkut. Einer, der auf dem Betzenberg jeden Grashalm kennt weil er ihn während seiner drei Jahre als Spieler erst umgegrätscht und dann geküsst hat. Ein unangenehmer Spieler, der mit runter gerollten Stutzen mehr die Knochen der Gegenspieler als den Ball bearbeitet hat. Halbzeitfazit aus Lautern:1. Betze ist geil2. Unsere Fans sind der Wahnsinn3. Was tut Andreas Beck da#vfb — Sarah (@1893Sarah) …

Alles nur geklaut …

Red Bull Leipzig ist böse. Ganz böse. Die Fratze und die Ungerechtigkeit des Kapitalismus. Die können alles und jeden kaufen, wahrscheinlich auch Schiedsrichter und das ekelhafteste ist, dass sie auch noch attraktiven Fußball spielen. Regelrecht zum Kotzen ist, dass Red Bull gegen den VfB gewonnen hat und das mit angezogener Handbremse. Während wir uns noch freuen, Fan einer AG mit Vereinstradition zu sein, macht Red Bull die Kiste. 1:0. Trocken, humorlos, mit dem ersten Torschuss. Red Bull Leipzig ist wie die Chinesen. Sie klauen Know-how und verbessern es. Erst haben sie unsere gesamte Jugendabteilung abgeworben, uns dann Josua Kimmich weggenommen, um uns schließlich noch unser Wunderkind Timo Werner zu entreißen. Jetzt tun sie so, als ob sie Werner entdeckt hätten, dabei war das doch Bruno Labbadia. Unter ihm machte Werner sein erstes Bundesligaspiel. Alles nur geklaut also bei Red Bull. Ohne Brause-Millionen und VfB-Know-how wären die immer noch in der dritten Liga und müßten gegen den KSC spielen. Red Bull hat mit den Verkaufserlösen dieses bäbbigen Zeugs ein Nachwuchsleistungszentrum hingestellt, das wohl das Beste in …

One night in Cannstatt

Es gibt sie einfach. Diese besonderen Spieltage. Diese Spieltage, an denen du bereits morgens weißt, dass es abends irgendwie speziell wird. Der achte Spieltag der Saison 17/18 war so einer. Freitag Abend. Freitag, der 13.! Flutlicht. Der Tabellenvierzehnte gegen den Tabellenletzten, vier geschossene Tore gegen zwei erzielte Treffer. Beide Teams dringendst auf drei Punkte angewiesen. Das konnte nur brutal langweilig werden. Oder eben das komplette Gegenteil. Und so kam es. Fast forward: Als gegen 22:15 die Nachspielzeit von vier Minuten verkündet wurde, protestierte das Neckarstadion. Ein sofortiger Abpfiff und ein Punkt. Das war, was alle wollen. Kein Wunder: Zu groß war die Angst vor einem Last-Minute Knock-out wie gegen Frankfurt. Zu groß war die Erleichterung, nachdem Schiedsrichter Cortus seine Elfmeterentscheidung gegen den VfB aus der 91. Minute zurückgenommen hatte – nach gefühlten 5 Minuten Bedenkzeit. Aber wie konnte es überhaupt soweit kommen? Zu dämlich hatte sich der VfB mal wieder angestellt, um noch auf einen Heimsieg zu hoffen. Nach dem Tor vom beileibe nicht fehlerfreien, aber stets wühlenden Donis und einer starken zweiten Hälfte war …

Aufbaugegner mit drei Buchstaben

Was rege ich mich auf? Wenn eine Mannschaft nur eines der letzten zehn Heimspiele gewinnt, dann gewinnt sie: gegen den VfB. Wenn jemand nach vorne harmlos ist und nur durch einen Fehler ein Tor machen kann. Wer macht dann den Fehler: der VfB. Wenn der VfB dann in der zweiten Halbzeit klar besser ist, den Ausgleich schafft, Torchancen hat, wer bekommt dann in der Nachspielzeit das entscheidende Tor: der VfB. Das ist keine Polemik, das ist seit vielen Jahren so und beim VfB werden auch als AG weiterhin Traditionen gepflegt. Warum rege ich mich dann trotzdem auf? Weil ich dachte, wenn beim Club so ziemlich alle Personen ausgetauscht wurden, wenn erneut wieder sieben(!) Neuzugänge aufgeboten werden, dann ändert sich etwas, dann werden Muster aufgebrochen, Einstellungen geändert. Aber ich muss nach dieser deprimierenden 2:1-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt sagen: Pure Dummheit wird niemals siegen. Ich erwarte noch mindestens 2 Tore. Wehe die nehmen auch nur eine Minute den Fuß vom Gas, vor einer Führung. #SGEVfB — Golwar (@Golwar) September 30, 2017 Ok, es kam schon viel zusammen: …

Safety first, Lederhosen second

Der VfB ist ein Club für alle. Der VfB ist ein Club, der für Toleranz, Verständnis, Diversität steht, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Glaube, sexueller Orientierung, Und jetzt wird sich um das Tragen von Lederhosen gestritten, es wird gar Gewalt angedroht, weil Fans bayrische oder schwäbische Tracht tragen? Really?   Natürlich ist es Ausdruck einer gewissen Gedanken- und Ahnungslosigkeit, mit Tracht in die Cannstatter Kurve zu gehen. Jeder darf Trachten nicht gut finden, jeder darf dies auch gerne laut und unmissverständlich zum Ausdruck bringen (siehe Spruchband), aber Fans des eigenen Clubs ausgrenzen? Bitte nicht! Wenn wir schon über Klamotten streiten wollen, dann bitte nochmals über das Fritzle-Jubiläumstrikot. Die Idee ist gut, aber bei der Gestaltung des Trikots gibt es so viel Luft nach oben wie beim Offensivspiel des VfB Stuttgart. Große Ehre für unser Maskottchen! Timo #Baumgartl und Co. gehen heute im Fritzle-Geburtstagstrikot ab. #VfB #VfBFCA #stuttgartgehtab pic.twitter.com/VE6QI2NL4g — VfB Stuttgart (@VfB) 23. September 2017 Gibts wirklich nichts Wichtigeres? Zum Beispiel die ultra-vorsichtige Spielweise des VfB? Zum Beispiel das Comeback von Daniel Ginczek? Zum Beispiel der …

Mit dem A-Team zum Sieg!

Das Wichtigste zuerst: Lieber Christian Gentner, wir wünschen gute, vollständige und schnelle Genesung! Genesungswünsche von Köln über Frankfurt bis hin zu Lukas Poldolski und Jürgen Klinsmann: Das tut sicher gut und daran sieht man auch den Stellenwert des Kapitäns über Stuttgart hinaus. Wir stehen hinter Dir, Gente!💪 Das gesamte Team wünscht Kapitän Christian #Gentner eine gute und schnelle Genesung! #comebacksoon #VfB pic.twitter.com/GXTV6gT8D5 — VfB Stuttgart (@VfB) September 17, 2017 Kennt eigentlich noch jemand die Action-Serie „Das A-Team“? Ein 80er Jahre-Ding, das heute nur noch nachts auf irgendwelchen Spartensendern läuft. Aber was haben irre Kostümierungen, bemüht-blödelhafte Dialoge, völlig übertriebene Schießereien und unrealistische Verfolgungsjagden mit dem VfB zu tun? Nichts. Das A-Team ist deshalb der Aufmacher, weil die entscheidenden Akteure im Spiel gegen den VFL Wolfsburg mit A beginnen: A.Donis, der mit seinen packenden Soli die VFL-Abwehr auf der linken Seite immer wieder aufriss. Ascacibar, der griffige Gaucho und Balldieb, der überall war und sich gegen Ende der Partie sogar offensiv betätigte. Er war der beste Mann auf dem Platz. Akolo, der das entscheidende Tor schoss, weil …

No sleep till Klassenerhalt!

Greenhorns, Lehrgeld, Unerfahrenheit: Ich kann es nicht mehr hören. Zieler, Gentner, Aogo, Beck, selbst Terodde – man kann nicht sagen, dass der VfB nicht genug Erfahrung auf dem Feld hatte. Trotzdem geht das Spiel gegen Schalke klar verloren. Vor allem, weil direkt nach der Halbzeit wie schon in Berlin die Spannung fehlt. Das ist keine Frage der Erfahrung, sondern der Einstellung. Was machen die da in der Halbzeit? Mit Baldrian anstoßen? Ist halt einfach dämlich, wenn du das Spiel in zwei Minuten verkackst. Und dieser Scheiß Schlendrian verfolgt uns seit Jahren. #VfB — twofourtwo (@two_four_two) September 10, 2017 Es sind individuelle Fehler, die zu den Gegentoren führen. Ein Muster, das uns recht bekannt vorkommt, oder? Gerade beim 1:3 präsentierte sich Marcin Kaminski als Schlafes Bruder von Timo Baumgartl. Als ob beim VfB in den zurückliegenden Jahren die Erfahrung das Problem gewesen wäre. Ob Sunjic, Schwaab, Niedermeier, Klein oder Tyton, das Problem war nie die fehlende Erfahrung, sondern die fehlende Qualität. Und ja: Holger Badstuber hätte der Mannschaft auf Schalke gut getan. Aber nicht wegen seiner …