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Fängt der Scheiß jetzt wieder an?

Der VfB Stuttgart hat den besten Kader der Liga, den besten Trainer und die besten Fans. Ein Spiel in der zweiten Liga kann der VfB nur verlieren, wenn sich Hannes Wolf vercoacht, die Mannschaft denkt, sie könne Eier schaukeln und wenn der Schiedsrichter den Aufstiegsfavoriten benachteiligt. In Fürth kommt alles zusammen. Die Dreierkette und der Doppel-Ochsensturm sind ein taktisches Desaster, auch wenn Wolf versucht, es zu retten, in dem er Spieler hin und her schiebt und die Formationen mehrfach umstellt. Er überfordert damit sein Team, sein Matchplan ist ein Griff ins Klo. Gerade das zentrale Mittelfeld ist quasi nicht vorhanden. Trotzdem hätte es die perfekte Aufstellung sein können. Wenn Carlos Mané nach drei Minuten getroffen hätte. Aber so geht anstatt dessen ein 30-Meter-Schuss irgendwie in Langeraks Kasten. Haste Scheiße am Fuß, haste … Ihr wisst schon. Das ist allerdings kein Grund gegen biedere Fürther zu verlieren und das auch weitgehend kampflos! Erschreckend ist, dass defensiv teilweise ein völliges Chaos herrscht und offensiv keine Struktur ersichtlich ist, Torchancen entspringen Zufällen oder Standards. Die entscheidende Frage: Ist das ein …

Die glorreichen 12: High Noon in Heidenheim

  Und dann ritten die 11 Großstadt-Cowboys mit ihrem Trainer in das verschlafene Kaff ein. Nicht im wilden Westen, sondern auf der Ostalb. Wohlwissend, was sie in den kommenden 90 Minuten erwarten würde: Ein Duell auf Augenhöhe. Das hatte ihnen der junge Boss schließlich oft genug eingetrichtert: Weder Sheriffstern noch Brustring würden hier einen Unterschied machen. Für die Outlaws in Heidenheim würde nur das Faustrecht der wilden Alb gelten. Das hatten schon ganze andere Teams leidvoll erfahren müssen. @vertikalpass ein Loch vor dem Herrn, verdammt Matschig, langer Fußmarsch, Parken im Wohngebiet, Handy Empfang gleich null… Ostalb Idylle — Lars (@Laube_HNX) 18. Februar 2017 Und tatsächlich zeigten sich die Desperados aus der Landeshauptstadt konzentriert wie selten. Kein Wunder, hatten sie in ihren Reihen doch einige, die schon so manche Schlacht geschlagen hatten: Down Under Mitch zum Beispiel oder Rio-Kevin. Aber vor allem ihr nicht unumstrittener Anführer Le Gente war es, der voran ging und dem dann auch noch der erste Volltreffer gelang. Zu dumm nur, dass auch die Heidenheimer solch einen Haudegen in ihren Reihen hatten. “Shooting Schnatterer” zielte kurz …

VfB Stuttgart

Die zweite Liga tut dem VfB gut!

Die sogenannte Mixed-Zone im Stadion ist die Zweikampf-Area zwischen Journalisten und Fußballern. Die Tür vom Kabinentrakt geht auf, Spieler kommen raus und gehen durch einen abgesperrten Bereich, hinter dem sich Journalisten drängeln. „Timo, Timo!“, „Mii-hiiitch!“, „Genteee!“ müssen an den verbalen Blutgrätschen der Medienschaffenden vorbei und bleiben stehen, wenn … ja, warum eigentlich? Aus Höflichkeit? Als ich durch die Mixed Zone nach dem Sandhausen-Spiel gehe, schnappe ich eine Aussage von Timo Baumgartl auf: „Die zweite Liga tut mir gut, ich bin froh diesen Weg gegangen zu sein“. Auf dem Weg aus dem Stadion reift in mir die Erkenntnis: Die zweite Liga tut nicht nur Timo Baumgartl gut, sondern der ganzen Mannschaft. Ja, sogar dem gesamten VfB Stuttgart! Warum? Nehmen wir zum Beispiel die 74. Minute: Nach einem Konter über Anto Grgic kommt ein Querschläger auf Umwegen zu Schäng Zimmer, der glockenfrei das ganze Tor offen vor sich hat hat, aber nur Keeper Knaller anschießt. Eine solch hundertprozentige Torchance nicht zu nutzen, kann man sich in der ersten Liga nicht erlauben. Oder die 77. Minute: Sandhausens Thomas …

Das ist nicht mehr mein VfB!

Ok, es ist erst der 19. Spieltag, an dem der VfB Tabellenführer ist und nicht der 34. Spieltag. Schon klar, es war nur Fortuna Düsseldorf. Und ja, es kommen noch 15 Spiele. Aber so wie manche sich nach der Niederlage gegen Hannover festgelegt haben, dass der Aufstieg verpasst wird, so sage ich hier und heute: Der VfB steigt auf! Und warum sage ich das? Weil es nicht mehr „mein VfB“ ist. Mein VfB verpasst die Tabellenführung, obwohl sie ihm durch die Niederlagen von Hannover und Braunschweig auf dem silbernen Tablett serviert wird. Mein VfB muss nach 2:0 noch zittern, weil er sich zu sicher fühlt. Mein VfB behauptet, dass sein Kader für die angestrebten Ziele ausreicht und irrt damit immer. Mein VfB holt in der Winterpause auf den letzten Drücker Spieler, die keiner haben will. Mein VfB ist generell schnell zufrieden mit dem, was er erreicht hat. Der neue VfB dagegen spielt Hochgeschwindigkeitsfußball, dass der Gegner Zeitlupen für die Analyse braucht. Er spielt bei einer Führung seriös weiter. Der neue VfB hat einen Trainer, der …

Die Bayern der 2. Liga!

Klein, Pavard, Maxim, Grgic, Mané, Ginczek: Ein Blick auf die Ersatzbank des VfB Stuttgart vor dem Spiel gegen Sankt Pauli ließ zwei Schlüsse zu: Entweder hat das Team einen Kader, der dem des Gegners weit überlegen ist – oder der Trainer hat überhaupt keine Ahnung. Zumindest, was den Startelf-Einsatz von Zimmer und Zimmermann angeht, würden wahrscheinlich nicht wenige Fans für letzteres plädieren. Angeblich wollte Wolf möglichst viele Optionen zu haben, um auf den Spielverlauf zu reagieren. Ich frage mich allerdings: Sollte man diese Optionen nicht von Beginn an auf den Platz bringen? Irgendwann würde ich “Plan” & “Handschrift” von Herrn Wolf ja schon mal sehen wollen. #VfB wie eh und je. — OZils (@ozils) 29. Januar 2017 Die elf Männer, die auf dem Platz standen, schienen jedenfalls auch drauf zu vertrauen, dass die Weltauswahl auf der Bank es irgendwie schon richten würden, falls sie selber es nicht schafften. Aber man muss das relativieren. Auf dem braun-grünen Morast, den man in Hamburg offensichtlich Rasen nennt, kann vielleicht die Kloppertruppe des Tabellenletzten sein stark eingeschränktes technisches Repertoire …

Endlich wieder Drama, Baby!

Den Aufstieg können wir abhaken. In der Winterpause muss ein neuer Keeper her. Maxim und Gentner sollten kein Spiel mehr für den VfB Stuttgart machen und ob Hannes Wolf überhaupt der richtige Trainer ist? Ernsthaft? Klar hat der VfB dumm und unnötig gegen Hannover 96 verloren. Erst waren sie schlechter als Hannover und dann dämlicher. Und zu allem Überfluss traf auch noch Martin Harnik. Das nervt. Das nervt sehr! Fans, Spieler und Trainer gleichermaßen. Trotzdem ist das gestrige 1:2 nicht der erneute Anfang vom Ende, sondern vielmehr ein kurzer Flashback der vergangenen Saison, als es im Februar ebenfalls eine 1:2 Niederlage gegen Hannover gab. Denn die beiden Hannover-Spiele lassen sich einfach nicht miteinander vergleichen: Im Frühjahr hat der VfB aus purer Überheblichkeit verloren, jetzt wegen eines individuellen Fehlers von Mitch Langerak. In der Bundesliga-Partie war der VfB haushoch überlegen, erspielte sich viele Chancen und verdaddelte großkotzig eine nach der anderen. Im Zweitliga-Spiel ist Hannover lange Zeit das bessere Team, wackelt erst in der Schlussphase, als der VfB den Sieg erzwingen wollte. Ein Spiel beschissen gespielt und schon …

Mané for nothing

Eigentlich ist man ja blöd, wenn man ins Stadion geht: Schlangen an der Einlasskontrolle, schlechte Sicht, Sitznachbarn, die man sich nicht aussuchen kann, viel zu teures Bier und noch längere Schlangen an der Toilette nach dem Spiel. Das Schlimmste aber ist: man muss sich selbst eine Meinung bilden. Es gib keinen Kommentator, der das Spiel einordnet. Keine Twitter-Timeline, die die eigene Einschätzung einordnet. Die Einleitung lässt es erahnen: Ich war am Freitag Abend im Stadion. Die Karten hatte ein Freund besorgt. Es war das erste Mal, dass ich erst kurz vor dem Anpfiff wusste, wo ich sitze. Es war Block 78A. Untertürkheimer Kurve, ganz oben. Blick ziemlich gut, aber vielleicht etwas nah am Gästeblock. Doch einer geschenkten Karte guckst du schließlich nicht auf den Block. Höchstens auf den Preis, um zu sehen, wie viel du gespart hast. Und was ich im Block 78A sah, deckte sich kaum mit dem, was ich auf der Rückfahrt nach Hause im Netz las. So sah beispielsweise der kicker-Reporter das Spiel folgendermaßen: „Die Mannschaft von Hannes Wolf legte einen Blitzstart …

Geht es schon wieder los?

Klar, hinterher kann man immer schlau daherschwätzen. Wir waren uns am Freitag einig, dass es vermutlich nix wird mit einem Dreier gegen Dresden. Zu geschickt hatten sich die Sachsen in der bisherigen Saison gegen stärkere Gegner (u.a. im Pokal gegen Leipzig) angestellt und zu schwer tut sich der VfB traditionell gegen eben genau solche Gegner. Man denke nur an die Spiele gegen Ingolstadt und Darmstadt in der vergangenen Saison. Das wusste vermutlich auch Hannes Wolf und hatte sein Team auf eine ordentliche Portion „Heavy Metal“ vorbereitet. Der Trainer ist ja auch in einem Alter, in dem man ihn einen Besuch auf dem Wacken durchaus noch zutrauen würde. Sein Team dachte aber offenbar, man würde zuhause gegen Dynamo Dresden spielen. In der Schleyerhalle gastierte nämlich am Samstag Abend die SWR Schlagernacht mit folgender Startelf: Howard Carpendale, Roland Kaiser, Vicky Leandros, Matthias Reim, Semino Rossi, Michelle, Olaf, Nicole, Laura Wilde, Anita & Alexandra Hofmann. Olaf, so habe ich mir sagen lassen, ist übrigens einer von den Flippers, der jetzt solo sein Glück versucht. Schlimmer geht’s nicht. Oder …

Die Fans sind der Star!

Klar, Simon Terodde kann Torschützenkönig werden, Christian Gentner der emotionale Fixpunkt des Teams, Berkay Özcan einen Assist nach dem anderen geben und Mitch Langerak der beste Keeper der zweiten Liga. Doch schon jetzt sind es die Fans, die die zweite Liga aufmischen. Im positiven Sinne wohlgemkerkt. Sie sind der Star des VfB Stuttgart. Mal ganz davon abgesehen, dass Terodde, Gentner, Özcan und Langerak (im Moment noch) weit weg sind von beschriebenen Superlativen. Die VfB-Fans, die fahren einfach mal nach Sandhausen und übernehmen das Hartwald-Stadion. Ein Auswärtsspiel zum Heimspiel machen, das ist für die VfB-Supporter offenbar ganz easy. Ganz schön cheesy aber, wie der VfB in Sandhausen auftritt. So etwas wie ein offensives Spielkonzept ist nicht zu erkennen, es sei denn, es heisst: Länge Bälle auf T-Rodd und auf den zweiten Ball gehen. Das Trademark auf dieses „System“ besitzen die Bezirksliga und die Premier League. Ziemlich ernüchternde Leistung des @VfB bisher. Rein gar nichts im gegnerischen Drittel bewirkt, Spielgestaltung armselig. #SVSVfB — Golwar (@Golwar) 26. August 2016 Einer, der dem Spiel Struktur geben könnte, bleibt draußen: …

Wir sind nur Gast hier, wir fassen nichts an.

Nein, ich habe nicht erwartet, dass der VfB jedes Zweitligaspiel überzeugend gewinnt und vom ersten Spieltag an die Liga dominiert. Aber, ganz ehrlich: Ich hatte fest damit gerechnet, dass in Düsseldorf drei Punkte geholt werden. Und ich war mir so sicher, dass ich diese Einschätzung öffentlich machte – wohlwissend, dass mir das später hart auf die Füße fallen könnte. Erwähnte ich schon, dass ich mit einem klaren Auswärtssieg rechne? #f95vfb — Vertikalpass (@vertikalpass) 12. August 2016 Aber was sollte schon schief gehen? Luhukays Team dürfte nach dem glücklichen Last minute Sieg gegen eines der stärkeren Zweitliga-Team (nach den zwei Auftaktniederlagen von St. Pauli bin ich mir da allerdings gar nicht mehr so sicher) die Nervosität abgelegt haben. Düsseldorf hingegen lag am ersten Spieltag 0:2 hinten. Nach 12 Minuten. Gegen Sandhausen! Die Fortuna ist ein Team, dass sich eigenem Bekunden nach im Umbruch befindet. Ein Team, dessen bekannteste Spieler Rensing, Madlung und Bellinghausen heißen. Doch noch mal zurück zum Thema „Auf die Füße fallen“: Das gilt auch für den Hashtag #nurzugast, der vor dem Spiel auf …