Mini-Feature, Spielbericht, VfB
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Der VfB ist wieder da!

Bekanntermaßen kann man eine Story auf mehrere Arten erzählen. Die Geschichte zum gestrigen Heimspiel könnte beispielsweise so beginnen: Gegen harmlose Mainzer verpassten die Stuttgarter es, das vorentscheidende 2:0 zu erzielen und machten es so unnötig spannend. Man könnte auch anführen, dass die Mainzer absolut kein Gradmesser waren und es ein Wunder wäre, wenn das Team eine sorgenfreie Saison erlebt. Man könnte auch kritisch fragen, warum Simon Terodde anscheinend noch nicht so ganz in der Bundesliga angekommen ist oder warum Chadrac Akolo so fahrlässig mit hochkarätigen Konterchancen umgeht. Oder von dem Glück, dass der Schiedsrichter in der siebten Minute keinen Elfmeter für Mainz pfiff.

Aber wisst ihr was? Das machen wir nicht!

Wir schreiben lieber von der Hammerstimmung vor der Partie und im Stadion. Von den „Der VfB ist wieder da“-Gesängen und von den letzten fünf Minuten, in denen die Fans ihren VfB regelrecht zum Heimsieg brüllten.

Und wir schreiben lieber von Dennis Aogo, von dem zwar nicht jede Flanke so richtig gut war, aber der immer in Position war, um sie zu schlagen. Wir schreiben von Ron-Robert Zieler, der den Sieg rettete und zum ersten Mal zeigte, warum der VfB Stuttgart ihn geholt hat. Und natürlich schreiben wir von Holger Badstuber, der sich mit einer hundertprozentigen Zweikampfquote durch die eigene Hälfte pflügte und dann in der 53. Minute sein sage und schreibe zweites Bundesligator erzielte. Und das auch noch nach einer Ecke.

„Aogo und Badstuber konnten nur deshalb heute beginnen, weil sie sich vor dem Einstieg beim VfB hervorragend individuell vorbereitet haben“
-Hannes Wolf

Viele – und dazu gehören auch wir – haben nicht daran geglaubt, dass Badstuber und Aogo bereits am zweiten Spieltag eine solche Rolle übernehmen. Aber manchmal fühlt es sich auch gut an, sich geirrt zu haben.

Aber schreiben wollen wir auch von Benjamin Pavard, der zeigte, dass man vielleicht gar keinen rechten Außenverteidiger mehr benötigt – jedenfalls nicht für die erste Elf. Und von Orel Mangala, der im Mittelfeld das machte, was Holger Badstuber weiter hinten tat. Und der sich auch nicht zu schade war, um einen potenziell gefährlichen Mainzer Konter bereits im Mittelkreis zu stoppen. Und das mit einer Konsequenz, die man gerade in der letzten Bundesligasaison oft vermisst hatte.

„Die Offensivleistung fand ich richtig gut“, sagte Hannes Wolf nach der Partie. Hoffentlich ist er nicht sauer, wenn wir ihm da widersprechen. Denn im Mittelfeld gab es ein Riesenloch und vielversprechende Angriffe wurden oft nicht konsequent ausgespielt. Der Fokus lag klar auf der Defensive. Das hatte man bereits geahnt, als man den 18er-Kader für das Spiel sah. Andererseits: Wann hat dem VfB Stuttgart in der Bundesliga zuletzt ein einziges Tor gereicht, um drei Punkte zu holen?

Unabhängig von der Qualität des Gegners war diese Partie ein weiterer Schritt nach vorn. Nach dem desolaten Auftritt gegen Cottbus und der okayen Partie in Berlin zeigte das Spiel gegen Mainz eine positive Entwicklung. Und dank der drei Punkte kann Hannes Wolf  in der Länderspielpause in aller Ruhe weiterarbeiten, damit der VfB in zwei Wochen auch gegen Schalke gut aussieht.

(Titelbild: https://www.facebook.com/baumgartl5)

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