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Die neue Stuttgarter Stabilität

Am 12.12.2016 verlor der VfB Stuttgart sein Heimspiel gegen Hannover 96 mit 1:2. Schuld war damals unter anderem der legendäre Slapstickpatzer von Mitch Langerak.

Wären die Verletzungssorgen nicht so groß, hätte Hannes Wolf eine knappes Jahr später am 13. Bundesligaspieltag fast die gleiche Formation aufs Feld schicken können. Nur Mitch Langerak und Kevin Großkreutz sind nicht mehr Verein. Dennoch hat sich viel verändert. Man kann es kaum glauben, aber: der VfB ist stabil geworden. Nach der oben angesprochenen Niederlage folgte damals mit dem 0:3 gegen den Auf- und späteren Absteiger Würzburger Kickers das letzte Freakspiel.

In Berlin wurde sondiert, in Stuttgart hat Hannes Wolf konsolidiert. Und so wurde aus einer wackligen Defensive eine Dreierkette, um die uns die halbe Liga beneidet: Timo Baumgartl, U21-Nationalspieler. Benjamin Pavard, französischer A-Nationalspieler und dazu Holger „er ist so gut, wenn er fit ist“ Badstuber. Da sieht man schnell drüber hinweg, dass unser Lieblings-Benschamä in den letzten beiden Partien zwei Elfmeter verursacht hat. Auch gegen Hannover halten sie den Laden hinten ziemlich dicht. Und was die Dreierkette durchlässt, fischt Ron-Robert Zieler ab. Denn der hat seinen Slapstick bereits gegen Hamburg gemacht und sich seitdem als der Rückhalt gezeigt, als den man ihn geholt hat.

Auch offensiv ist der VfB solide. Solide erfolglos. 13 Spiele, 13 Tore. Damit 17 Punkte zu holen, ist wiederum aller Ehren wert. Dass es vorne nicht öfter klingelt, ist natürlich auch der langen Verletzungsliste geschuldet: Mané, Donis, Akolo, Ginczek. Wenn alle wieder fit sind, wird der VfB auf Jahre unschl … lassen wir das lieber. Denn zum Glück gibt es ja noch Simon Terodde. Aber der musste gegen Hannover erstmal auf der Bank Platz nehmen. Wuselsturm statt Ochsensturm heißt das neue Motto. Und damit lag Hannes Wolf ebenfalls richtig.

Und auch das ist ein Grund für die neue Stabilität beim VfB. Die von Hannes Wolf nicht nur propagierte, sondern auch gelebte Leistungskultur. Niemand ist außen vor. War Özcan vor vier Spieltagen noch Tribünendauergast, kann man jetzt eigentlich minütlich mit einem zweistelligen Millionenangebot aus Wolfsburg für ihn rechnen. So konnte sich auch Insua seinen Platz auf der linken Außenbahn schnell zurückerobern und niemanden würde es wundern, wenn auf einmal Anto Grgic in der Startelf auftaucht. Nur auf der rechten Außenbahn greift das Leistungsprinzip nicht. Denn dort kickt Andi Beck konkurrenzlos – und in Hannover auch ganz ordentlich. Aber, wenn Hannes Wolf Benjamin Pavard in der Innenverteidigung sieht, muss auf Rechts noch nachgebessert werden.

Doch der wohl beste Beweis für die neue Stabilität ist die Tatsache, dass der VfB in Hannover nach dem Ausgleich nochmals angriff. Kein Zittern bis zum Schlusspfiff, sondern der feste Glauben an den Auswärtssieg. Dass es es am Ende zwar zum ersten, aber eben nur zu einem einzigen Auswärtspunkt reichte, ist bedauerlich. Dass das Team dabei nicht zu sehr ins Risiko ging, wiederum sehr beruhigend. Und dass sich dieses Selbstvertrauen nicht auf Gegner auf Augenhöhe beschränkt, zeigte die zweite Halbzeit gegen Dortmund.

Apropos Dortmund: Was ist das eigentlich für eine Saison, in der sowohl die Bayern wie auch vermutlich bald die Borussia ihren Trainer gewechselt haben, während der VfB-Übungsleiter fester im Sattel sitzt, denn je? Die zweite Saison in Folge ohne herbstliche Trainerdiskussion. Eine Saison mit einer ruhigen Winterpause.

Stabil, Hannes Wolf, stabil!

Übrigens, unsere Zusammenfassung der Partie in GIFs findet Ihr bei den Stuttgarter Nachrichten/Stuttgarter Zeitung.

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