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Die Erfolg(lo)s-Soap

Schlechte Zeiten, schlechtere Zeiten (Akronym: „SZSZ“) ist eine vom VfB Stuttgart produzierte Seifenoper. SZSZ wird seit 2007 im deutschen Profi-Fußball aufgeführt. Sie gilt als erfolgreichste deutsche Serie des Genres „Traditions-Club-Drama“.

Die Serie handelt vom überwiegend jungen Personal aus der Mercedesstraße in Bad Cannstatt. Sie alle spielen – mal gut, meist schlecht – beim Fußballzweitligisten VfB Stuttgart und sehnen sich nach anderen Vereinen, mehr Geld, größeren Autos und Anerkennung.

Die Spieler werden geführt und angeleitet durch häufig wechselnde Übungsleiter, die in der Serie „Trainer“ genannt werden. Sie werden vom so genannten „Aufsichtsrat“ offenbar nach dem Zufallsprinzip ausgewählt.

Die Serie beinhaltet zahlreiche Facetten aus den Bereichen Liebe, Trennung, Intrigen, Mobbing, Machtkämpfe, Träume, Verletzungen, Verluste und Niederlagen. Ein häufig wiederkehrendes Thema sind z.B. die Parkverfehlungen der Spieler und die Starrköpfigkeit und Inkompetenz verschiedener Trainer.

Einer der populärsten Darsteller von SZSZ, der bereits seit der ersten Folge fester Bestandteil der Serie ist, trägt den Namen Christian Gentner. Er wurde in der ersten Staffel deutscher Meister mit dem VfB Stuttgart und sehnt sich seitdem nach den guten alten Zeiten.

Der ominöse “Aufsichtsrat” ist in den letzten Staffeln zur markantesten Figur der Serie geworden und zieht im Hintergrund die Fäden. Er scheint dabei nicht nur das Wohl des Vereins im Sinn zu haben, sondern auch seine eigenen Interessen.

Die VfB-Geschichten erscheinen dabei oft realitätsfern, unglaubwürdig und überzeichnet. „Zum Glück ist das ja nur Fiktion und keine Reality-Show“, denken sich die VfB-Fans.

Das Produzenten-Team entschied, die aktuelle Staffel in der zweiten statt wie bisher in der ersten Liga drehen zu lassen. Eine Entscheidung, die bei den Fans der Serie auf wenig Gegenliebe stieß. Trotzdem blieb die Quote hervorragend: In Massen gehen die Fans ins Stadion zu den regelmäßig stattfindenden Live-Vorführungen und lassen sich bisher auch von sehr überschaubaren Leistungen nicht vom Support abhalten.

In der aktuellen Staffel wurden auch neue Charaktere eingeführt, so zum Beispiel junge, talentierte Spieler aus dem Ausland, die auch ohne Auftritt schnell zu Publikumslieblingen wurden. Der bisherige Nebendarsteller, der draufgängerische Alex Maxim, war eigentlich für eine Hauptrolle in der aktuellen Staffel vorgesehen. Etwas dagegen hatte allerdings der neue Übungsleiter Jos, der sich schon nach vier Folgen zum Fiesling aus Venlo entwickelte. Er sprach schlecht über sein Ensemble und forderte alternde Stars wie Ronny und Marin, die offensichtlich ihre beste Zeit hinter sich hatten. Ein Streit mit Sonnyboy Jan „Shindy“ Schindelmeiser führte schließlich dazu, dass Jos in der letzten Folge mit dem Namen „Sehnsucht, Enttäuschung, Leid – das neue magische Dreieck des VfB“ den Serientod sterben musste.

Dies überraschte die Fans der Serie kaum, vielmehr atmeten sie auf und sind jetzt sehr gespannt, wie die Stelle des Übungsleiters besetzt wird. Wer allerdings denkt, es kommt bald zu einem Happy End, der kennt SZSZ schlecht. Denn die VfB-Soap ist ausgelegt auf Schmerz, Drama und Tränen. Es ist wie bei Game of Thrones. Nur mit Ball.

9 Kommentare

  1. Frank Teufel sagt

    Der Fan sagt: „Schlimmer geht’s nimmer“, der Traditionsclub antwortet: „Doch doch, kriegen wir hin!“
    Interessant sind die Äußerungen Schindelmeisers zu Teamarbeit. Da hat wohl einer im Team Building Seminar geschlafen, oder es schlicht nicht verstanden.
    Grandios auch die Aussage: „Ich habe schon nach dem ersten Gespräch gefühlt, dass es nicht passt“. Das soll „volle Konzentration auf den Aufstieg“ sein? Abgesehen von einer völlig unprofessionellen wie menschlich fragwürdigen Verhaltensweise. Gute Partnerschaften müssen nicht am ersten Tag entstehen, Partnerschaften wachsen. Das Wirken und Verhalten Schindelmeisers zeugt von komplett fehlender Führungskompetenz gepaart mit Selbtsüberschätzung. Ist halt kein Rangnick da, in dessen Fahrwasser man bequem mitschwimmen kann.
    Wie schafft es mein Verein, eine selbstverliebte Null nach der anderen für unterschiedlichste Positionen zu finden?

      • @abiszet sagt

        @Frank und @Stefan
        Es ist schwierig von außen zu beurteilen, wer letztlich mehr zum Zerwürfnis beigetragen hat. Fakt ist, dass Luhukay die Meinungsverschiedenheiten in die Öffentlichkeit getragen hat. Ausgangspunkt ist aber, dass erst der Trainer verpflichtet wurde und Wochen später sein Vorgesetzter (Sport-Vorstand). Eine sehr unglückliche Reihenfloge, da Luhukay im wochenlangen „Machtvakuum“ der starke sportliche Mann war und sich dann degradiert und bevormundet fühlte. Was stimmt und was nicht, kann keiner sagen. Wenn Luhukay aber wirklich Ronny und Marco Marin verpflichten wollte, habe ich schon Zweifel, ob es mit dem Holländer gut gegangen wäre.

  2. In den letzten 81 Monaten seit Amtsantritt Christian Gross im Dezember 2009 hat der VfB mit Janßen jetzt seinen 11. neuen Trainer. Sprich alle 7,3 Monate gab es einen neuen Trainer.
    Da Bruno Labbadia eine Ehrenrolle spielte sollte man den auch rausrechnen – er passt mit seinen 32 Monaten einfach nicht in die Statistik. Also hatte der VfB ohne Amtszeit Labbadia seit 2009 alle 4,9 (!) Monate einen neuen Trainer.
    Gut, unrealisitsch einfach eine Amtszeit rauszurechnen? Dann nehmen wir mal die Zeit nach Labbadia. In den letzten 37 Monaten gab es 8 Trainerwechsel. Also alle 4,6 (!!!!!!!!!) Monate einen neuen Trainer.
    Zu den Ereignissen gestern war meine erste Reaktion, dass hier doch der Präsident mal ein Machtwort sprechen sollte. Haha.
    Ich weiß schon warum ich seit über einem Jahr RB Leipzig verfolge. Nicht als Fan, aber als Interessierter, der diesem Verein rein von den Ergebnissen eine rosige Zukunft voraussagt. Red Bull halt. Die mischen alles auf in jeder Sportart.

    • drausvomLande sagt

      „Zu den Ereignissen gestern war meine erste Reaktion, dass hier doch der Präsident mal ein Machtwort sprechen sollte. Haha.“
      Eine bessere Beschreibung der Machtverhältnisse und Verantwortlichkeiten beim VfB habe ich in den letzten Jahren nicht gesehen, ich lache immer noch. Wirklich ernst gemeinten herzlichen Dank, Tom,
      das war genial.

  3. Britta Gertzen sagt

    Es tut einfach nur weh zu sehen, wie aus unserem tollen VfB solch ein Haufen wurde. Es tut weh VfB-Fan und auch VfB-Mitglied zu sein. Ich denke schon seit Jahren es geht nicht mehr schlimmer und immer, aber auch immer wird noch eins drauf gesetzt….

  4. B. Rein sagt

    Liebe mitleidenden,
    wie weh die wahren Worte einem tun. Wir freuen uns alle mit einer Träne in den Augen wer die leidvolle Nachfolge des Trainers antreten wird. Auch bin ich gespannt wer dieses mal dafür sorgt, dass ein gut bezahlter Trainer geht. Unserem Verein fehlt ein Vereinspräsident der aufräumt und die selbstverliebten Angestellten ausmistet. Alle die sich um andere Dinge kümmern wie um den Aufstieg sollten ihre Papiere in der Personalabteilung abholen.

    Wie das Drama weiter geht sehen wir ja bald. Vermutlich unverändert wie seit Jahren immer weiter Berg ab.

  5. Edmund Henze sagt

    Solange Dieses Chaotische sich zu Tode Sparende Management am Ruder ist wird es nur weiter in diese Richtung gehen.
    Steil Berg ab.
    Vielleicht Sollte Diese Leute mal einsehen das es die falsche Richtung ist.

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