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Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast …

Auch die besten Verdrängungsmechanismen können es nicht vergessen machen: Der VfB ist im vergangenen Sommer abgestiegen. Darauf folgte der unausweichliche personelle Umbruch. Doch was machen unsere ehemaligen Abstiegshelden mittlerweile eigentlich? Wer hat die richtige Entscheidungen getroffen? Und wer wäre besser in Cannstatt geblieben? Ein Überblick.

Filip Kostic
Keine Frage: Der Flügelflitzer und ehemalige Stuttgarter Publikumsliebling hat alles richtig gemacht. Er spielt jetzt nicht nur bei seinem Lieblingsverein aus Kindertagen, sondern kann in Hamburg auch seine Erfahrungen im Abstiegskampf und desolater Vereinsführung perfekt einbringen. Außerdem möchte er weitere Trainer kennenlernen. Bisher waren es erst sechs in Deutschland, aber die Saison ist ja lang. Das wird schon noch.

Adam Hlousek
Der Lord wechselte in die polnische Liga und kickt dort für Legia Warschau. Jetzt spielt er in der Champions League gegen Real Madrid statt in der zweiten Liga gegen Sandhausen und lässt sich von Gareth Bale statt von Richard Sukuta-Pasu vernaschen. So kann er jetzt aus nächster Nähe bewundern, was die Stars draufhaben – und muss dafür nicht mal Eintritt zahlen. Aber, ob ihn in Warschau auch jemand mit Lord anspricht?

Timo Werner
Ach, der Timo. Ich war mir sicher, dass er in Leipzig zündet. In Stuttgart hatte er stets den Status des Auszubildenden und viel zu viel Druck auf den schmalen Schultern. Bei den Bullen sind die viel breiter und er kann befreit aufspielen. Und Ralf Rangnick hat anscheinend als erster erkannt, dass man ihn etwas mehr führen muss, als die VfB-Verantwortlichen es dachten. Aber wer hätte auch ahnen können, dass man sich als Leistungssportler gesund ernähren sollte?

Martin Harnik
Viele glauben ja fest daran, dass der VfB immer noch in ersten Liga spielen würde, hätte Martin Harnik in der vergangenen Saison nicht so viele hochkarätige Chancen vergeben hätte. Aber: Hätte, hätte, Fahrradkette. Mittlerweile spielt Harnik an der Leine. Nicht, weil er so gefährlich ist, sondern weil er nach Hannover wechselte. (Sorry, aber ich wollte immer schon einen „an-der-Leine-Witz“ machen!) Dort darf er nicht nur seinen Bart weiter wachsen lassen lassen und clevere Interviews geben, sondern auch Elfmeter schießen, die sogar ihren Weg ins gegnerische Tor finden. Harnik an der Leine: Das scheint zu passen.


Etwas älter, aber ein klassischer Harnik.

Daniel Schwaab
Ob in der Innenverteidigung, als Außenverteidiger oder im defensiven Mittelfeld: Man hoffte immer, dass Schwaab unauffällig blieb. Denn, wenn er auffiel, dann durch Fehler. Dass er in der Abstiegssaison dennoch 31 Spiele machte, ist symptomatisch. Seine Durchschnittsnote beim kicker: 4,04 – bekanntlich der Code für „Player not found“. Für mich wäre Schwaab ja der perfekte Mann für die zweite Liga gewesen, aber was macht er? Wechselt zum PSV Eindhoven und spielt dort Champions League. Wenn er sich doch nur mal auf dem Platz so geschickt angestellt hätte.

Georg Niedermeier
Der Niederstrecker wechselte kurzfristig zum Arbeitsamt, wurde dann aber von SC Freiburg wiedereingegliedert. Und spielt jetzt unter einem Trainer, der noch knorriger ist als er selbst. Dass es beim Aufsteiger nur zu einer Teilzeittätigkeit reicht, war zu erwarten. Dennoch etwas enttäuschend: Noch kein Eigentor für sein neues Team.

Lukas Rupp
So ein wenig hatte ich immer das Gefühl, dass der VfB Stuttgart für Lukas Rupp nicht mehr war als sein aktueller Arbeitsgeber. Eine großkreutz’sche Identifikation mit seinem Club ist anscheinend nicht so sein Ding. Und während Spieler wie eben jender Großkreutz oder Mitch Langerak, Daniel Ginczek oder Christian Gentner frühzeitig signalisierten, den VfB wieder erstklassig machen zu wollen, guckte sich Lukas Rupp nach anderen Möglichkeiten um. Dass er schlussendlich bei Hoffenheim landete, ist nur konsequent. Denn es gibt wohl kein Team in der Liga, dass so sehr Arbeitgeber und so wenig Verein ist wie die Kraichgauer.

Serey Dié
Als sich die oben genannten Spieler mit Treueschwüren für den VfB übertrafen, wollte auch Serey Dié nicht fehlen. Aber er änderte in den Wochen danach seine Meinung. Und wer ist Schuld daran? Keine Frage: Robin Dutt, wer sonst.

„Ich hatte gute Gespräche mit Robin Dutt und dem Klub. Ich würde bleiben und alles dafür geben, dass wir sofort wieder aufsteigen“, sagte der Ivorer der „Welt“.

Vielleicht lag sein Sinneswandel aber auch daran, dass er lieber mit Basel in der Champions League gegen Adam Hlousek und Daniel Schwaab spielt, als mit dem VfB Stuttgart gegen die Würzburger Kickers. Aber wer weiß das schon …

Fazit:
Wären Schwaab und Niedermeier noch da, wäre Pavard nicht gekommen. Trüge Harnik noch den Brustring, wären Mané und Asano nie beim VfB gelandet. Und wären Rupp und Dié noch in Stuttgart, würde Zimbo Zimmermann noch in der Regionalliga kicken. Vielleicht haben alle alles richtig gemacht. Ausnahmsweise.

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