Alle Artikel mit dem Schlagwort: Bernd Wahler

Transfer-Tinder

Der diesjährige Sommertransfermarkt erinnert mich an drei Dinge. Einmal an mich, wenn mich meine Frau zum Einkaufen schickt und ich dann nicht mit der bestellten Milch, aber dafür mit einem Sixpack Bier nach Hause komme. Warum? Weil man sich nun mal auf die Dinge konzentriert, die mehr Spaß machen. So ähnlich geht es anscheinend auch Sportvorstand Jan Schindelmeiser. Den schickt man los, um die Defensive zu verstärken – und er kommt mit drei Offensivkräften zurück. Warum? Weil es natürlich mehr Spaß macht, einen A. Donis oder Akolo zu verpflichten als einen humorlosen Innenverteidiger ohne Swag. Oder sind wir back in Bobic-Land? Mit dem ehemaligen VfB-Manager, der nicht nur seinem leichtgläubigen Präsidenten Bernd Wahler weismachen wollte, dass man bei Transfers bis zum Schluss warten müsse, denn dann fielen die Preise? Daran erinnere ich mich ebenfalls, als Jan Schindelmeiser vom überhitzten Markt spricht. Und als er sagte, die Nachfrage nach guten Innenverteidigern trifft auf ein kleines Angebot, so sind das die Worte von Robin Dutt, kurz bevor er Toni Sunjic verpflichtete. Habe ich deshalb so ein ungutes …

Unsere beliebtesten Artikel 2016

Ein Jahresrückblick ist stets die ultimative Möglichkeit, sich selbst gebührend abzufeiern. Das wollen wir natürlich nicht verpassen und haben in den Tiefen von Google Analytics nach unseren klickstärksten Texten im Jahr 2016 gesucht. Erstaunlicherweise haben wir diese alle nach dem Abstieg geschrieben. Here we go: Platz 10: Die Fans sind der Star! Die VfB-Fans übernehmen das Hartwald-Stadion, Simon Terodde grüßt aus Sandhausen und Twitter liefert fleißig T-Rodd-Memes. Der Saisonauftakt verläuft ganz nach Maß. Platz 10 für einen der ersten Texte aus der Zweitliga-Saison. Die Fans sind der Star! Platz 9: Wie im Kindergarten Nachdem der VfB gegen Heidenheim verloren hat, prügeln Jos Luhukay und Jan Schindelmeiser fröhlich aufeinander ein. “Wie im Kindergarten” schreiben wir. Anscheinend sehen das auch unsere Leser so. Wie im Kindergarten Platz 8: VfB 2015/2016 zum Weltkultur-Erbe ernannt Die Meldung, dass der VfB Stuttgart von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde, schlägt ein wie eine Bombe und schafft es auf Platz 8 unserer Top 10. VfB 2015/2016 zum Weltkultur-Erbe ernannt Platz 7: Fack ju, zweite Liga! Gut 100 Tage nach dem Abstieg …

Eine schrecklich nette Familie

1:3 gegen antiseptische Bayern, ein gutes Ergebnis, da sind sich alle einig. Nicht abgeschossen worden zu sein, ist die beste Nachricht in einer Woche, in der der VfB einen Negativrekord nach dem anderen aufstellt. Eigentore, Abseitsstellungen, Passquoten, Niederlagen gegen Bayern, naive Vertragsgestaltungen, Selbstzufriedenheit, lachhafte Gedankenspiele über mögliche Neuzugänge für die nächste Saison. „Wir haben gut gespielt, mit unserer Leistung können wir zufrieden sein“, ja Herr Schwaab, da haben Sie sich mal wieder selbst entlarvt. Bequem ist der VfB. Nicht nur, dass Tore im Sitzen geschossen werden, schon mit einem 2:2 gegen Darmstadt und einem 1:3 gegen München ist der Verein zufrieden. Schließlich brauche man nur noch fünf Punkte in den letzten fünf Spielen, wie Trainer Jürgen Kramny ausrechnete als wolle er damit sagen: „Ruhig Leute, ersma‘ chillen, alles cool.“ Bayern Münchens Spiel wirkt sedierend auf alle. Im Mittelfeld passt der biedere Architekt Xabi Alonso seine Bälle weit und hoch und akkurat mit Geodreieck und Zirkel an seine Nebenleute. Pass folgt auf Pass folgt auf Pass, quer, vor, zurück, zwischen und hinter die beiden Abwehrketten des …

Ausgliederung oder Ausverkauf? 

Es gibt nicht wenige, für die ist der VfB nur ein richtiger VfB, wenn möglichst viele Spieler aus der eigenen Jugend auf dem Platz stehen. Bernd Wahler zählt dazu, für ihn ist die Jugendarbeit der VfB-Markenkern: „Wir werden mit der Kraft der Jugend international Fußball spielen“. Andere wiederum jubeln zwar ebenfalls gerne Spielern „von ons“ zu, sehen allerdings die finanzielle Wettbewerbsfähigkeit des Vereins in Gefahr. Bernd Wahler ist so einer: „Wir müssen den finanziellen Vorsprung anderer Vereine aufholen“. Ein Dilemma also: Jugend vs. Finanzkraft. Das ist natürlich verkürzt und zugespitzt und bleibt ebenso an der Oberfläche wie die Frage nach „Dinkelacker oder Hofbräu“, aber eine Antwort gibt schon die Richtung vor. Deshalb fragen wir uns und Euch: Timo Werner verkaufen oder ausgliedern? Keiner hat mit 20 Jahren mehr Bundesligaspiele absolviert als Werner. Keiner hat mehr Großchancen (16) als Werner, keiner hat mehr Großchancen ausgelassen. Claudio Pizarro hätte aus dem Shit wohl elf Tore gemacht. Aber gut, am VfB-Talent sind scheinbar Dortmund und Leipzig dran und rufen um die 20 Millionen auf. Ein anderes Gerücht führt nach Barcelona und für …

Indiana Jürgen: Der Jäger der verlorenen Rückrunden-Mannschaft

11Freunde, FAZ, Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online – alle sind auf der Suche nach einer Erklärung: Wie wurde aus einem bemitleidenswerten Abstiegskandidaten ein Team, das Fans, Medien und Gegner mitreißt? vertikalpass hat exklusiv die Antwort: Jürgen Kramny ist ein kleiner Fußball-Abenteurer und als Spieler und Trainer schon ein bisschen rumgekommen. Erste, zweite, dritte Liga, Stuttgart, Nürnberg, Mainz, Darmstadt, wieder Mainz und wieder Stuttgart, er war nur in den großen Metropolen tätig. Seine Freunde nennen ihn deshalb spöttisch Indiana Jürgen, enge Freunde dürfen ihn sogar „Indy“ rufen. Zuletzt musste er ein haarsträubendes Abenteuer mit der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart bestehen. Den alternativlosen Zorni-Fußball sollte er da installieren. Das lief mehr schlecht als recht, Kramny befand sich knietief im Sumpf aus Gegenpressing und zentrumsorientiertem Offensivspiel. Im November erhält er plötzlich Besuch von zwei geheimnisvollen Vertretern der Stuttgarter Vereinsspitze, die mit einem unglaublichen Auftrag an ihn herantreten: Indiana Jürgen soll für die Herren, die sich Major Dutt und Doc Wahler nennen, so schnell wie möglich die sagenhafte und verschollene VfB-Rückrunden-Mannschaft finden. Denn die Legende besagt: diese Mannschaft sei nahezu …

Die große Rückrunden-Vorschau

Pep Guardiola muss vor Saisonende gehen, Daniel Ginczek feiert ein wichtiges Comeback, Lord Hlousek wird Maskottchen, Jürgen Kramny sitzt auch am 34. Spieltag auf der VfB-Bank und Kevin Großkreutz fährt zur EM. Wir wissen, wie die Rückrunde läuft.  18. Spieltag Zum Rückrundenstart hat der VfB keinen neuen Innenverteidiger, nachdem Kandidaten wie Gouweleeuw, Romagnoli, Djilobodji und Wimmer zu Mondpreisen (siehe hier) von den direkten Konkurrenten Augsburg, Bremen, Hannover und Hoffenheim verpflichtet werden. Anstatt dessen spielt Kevin Großkreutz rechter Verteidiger. Das macht die Abwehr leider nicht stabiler, der VfB verliert gegen Köln mit 1:0. Wenn es so etwas wie gute Stimmung in Stuttgart gab, dann ist sie jetzt wie weggeblasen. Der HSV geht zum Rückrundenauftakt mit 2:9 gegen Bayern unter. Manche HSV-Fans fragen sich, ob es stimmt, dass Bruno Labbadia als Trainer nur ein halbes Jahr funktioniert. Der FC Bayern München steuert einen knüppelharten Erfolgskurs, alles wird dem „Triple oder nix“ untergeordnet. Manuel Neuer beklagt sich über die kalte Atmosphäre an der Säbener Straße, „Pep Guardiola hat mich noch nie in den Arm genommen!“. In Wolfsburg sitzt …

Der VfB als Gute-Laune-Meister

Neulich habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, mit Robin Dutt ein Bier zu trinken. Es ist so gelaufen: Ich trink‘ nen Helles, er rührt in einem Tee, wahrscheinlich weil er so wirken will wie Felix Magath. Dutt hat gefährlich gute Laune, er will sich niemanden schlecht reden lassen, schon gar nicht Toni Sunjic und Lord Hlousek, die so gut im Testspiel gegen Hannover verteidigt haben. Kevin Großkreutz stellt sich zu uns, er ist froh, dass er wieder in Deutschland ist und Fußball spielen kann. Im Arm hat er Serey Dié, der strahlt, weil mit Großkreutz endlich einer da ist, der wie er tickt. Bald wird Kevin auch so einen Iro tragen. Artem Kravets prostet uns zu, er ist schon zufrieden, dass er deutsch lernen darf. Jürgen Kramny ist glücklich, dass er endlich Cheftrainer ist und gibt allerlei optimistische Interviews. Daniel Schwaab und Georg Niedermeier sind froh, dass sie wieder spielen dürfen. Bernd Wahler lacht breit, gehts doch endlich los mit der Vereinsentwicklung und den Workshops und den Regionalversammlungen. Da ist er in einem Element. …

Er ist wieder da!

Wenn man alles ernst nimmt, was aktuell in Redaktionsstuben, Fan-Foren und Blogs gefordert wird, dann soll und muss alles raus, was und wer beim VfB Verantwortung trägt. Angesichts der Tabellenlage, der Stimmung rund um den Verein und der vakanten Trainerposition ist das schnell gedacht und geschrieben. Es ist eben sehr bequem, gegen alles und jeden zu sein. Es kommt immer gut, es besser zu wissen, ohne selbst den Kopf dafür hinhalten zu müssen. Anti-alles für immer. Wenn aber alle Verantwortungsträger weg sind, wie steht es dann um den VfB? Schauen wir es uns an: Robin Dutt Das letzte Heimspiel gegen Wolfsburg ist die erwartet enge Kiste – der VfB verliert unglücklich mit 0:4. Am Tag danach gibt Robin Dutt auf einer Pressekonferenz seinen sofortigen Rücktritt bekannt. Ihm sei es nicht gelungen, seinen Wunschtrainer Lucien Favre zu verpflichten, gleichzeitig seien die Scouting-Unterlagen zum neuen Innenverteidiger aus Versehen im Trubel der Weihnachtsfeier gelöscht worden. Bernd Wahler Der Präsident sitzt mit seiner Frau Petra am ersten Weihnachtsfeiertag am Frühstückstisch, ihm kommt immer wieder die Gans hoch und er hat …

Die Untrainierbaren.

Der VfB ist wie das Einkaufszentrum „Das Gerber“: mit großen Ambitionen gestartet, aber nach kurzer Zeit gescheitert. Beide wollten einfach zu viel auf einmal. Der VfB hatte sich mit Alexander Zorniger einem einheitlichen Spielkonzept verschrieben, gleichzeitig sollten vorhandene Strukturen in der Mannschaft aufgebrochen werden. Zorni wurde beim VfB zu viel zugemutet und er ist sich selbst im Weg gestanden, ständig grätschte ihn sein Mundwerk um. Er verlor Spiele, weil seine Spieler vorne nicht trafen und hinten Fehler machten, wie sie sonst nur C-Jugendlichen unterlaufen. Und er verlor sein Team, das mit seiner Art der Menschen- und Mannschaftsführung offensichtlich nicht zurecht kam. Er verlor es aber auch deshalb, weil es mit seinem Spielsystem überfordert war. Der wilde Pressing-Fussball passt weder zur Mentalität noch zur Qualität der Spieler. Zorniger wollte ein Leistungsklima schaffen, die Spieler dauerhaft aus der Komfortzone holen, die sie sonst nur verlassen, wenn es wirklich eng wird. Geschaffen hat er ein Reizklima – und zwar auf allen Ebenen. Darauf hatten die Spieler wohl keinen Bock mehr, für was auch, wenn nicht mal Spiele gewonnen …

Subotic

Neven Subotic: Einer für den VfB?

Wenn man glauben darf, was so rund um den VfB gesprochen, gebruddelt und geschrieben wird, dann gibt es sie nicht mehr, die guten Spieler: Emiliano Insua ist bereits auf dem absteigenden Ast, Serey Dié ist manchen zu hektisch und fehlerhaft, Timo Werner zu schnell und Timo Baumgartl zu blond. Daniel Didavi ist zu pomadig und mit den Gedanken schon in Leverkusen und Pommes Tyton zu unberechenbar. Jetzt hält der auch noch ein paar 100prozentige, ja wo kommen wir denn da hin? Die Ehemaligen sind natürlich die einzig Guten: Antonio Rüdiger wird im nachhinein zum Abwehrgott, wovon nie die Rede war, als er noch beim VfB verteidigte. Und Sven Ulreich wird nachgeweint. Will jetzt nicht jemand auch noch Serdar Tasci, Vedad Ibisevic und Sven Schipplock glorifizieren? Ja, mit den dreien wäre der VfB auf Jahre unschlagbar. Gerne wird über ein System diskutiert, das hat sich Alexander Zorniger mit seinen Taktikbelehrungen und dem kategorischen Imperativ selbst eingebrockt. Die Frage ist jedoch: Passt das Spielsystem überhaupt zu dieser Elf, deren Potenzial in München manchmal aufblitzte? Oder, was ich …