Alle Artikel mit dem Schlagwort: Christian Gentner

Der Picknicker

Manche nennen ihn Gift-Gaucho (Copyright @ChrisPrech), die StZ/StN bezeichnen ihn als Schwaben-Gattuso, in Argentinien heißt er El Rusito (der kleine Russe). Wer ihn noch nicht kennt, rennt vehement inkompetent durch die Welt: Santiago Ascacibar ist für uns der Picknicker. Kein Scheiss, Mann, jeder weiss, Mann! Er wird noch nicht so sehr gehypt wie Benjamin Pavard, aber die Fans feiern ihn permanent, das nur als Argument, warum man ihn den Picknicker nennt. Santi ist direkt angekommen in Stuttgart, für einen 20-jährigen Argentinier auf erster Auslandsstation erstaunlich genug und nach zehn Bundesligaspielen hat er sich bereits unersetzlich gemacht. Er hat das Herz eines Kämpfers, die Lunge eines Pferdes und die Füße eines Marathonläufers. Und er verfügt sogar über zwei gleich gute Füße, er kann rechts wie links, würde der Kaiser sagen. Ja gut, äh, … aber Statur, Frisur und Laufstil erinnern mich allerdings an Sebastian Rode und der ist nun wirklich kein Picknicker. Buenos Dias, Mittelfeld-Messias Ascacibar ist kein unauffälliger Sechser, der nur gut im Raum steht und Dreimeterpässe quer und zurück spielt: Ihm gelingen spektakuläre Tacklings, …

Mehr als drei Punkte

Platz 11, 16 Punkte, 8 Zähler Abstand auf Tabellenrang 16, so gut wie alle spielten für den VfB, ein Spieltag zum Chillen. Aber vor allem ist der Sieg mehr als drei Punkte Wert. „Haben Sie eigentlich schon einmal so mannorientiert gespielt wie heute?“, wird Hannes Wolf im Anschluss an die Pressekonferenz im kleinen Kreis gefragt. Der VfB-Trainer überlegt. Er lächelt. „Nein“. Ganz leise fügt er hinzu: „In Fürth haben wir es mal versucht“. Wer sich nicht erinnert: Das war ein fürchterliches Spiel und ging 0:1 verloren. Dieses Mal ging sein Matchplan auf. Manndeckung, das schöne alte Wort aus den 70er und 80er Jahren, was hat das im modernen Spiel von heute zu suchen? Das fragte sich wohl auch Emiliano Insua, der in der ersten Halbzeit überhaupt nicht mit dieser Spielweise zurecht kam. Das lief im zweiten Durchgang besser (Wolf: „Wir haben Insua noch weiter vor geschoben auf Toljan“), durch die mannorientierte Spielweise verwickelte der VfB den BVB immer wieder in Zweikämpfe und ließ deutlich weniger Kombinationen zu als in Durchgang eins. Dazu kamen immer wieder …

Mit dem A-Team zum Sieg!

Das Wichtigste zuerst: Lieber Christian Gentner, wir wünschen gute, vollständige und schnelle Genesung! Genesungswünsche von Köln über Frankfurt bis hin zu Lukas Poldolski und Jürgen Klinsmann: Das tut sicher gut und daran sieht man auch den Stellenwert des Kapitäns über Stuttgart hinaus. Wir stehen hinter Dir, Gente!💪 Das gesamte Team wünscht Kapitän Christian #Gentner eine gute und schnelle Genesung! #comebacksoon #VfB pic.twitter.com/GXTV6gT8D5 — VfB Stuttgart (@VfB) September 17, 2017 Kennt eigentlich noch jemand die Action-Serie „Das A-Team“? Ein 80er Jahre-Ding, das heute nur noch nachts auf irgendwelchen Spartensendern läuft. Aber was haben irre Kostümierungen, bemüht-blödelhafte Dialoge, völlig übertriebene Schießereien und unrealistische Verfolgungsjagden mit dem VfB zu tun? Nichts. Das A-Team ist deshalb der Aufmacher, weil die entscheidenden Akteure im Spiel gegen den VFL Wolfsburg mit A beginnen: A.Donis, der mit seinen packenden Soli die VFL-Abwehr auf der linken Seite immer wieder aufriss. Ascacibar, der griffige Gaucho und Balldieb, der überall war und sich gegen Ende der Partie sogar offensiv betätigte. Er war der beste Mann auf dem Platz. Akolo, der das entscheidende Tor schoss, weil …

Warum ich ein bisschen Angst um Hannes Wolf habe

Eins muss man sagen: Seit Wolfgang Dietrich beim VfB Präsident ist, geht es auf allen Ebenen deutlich professioneller zu. Alles ist durchdacht und bis ins letzte Detail durchchoreografiert. Beispiel Ausgliederung: Eine stufenweise Kommunikation, die clever aufeinander aufbaute, mit einer Kampagne, die einfache Botschaften als Vorteile wiederholte und die Club-Legenden wie Buchwald, Khedira und Hitzlsperger smart mit einband. Dasselbe jetzt bei der Demission von Jan Schindelmeiser: Klug wurden vermeintliche Fehlleistungen in der lokalen Presse lanciert, clubintern wurden Mehrheiten hergestellt und gleichzeitig ein hochkarätiger Nachfolger verpflichtet. Bevor man sich über den Rausschmiss von Slim Shindy ärgern konnte, „musste“ man sich über die bayerische Supernase Michael Reschke freuen. Hut ab! Dabei liest sich die Transferbilanz von Schindelmeiser genau so gemischt wie die von Supernase Reschke und von Max Eberl und von Michael Zorc. Laut Dietrich geht es aber auch um die nicht getätigten Transfers. Und da müssen wir Schindelmeiser wirklich dankbar sein. Bei Jos Luhukay verweigerte er die Transfers von Ronny(!), Marko Marin und Alexander Baumjohann. Laut verschiedener Quellen hat Schindelmeiser bei den von Beratern angebotenen Rani Khedira, …

2017: Das Jahr der guten Nachrichten

Als Stuttgarts optimistischer Fußball-Blog (Kessel.TV-Slang: „Man muss auch mal was gut finden!“) sind wir sicher: 2017 wird das Jahr der guten Nachrichten für den VfB. Hier die ersten elf good News, weitere folgen im Verlauf der Rückrunde. Transfer-Coup von Jan Schindelmeiser Toni Sunjic wird für 19,5 Millionen nach China verkauft, er verdient bei Shanghai Shenhua 100.000 Euro in der Woche und soll dort mit Carlos Tevez ein Sturmduo bilden. Eine Schlagzeile, die ich demnächst lesen will: Chinesischer Klub greift tief in die Tasche – 25 Millionen für VfB-Star Toni Sunjic ? #VfB — Jens (@whitered1893) 23. Dezember 2016 Alexandru Maxim sonnt sich Der vielgescholtene Rumäne erhält wegen seiner schönen Hackentricks und anmutigen Bewegungen ein Angebot von Reid Anderson vom Stuttgarter Ballett. Nach zähen Verhandlungen lehnt Maxim schließlich ab und wechselt für einen knapp zweistelligen Millionenbetrag nach Gran Canaria zu Las Palmas. Nicht nur das Wetter und das Gehalt stimmen: Weil Maxim nicht auch beim achten Trainer auf der Bank sitzen will, hat er sich eine Stammplatzgarantie zusichern lassen. Der VfB ist doch der FC Bayern der …

Nur zu Gast oder Aufstieg, adé? Das große Hinrunden-Fazit.

32 Punkte, fünf Niederlagen, Platz 3, ein neuer Trainer und ein neuer Präsident: Das sind die nackten Zahlen der VfB-Hinrunde. Wie sie interpretiert werden, da ist man sich beim VfB-Anhang nicht so sicher. Während die einen in hysterische Panik verfallen und den Aufstieg bereits abgeschrieben haben, wähnen sich die anderen tiefenentspannt auf einem guten Weg. Vielleicht ist es genau diese Zerrissenheit, die als sogenanntes „schwieriges Umfeld“ bezeichnet wird. Wir wollen versuchen, in diesem Spannungsfeld ein unemotionales Hinrundenfazit zu ziehen und fragen uns: Ist das Glas halbvoll oder halbleer? Torwart: Habe ich Mitch Langerak hier zu früh gelobt? Aus einem sicheren Rückhalt wurde Ulle 2.0 Abschläge landen im Seitenaus, Strafraumbeherrschung sieht anders aus und dazu streut der Australier noch den einen oder anderen verheerenden Fehler ein. Die Legende sagt, dass #Langerak auch in zehn Jahren noch die Hände oben hat, um Brych anzuzeigen, dass er Karaman nicht berührt hat #VFBH96 — SPOX Redaktion (@spox) 12. Dezember 2016 Fazit: Er gehört ganz sicher zu den besseren Torhütern der zweiten Liga, muss aber seine Form stabilisieren. Abwehr: Toni …

Endlich wieder Drama, Baby!

Den Aufstieg können wir abhaken. In der Winterpause muss ein neuer Keeper her. Maxim und Gentner sollten kein Spiel mehr für den VfB Stuttgart machen und ob Hannes Wolf überhaupt der richtige Trainer ist? Ernsthaft? Klar hat der VfB dumm und unnötig gegen Hannover 96 verloren. Erst waren sie schlechter als Hannover und dann dämlicher. Und zu allem Überfluss traf auch noch Martin Harnik. Das nervt. Das nervt sehr! Fans, Spieler und Trainer gleichermaßen. Trotzdem ist das gestrige 1:2 nicht der erneute Anfang vom Ende, sondern vielmehr ein kurzer Flashback der vergangenen Saison, als es im Februar ebenfalls eine 1:2 Niederlage gegen Hannover gab. Denn die beiden Hannover-Spiele lassen sich einfach nicht miteinander vergleichen: Im Frühjahr hat der VfB aus purer Überheblichkeit verloren, jetzt wegen eines individuellen Fehlers von Mitch Langerak. In der Bundesliga-Partie war der VfB haushoch überlegen, erspielte sich viele Chancen und verdaddelte großkotzig eine nach der anderen. Im Zweitliga-Spiel ist Hannover lange Zeit das bessere Team, wackelt erst in der Schlussphase, als der VfB den Sieg erzwingen wollte. Ein Spiel beschissen gespielt und schon …

The Nowhere Man

Seit Gotoku Sakai beim Hamburger SV zum Mannschaftskapitän berufen wurde, wissen wir: Das Amt ist total überschätzt. Bisher dachten wir, der Spielführer wäre eine Persönlichkeit, der in der gesamten Mannschaft mit Respekt begegnet wird. Ein Spieler, der wegen seiner Leistung unantastbar ist. Einer, der Verantwortung übernimmt in kritischen Phasen eines Spiels. Einer, der andere mitreisst und führt. Die ZEIT meint dagegen auch, dass ein Kapitän nicht mehr wichtig sei. Aber ok, vielleicht sollten wir uns nicht am Tabellenletzten der Bundesliga und an den Guardiolanern einer Wochenzeitung orientieren. Der Kapitän des VfB heisst seit Sommer 2013 Christian Gentner. Er ist eine Integrationsfigur im wahrsten Sinne des Wortes: Er kommt aus der Jugend des VfB, wurde 2007 Meister und 2009 gleich nochmal (allerdings mit Wolfsburg) und nach Aussage von Serey Dié kümmert er sich um die Neuzugänge: Hilft ihnen beim Einleben, erklärt ihnen die Kehrwoche, unterstützt sie beim Auto-Kauf. Klar, das ist wichtig, aber entscheidend ist auf dem Platz. Wir wollen kurz beleuchten: Wie sieht das Aufgabengebiet von Kapitän Gentner aus und wie gut füllt er die …

Alarm vor dem KSC-Spiel!

Der VfB Stuttgart hat Feinfußball-Alarm ausgelöst. Er gilt mindestens von Donnerstag um 0 Uhr bis zum Abpfiff des Derbys am Sonntag gegen den Karlsruher SC. Je nach dem wie das Spiel gegen den Erzrivalen ausgeht, sei auch eine Verlängerung denkbar, so Sport-Vorstand Jan Schindelmeiser. Wie sollten sich die Fans jetzt verhalten? Wir klären die wichtigsten Fragen. Für VfB-Fans wird es ernst: Der Feinfußball-Alarm wurde zuletzt 2007 ausgelöst, das ist ein paar Tage her. Als Stuttgarts freundlichster Fußball-Service-Blog erklären wir, auf was man achten muss. Wann wird Feinfußball-Alarm ausgelöst? Immer vor wichtigen Spielen. Wichtige Spiele sind gegen Bayern München, KSC, Schalke 04 und Manchester United. Voraussetzung ist, dass die sportliche Situation einen feinen Fußball überhaupt erst zuläßt und die Stimmung im Stuttgarter Talkessel nicht allzu trübe ist. Fans werden gebeten, während der Zeit des Feinfußball-Alarms nicht zu hysterisch zu reagieren, deshalb wurde auch Daniel Ginczek bis auf weiteres aus dem Kader genommen. Für die Feinfußball-Alarm-Saison 2016/2017 gelten verschärfte Kriterien: Es reicht bereits, wenn an zwei aufeinander folgenden Spieltagen der Trainer nicht kritisiert wird und der Zuschauerschnitt …

Die Erfolg(lo)s-Soap

Schlechte Zeiten, schlechtere Zeiten (Akronym: „SZSZ“) ist eine vom VfB Stuttgart produzierte Seifenoper. SZSZ wird seit 2007 im deutschen Profi-Fußball aufgeführt. Sie gilt als erfolgreichste deutsche Serie des Genres „Traditions-Club-Drama“. Die Serie handelt vom überwiegend jungen Personal aus der Mercedesstraße in Bad Cannstatt. Sie alle spielen – mal gut, meist schlecht – beim Fußballzweitligisten VfB Stuttgart und sehnen sich nach anderen Vereinen, mehr Geld, größeren Autos und Anerkennung. Die Spieler werden geführt und angeleitet durch häufig wechselnde Übungsleiter, die in der Serie „Trainer“ genannt werden. Sie werden vom so genannten „Aufsichtsrat“ offenbar nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Die Serie beinhaltet zahlreiche Facetten aus den Bereichen Liebe, Trennung, Intrigen, Mobbing, Machtkämpfe, Träume, Verletzungen, Verluste und Niederlagen. Ein häufig wiederkehrendes Thema sind z.B. die Parkverfehlungen der Spieler und die Starrköpfigkeit und Inkompetenz verschiedener Trainer. Einer der populärsten Darsteller von SZSZ, der bereits seit der ersten Folge fester Bestandteil der Serie ist, trägt den Namen Christian Gentner. Er wurde in der ersten Staffel deutscher Meister mit dem VfB Stuttgart und sehnt sich seitdem nach den guten alten Zeiten. Der ominöse “Aufsichtsrat” …