Alle Artikel mit dem Schlagwort: Glaspalast

Weltmeister & Wurstsalat: Der Mercedes-Benz JuniorCup 2018

Im Juli 2016 läutete bei uns das Telefon. Ein Mann mit leiser Stimme und holländischen Akzent fragte uns nach Bercay Özcan. Ihn hatten wir beim Mercedes Benz Junior Cup 2016 gesehen und ihn als Mischung aus Sami Khedira und Emre Can beschrieben. Wir konnten den Anrufer nicht direkt identifizieren. Arjen Robben? Dafür sprach er viel zu langsam. Eric Meijer? Dafür sprach er viel zu leise. Bis wir merkten, dass es der damals neue VfB-Trainer Jos Luhukay war, hatten wir Özcan in den schönsten Farben beschrieben und uns spontan in das Talent verliebt. Trotzdem waren wir sehr überrascht, dass er zum Saisonauftakt gegen St. Pauli in der Startelf stand. Diesen Anruf gab es natürlich nicht, aber letztlich beschreibt es den Grund, warum der Mercedes-Benz Junior Cup so beliebt ist: Alle Zuschauer, Medienvertreter und Scouts hoffen, the nex big shit zu entdecken. Schließlich begannen in Sindelfingen die Karrieren der Weltmeister Manuel Neuer, Sami Khedira, Mesut Özil, Benedikt Höwedes und Christoph Kramer. Und auch Joshua Kimmich, Nuri Sahin, Marcus Rashford, Leroy Sané, Simon Rolfes, Harald Cerny (sic!), und …

Blind Date im Glaspalast

Ich könnte mich dran gewöhnen. Nein, stimmt nicht. Ich habe mich bereits dran gewöhnt. An den fußballerischen Jahresauftakt im Sindelfinger Glaspalast, wenn rund um den 6. Januar die U19-Teams namhafter Vereine gegeneinander antreten. Nach 2016 hatten wir auch dieses Jahr das Privileg, auf Einladung des Hauptsponsors das Turnier verfolgen und uns durch die Speisekarte essen zu dürfen. „Wurstsalat is a must“ sag‘ ich da nur. Der Mercedes-Benz JuniorCup ist eine Art Talent-Inkubator und Sindelfingen damit das Silicon Valley des Fußballs. Nur, dass hier statt technischer Innovationen Fußballstars gemacht werden. Sami Khedira, Mesut Özil, Joshua Kimich, Marcus Rashford und viele, viele andere: Die Liste der Weltstars, deren Karrieren im Glaspalast starteten, ist lang. Das Problem: Wer es schafft und wer nicht, offenbart sich immer erst später. Hätte ich Berkay Özcan, den ich 2016 im Glaspalast sah, zugetraut, wenige Monate später Stammspieler bei den Profis zu sein? Eher nicht. Auch darauf, dass der unscheinbare Trainer der Hoffenheimer U19 im vergangenen Jahr jetzt das Team coacht, das als einziges in der Bundesliga noch ungeschlagen ist, hätte ich wohl kein …

Just can’t get enough: Endlich wieder Fußball!

Es gab mal eine Zeit, da war Hallenfußball richtig fresh. Kurz zuvor hatten Cool & The Gang ihren gleichnamigen Hit und Foreigner sangen „I Wanna Know What Love Is“, was mich wirklich brennend interessierte. Ich riss mir an den Knien und am Hintern die Jeans auf, um in den „Club Tropicana“ von Wham! zu kommen, in dem die Drinks umsonst waren. Als ich mich fragte, wie ich aus meinen dünnen Locken so eine steile Friese machen kann wie bei den Jungs von Depeche Mode, gründete Mercedes-Benz das erste internationale Hallenfußball-Turnier in Stuttgart. War für mich eher so die zweitwichtigste Nachricht, aber ein paar Jahre später ging ich mit meinem Vater in die Schleyer Halle und da gab’s mehr zu sehen als im Pop Rocky-Heftle. Jürgen Klinsmann, Asgeir Sigurvinsson, Karl Allgöwer, Günther Schäfer, Guido Buchwald; mir wird gerade schlecht vor Wut, wenn ich an die heutige Mannschaft denke. Auch ein gewisser Hansi Müller lief auf – allerdings für Wacker Innsbruck und er wurde abgefeiert. Welcher ehemalige VfB’ler würde denn heute bejubelt bei seiner Rückkehr nach Stuttgart? …