Alle Artikel mit dem Schlagwort: Hannes Wolf

Steht auf, wenn Ihr erstklassig seid!

Es ist vollbracht: Der VfB Stuttgart steht wieder da, wo er hingehört: In der Bundesliga. Das kurzweilige Intermezzo in Liga zwo dauerte zum Glück nur eine Saison. Und auch, wenn wir der Meinung sind, dass der direkte Wiederaufstieg mit diesem Kader die Pflicht war: Selbstverständlich war er nicht. Denn, wer glaubt, dass namhafte Spieler und hohe Etats automatisch Erfolg bedeuten, sollte mal in Wolfsburg anrufen. Den Erfolg muss man wollen und alles dafür tun. Und genau das haben alle im Verein und in seinem Umfeld (fast) immer getan. Und heute ist der perfekte Zeitpunkt, um uns bei allen zu bedanken: Danke Mitch Langerak – für die vielen Paraden, die uns „glucklitsch“ gemacht haben. Danke Jens Grahl – dass Stuttgart jetzt eine Shopping Queen hat. Danke Benjamin Uphoff – dafür, dass wir nie eine Torwartdiskussion hatten.  Danke Timo Baumgartl – dass Stuttgart wieder einen jungen (nicht ganz so) Wilden hat! Danke Emiliano Insua – für die vielen Flanken auf Terodde und die Kabinenselfies. Danke Marcin Kaminski – für das Last-Minute-Tor in München. So muss man sich …

Smells like Team Spirit

Es ist nicht alles gut. Wenn ein Nürnberger Spieler knapp 70 Meter übers Feld sprinten darf, ohne ernsthaft angegriffen zu werden, dann ist das alles andere als erstligareif. Wenn nach einem vermeintlichen Foul alle Beteiligten mit dem Schiedsrichter diskutieren und erst merken, dass das Spiel weiter läuft, wenn der Ball im Tor ist – dann ist das unprofessionell, dann ist das AH-Fußball mit Restalkohol vom Vortag. Aber sollen wir uns jetzt über die hundertprozentigen Torchancen des mediokren Clubs aufregen und auf den Fehlern rumreiten? Oder uns vielmehr an dem unfassbaren Fan-Support erfreuen, an einer Cannstatter Kurve, die nach Nürnberg transferiert wurde? Hätte es nicht vor dem Stadion Tucher-Bier und drei-im-Weckla mit Sauerkraut gegeben, man hätte meinen können, man sei im Neckarstadion. Sollen wir nicht eher die zwei Tore in drei Minuten und Florian Klein hart abfeiern, der uns in der Nachspielzeit diesen Glücksmoment bescherte und für eine Erschütterung sorgte, die zu einem Ausschlag auf der Richterskala für Erdbeben sorgte? Nachts konnte ich nicht schlafen, denn ich habe davon geträumt. Muss schon sagen Leute, der absolute …

Stuttgart ist viel schöner als Berlin

Während der VfB den Einstieg von Daimler als Anker-Investor feiert, der für 11,75 Prozent des Vereins weniger zahlt als Manchester City für Leroy Sané (47 Bundesligaspiele, 11 Tore), geht das Liga-Leben weiter. Und das ist noch spannenender! Schließlich gibt’s in der zweiten Liga den derbsten Aufstiegskampf ever. Also Taschenrechner aus, Tabellenrechner (z.B. hier) an! Am Montag kann es im Spiel gegen Union Berlin zu einer Vorentscheidung kommen, ein Sieg des VfB Stuttgart vorausgesetzt. Dann wären die Köpenicker vier Spieltage vor Schluss sechs Punkte hinten. Die Stuttgarter könnten die Berliner aus dem Aufstiegskampf vielleicht schon ausgliedern. Drölf Punkte-Spiel also, Aufstieg oder nix, würde Pep Guardiola sagen. Super-super, um im Pep-Sprech zu bleiben, finden ja alle Union Berlin. Ich übrigens auch, weiß aber gar nicht so recht warum. Vielleicht wegen der wunderbaren und preisgekrönten Blogger-Kollegen textilvergehen.de oder wegen des Stadions „An der alten Försterei“ oder wegen der herausragenden Fans. Aber dass jetzt plötzlich alle den Trainer Jens Keller so sympathisch finden, wundert mich dann schon ein wenig. Haben sich doch die Sorgenfalten aus Schalke-Zeiten tief eingegraben in seinem Gesicht und …

KSC, du Opfer!

Was ist das denn? Eine fiese Bushido-Headline für mehr Klicks? Zu lange in der Sonne gestanden oder zu viel Bengaloqualm eingeatmet? Ja, zugegeben, eine ziemlich populistische Überschrift. Aber sie trifft’s einfach zu gut: Denn der Karlsruher SC war kein Gegner im Derby, sondern ein Opfer. Wie heißt es so schön: Die Badener waren stets bemüht. Mehr aber auch nicht. Dazu ist das Team fußballerisch einfach zu limitiert. Andererseits: Das war 1860 München auch. Hat sie trotzdem nicht daran gehindert, bis zur 93. Minute gegen den VfB Stuttgart zu führen. Slapstick-Einlagen wie in München sparen sich die VfB-Spieler im Derby. Man merkt schnell, dass das Team griffiger ist als bei den letzten Auftritten. Wolf sei Dank: Das Team hat verstanden, worum es im Derby geht. Die Spieler sind physisch präsent. Auch die, von denen man es gar nicht unbedingt erwartet wie Maxim oder Özcan. Zweikämpfe werden mit der gebotenen Konsequenz geführt und der ballführende Karlsruher Spieler ist nicht zu beneiden, denn ständig steht ihm ein VfB-Spieler auf den Füßen – oder gleich mehrere. Tatsächlich war der drohende Spielabbruch wohl die einzige Chance für …

Die Reifeprüfung

Dass der VfB Stuttgart eine Diva ist, mussten schon weitaus erfahrenere Trainer als der aktuelle leidvoll erfahren. Denn eine gewisse Lethargie hat sich in den vergangenen zehn Jahren fest in der Club-DNA verankert – unabhängig vom Personal. Hannes Wolf haben wir zugetraut, diese verkrusteten Strukturen aufzubrechen. Und wir tun es immer noch! Denn, wer behauptet, der Stuttgarter Trainer würde aus seinen Fehlern nicht lernen, hat Unrecht. Er lernt aus seinen Fehlern; macht dafür aber wieder neue. Aber wie sollte es auch anders sein auf seiner ersten Station als Profitrainer? Wolf ist jung, hat wenig Erfahrung, aber er hat bewiesen, dass er Form- und Einstellungs-Dellen beim VfB entgegen wirken kann. Siehe Dresden. Siehe Würzburg. “Man ist dumm, wenn man einen Fehler immer wieder macht.” Lukas Podolski, Fußball-Philosoph Trotzdem bleibt festzuhalten: Der VfB hat den mit Abstand allerbesten Kader der Liga. Offensiv sogar den allerallerbesten. Selbst, wenn Wolf die zweite Garnitur aufs Feld schicken würde, änderte sich daran nichts. Gemessen daran sind die erzielten Resultate überschaubar. Ehrlicherweise muss man festhalten, dass die neun Punkte gegen St. Pauli, Sandhausen und …

Fängt der Scheiß jetzt wieder an?

Der VfB Stuttgart hat den besten Kader der Liga, den besten Trainer und die besten Fans. Ein Spiel in der zweiten Liga kann der VfB nur verlieren, wenn sich Hannes Wolf vercoacht, die Mannschaft denkt, sie könne Eier schaukeln und wenn der Schiedsrichter den Aufstiegsfavoriten benachteiligt. In Fürth kommt alles zusammen. Die Dreierkette und der Doppel-Ochsensturm sind ein taktisches Desaster, auch wenn Wolf versucht, es zu retten, in dem er Spieler hin und her schiebt und die Formationen mehrfach umstellt. Er überfordert damit sein Team, sein Matchplan ist ein Griff ins Klo. Gerade das zentrale Mittelfeld ist quasi nicht vorhanden. Trotzdem hätte es die perfekte Aufstellung sein können. Wenn Carlos Mané nach drei Minuten getroffen hätte. Aber so geht anstatt dessen ein 30-Meter-Schuss irgendwie in Langeraks Kasten. Haste Scheiße am Fuß, haste … Ihr wisst schon. Das ist allerdings kein Grund gegen biedere Fürther zu verlieren und das auch weitgehend kampflos! Erschreckend ist, dass defensiv teilweise ein völliges Chaos herrscht und offensiv keine Struktur ersichtlich ist, Torchancen entspringen Zufällen oder Standards. Die entscheidende Frage: Ist das ein …

Powered by emotion

Es fängt mit einem Grummeln an, gleichzeitig, an vielen Stellen des Stadions. Dann türmen sich Stimmen auf, werden immer lauter, mischen sich mit spontanem Klatschen und Trommeln. Kaum einer hat noch Augen für das, was auf dem Feld passiert. Es liegt eine unglaubliche Vorfreude im weiten Rund, es macht sich eine kollektive Energie breit, eine plötzliche Zuversicht, die bei VfB-Fans ansonsten nicht durchgängig vorhanden ist. Aber jetzt schon. Alle denken: Etzet wirds no ebbes. Ein vorläufiger Höhepunkt wird erreicht, als alle seinen Namen brüllen: GINCZEK! GIN-CZEK! Er sprintet aufs Feld und das Spiel ist ein anderes. Nicht unbedingt spielerisch. Aber es ist lauter, wuchtiger. Er möchte vom Ginczek zum Winczek werden, mit allem, was er hat. Und das ist viel. Daniel Ginczek ist in der Reha ein Bär geworden, der auch Türsteher in der Schräglage sein könnte, er strahlt eine enorme Stärke aus. Jeder sieht ihm den Willen und die Power an, das Spiel gegen Bochum zu drehen. Als er den Ball zum Ausgleich über die Linie schiebt, explodiert das Stadion. Stimmen überschlagen sich, beim …

Red Nose Day beim VfB Stuttgart!

Das war sie also, die Faschingsparty des VfB Stuttgart: Simon Terodde ging erst als Boxer, dann als Nussknacker. Jean Zimmer verkleidete sich als passabler Rechtsverteidiger, Timo Baumgartl als Niederstrecker und Özcan ging als Joker. Außerdem kamen über 50.000, um ein Fußballfest zu erleben – und mal wieder trugen fast alle das gleiche weiß-rote Kostüm. Sie werden es wohl nie lernen. Auch das mit dem Alkohol hatte irgendwie nicht geklappt. Dann eben Krombacher: Ähnlich geschmackvoll wie die Kostüme von Deiters in der Stuttgarter Hirschstraße. Verletzungsbedingt musste Party-Ikone Großkreutz auf der Tribüne Platz nehmen. Wieder nicht im Kader: Maxim und Klein. Gerüchteweise wollen die beiden am Dienstag eine eigene Party schmeißen und sich dann als Stammspieler verkleiden. Doch auch ohne sie kam die Faschingsparty leider nur sehr schwer in Schwung. Dass die Lauterer echte Langweiler sind, sieht man schon daran, dass sie sich immer als Teufel verkleiden. Wie einfallsreich! Außerdem bekommen sie in dieser Saison vorne wenig hin und lassen hinten sogar noch weniger zu. Und der VfB, der in den letzten Partien noch ein Garant für Spektakel war, hatte sich als Streber verkleidet …

VfB 2016 und VfB 2017: Same, same, but different?!

Euphorie zum Anfang der Rückrunde? Ja, das können wir. Köln, HSV, Frankfurt, Berlin – alles Siege Anfang 2016. Nicht immer souverän, aber was soll’s. Und jetzt: Siege gegen St. Pauli, Düsseldorf, Sandhausen und Heidenheim. Nicht immer souverän, aber was soll’s. Letzte Saison folgte ab der Heimniederlage gegen Hannover ein beispielloser Abwärtstrend – müssen wir damit wieder rechnen? Beim VfB ist alles möglich und wir müssten misstrauisch sein. Ich leg’ mal mein Ohr auf die Schienen der Geschichte: Robin Dutt gefiel uns mit seiner legendären Fuckyou-Pressekonferenz und auch Thomas Schneider, weil wir mal einen jungen Trainer aus dem eigenen Stall haben wollten. Alex Zorniger gefiel, weil er so schön schwäbisch sprach und Jos Luhukay, weil er Mr. Aufstiegs-Spezialist ist. Alles bittere Enttäuschungen. Wenn ich mir das Scheibenschießen am Ende der Spiele gegen Sandhausen und Heidenheim anschaue, dann müssen wir skeptisch sein. Klar, haben sich Spieler und Keeper in die Schüsse geworfen, aber wäre es nicht besser gewesen, die Spielkontrolle zu übernehmen gegen Gegner, denen der VfB überlegen ist? Sollten wir nicht weniger die Leidenschaft und Opferbereitschaft …

VfB Stuttgart

Die zweite Liga tut dem VfB gut!

Die sogenannte Mixed-Zone im Stadion ist die Zweikampf-Area zwischen Journalisten und Fußballern. Die Tür vom Kabinentrakt geht auf, Spieler kommen raus und gehen durch einen abgesperrten Bereich, hinter dem sich Journalisten drängeln. „Timo, Timo!“, „Mii-hiiitch!“, „Genteee!“ müssen an den verbalen Blutgrätschen der Medienschaffenden vorbei und bleiben stehen, wenn … ja, warum eigentlich? Aus Höflichkeit? Als ich durch die Mixed Zone nach dem Sandhausen-Spiel gehe, schnappe ich eine Aussage von Timo Baumgartl auf: „Die zweite Liga tut mir gut, ich bin froh diesen Weg gegangen zu sein“. Auf dem Weg aus dem Stadion reift in mir die Erkenntnis: Die zweite Liga tut nicht nur Timo Baumgartl gut, sondern der ganzen Mannschaft. Ja, sogar dem gesamten VfB Stuttgart! Warum? Nehmen wir zum Beispiel die 74. Minute: Nach einem Konter über Anto Grgic kommt ein Querschläger auf Umwegen zu Schäng Zimmer, der glockenfrei das ganze Tor offen vor sich hat hat, aber nur Keeper Knaller anschießt. Eine solch hundertprozentige Torchance nicht zu nutzen, kann man sich in der ersten Liga nicht erlauben. Oder die 77. Minute: Sandhausens Thomas …