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Wer hat Angst vor Timo Werner?

Am Ende ist Timo Werner gerne gegangen. Zu viel Abstiegskampf, zu hohe Erwartungen, zu viel Häme und Mobbing in der Kabine. Und am Ende war allen klar, dass Werner beim neuen Verein steil gehen wird. Denn beim VfB Stuttgart konnte er seine Stärken nicht einsetzen: Schnell laufen, wenig denken. Das macht er jetzt in Leipzig. Durch das Pressing/Gegenpressing-Spiel der Bullen bekommt er den Raum, den er für seine Sprints benötigt. Und vor dem Tor macht er sich keinen Kopf und haut die Dinger rein.   Timo Werner ist der Rekordmann des deutschen Fußballs. Als B-Jugendlicher beim VfB wurde er Torschützenkönig der A-Jugend-Bundesliga, mit 17 erhielt er die Fritz-Walter-Medaille in Gold und debütierte in der Bundesliga. Er ist der jüngste Debütant des VfB, der jüngste Torschütze des Clubs und der jüngste Doppeltorschütze der Bundesligageschichte. Niemand, der 100 Bundesligaspiele absolviert hatte, war jünger als er, keiner stand so oft im Abseits. Von Filippo Inzaghi heißt es, er wäre im Abseits geboren. Timo Werner könnte sein Sohn sein. Beim VfB hemmte ihn die fatale Sehnsucht der Stuttgarter nach …

Der Strafraum-Cop

Wir saßen in Nürnberg auf den Plätzen von Thomas Ziemer und Dieter Eckstein (wer sie nicht mehr kennt, siehe hier und hier) – mein Freund Kai, mehr Ice Tigers-Fan als Clubberer, hatte uns die Tickets besorgt. Gegentribüne, mit direktem Kontakt zur VfB-Kurve. Neben uns, vor uns, über uns (und beim 2:3 zwischen uns) nur VfB-Fans. Ab Minute eins schrie einer bei jeder Ballberührung Timo Baumgartls „Tiiiiiimoooo“. Dies ergänzte er wahlweise mit „Beschder Mann“ oder „Mei Sohn will Dei Triko’“ oder „… für Deutschland“. Am Anfang war das lustig, dann brüllend komisch, als der ganze Block bei jeder Baumgartl-Ballaktion „Tiiiiiimoooo“ schrie. Der Spaß war vorbei nach dem 2:0: „Halt’ Dei bleedes Maul!“ Erfolgsfans halt, oder?? ;-) Dabei kann Timo Baumgartl nicht oft genug gefeiert werden. Er trägt seine Hose so baggy wie Anthony Modeste, er hat ein Engelsgesicht wie Karlheinz Förster beim Aufstieg 1977 und er spielt so unaufgeregt in der Innenverteidigung wie seit Marcelo Bordon keiner mehr beim VfB. Timo Baumgartl ist unser Strafraum-Cop: Er macht keine Gefangenen, drischt auch mal den Ball aufs Tribünendach …