Alle Artikel mit dem Schlagwort: Simon Terodde

Was wäre, wenn …?

Bissle ruhig hier gewesen. War auch nicht viel los, neben der Verpflichtung von Orel Mangala wurde nur das neue Trikot geleakt und dazu haben wir schon vor einiger Zeit unsere Vorschläge gemacht. In erster Linie lag die zweiwöchige Stille daran, dass Sebastian im Urlaub war und uns mit seinen Fotos mächtig genervt hat und dass ich gelesen habe. Ich bin eher ein mittelschneller Leser, aber es war das Buch „4 3 2 1“ von Paul Auster, ein Brocken deutlich schwerer als ein nasser Lederball. Der amerikanische Autor erzählt in dem 1250 Seiten dicken Werk vier Mal die Geschichte von Archibald Ferguson. Es sind sozusagen vier Romane in einem, in sieben Kapiteln werden hintereinander jeweils vier verschiedene Versionen des Lebens von Ferguson dargestellt. Sie verlaufen unterschiedlich aufgrund von Eigensinnigkeiten, Risiken, Glück und Pech, Eitelkeiten, Unsicherheiten und krimineller Energien. Dieser große Roman handelt von der Macht des Zufalls, über die Sekunden im Leben, in denen sich entscheidet, ob man die Liebe seines Lebens trifft oder ob man arm oder reich wird, ob man überlebt oder nicht. Letztlich …

Smells like Team Spirit

Es ist nicht alles gut. Wenn ein Nürnberger Spieler knapp 70 Meter übers Feld sprinten darf, ohne ernsthaft angegriffen zu werden, dann ist das alles andere als erstligareif. Wenn nach einem vermeintlichen Foul alle Beteiligten mit dem Schiedsrichter diskutieren und erst merken, dass das Spiel weiter läuft, wenn der Ball im Tor ist – dann ist das unprofessionell, dann ist das AH-Fußball mit Restalkohol vom Vortag. Aber sollen wir uns jetzt über die hundertprozentigen Torchancen des mediokren Clubs aufregen und auf den Fehlern rumreiten? Oder uns vielmehr an dem unfassbaren Fan-Support erfreuen, an einer Cannstatter Kurve, die nach Nürnberg transferiert wurde? Hätte es nicht vor dem Stadion Tucher-Bier und drei-im-Weckla mit Sauerkraut gegeben, man hätte meinen können, man sei im Neckarstadion. Sollen wir nicht eher die zwei Tore in drei Minuten und Florian Klein hart abfeiern, der uns in der Nachspielzeit diesen Glücksmoment bescherte und für eine Erschütterung sorgte, die zu einem Ausschlag auf der Richterskala für Erdbeben sorgte? Nachts konnte ich nicht schlafen, denn ich habe davon geträumt. Muss schon sagen Leute, der absolute …

Stuttgart ist viel schöner als Berlin

Während der VfB den Einstieg von Daimler als Anker-Investor feiert, der für 11,75 Prozent des Vereins weniger zahlt als Manchester City für Leroy Sané (47 Bundesligaspiele, 11 Tore), geht das Liga-Leben weiter. Und das ist noch spannenender! Schließlich gibt’s in der zweiten Liga den derbsten Aufstiegskampf ever. Also Taschenrechner aus, Tabellenrechner (z.B. hier) an! Am Montag kann es im Spiel gegen Union Berlin zu einer Vorentscheidung kommen, ein Sieg des VfB Stuttgart vorausgesetzt. Dann wären die Köpenicker vier Spieltage vor Schluss sechs Punkte hinten. Die Stuttgarter könnten die Berliner aus dem Aufstiegskampf vielleicht schon ausgliedern. Drölf Punkte-Spiel also, Aufstieg oder nix, würde Pep Guardiola sagen. Super-super, um im Pep-Sprech zu bleiben, finden ja alle Union Berlin. Ich übrigens auch, weiß aber gar nicht so recht warum. Vielleicht wegen der wunderbaren und preisgekrönten Blogger-Kollegen textilvergehen.de oder wegen des Stadions „An der alten Försterei“ oder wegen der herausragenden Fans. Aber dass jetzt plötzlich alle den Trainer Jens Keller so sympathisch finden, wundert mich dann schon ein wenig. Haben sich doch die Sorgenfalten aus Schalke-Zeiten tief eingegraben in seinem Gesicht und …

Red Nose Day beim VfB Stuttgart!

Das war sie also, die Faschingsparty des VfB Stuttgart: Simon Terodde ging erst als Boxer, dann als Nussknacker. Jean Zimmer verkleidete sich als passabler Rechtsverteidiger, Timo Baumgartl als Niederstrecker und Özcan ging als Joker. Außerdem kamen über 50.000, um ein Fußballfest zu erleben – und mal wieder trugen fast alle das gleiche weiß-rote Kostüm. Sie werden es wohl nie lernen. Auch das mit dem Alkohol hatte irgendwie nicht geklappt. Dann eben Krombacher: Ähnlich geschmackvoll wie die Kostüme von Deiters in der Stuttgarter Hirschstraße. Verletzungsbedingt musste Party-Ikone Großkreutz auf der Tribüne Platz nehmen. Wieder nicht im Kader: Maxim und Klein. Gerüchteweise wollen die beiden am Dienstag eine eigene Party schmeißen und sich dann als Stammspieler verkleiden. Doch auch ohne sie kam die Faschingsparty leider nur sehr schwer in Schwung. Dass die Lauterer echte Langweiler sind, sieht man schon daran, dass sie sich immer als Teufel verkleiden. Wie einfallsreich! Außerdem bekommen sie in dieser Saison vorne wenig hin und lassen hinten sogar noch weniger zu. Und der VfB, der in den letzten Partien noch ein Garant für Spektakel war, hatte sich als Streber verkleidet …

VfB Stuttgart

Die zweite Liga tut dem VfB gut!

Die sogenannte Mixed-Zone im Stadion ist die Zweikampf-Area zwischen Journalisten und Fußballern. Die Tür vom Kabinentrakt geht auf, Spieler kommen raus und gehen durch einen abgesperrten Bereich, hinter dem sich Journalisten drängeln. „Timo, Timo!“, „Mii-hiiitch!“, „Genteee!“ müssen an den verbalen Blutgrätschen der Medienschaffenden vorbei und bleiben stehen, wenn … ja, warum eigentlich? Aus Höflichkeit? Als ich durch die Mixed Zone nach dem Sandhausen-Spiel gehe, schnappe ich eine Aussage von Timo Baumgartl auf: „Die zweite Liga tut mir gut, ich bin froh diesen Weg gegangen zu sein“. Auf dem Weg aus dem Stadion reift in mir die Erkenntnis: Die zweite Liga tut nicht nur Timo Baumgartl gut, sondern der ganzen Mannschaft. Ja, sogar dem gesamten VfB Stuttgart! Warum? Nehmen wir zum Beispiel die 74. Minute: Nach einem Konter über Anto Grgic kommt ein Querschläger auf Umwegen zu Schäng Zimmer, der glockenfrei das ganze Tor offen vor sich hat hat, aber nur Keeper Knaller anschießt. Eine solch hundertprozentige Torchance nicht zu nutzen, kann man sich in der ersten Liga nicht erlauben. Oder die 77. Minute: Sandhausens Thomas …

2017: Das Jahr der guten Nachrichten

Als Stuttgarts optimistischer Fußball-Blog (Kessel.TV-Slang: „Man muss auch mal was gut finden!“) sind wir sicher: 2017 wird das Jahr der guten Nachrichten für den VfB. Hier die ersten elf good News, weitere folgen im Verlauf der Rückrunde. Transfer-Coup von Jan Schindelmeiser Toni Sunjic wird für 19,5 Millionen nach China verkauft, er verdient bei Shanghai Shenhua 100.000 Euro in der Woche und soll dort mit Carlos Tevez ein Sturmduo bilden. Eine Schlagzeile, die ich demnächst lesen will: Chinesischer Klub greift tief in die Tasche – 25 Millionen für VfB-Star Toni Sunjic ? #VfB — Jens (@whitered1893) 23. Dezember 2016 Alexandru Maxim sonnt sich Der vielgescholtene Rumäne erhält wegen seiner schönen Hackentricks und anmutigen Bewegungen ein Angebot von Reid Anderson vom Stuttgarter Ballett. Nach zähen Verhandlungen lehnt Maxim schließlich ab und wechselt für einen knapp zweistelligen Millionenbetrag nach Gran Canaria zu Las Palmas. Nicht nur das Wetter und das Gehalt stimmen: Weil Maxim nicht auch beim achten Trainer auf der Bank sitzen will, hat er sich eine Stammplatzgarantie zusichern lassen. Der VfB ist doch der FC Bayern der …

Nur zu Gast oder Aufstieg, adé? Das große Hinrunden-Fazit.

32 Punkte, fünf Niederlagen, Platz 3, ein neuer Trainer und ein neuer Präsident: Das sind die nackten Zahlen der VfB-Hinrunde. Wie sie interpretiert werden, da ist man sich beim VfB-Anhang nicht so sicher. Während die einen in hysterische Panik verfallen und den Aufstieg bereits abgeschrieben haben, wähnen sich die anderen tiefenentspannt auf einem guten Weg. Vielleicht ist es genau diese Zerrissenheit, die als sogenanntes „schwieriges Umfeld“ bezeichnet wird. Wir wollen versuchen, in diesem Spannungsfeld ein unemotionales Hinrundenfazit zu ziehen und fragen uns: Ist das Glas halbvoll oder halbleer? Torwart: Habe ich Mitch Langerak hier zu früh gelobt? Aus einem sicheren Rückhalt wurde Ulle 2.0 Abschläge landen im Seitenaus, Strafraumbeherrschung sieht anders aus und dazu streut der Australier noch den einen oder anderen verheerenden Fehler ein. Die Legende sagt, dass #Langerak auch in zehn Jahren noch die Hände oben hat, um Brych anzuzeigen, dass er Karaman nicht berührt hat #VFBH96 — SPOX Redaktion (@spox) 12. Dezember 2016 Fazit: Er gehört ganz sicher zu den besseren Torhütern der zweiten Liga, muss aber seine Form stabilisieren. Abwehr: Toni …

Eine VfB-Weihnachtsgeschichte

Am Rande einer Allee, vis-a-vis eines roten Hauses, ganz in der Nähe eines großen Sterns, steht ein Wegweiser. Er streckt seine Arme aus: Der eine zeigt auf die eine, der andere auf die andere Seite, und auf jedem der beiden Arme steht geschrieben, wohin der Weg führt und was es bedeutet: Freude (Aufstieg) oder Chaos (zweite Liga) Es ist gut, dass der Wegweiser da ist. Denn wer hätte sonst den Weg zeigen sollen? Ein schlecht gelaunter Holländer mit dünnem Oberlippenbart und einer Vorliebe für ehemalige Schützlinge? Dann doch lieber dieser junge, forsche Blondschopf mit dem ernsten Blick, den alle gern haben müssen! Um den Wegweiser herum, auf der Wiese, stehen viele junge Männer, ihr Tatendrang ist von weitem zu erkennen. Zappelig sind sie wie junge Hunde, ungeduldig, aber auch freudig erregt, manche sind egoistisch, einige tragen verborgen einen Brustring über dem Herzen. Ab und zu flattern weiße Schmetterlinge umher und setzen sich auf die Arme des Wegweisers. Ihnen braucht er den Weg nicht zu zeigen, sie wissen ihn von ganz alleine. Kritische Geister fragen: „Was stehen …

VfB Stuttgart: Eine Foto-Love-Story

Im Jugendmagazin BRAVO (Für die Jüngeren: so eine Art 80er Jahre Printvorläufer von Instagram, red! und youporn) gab es neben Dr. Sommer die zweitwichtigste Rubrik: die Foto-Love-Story. Meist ging es um Liebe, Intrigen, Hautunreinheiten und das erste Mal. Und für die meisten Teilnehmer des #InfluencerDay beim VfB war es tatsächlich das erste Mal, hinter die Kulissen des Stadions und die Abläufe eines Spieltags blicken zu können. Eingeladen waren reichweitenstarke Youtuber, trendy Instagramer, erfolgreiche Fotografen. Und wir. Die Geschichte dieses Tages wollen wir auch mit einer Foto-Love-Story erzählen. Dabei geht es wie in der BRAVO um Liebe, Liebe zum Verein. Beim ersten Teil des Influencer Days vor einigen Wochen waren mehr so gramende und bloggende Fashionistas eingeladen (Skandal, dass wir nicht dabei waren!) Die Kollegen bei Teil zwei sind mit 20.000, 50.000, 100.000 und mehr Fans und Followern auch dick im Geschäft, haben aber mit dem VfB nicht so viel am Hut, während wir mit unserem Quality-Content-Mix aus Cicero-, Gala-, und Apotheken-Umschau-Texten ein gebildetes, gut aussehendes und vor allem brustringbegeistertes Publikum ansprechen. Vom kompetenten „Arena-Guide“ Sebi erfahren wir die wirklich …

The Nowhere Man

Seit Gotoku Sakai beim Hamburger SV zum Mannschaftskapitän berufen wurde, wissen wir: Das Amt ist total überschätzt. Bisher dachten wir, der Spielführer wäre eine Persönlichkeit, der in der gesamten Mannschaft mit Respekt begegnet wird. Ein Spieler, der wegen seiner Leistung unantastbar ist. Einer, der Verantwortung übernimmt in kritischen Phasen eines Spiels. Einer, der andere mitreisst und führt. Die ZEIT meint dagegen auch, dass ein Kapitän nicht mehr wichtig sei. Aber ok, vielleicht sollten wir uns nicht am Tabellenletzten der Bundesliga und an den Guardiolanern einer Wochenzeitung orientieren. Der Kapitän des VfB heisst seit Sommer 2013 Christian Gentner. Er ist eine Integrationsfigur im wahrsten Sinne des Wortes: Er kommt aus der Jugend des VfB, wurde 2007 Meister und 2009 gleich nochmal (allerdings mit Wolfsburg) und nach Aussage von Serey Dié kümmert er sich um die Neuzugänge: Hilft ihnen beim Einleben, erklärt ihnen die Kehrwoche, unterstützt sie beim Auto-Kauf. Klar, das ist wichtig, aber entscheidend ist auf dem Platz. Wir wollen kurz beleuchten: Wie sieht das Aufgabengebiet von Kapitän Gentner aus und wie gut füllt er die …