Alle Artikel mit dem Schlagwort: Thomas Hitzlsperger

Sami, Sansibar und die Ausgliederung

Am Wochenende traf ich die Ausgliederung auf ein Glas Champagner in der neuen Sansibar. Wir hatten uns ein wenig aus dem Auge verloren, es gab Wichtigeres, wie die Auswärtsfahrt nach Hannover, ich musste mich mit meinem Freund Sammy ganz furchtbar über das 0:1 ärgern, aber immerhin saßen die Spielerfrauen Gentner, Ginczek und Zimmermann schräg hinter uns im Oberrang der Osttribüne. Und natürlich das Grand Final mit dem 4:1 dem Platzsturm und der Feier. Sie sah nicht so gut aus wie Frau Ginczek, die Ausgliederung. Die Augen müde mit dunklen Rändern drumrum, das Gesicht fahl und eingefallen, die Haare ungewaschen. Ich fragte sie: „Was ist denn los, Du siehst ja aus als ob Du eine Woche durchgefeiert hättest.“ „Boah, die ganzen Veranstaltungen mit dem Präsidenten schlauchen mich extrem, jeden Tag woanders, ich bin froh, wenn diese Ochsen-Tour über die Dörfer vorbei ist!“ „Immerhin war einer mit dabei!“ „Was, wer …?“ „Na, ein Ochse, Daniel Ginczek war bei einer Veranstaltung an Deiner Seite!“ „Richtig, und seine Frau ist auch sehr nett, beeindruckend was die alles über Fashion …

Fack ju, zweite Liga!

108 Tage nach dem Abstieg aus der ersten Bundesliga wird es Zeit, die Aktivitäten des VfB zu bewerten. Passend zum Schulbeginn nächste Woche vergeben wir Schulnoten. Auf gehts VfB, Schulhefte raus, habt Ihr alle Eure Hausaufgaben gemacht seit Mai? Aufsichtsrat Sind wir ehrlich, der Aufsichtsrat ist auch nur ein Fan. Denn als Trainer den Aufstiegsspezialisten Jos Luhukay und als Stürmer den Zweitliga-Torschützenkönig Simon Terodde zu holen, das hätte jeder kicker- und SportBILD-Leser auch gemacht. In der Personalie Sport-Vorstand hat der Aufsichtsrat allerdings viel zu lange gebraucht, was einen enormen Zeitverlust bei der Planung des Kaders nach sich zog. Nur einen Präsi-Kandidaten zur Wahl zu stellen, dessen Vergangenheit kontrovers diskutiert werden kann, ist auch nicht unbedingt eine Meisterleistung. Dafür haben Pooth, Schäfer und Jenner einen Meister für die Fan-Seele integriert: Thomas Hitzlsperger. Dass dessen Aufgabengebiet „nachjustiert“ werden muss, so Schindelmeiser, offenbart leider, was es ist: Eine populistische, leicht hilflose Maßnahme. Der Aufsichtsrat braucht dringend Nachhilfeunterricht in der Führung eines Fußball-Vereins. Note 4,5 Sportvorstand Zum Amtsantritt warnte Jan Schindelmeiser, dass der Kader nicht aufstiegsfähig sei. Um danach scheinbar nichts zu machen. …

Schwäbisch by nature!

Na klar, die Steilvorlage in Form der Achtelfinal-Niederlage der Engländer gegen Island haben alle für einen billigen BREXIT-Witz genutzt – wir auch. Dabei kamen alle Teams from UK ins Achtelfinale, richtig Spaß machen sie alle, selbst England, irgendwie. Man soll sich Great Britain nie als Vorbild nehmen, trotzdem gibt es Gerüchte, dass ein reines Schwaben-Team gegründet werden soll. Auch die Bayern (natürlich!) überlegen, eine „Freistaat-Auswahl“ ins Leben zu rufen. Nee, wirklich. Herausgekommen ist das durch die sogenannten „Schwoba-Papers“, die von Hansi Müller (obviously!) geleakt wurden. Für mich kämen diese revolutionären Pläne zum perfekten Zeitpunkt, denn im Moment fremdle ich mit dem neuen Zweitliga-VfB ein bisschen. Sechs Wochen ohne Sportverantwortlichen. Das schafft noch nicht mal 1860 München. Dazu ein Kader, der aufgrund der vielen Unsicherheiten wie ein unlösbares Puzzle wirkt. Das „Tragische Dreieck“ schreibt, „tatsächlich herrscht im Umfeld des VfB bereits wieder so etwas wie Euphorie.“ Echt? Das kann ich so gar nicht spüren. Ich bin wohl kein Umfeld, bei mir ist es das volle Gegenteil. 

Denn ich muss zuschauen, wie einfallslos nach neuen Spieler geschaut …

Der Ungeliebte

Immer wenn die Nationalmannschaft spielt, denke ich über meinen Beziehungsstatus zu Mario Gomez nach. Wenn er mir seit 2009 begegnet, weiss ich nicht so richtig, was ich fühlen soll. Er schoß uns zur Meisterschaft 2007, oiner von uns, dem man anmerkte wie sehr er es liebte, für den VfB zu spielen. Aber auch einer, der nach München wechselte, nachdem er vier Tore gegen Wolfsburg schoß. Das nahm ich ihm damals wirklich übel, ich dachte, er könne sich den bequemen Zwischenschritt in München sparen und gleich zu Real Madrid, Chelsea oder ManUnited gehen. Anstatt dessen ließ er sich vom Rekordmeister vereinnahmen, hampelte in Lederhosen rum und wurde gebrainwasht mit der „Mia-san-mia“-Doktrin bis er schließlich selbst dran glaubte, ein geborener Bayer zu sein. Das schmerzt. In München mochten sie Gomez allerdings nicht. 33 Millionen für einen Chancen-Verstolperer und -Versemmler, so die langläufige Meinung. Für diesen schwerfällig wirkenden Stürmer, der nicht selten unbeholfen durch den Strafraum tapste. In München sah er deshalb aus wie ein großer, trauriger Bär. Er hat sich zwischendrin auch an ein paar Dribblings versucht, …

Pirates of the Neckaribbean

Stürmische Zeiten in Cannstatt. Der Stuttgarter Schoner mit dem prägnanten roten Ring um den Rumpf hat Schiffbruch erlitten und muss schnellstens wieder flott gemacht werden, damit man durch die kabbeligen Zweitligagewässer sicher in den reichen Hafen namens Bundesliga einfahren kann.  Aber von wem? Nachdem das Robin Dutt kielgeholt wurde, Bernd Wahler über die Planke geschickt wurde und man Jürgen Kramny fürs erste auf einer einsamen Regionalliga-Insel ausgesetzt hat, herrscht große Unklarheit darüber, wer nun das Sagen hat. Immerhin ist bereits ein neuer Steuermann gefunden: Der niederländische Freibeuter Schnauzer-Jos soll das angeschlagene Schiff wieder auf Kurs bringen. Dass er die Gewässer mit all seinen Gefahren wie den Kaiserslauterner Klippen, den Fürther Felsen und dem Sandhäuser Strudel kennt wie seine Westentasche, steht außer Zweifel. Die große Frage: Wer rekrutiert die neue Crew? Wer hat das Kommando? Doch noch fehlt ihm eine verlässliche Crew für das große Abenteuer. Viele, die in der Vergangenheit als erfahrene Seemänner angeheuert wurden, stellten sich schnell als Leichtmatrosen heraus. Und schon jetzt vermisst man den ersten Maat mit den benineschen Wurzeln, der sich …

Meine Traumreise mit Jürgen Klinsmann

Der VfB ist in der zweiten Liga, was bleibt einem da als VfB-Fan noch? Nostalgie, klar, der Blick auf Meisterjahre und sonstige emotionale Momente der Vergangenheit. Und es die Zeit zum Träumen. In letzter Zeit, schätze seit rund zwei Monaten, wiederholt sich bei mir immer wieder ein Traum. Also kein Tagtraum, sondern ein Traum, Ihr wisst schon, so richtig beim Schlafen. Und der Traum geht so: Es muss ein schöner Sommertag sein, jedenfalls trage ich mein kurzärmeliges VfB-Traditionstrikot, meine tief ins Gesicht gezogene Schildmütze mit der Aufschrift „Faith“ und eine Sonnenbrille. Ich bin auf dem Weg ins Stadion und ich bin guter Laune. Offensichtlich befindet sich der VfB in meinem Traum nicht im Abstiegskampf. Es sind sogar alle gut drauf. In der S-Bahn wird viel gelacht, mir fällt auf, dass mich einige verstohlen mustern, ein paar nicken mir zu. Ich nicke zurück, bin ja ein freundlicher Mensch. Meistens. Wie immer bin ich so zeitig dran, um beim PSV eine Rote zu essen und mir ein Bier schmecken zu lassen. Beim Anstehen auf die erste Halbe …

Die tragischen Meister von 2007

Kevin Kuranyi kommt zurück in die Bundesliga, das wird allenthalben gefeiert, zu allererst von ihm, denn er ist eine tragische Figur im deutschen Fussball. Einst hochgelobt als Stürmerhoffnung in der Post-Rumpelfuß-Ära, wurde er von Jürgen Klinsmann rasiert vor der WM 2006. Zwei Jahre später wurde er während des Länderspiels gegen Russland auf der Tribüne bepöbelt und floh wortlos aus dem Stadion. Joachim Löw hatte wenig Verständnis dafür und suspendierte ihn. Und als schliesslich sein Heimatverein VfB Stuttgart 2007 Meister wurde, war Kuranyi zwei Saisons vorher nach Gelsenkirchen gewechselt, vermeintlich wegen der besseren sportlichen Aussichten und Zahlen, die in der Gehaltsabrechnung auf Schalke ein bisschen größer waren als im Kessel. Als Stuttgarter Homeboy, der gerne am Waranga und abseits cornert, hätte Kuranyi auch nach Stuttgart gepasst; weniger sportlich, denn an Daniel Ginczek, Martin Harnik und Timo Werner käme er nicht vorbei, eher folkloristisch, denn Karrieren verlaufen beim VfB oft tragisch. Besonders auffällig ist dies bei der Meisterschaftmannschaft 2007. Timo Hildebrand: Irritierte durch seinen Vertragspoker und verließ nach überragenden Leistungen (Bochum!) den VfB nach der Meisterschaft in …

Wenns drauf ankommt, gewinnt der VfB (fast) immer!

Es gibt sie immer wieder in der Geschichte des Vereins, diese Spiele, die über die Zukunft entscheiden. Crunchtime, wie die Amerikaner es nennen. Buchwald, Balakov, Khedira, Hitzlsperger, Harnik: Wenn es drauf ankam, war der VfB da, die wirklich wichtigen Spiele wurden in der Vergangenheit gewonnen. Ein gutes Omen? Das Spiel gegen Hertha ist das wichtigste Spiel in der jüngeren Vereinsgeschichte, so wichtig für Verein und Mitarbeiter, die Fans, die Region und das Milfaneo, da könnte ich vor lauter Nervosität nicht auf dem Platz stehen. Und vor dem Fernseher halte ich es wohl auch nicht aus. Schaun mer mal, was ich mache. Vielleicht hilft Alkohol. Obwohl. Oh nein, ich werde nach dem Spiel bei Sport1.fm zugeschaltet, da muss ich einen guten Eindruck machen. Optimistisch bin ich, wenn ich auf sogenannte Entscheidungsspiele in der Vergangenheit blicke, denn die konnte der VfB mehrheitlich für sich entscheiden: Es ist nur eine kleine persönliche Auswahl, vielleicht habe ich das eine oder andere Spiel vergessen oder verdrängt. Es fällt mir wohl nur geil ein, aber irgendwie muss ich mir die Situation …

Lukas Podolski

Podolski zum VfB Stuttgart?

Ohne Manager ist der VfB derzeit sportlich kaum handlungsfähig, deshalb steht der Trainer Veh auch überhaupt nicht zur Disposition. Denn: Wer soll ihn entlassen und noch viel wichtiger – wer soll einen neuen Trainer finden? Bei den Winter-Transfers wird der VfB deshalb wenig einfallsreich agieren, in alten Unterlagen von Fredi Bobic blättern und sich auf bekannte Namen konzentrieren in der Hoffnung, dass sie irgendwie zum Porte­mon­naie des Tabellenletzten passen. Stelle mir vor, wie jemand aus Cannstatt hektisch versucht, zu Højbjergs Verein Kontakt aufzunehmen. Und beim Pförtner steckenbleibt. — heinzkamke (@heinzkamke) 17. November 2014 Der Münchner Pierre-Emile Højbjerg würde in dieses Muster passen, Problem ist nur: Der Däne hat höhere Ambitionen und geht nach Augsburg ;-) und auf seiner Position hat der VfB ausnahmsweise kein Problem. Einen Namen wird selbst der VfB nicht verpassen haben, er steht im kicker, in jedem Sportteil, wurde rund um das Länderspiel gegen Spanien rauf und runter diskutiert: Weltmeister Lukas Podolski. Er braucht Spielpraxis, ist bei Arsenal unzufrieden und strebt einen Wechsel an. Bevor er in der Türkei, in Italien oder …