Querpass, VfB
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The promised Ländle

„Wir müssen liefern.“ Das war eine von Wolfgang Dietrichs Lieblingsäußerungen im Vorfeld der Ausgliederung. Und in der Tat: Das müssen sie. Denn in knapp 50 Tagen startet die Bundesligasaison 2017/2018. Wie wir seit Donnerstag wissen mit einem Auswärtsspiel in Berlin. Doch bevor die Mannschaft Punkte liefern muss, ist es die Aufgabe des Sportvorstands Jan Schindelmeiser, dafür zu sorgen, dass sie dazu auch in der Lage ist. Schauen wir mal, wie vier Tage vor Trainingsbeginn die Lage im Ländle so ist.

Der VfB Stuttgart ist aufgestiegen, hat ein neues Trikot und einen neuen Bus. Das reicht anscheinend für große Euphorie, denn der Dauerkartenrekord ist in greifbarer Nähe. Sogar wir haben uns eine geleistet. Aber dazu an anderer Stelle mehr. Das einzige, was die gute Laune trübt, sind die Transfers. Oder besser gesagt, ihr Ausbleiben. Denn bei den Neuzugängen stockt es noch ein wenig. Wird Schindy die Daimler-Millionen nicht los? Genau ein neuer Spieler wurde bisher verpflichtet: Der 19-jährige Orel Mangala, der aus Anderlecht kam. Natürlich ist es eine reine Wunschvorstellung des gemeinen Fans, dass beim ersten Training am Montag bereits der komplette Kader für die kommende Saison auf dem Feld steht. Vielleicht hatte Fredi Bobic tatsächlich Recht und die besten Transfers werden immer erst kurz vor Schluss eingetütet. Dennoch bleibt ihnen dann keine Zeit, sich einzuspielen. Und überhaupt: Frediland ist jetzt in Hessen. Dass Hannes Wolf und Jan Schindelmeiser bei den Neuverpflichtungen  Qualität vor Schnelligkeit setzen ist richtig und wichtig. Andererseits gibt es noch eine Menge zu erledigen und die Uhr tickt.

Wir behaupten mal, dass noch mindestens fünf bis sechs Neuzugänge nötig sind, um entspannt in die neue Saison starten zu können.

• Einen Innenverteidiger, auf den man sich bedingungslos verlassen kann
• Ein Backup für Emiliano Insua
• Einen Außenverteidiger für die rechte Seite
• Einen Sechser, der in der Bundesliga garantiert funktioniert
• Einen Mané-Ersatz
• Einen Maxim-Ersatz

Die Namen, die im Topf der Gerüchteküche vor sich hinbrodeln, klingen nach großem Kino: A. Donis, Barbosa, Pasalic, Pol Lirola. Alles hoch veranlagte, junge Talente. Jeder einzelne ein großes Versprechen an die Zukunft und vermutlich ein Glücksgriff für den VfB Stuttgart. Andererseits alles Wundertüten. Denn bei keinem von Ihnen kann man sich sicher sein, dass er den mentalen und physischen Anforderungen der Bundesliga gewachsen ist. Auch deswegen ist es verwunderlich, dass man Maxim für 3 Millionen zu Mainz ziehen ließ, ohne wirklich einen Ersatz für ihn zu haben.

Jan Schindelmeiser sagte, dass man den Klassenerhalt nicht ausschließlich mit 19-Jährigen schaffen kann. Deswegen darf man davon ausgehen, dass er nicht nur Europas Toptalente im Visier hat, sondern auch die alten Säcke mit Ligaerfahrung. Klar, mit Spielern wie Aytaç Sulu, Roberto Hilbert und Eugen Polanski entfesselt man garantiert keine neue Bewegung der jungen Wilden und vermutlich keine Euphorie bei den Fans. Aber diese Spieler wissen, wie der Hase in der Liga läuft und wären das perfekte Regulativ für die jungen Talente.

Vor einem Jahr gruselte uns vor Namen wie Baumjohann und Ronny. Jetzt soll Stuttgart zum gelobten Land für talentierte Kicker aus ganz Europa werden. Jan Schindelmeiser schraubt erneut an den großen Lösungen. Barbosa zum Beispiel ist Olympiasieger und wechselte erst vor einem Jahr zu Inter Mailand – für 30 Millionen! Und viel wichtiger: „Gabigol“ hat nicht nur 1,4 Millionen Instagram-Follower, sondern ist mit Rafaella, der Schwester von Neymar, zusammen! Ja, DER Neymar! Ein Fest für den VfBoulevard und #SpielerfrauenTV.

Versucht der VfB Stuttgart also von verbotenen Früchten zu naschen, die viel zu weit oben im Baum hängen? Riskiert Schindelmeiser zu viel, weil diese Leihgeschäfte nicht nachhaltig sind? Oder beweist der Sportvorstand bei den Transfers das Geschick, das damals schon Luiz Gustavo und Carlos Eduardo nach Sinsheim brachten? Wir trauen ihm jedenfalls zu, einen konkurrenzfähigen und ausgewogenen Kader zusammenstellen. Vielleicht schnürrt er ja wieder kurz vor Schluss einen Transferdreierpack. Wir freuen uns jedenfalls schon auf auf Rafaellas Instagram-Livestories aus dem Vivaldi. Sie hat übrigens 3,3 Millionen Follower. Kein Wunder bei den süßen Hundefotos.

Ein von @rafaella geteilter Beitrag am

 

6 Kommentare

    • @buzze sagt

      Das stimmt. Aber diese Personalie sehen wir nicht so kritisch, weil es bei einem Keeper nicht ganz so wichtig ist, dass er die Saisonvorbereitung mitmacht.

  1. drausvomLande sagt

    Ihr seid mir zu schnell, ich hänge immer noch bei „was wäre wenn“, bin von dort in unsere Parallel-Universen abgedriftet, habe da übrigens Dietrich und andere aus den AG-Gremien wieder gefunden und mich gemeinsam mit ihnen über Messi- und Neymar-Verpflichtungen gefreut (was wollt ihr denn mit der Schwester, Mann, ich hab das Original …)
    Weckt mich ja nicht auf …

    • @abiszet sagt

      Du schon wieder! :-) Nicht nur wegen Messi, Neymar, Gabigol ist der was-wäre-wenn-Modus ganz spannend. Aber spätestens zu Saisongewinn solltest Du wieder in den hier-und-jetzt-Modus schalten.

  2. drausvomLande sagt

    Hat sich Dein unschlagbarer Optimismus in einer Freudschen Fehlleistung niedergeschlagen?
    Saisongewinn statt Saisonbeginn?
    Mist, jetzt bin ich wach …

    • @abiszet sagt

      Ach, die verdammte Autokorrektur, immer wieder verarscht sie mich, wie auch im StZ-Ticker, wo sie mir beharrlich aus Gentner einen Rentner macht … aber schön, dass Du wieder im hier und jetzt angekommen bist!

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