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Eine schrecklich nette Familie

1:3 gegen antiseptische Bayern, ein gutes Ergebnis, da sind sich alle einig. Nicht abgeschossen worden zu sein, ist die beste Nachricht in einer Woche, in der der VfB einen Negativrekord nach dem anderen aufstellt. Eigentore, Abseitsstellungen, Passquoten, Niederlagen gegen Bayern, naive Vertragsgestaltungen, Selbstzufriedenheit, lachhafte Gedankenspiele über mögliche Neuzugänge für die nächste Saison.

„Wir haben gut gespielt, mit unserer Leistung können wir zufrieden sein“, ja Herr Schwaab, da haben Sie sich mal wieder selbst entlarvt. Bequem ist der VfB. Nicht nur, dass Tore im Sitzen geschossen werden, schon mit einem 2:2 gegen Darmstadt und einem 1:3 gegen München ist der Verein zufrieden. Schließlich brauche man nur noch fünf Punkte in den letzten fünf Spielen, wie Trainer Jürgen Kramny ausrechnete als wolle er damit sagen: „Ruhig Leute, ersma‘ chillen, alles cool.“

Bayern Münchens Spiel wirkt sedierend auf alle. Im Mittelfeld passt der biedere Architekt Xabi Alonso seine Bälle weit und hoch und akkurat mit Geodreieck und Zirkel an seine Nebenleute. Pass folgt auf Pass folgt auf Pass, quer, vor, zurück, zwischen und hinter die beiden Abwehrketten des VfB. Franck Ribery dagegen muss die Strafarbeit erledigen, Pep Guardiola gab ihm wohl mit, dass er mindestens 15x Florian Klein umspielen müsse. Das schafft der Franzose locker, der alte Schulhof-Trickser, der den Ball deshalb nie abgibt bevor er nicht mindestens drei Mann umspielt hat. Er nervt alle, zu allererst natürlich Klein, der sich bemüht, mit dem man aber Mitleid haben muss.

Gegen Münchens berechenbares Schema P (P = Pass) ist mehr drin als ein 1:3. Aber wenn man für ein 1:3 gelobt wird, dann scheint das dem VfB zu reichen. Er ist eine schrecklich nette Familie, die eigentlich nur richtig lustig ist, wenn man kein Fan des VfB ist. Jürgen Kramny hat den Flow des Trainerwechsels mit Verzögerung aufgenommen, mittlerweile scheint es so, als ob er den Mangel verwaltet. Den Mangel an Ambition in der Mannschaft, die durch Verletzungen immer weiter sinkende Qualität und die mangelnde Perspektive eines Vereins, der die fünfte Übergangssaison beendet und in die sechste einsteigen wird. VfB, der Verein für Übergangssaisons, ein Slogan fast genauso schlimm wie „Furchtlos und treu“.

Bernd Wahler, das nicht unbedingt hoch geschätzte Oberhaupt der VfB-Familie, konzentriert sich voll auf die Ausgliederung, sportliche Impulse sind von ihm nicht zu erwarten. Er hat gelernt, nicht immer mitzureden, wenn man nicht richtig im Thema ist. So liegt die ganze Verantwortung auf Robin Dutt, der aber nach weiteren Schultern sucht – vorzugsweise solche von Kumpels und ehemaligen Weggefährten – um sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen. Im Moment steht er aber mittendrin, da er Filip Kostic eine Ausstiegsklausel gewährt und den Wechsel von Antonio Rüdiger komplett verbockt hat. Wenn ich dran denke, dass AS Rom die Kaufoption zieht (und das werden die machen) und Rüdiger für sicher mehr als 25 Millionen weiter nach Chelsea verkaufen, dann knockt mich das aus.

Der Abstieg wird verhindert werden, auch wenn weiter haltbare Treffer fallen in kurze oder lange Ecken, die besten Spieler verlassen den Verein und das Vertrauen, dass die Mannschaft nicht erneut schlechter wird nach dem Schnitt im Sommer, ist von meiner Seite gering. Ich möchte mir nicht vorstellen, was mit den Transfererlösen von Kostic und den Einnahmen einer möglichen Vereins-Ausgliederung passiert, wenn beim VfB ernsthaft über Sandro Wagner nachgedacht wird.

Was sagt Al Bundy zur Situation des VfB?
„Ich bin bestimmt nicht verzweifelt. Verzweiflung setzt Hoffnung voraus.“

1 Kommentare

  1. drausvomLande sagt

    nächstes Jahr wird alles besser, ohne Scheiß
    ————————————————
    nächstes Jahr gehört das Stadion wieder uns
    und nicht den Bayern-Fans
    nächstes Jahr spielt Freiburg in der ersten Liga
    dann sind die Bayern-Fans dort
    nächstes Jahr beginnt eine neue Ära
    weil ja die von Didavi dieses Jahr endet
    nächstes Jahr haben wir geile Spieler
    die wir dank Ausgliederung und Kostic kaufen können
    ————————————————
    nächstes Jahr wird alles anders, kein Scheiss

    letztes Jahr und vorletztes Jahr und auch das Jahr davor und davor und davor, da haben wir es nicht geschafft.
    Aber dieses Jahr wird es uns gelingen, wir gehen in Liga 2.

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