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VfB will Trainer Mourinho nicht!

Thomas Tuchel ist seit knapp einem Jahr der heißeste Scheiß in der Bundesliga. Schalke, Dortmund, Leipzig, Hamburg, TSV Winsen, jeder will ihn. Sogar ein Gedankenaustausch zwischen Pep Guardiola und Tuchel soll es gegeben haben. Im Anschluss schmiss sich dem Vernehmen nach Karl-Heinz Rummenigge an Tuchel ran und rang ihm das Versprechen ab, dass, wenn er irgendwo einen Vertrag unterschreibt, dies bitte nur mit einer Ausstiegsklausel für den FC Bayern tun soll. Alle sind also scharf auf Tuchel und wo will der hin? Zum VfB Stuttgart! Fällt mir nur geil ein. Aber, wenn man einem Artikel der Stuttgarter Zeitung glauben darf (siehe hier), dann will der VfB den Tuchel nicht. Wie bitte?

Wir haben dies in einem kleinen Text bereits im Februar augenzwinkernd thematisiert (siehe hier): Thomas Tuchel passt perfekt nach Stuttgart. A sort of homecoming, vielleicht hat Tuchel romantische Gefühle, denkt an seine Zeit als Barkeeper in der RadioBar und als Nachwuchstrainer beim VfB zurück. Tuchel liebt Herausforderungen. Und neben dem HSV ist der VfB die größte Challenge der Bundesliga. Herz und Verstand, win und win, Traum und Wirklichkeit. Läuft.

Aber wenn man ein bisschen nachdenkt, dann kommt man schon drauf, warum der VfB nicht auf Tuchel steht. Die Trainersuche für die Saison 2015/2016 wurde sicher mit Unterstützung einer „professionellen Personalagentur“ (Bernd Wahler) durchgeführt, das Ergebnis wurde zunächst „knallhart analysiert“ (Wahler) und dann „schonungslos evaluiert“ (wieder Wahler, wer sonst?).

Aber ausschlaggebend war in Wirklichkeit dieses Gespräch zwischen Wahler und Robin Dutt:
„Du Robin, haste das gehört, wir können den Tuchel kriegen!“
„Bist Du verrückt?“
„Warum?“
„Der krempelt uns alles um!“
„Wie meinste das, Robin?“
Dutt lehnt sich zurück:
„Pass auf Bernd, ich sag‘ Dir eins: Wenn der Tuchel kommt, ist es hier vorbei mit der Gemütlichkeit. Der wird hier keinen Stein auf dem anderen lassen, sich von niemanden reinreden lassen. Der wird keine Rücksicht nehmen auf alte Verdienste, die Meinung von Alt-VfB’lern in den Wind schreiben und überall seine Nase reinstecken und auch überall was entdecken – ich bin erst kurz da, kann das für Dich unangenehm werden?“
Wahler wird ungewöhnlich ernst: „Dann geht das nicht!“
„Und wir haben doch so gut wie sicher den Zorniger. Echt ein netter Typ, total kompetent und weisste was: Der bat mich sogar um einen Ratschlag!“

Wir rufen Bernd Wahler zu: „Don’t Dutt it!“ Lassen Sie Ihren Worten bitte Taten folgen, dass es tief gehende Veränderungen beim VfB geben soll. Sie wollen doch nicht als derjenige da stehen, der eine Horror-Saison nach der anderen zu verantworten hat. Und Sie wollen sicher diese Nachrichten nicht lesen, mal sehen, was der StZ noch so einfällt:

VfB will Mourinho nicht: „Unser Trainer spricht viel besser deutsch“

VfB lehnt van Gaal als Trainer ab: „Unser Feierbiest heißt Zorniger“

VfB braucht Ancelotti als Trainer nicht: „Designeranzüge auf der Bank trägt bei uns nur Labbadia!“

Ja natürlich, das ist alles maßlos übertrieben, Tuchel ist nicht Mourinho. Tuchel hat nicht die Champions League gewonnen und hat auch noch nicht bewiesen, dass er außerhalb von Mainz erfolgreich sein kann. Aber falls der VfB tatsächlich die Chance hat, einen Trainer wie Tuchel zu verpflichten, muss er sie ergreifen! Alleine schon, um ein Signal zu setzen. Denn die Angst der Fans vor einem Abstieg mag groß sein. Mindestens genauso tief sitzt allerdings die Furcht, dass sich im Falle des Klassenerhalts nichts ändern wird.

Immer gesetzt den Fall, die Andeutungen in der StZ stimmen überhaupt. Oder wird gar Politik gemacht über diesen Artikel? Lasst uns mal den Spaßmodus ausschalten: Wird mit den Sehnsüchten der Fans gespielt? Werden sie gezielt eingesetzt, um von vorne herein den neuen Trainer zu diskreditieren? Denn klar ist, dass es wohl keinen außerhalb des Clubhauses gibt, der nicht gerne Tuchel auf der Bank des VfB sehen würde. Schade wäre, dass durch diese Spekulationen jeder neue Trainer mit Tuchel verglichen werden und er es zumindest zum Start schwer haben würde. Fraglich ist dabei, wer daran beim VfB Interesse haben könnte. Ein Entscheidungsträger, der sich mit dem Wunsch nach Tuchel nicht durchgesetzt hat?

Kommentar auf der vertikalpass-Facebookseite

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Und mal ehrlich: Tuchel hat sicher andere Optionen. Der HSV bemüht sich um ihn, ich weiß allerdings nicht, ob diese Meldung mehr Substanz hat als die Stuttgarter Gerüchte. Englische Vereine sind genauso im Rennen wie ein großer Ringtausch: Markus Gisdol geht von Hoffenheim nach Leipzig und Tuchel übernimmt in Hoffenheim. Und wenn er noch ein bisschen wartet, dann tut sich in Gelsenkirchen sicher auch was.

Und was sagt Jan Delay dazu?
„Der VfB will den Tuchel nicht, denn er ist vergiftet. Vergiftet!

Hier dargestellt die Kraft des Konjunktivs:

Die vagen und spekulativen Stellen im Text der Stuttgarter Zeitung sind hervorgehoben. Ich habe sicher welche übersehen.

Die vagen und spekulativen Stellen im Text der Stuttgarter Zeitung sind hervorgehoben. Ich habe sicher welche übersehen.

Bild:
Photo Works / Shutterstock.com

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