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Zurück zur Normalität

Für was steht der VfB seit einigen Jahren: Neben leidens- und begeisterungsfähigen Fans, misslungenen Transfers und einem chronischen Loch in der Innenverteidigung sind es die Trainerwechsel, die alle paar Monate anstehen. Man fragt sich in Bad Cannstatt womöglich: Kann man nicht irgendwo ein Abo abschließen auf neue Trainer? Kann man die nicht günstig leasen? Wundern würde einen solche Fragen nicht bei der wirtschaftsgeprägten Führungsebene der Roten.

Beim VfB ist es jedenfalls vollkommen normal, dass wieder ein neuer Trainer gesucht wird. Diese immer wiederkehrende Routineaufgabe wird ab und zu von der Tagesaktualität überlagert: 1:0 beim Tabellenletzten Kaiserslautern, der 15 verletzte oder gesperrte Spieler zu beklagen hat. Immerhin 25 überzeugende Minuten, in denen ein bisschen Spielkultur und Dominanz zu sehen ist. Über 10.000 Fans, die erneut ein Auswärtsspiel zum Heimspiel machen (und das am einstmals gefürchteten Betzenberg): Alles total normal für den VfB, der schließlich aufsteigen will.

Zuletzt war es beim VfB mit dem Spielsystem so wie beim Ungeheuer von Loch Ness: Viele sprechen darüber, allen voran Ex-Trainer Jos Luhukay, keiner hat es je gesehen. Das Spiel in Kaiserslautern ist ein kleiner Fortschritt. Was ist uns positiv aufgefallen?

– Takuma Asano kann eine gute Rolle in der Manschaft spielen, auch ohne deutsch zu sprechen.
– Alexandru Maxim sieht jünger aus als Ronny, ist mindestens so gut wie er, nur an seinen Standards muss er noch arbeiten. In der Verfassung von Kaiserslautern sollte er immer in der Startelf stehen. Möglichst zentral und nicht auf die linke Außenbahn geschoben.
– Kevin Großkreutz kann tatsächlich besser Fußball spielen als Instagram-Einträge schreiben. In der Form hat er gegenüber Tobias Werner die Nase vorn.
– Hajime Hosogai ist der gesuchte Ein-Mann-Bienenschwarm. Extrem fleißig im defensiven Mittelfeld, griffig im Zweikampf, gerade in der ersten Halbzeit überall dort, wo es ein Loch zu stopfen gilt. Dazu ständig am organisieren, erstaunlich kommunikativ, obwohl er nicht in Deutschland geboren ist.

Ja, die kleinen Seitenhiebe auf Luhukay kann ich mir nicht verkneifen, der es als schwierig empfand, mit Spielern aus 15 Nationen zu arbeiten. Komisch, dass Bayern München mit einem Kader aus 11 Nationen seit Jahren alles in Grund und Boden spielt.

Das solls aber gewesen sein. Denn wir sollten nicht groß zurückblicken auf die kurze Luhukay-Ära, Spieler sollten nicht als Luhukay-Spieler (Terodde, Kaminski, Werner, Hosogai) oder als Schindelmeiser-Spieler (Grgic, Asano, Mané, Pavard) gesehen werden. Es darf keine zwei Lager geben in der Mannschaft und im Verein. J-Lu ist weg, Shindy noch da, was zählt ist aufm Platz. Was allerdings fehlt, ist ein Trainer. Total normal, dass viel spekuliert wird, dass Namen wie Domenico Tedesco, André Breitenreiter (wohl auch bei Bremen im Gespräch) und Markus Gisdol fallen.

Schindelmeiser macht einen bodenständigen und geradlinigen Eindruck, bei Robin Dutt und Bernd Wahler musste man noch kreative Lösungen fürchten:
– Franz Beckenbauer (würde es ehrenamtlich machen)
– Lothar Matthäus (würde zusätzlich die U19 der VfB-Fußballfrauen übernehmen)
– Peter Neuruer (würde alles besser wissen)
– Jürgen Klinsmann (würde von Kalifornien via Skype und Powerpoint coachen)

Schindelmeiser gilt als Teamplayer, die aktuelle Konstellation ist aber vergleichbar mit der von Horst Heldt, Fredi Bobic oder Robin Dutt: Der VfB ist abhängig von seinem Sport-Vorstand. Wollen wir hoffen, Schindelmeiser findet einen Trainer, der zu ihm, zur Mannschaft, zum Verein und zu den Fans passt. Das wäre fast schon unnormal für VfB-Verhältnisse. Denn Hektik und Unruhe kommt in den nächsten Wochen genug durch die Präsidenten-Wahl.

6 Kommentare

  1. Zwischendurch hat man Samstag tatsächlich gesehen, dass wir mehr Qualität auf dem Platz haben als der FCK. Aber zum Glück haben die „Roten Teufel“ sich etwas umständlich vor unserem Tor angestellt. Ich hoffe, dass wir demnächst in Best-Besetzung auflaufen können – hoffentlich mit einem Pavard als IV (statt Sunjic).
    Denke, dass Gisdol ein vernünftiger Trainer sein könnte, aber vielleicht hat Shindy noch ne ganz andere Idee. Von Breitenreiter halte ich eher weniger…
    Das Theater hat aber gezeigt, dass wir dringend einen Präsidenten brauchen!! Damit der Aufsichtsrat sich auf seine Aufgabe konzentrieren kann…

  2. drausvomLande sagt

    Diese blöden Bremer, was müssen die jetzt ihren Trainer entlassen? Warum konnten die nicht warten, bis der VfB einen neuen hat … Jetzt verpflichten die im Lauf der Woche wieder ihren neuen und lassen uns nur die Krümel übrig, blöde Bremer, blöde

  3. saudaggl sagt

    Schöner Text. Und es war wirklich beeindruckend wie die Fans das Stadion in ihrer Hand hatten. Wirklich! Das war der Betze, nicht Sandhausen… #bestefans

    • @abiszet sagt

      @Chuck
      Die Lauterer waren mit dem letzten Team angetreten, dafür haben sie es gut gemacht. Wir müssen ehrlich sein: Der VfB muss ein solches Spiel mit 3:0 gewinnen, die Betzebuben werden dieses Jahr eher nach unten schauen als nach oben.

      Wird spannend werden, welcher Trainer kommt: Ein Kandidat, der nahe liegt (zB Gisdol) oder ein ganz Neuer? Eine konventionelle Wahl (also Gisdol) oder ein Experiment?

      @drausvomLande
      Ach, die Bremer. Die nehmen entweder einen mit Stallgeruch oder Luhukay, an dem sie ja angeblich zum Ende der Saison dran waren.

      @saudaggl
      Vielen Dank! Freut mich! Aber was ist aus dem Betzenberg geworden? Das war in der Vergangenheit ein heißes Stadion. Die letzten 10/15 Minuten machten die Fans immer nochmal Dampf. Da wurden Spiele umgebogen. Scheint ein bisschen die Luft raus zu sein. Ganz im Gegensatz zum VfB. Der Support ist der Hammer!

      • drausvomLande sagt

        Na ja, wenn die Luhukay nehmen, dann wäre ein gewisser Ablauf ja denkbar:
        – Hey Jos, wie gefällt’s Dir denn in Stuttgart?
        – Nicht mehr, die haben da keinen Plan und keine Ahnung
        – Wir würden Dich ja immer noch gerne nehmen
        – Aber Ihr habt doch einen …
        – ja, aber nur, bis Du ja sagst
        – JAAAAAAAA

        Aber das kann ja nicht sein, das wäre ein planvolles Vorgehen und das im Zusammenhang mit dem VfB, das ist undenkbar …

      • @abiszet
        Da gebe ich dir recht, dass wir eigentlich so ein Spiel 3:0 gewinnen müssten. Aber wir sind nach dem hickhack noch kein Spitzenteam, leider. Aber ich hoffe, dass wir uns jetzt dazu entwickeln, weil die Qualität dazu haben wir eigentlich und haben diese auch in Ansätzen gezeigt…

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