Allgemein, Ausgliederung, Mini-Feature
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Eine Stilfrage

Es ist völlig legitim, dass der VfB Stuttgart alles unternimmt, um die 75-Prozent-Mehrheit für die Ausgliederung bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung zu erzielen. Dass Gegenargumente und alternative Lösungen nicht thematisiert werden, ist nicht schön, aber nachvollziehbar. Jetzt werden alle Mitglieder, die am 1. Juni „Verantwortung übernehmen“ – man beachte die Wortwahl (alle, die wegen eines zu langen Fahrwegs oder aufgrund beruflicher Verpflichtungen nicht kommen können, drücken sich also vor der Verantwortung?) – mit einem kostenlosen Trikot belohnt. Was kommt als Nächstes? Freibier für alle? Freikarten fürs erste Saisonspiel? Gerüchte um ein Testspiel gegen einen attraktiven Gegner im Vorfeld der aoMV machen ja bereits die Runde.

Der Stil, in dem die Ausgliederung kommuniziert wird, ist bemerkenswert:
Geschenke statt Argumente scheint das Motto zu sein.

Die Ausgliederung wird in Consulter-Sprech kommuniziert: Geschliffen formuliert zwar, aber inhaltlich so oberflächlich wie ein Tweet von Philipp Lahm. Es fehlt mir an Konzept, Hintergründen und vor allem Transparenz. Denn zu einem verantwortungsvollen Umgang mit seinen Mitgliedern gehört für mich eine vollumfängliche Information, die grobe Skizzierung von Alternativen (z.B. Rechtsform) und nicht der Aufbau einer Drohkulisse: Wer nicht mit JA stimmt, sagt NEIN zum Erfolg.

Kein guter Stil ist es auch, dass der Verein seinen Mitgliedern sagt, dass sie die Geschicke der VfB Stuttgart AG mitbestimmen dürfen. Das Gegenteil ist der Fall: Die Mitglieder haben keinen direkten Einfluss auf die ausgegliederte VfB AG. Wird deshalb den Führungspersonen in Politik, Wirtschaft und Sport nicht mehr getraut, weil man stets den Eindruck hat, nur die halbe Wahrheit zu erfahren? Da wird vereinfacht und auf billige Formeln herunter gebrochen. „Zuspitzen“ heißt das im Business-Deutsch, beschönigen nenn‘ ich das.

Die ganze Fußballwelt beneidet den VfB um das Engagement der Daimler AG, meinte Präsident Wolfgang Dietrich gestern bei „VfB im Dialog“. Wirklich? Vereine, die Sponsoren und Investoren wie Gazprom, Red Bull, Emirates, SAP und Telekom an Bord haben, die deutlich mehr zahlen als einmalig 41,5 Millionen? Nein, der VfB wird beneidet um seine 15.000 verrückten Fans, die in der zweiten Liga zu Auswärtsspielen fahren.

Die Zuführung von frischem Kapital scheint langfristig alternativlos zu sein. Der VfB will dies durch eine Ausgliederung tun. Okay. Aber der Stil, mit dem das Projekt umgesetzt wird, wird der Bedeutung für Verein und Mitglieder einfach nicht gerecht.

32 Kommentare

  1. Pessimist sagt

    Lieber A-Z
    Du siehst das viel zu negativ, zu pessimistisch :-)
    40 Millionen für 10% ist doch echt passabel.
    Es kommt echt drauf an, mit einem TOP-Partner wie MB, der jetzt direkt am VfB dran ist in Zukunft was gemeinsam zu bewegen.
    Eine Riesen Chance mit DER Identitäts-Firma der Region.
    Sollten wir ergreifen; ob als AG / GmbH / etc. – mir egal.
    Grüße vom P

  2. Ich finde den Text äusserst negativ verfasst.
    Der VfB kann sich der Zukunft nicht verschliessen.
    Eine Ausgliederung und damit eine Generierung von Kapital ist völlig legitim und auch notwendig.
    Der VfB Stuttgart muss sich Zukunftsfähig machen.
    Eine E.V. im Profifussball ist Schnee von gestern. Für Tradition kann man sich nichts kaufen. FÜR KAPITAL SCHON. DAHER GIBT ES NUR EINE MÖGLICHKEIT. AUSGLIEDRRUNG UND KAPITAL ERWIRTSCHAGTEN. NICHTS ANDERES ZÄHLT HEUTE IM PROFISPORT.

    • @abiszet sagt

      Lieber Pessimist,
      ich bin doch gar nicht pessimistisch :-) Die 41,5 Mio sind zunächst völlig ok! Im Vergleich zu anderen Top-Partnern/Investoren sind die einmalig gezahlten 41,5 schon nicht mehr der Knaller. Interessant aber auch, dass Herr Dietrich gestern bei „VfB im Dialog“ fast hilfesuchend sagte, die Investoren wachsen nicht auf Bäumen. Mit 41,5 Mio angreifen zu wollen, ist schon sehr sehr optimistisch. Da fehlt es an Transparenz: Von wem und in welchem Zeitraum kommen die anderen 59,5 Mio? Und wie werden aus den 100 Mio schließlich 240 Mio? Denn so hoch beziffert Finanzvorstand Stefan Heim den finanziellen Abstand zur Bundesliga-Elite.

      Hi Klaus-Peter, vielen Dank für Dein Feedback – auch ohne Versalien nehme ich Deine Meinung wahr ;-)
      Natürlich darf sich der VfB der Zukunft nicht verließen – das steht aber nicht im Text. Im Text wird kritisch angemerkt, wie der VfB seine Mitglieder informiert und wie er mit seinen Mitgliedern kommuniziert, einfachste Kausalitäten herstellt und es mit der Wahrheit nicht ganz so ernst nimmt. Es ist nichts gegen die Generierung von frischem Kapital zu sagen – im Gegenteil, im Text steht, dass dies alternativlos ist.

  3. Saudaggl sagt

    Ich kann das ebenso nicht nachempfinden, den Stil finde ich ok. Auch wenn einige der Anreize ein kleines Geschmäckle haben, aber eben nur ein kleines. Die Kommunikation ist wie das Auftreten des gesamten Vorstandsbereich professionell. Das geschieht so auch überall in anderen Bereichen der Wirtschaft. Und man mag davon halten was man will, so wird in einem professionellen Umfeld kommuniziert, das ist erfolgsversprechend.

    Aber keine Sorge, es wird nur ein kurzes Intermezzo sein. Am 1. Juni werden sich mit Sicherheit mehr als 25% der Mitglieder finden, die lieber in die dritte Liga gehen als den Verein weiterhin in solche Hände zu geben. Und damit keine falschen Ideen aufkommen, 50000 Fans werden uns nicht langfristig in der ersten oder zweiten Liga halten. KSC und Waldhof Mannheim, wir kommen… Unsere Konkurrenz wird sich im Juni freuen und wir werden langfristig das Nachsehen haben.

    • @abiszet sagt

      Hallo Saudaggl,
      keine Frage: Stil empfindet jeder anders. Ich empfinde es als subtopimal, wenn von Mitgliederrechten gesprochen wird, die direkt nicht vorliegen.
      Das Problem ist aber, dass ein JA zur Ausgliederung nicht Champions League bedeutet, wie ein NEIN zur Ausgliederung nicht in die dritte Liga führt. Diese schwarz/weiss-Argumentation ist falsch und irreführend.

      • Saudaggl sagt

        Hallo Abiszet,

        ich stimme dir zu, Überspitzungen bringen nichts. Aber es ist tatsächlich meine Erwartung dass mit der Entscheidung langfristig eine Richtung eingeschlagen wird, die bestenfalls in der zweiten Liga, schlimmstenfalls aber in der dritten Liga enden wird.

        Warum ist das so? Weil uns andere Vereine längst abgehängt haben. Nachwuchsspieler gehen heute nicht mehr direkt zum VfB, sondern nach Hoffenheim. Schlaue Leute wie Herr Hopp haben vor Jahren erkannt dass einige Traditionsvereine wie der VfB schlafen, und haben in dieser Zeit mit viel Geld sehr viel erreicht.

        Es ist 5 vor 12 um den Anschluss wieder herzustellen. Es gibt wenig zu verlieren. Aber es wird eine emotionale Wahl werden und deswegen steht für mich auch fest dass das nix werden wird. Lassen wir die dritte Liga als Schreckgespenst weg, aber das wird eine Weichenstellung die uns in den kommenden Jahren wenig Spaß bringen wird.

        …und dann fluchen wieder alle über die sportliche Leitung, über den aktuellen Fredi Bobic oder Jan Schindelmeiser und den Trainer, wer auch immer das sein wird in ein paar Jahren.

        • @abiszet sagt

          @Saudaggl
          Du schreibst große Worte gelassen aus ;-) „Schlaue Leute“
          Denn genau die wird der VfB brauchen. Schlauer jedenfalls als die Leute beim HSV, die ausgegliedert haben, die Anteile verkauft haben und wo stehen – auf dem Relegationsplatz (und das seit Jahren). Es kommt also darauf an, was mit dem Geld gemacht wird und wie es vermehrt werden soll (Stichwort: „Anschubfinanzierung“). Wir müssen aus den einfachen Argumentationen und Slogans (Ausgliederung=Geld=Erfolg) herauskommen und konkret erfahren: Wie sieht genau der Weg des VfB aus, dass er nicht dort landet, wo der HSV steht, sondern eher dort, wo Gladbach rangiert. Das ist das, was ich unter fehlender Transparenz verstehe. Denn mich interessiert sehr wohl, wie der VfB zum Erfolg kommen möchte.

          • Saudaggl sagt

            Ja das ist ein guter Punkt. Ich denke wir werden damit leben müssen, dass es dafür keine Gewissheit geben wird. Es kann immer noch passieren dass wir wie der HSV enden. Aber mit dem derzeitigen Personal haben wir zumindest eine Chance ganz woanders hinzukommen. Mit dem Abgang von Wahler und Co. hat sich einiges zum guten Gewendet.

            Und weiterhin sehe ich nicht wirklich viel zu verlieren, das ist auch ein wichtiger Punkt. Nichts wird verloren sein nach der Ausgliederung.

  4. Realistin sagt

    Ich finde den artikel hervorragend. Die Art und Weise wie der vfb propaganda betreibt ist für mich absolut nicht nachvollziehbar da ein gutes Produkt dies nicht nötig hat. Ergo ist die Ausgliederung für mich nur ein Schritt zur sogenannten Entmachtung der Mitglieder. Wer diesen 3 Firmen im Ar noch mehr Geld in den Rachen schmeißt die den Verein seit Jahren an die Wand fahren sorry der ist für mich blind. Zudem wenn die Argumente des Vereins stimmen müsste der HSV und andere Vereine alle oben mitspielen und im übrigen Schießt Geld allein keine Tore. Also wacht auf ihr geldträumer.

    • Saudaggl sagt

      Hi Realistin,

      ich respektiere deine Meinung, aber wie genau werden die Mitglieder deiner Meinung nach entmachtet werden? Was wird sich im Verein verändern, welche Dinge werden passieren bei denen die Mitglieder ihre Zustimmung nicht geben würden?

      Und der Punkt stimmt, Geld allein schießt keine Tore. Es geht hier auch viel mehr um Strukturen, nicht nur um das reine Geld (siehe HSV). Die Vereine die heute erfolgreich sind arbeiten nun mal wie Unternehmen und weniger wie Vereine.

      Das Gute daran ist, das braucht den normalen Fan doch gar nicht zu interessieren, wie die Dinge hinter den Kulissen geführt werden. Solange die Dinge professionell geführt sind und Erfolg bringen.

      Anders gesagt, mir ist doch heute schon Wurscht was hinter den Kulissen geschieht, jeder von uns bewertet den VfB doch an seinem Erfolg.

  5. Golwar sagt

    Ich stimme dir insofern zu dass der Kampagnenstil des VfB oft suboptimal ist. Nicht ohne Grund darum auch mein Vorwurf an den VfB, in Sachen polarisierender Sprachgebrauch.

    Die bestenfalls befriedigende Bilanz in Sachen Informationsgehalt und -tiefe, ist allerdings doch eindeutig eher der Begriffsstutzigkeit und Renitenz einiger Mitglieder geschuldet.
    Beim Thema wie sich die erhofften 100 Millionen € durch die Ausgliederung erschließen lassen, haben sich bspw. von Anfang an allerlei Fehldarstellungen breit gemacht.

    Ich machte zuerst höflich darauf aufmerksam, indem ich via Stichworten in die richtige Richtung weisen wollte. Die Erwartung war schlicht dass doch zumindest irgendeiner auf der Gegenseite, imstande sein sollte mit etwas Eigeninitiative und einem Hinweis zum richtigen Schluss zu kommen. Als Oberlehrer dazustehen, der Gebetsmühlenartig alles im Detail erklären muss, kommt schließlich in den allerseltensten Fällen gut an. ;)
    Tatsache ist aber dass genau das letztendlich notwendig war. Zu verbohrt war man, zu versessen, um es auch gar nur zu erwägen dass die Darstellung der Ausgliederung durch den VfB in irgendeiner Weise Hand & Fuß haben könnte. Erst als alles Schwarz auf Weiß und bis auf den kleinsten Schritt erläutert vor Augen stand, da setzte sich plötzlich die Einsicht durch. Zumindest in dem Punkt.

    Aber die Summe durch die Ausgliederung ist ja beileibe nicht die einzige Frage, bei der man sich wundern muss ob die Kritiker sich tatsächlich nur mit dem Stellen der immer gleichen Fragen beschäftigen und dabei nur eine einzige denkbare Auslegung der Antwort darauf im Sinn haben.
    Beispiel: Was bezweckt Daimler mit seinem Investment?
    Was ich mir alles an Haaren ausraufte, wenn ich denn las dass die 40 Millionen € für Daimler ein Witz seien, man solle sich nicht zu viel darauf einbilden bei deren Bilanzsumme. Einen Atemzug später suggeriert die gleiche Person, wie sehr Daimler davon profitieren würde, so der Wert des VfB um 20% steigen sollte. Da werden aus 40 ganz schnell mal 48 Millionen €. 8 Millionen € Gewinn!!
    Sagenhaft. Die 40 Millionen sollen für Daimler quasi bedeutungslos sein, aber man suggeriert sie würden sich für 8 Mio die Finger schmutzig machen. Was stimmt in solchen Köpfen bitte nicht? Und warum greifen dann auch noch so viele diese absurden Gedanken auf?

    Nein, es wird nur in Schablonen gedacht. Dass Daimler & Co allein davon profitieren wenn der VfB als regionales Statussymbol nicht untergeht, darauf kommt keiner. Oder dass ein kollabierender VfB sich rufschädigend auf alle Partner auswirken würde.
    Klar haben sie ein Eigeninteresse in irgendeiner Art. Nur ist dieses Interesse im Einklang mit denen des VfB und somit in keiner Weise verwerflich.

    Und das ist es eben (neben Heims grober Unfähigkeit etwas sachlich auf den Punkt zu bringen) warum viele Antworten ausbleiben, Themen nur gestreift werden. Weil die immer gleichen hanebüchenen Fragen wiederholt werden. Weil entweder das Wissen, die Einsicht oder der Willen fehlen Antworten irgendwann auch mal zu akzeptieren.
    Hatten wir je eine Veranstaltung bei der beispielsweise nicht danach gefragt wurde ob denn mehr als die 24,9% veräußert werden könnten? Hat uns das in irgendeiner Weise weitergebracht die Frage & Antwort Dutzendfach zu vernehmen?

    Zum Abschluss noch zum kostenlosen Trikot:
    Es handelt sich bei jedem einzelnen um ein stimmberechtigtes Mitglied. Ob sich der VfB dadurch verspricht mehr Ja-willige Mitglieder in die Halle zu bekommen? Natürlich! Eine Bestechung ist es deswegen noch lange nicht.
    Und wir brauchen weiss Gott nicht so zu tun, als hätten nicht viele bei der Abstimmung zur Brief/Onlinewahl damals diese Option verweigert, weil sie damit bezweckten den harten Kern der Verweigerer zu stärken.
    Wenn man der einen Seite vorwirft sich da Finger schmutzig zu machen, gilt das für anderen nicht weniger. Mit dem Unterschied dass die einen möglichst viele Mitglieder einzubinden wünschen, und die anderen möglichst wenige. Was davon klingt da wohl einen Deut fragwürdiger?

    Kurzum: Stilfragen schön und gut. Aber Stil ist keine Einbahnstraße.

    • @abiszet sagt

      Lieber Golwar,
      ganz herzlichen Dank für Deinen sehr ausführlichen Kommentar.
      Verstehe ich das richtig: Die große Mehrheit der Menschen versteht das sowieso nicht, also vereinfache ich alles? Mit Kausalketten wie Ausgliederung=Geld=Erfolg? Entsteht nicht durch die schwarz-weiss-Argumentation ein „Lager“-Denken?
      Wie ich schon schrieb, mir ist das zu wenig. Ich möchte wissen, was nach den 41,5 Mio kommt (die gut sind, aber natürlich nicht überragend im Vergleich zu anderen Investments/Sponsorings). Ich möchte wissen wann und woher die 59 Mio kommen und wie diese „Anschubfinanzierung“ zu deutlich mehr (240 in den Augen Heims) wird. Ich möchte offen informiert werden, inwieweit ich mitbestimmen kann oder eben nicht.

      • Ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber deine Fragen bestätigen geradezu meine Aussagen.

        * Die 41,5 Mio entsprechen exakt dem was der VfB zu diesem Anteil wert ist. Was andere Vereine an Möglichkeiten haben, hat in der Frage keinerlei Relevanz.

        * „Wann“ das restliche Geld kommen soll ist bekannt: Binnen ca. 2 Jahren.

        * „Wer“ ist nicht bekannt, entsprechend kann es dir auch nicht mitgeteilt werden. Abgesehen davon dass es eigentlich auch unerheblich ist. Wichtig ist primär dass die Partner einen dann Marktwertgerechten Preis bezahlen. Gäbe es Anlass zu zweifeln dass die Investoren anderweitig zum VfB passen würden?

        * Nirgends wurde suggeriert dass die Finanzspritze an sich die 240 Mio Lücke schließen würde. Es wurde nur kommuniziert wie groß diese Lücke ist.
        Ganz im Gegenteil hat Schindelmeiser gestern extrem ausführlich (aber wohl noch immer nicht ausführlich genug) darauf hingewiesen dass allein damit die Lücke nicht geschlossen werden könne.
        Diese „Anschubfinanzierung“ ermöglicht schlicht Investitionen, die den VfB begünstigen den Rest der Lücke dann beschleunigt aus eigener Kraft zu schließen.

        Weitere Details kann man wie gesagt seinen Antworten entnehmen, auch wenn das in der Tat oft genug nur darauf hinaus laufen wird dass Geld Erfolg begünstigt. Sofern dir das nicht genügt, wäre es interessant zu wissen, was du dir alternativ als Antwort erhoffen würdest.
        Einen Fahrplan wie Pavard sich entwickelt und die Präsentation von Chelsea als Käufer mit einem 60 Mio Angebot für das Jahr 2019?
        Ein Plan wie Wolf mit der Ausgliederung 15 Punkte mehr im Jahr holt?
        Die Anzahl an Talenten, die mit einem verstärkten Engagement beim Nachwuchs, in bis 2024 in die Stammelf heranwachsen werden?

        Alles ziemlich unrealistisch. Realistisch ist: Mit überzeugenden Investitionen verbessert man seine Chancen auf Erfolg. Nichtssagend, aber wahr.

        Zusammengefasst: Deine scheinbar drängendsten Fragen sind beantwortet, so weit sie beantwortbar sind. Nun musst es dir nur noch gelingen dies auch zu akzeptieren.

        Das führt dann übrigens auch zu der von dir angesprochenen Lagerbildung, die du da zu erkennen meinst. Sie entsteht dadurch dass die einen eine realistische Erwartungshaltung haben und die anderen halt eher weniger. Das Leben ist einfach kein Ponyhof. ;D

        • @abiszet sagt

          Das beantwortet nicht meine Fragen. Ich habe zudem auch nicht nach unrealistischen sportlichen Erfolgen (Pavard, Chelsea usw) gefragt. Andere Vereine haben natürlich Relevanz, denn wir bewegen uns in einem Wettbewerbsumfeld, selbstverständlich braucht es einen Fahrplan, wann was kommt und nicht ein nebulöses (planloses?) „in ca. 2 Jahren“. Und natürlich wird angedeutet, dass mit den 100 Millionen (von denen 41,5 da sind) die Lücke geschlossen werden soll. Wie? Ist unklar.

          Ich verstehe es also aus Deiner Sicht nicht und deshalb muss ich mich mit einfachen Slogans zufrieden geben: Belassen wir es dabei und hoffen, dass wir gemeinsam den Aufstieg feiern können.

          • Wenn dir dir Antworten nicht genügen, deute uns doch bitte ganz einfach an was du dir konkret als zufriedenstellende Antwort ausmalen würdest?
            So weit hört man von dir immerzu nur was dir alles nicht passt und was du alles nicht als Antwort zu akzeptieren gedenkst. Was eine äußerst bequeme und nicht zuletzt auch herrlich unsachliche Herangehensweise ist.

  6. Webi sagt

    Lieber Vertikalpass,

    doch, es gibt auch die Meinungen, die weder schwarz noch weiss sind. Auch ich bin so ein Kandidat und mir geht es ähnlich wie Euch. Ich störe mich weniger an dem Trikot, wenn das mehr Mitglieder zum MV bringt, ist das ok, da es das Votum auf breitere Füsse stellt. Ob das mehr Ja-Stimmen bringt, bin ich mir gar nicht so sicher.

    Ich störe mich auch weniger an der direkten Einflussmöglichkeit auf die AG, auch heute ist der Einfluss der Mitglieder nur eingeschränkt. Und wie Zoran bin ich der Ansicht, dass ein eV auf Dauer keine tragfähige Lösung ist. Sei es aus wirtschaftlicher oder juristischer Sicht.

    Mich stört ein anderer Punkt – der aber gewaltig: Die Art und Weise der Kommunikation ist m. E. unpassend. Ich erwarte eigentlich einen Ansatz, der davon ausgeht, dass eine Ausgliederung ein Thema ist, mit dem wir uns beschäftigen müssen. Und dann erwarte ich eine Darstellung der Chancen und Risiken, der Vor- und der Nachteile. Und dann darf der Vorstand gerne eine Empfehlung abgeben im Sinne von „Wir empfehlen die Ausgliederung, weil die Vorteile die Nachteile überwiegen oder weil die Risiken für vertretbar halten“ etc. Was m. E. wahrlich kein guter Stil ist, ist die einseitige Art der Kommunikation, als sei es alternativlos. Das ist es nicht. Ich erwarte von meinem Vorstand, dass er mich vollumfänglich informiert und nicht nur aus der präferierten Sicht. Würde ich in meinem Job so einseitig kommunizieren, würde mein Chef mich hochkant rausschmeißen.

    Letzter Punkte ,der mir negativ auffiel: Mit Daimler kann Hr. Dietrich reden, aber auf die Frage, mit welchen anderen Partnern er sprach, heisst es, es sei weder sein Auftrag noch der Zeitpunkt, um Investoren zu suchen. Warum haben wir dann schon ne Zusage von Daimler. Das passt nicht – entweder reden wir momentan mit keinem, da es um den Prozeß an sich geht, oder wir suchen schon Investoren, dann sollten wir aber auch mit allen reden.

    Lange Rede, kurzer Sinn – im Großen und Ganzen der richtige Weg, aber katastrophale Umsetzung. Oder wie eine Kollegin immer sagt: „Gut gemeint ist nicht gut gemacht“

    • CubanMark sagt

      Es geht mir ganz ähnlich wie Webi. Ich bin mir noch nicht sicher wie ich abstimmen werde. Ich tendiere dazu, der Ausgliederung zuzustimmen, aber die mehr als einseitige, polarisieren und mich nicht für voll nehmende Kommunikation macht es mir sehr sehr schwer. Ich mag es überhaupt nicht, wenn ich das Gefühl habe, manipuliert zu werden und es hätte mich tausend Mal mehr überzeugt, wenn der Vorstand offen über negative Teilaspekte der Ausgliederung informiert und dann aber von mir aus zu einer klaren Empfehlung kommt. Chance vertan Gräben kleiner zu machen…

  7. Nurderhsv sagt

    Der Erfolg kommt nicht mit dem Geld. Lasst es euch von einem HSV Fan sagen. Ich lese hier die gleichen Fantasien wie vor 3 Jahren in Hamburg. Der einzige Unterschied: wir wären ohne Ausgliederung inzw. bankrott.

  8. Ein guter, prägnanter Text, abiszet, der konkrete Handlungen – aus meiner Sicht zutreffend – kritisiert und ansonsten die richtigen Fragen stellt.

    Soweit hier in den Kommentaren* bemängelt wird, Du würdest selber auch keine besseren Antworten, also keine eigenen Lösungen anbieten (so verstehe ich einige), dreht das aus meiner Sicht die Darlegungslast unzulässig um. Wer von Mitgliedern eines e.V. eine extrem weitreichende Satzungsänderung bekommen will, der soll gefälligst darlegen, dass er sich mit allen in Frage kommenden Alternativen und deren jeweiligen Vor- und Nachteilen intensiv beschäftigt hat, diese vollumfänglich benennen, alle diese Aspekte verständlich erklären und vor allem auch erläutern, nach welcher Abwägung er sein Vorhaben für das am besten Geeignete hält. Das gebietet schon der Respekt vor der Mitgliederversammlung als satzungsgebendem Organ. Wer einen dieser Punkte unterlässt, dessen Vorschlag darf man aus meiner Sicht bereits deswegen ablehnen.

    Ist ähnlich, wie sonst auch: Willst Du mir etwas verkaufen, dann ist es nicht meine Aufgabe, herauszufinden, warum ich es kaufen sollte.

    Normalerweise würde dieser Kommentar an dieser Stelle enden. Ich bin nämlich nicht nur kein VfB-Fan (geschweige denn Mitglied), ich mag ihn auch nicht und freue mich über jede Niederlage, die er erleidet (obligatorisches „Es ist nur Fußball“ hier). Wer mag, der kann deswegen allein deshalb an dieser Stelle aufhören zu lesen.

    Aber Du hast in Deinem Text gerade die Sicht auf andere Marktteilnehmer zur Sprache gebracht. Weil Herr Dietrich sie zur Sprache brachte. Und daher glaube ich, es ist okay, wenn ich als Fan eines anderen Marktteilnehmers bemerke: Ich neide Euch das Engagement der Daimler AG kein Stück. Und um ehrlich zu sein, ich neide Euch auch die 15.000 verrückten Fans nicht.

    Und ganz, ganz besonders neide ich Euch die bei Euch in der Vergangenheit und Gegenwart handelnden Personen nicht. Und das allerletzte worum ich Euch beneide, ist diese zur Abstimmung gestellte Gesellschaftsstruktur.

    Verstehe mich bitte nicht falsch: Ich bin bestimmt nicht mit allem glücklich, was bei meiner Borussia passiert. Aber die Gesellschaftsstruktur empfinde ich als fast ideal (und denkbar einfach): Das Profigeschäft ist in eine einfache GmbH (Borussia VfL 1900 Mönchengladbach GmbH) ausgelagert (und ja, da gehört es aus meiner Sicht hin), die sich zu 100 % im Eigentum des Vereines befindet. Die Macht der Vereinsmitglieder ist in der Theorie unbegrenzt, weil die Mitgliederversammlung über Präsidium und Aufsichtsrat (gleichzeitig in Personalunion Aufsichtsrat der GmbH) des Vereins befinden, die wiederum die Geschäftsführer der GmbH (Eberl und Schippers) bestellen und kontrollieren. In der Praxis beschränkt sich diese Macht natürlich auf Grundsatzfragen, wie das in Massen-Körperschaften nun mal so ist. Eine Struktur, die – ob man das nun gut findet oder nicht – in der Vergangenheit weder ein Hemmschuh für eine ungebrochene Kommerzialisierung und finanzielle Solidität (nachdem es nicht so wahnsinnig lange her ist, dass man wirtschaftlich kurz vor dem totalen Kollaps stand), noch für einen ganz ordentlichen sportlichen Erfolg gewesen zu sein scheint.

    Und übrigens auch eine Struktur, die sich beim Auftreten von Kräften, die (Achtung: Persönliche Wertung) unter Verwendung ähnlich populistischer Methoden diese Struktur in eine angeblich modernere überführen wollten, als bemerkenswert robust erwiesen hat. Ich weiß nicht, ob sich außerhalb der Gladbacher Filterblase noch jemand an die „Initiative Borussia“ mit Effenberg als vorzuzeigendem Frontmann erinnert? Sowohl im Auftreten, als auch in den Zielsetzungen und der vorgeschlagenen Gesellschaftsstruktur erinnert mich Eure Initiative AG, wenn ich sie so nennen darf, massiv an die damaligen Vorschläge – wenn auch mit dem Unterschied, dass diese Vorschläge nunmehr aus dem Kreis der bereits Verantwortlichen stammen. Womit für mich der letzte Rest an „als Opposition kann man auch mal mit härteren Bandagen kämpfen“ entfällt.

    Damals stand die Borussia in einem – lange Zeit längst verloren geglaubtem – Abstiegskampf. Die Situation dürfte also mit Eurem „Jetzt muss der Aufstieg her, also müssen sich gefälligst alle in einem Burgfrieden versammeln und die Klappe halten“ durchaus vergleichbar sein. Damals wurde die Borussia, ihre Fans und ihre Verantwortlichen von diesen Diskussionen und dem auf vielen Ebenen geführten Wahlkampf quasi maximal in Atem gehalten. Man könnte auch formulieren: Es wurde eine demokratische Diskussion geführt und ein Kampf der Meinungen ausgefochten. Und trotzdem wurde gleichzeitig der Abstieg vermieden und in der nächsten Saison die sportlich erfolgreichste Mannschaft seit Jahrzehnten auf den Rasen gestellt. Das scheint mir also grundsätzlich miteinander vereinbar.

    Auch hier wieder: Ich will nicht kritiklos alles gut finden, was die bei der Borussia Verantwortlichen damals so getan haben. Ich erinnere mich z.B. noch dunkel daran, wie auf der JHV mit Joshua King vor der Aussprache über die beantragten Satzungsänderungen erst mal ein toller, neuer Perspektivspieler vorgestellt wurde, einer der nach seinen oberflächlichen Daten rein zufällig genau das ist, was das Herz des typischen Gladbach-Fans höher schlagen lässt. Und der nie wieder eine Rolle gespielt hat. Auch die Behandlung der Initiative auf der Homepage ist immer noch einsehbar (ich muss übrigens zugeben, ich sehe das zum ersten Mal). Wer mag, kann das ja mal an meinen obigen Kriterien abgleichen. Oder die Wortwahl, die dort gegenüber deren Personen angeschlagen wurde. Trotzdem erscheint mir das alles immer noch um Dimensionen transparenter und besser begründet als bei dem, was Euch zur Abstimmung vorgelegt wird – obwohl damals die von mir oben erwähnte Darlegungslast gerade nicht bei den Leuten lag, die in der Verantwortung waren, sondern bei denen, die daran etwas ändern wollten.

    Warum erwähne ich dies alles? Weil ich Euch unbedingt in einem VfB-Blog um die Ohren hauen will, wie geil es im Vergleich ist, Borussia-Fan zu sein? Vielleicht, aber nur zu Teilen. Eigentlich geht es mir um die – offensichtlich nicht nur von mir so empfundene – Alternativlosigkeit, mit der Euch die vorgeschlagene Satzungsänderung verkauft wird. Ich will überhaupt nicht behaupten, diese von mir persönlich als quasi ideal empfundene Struktur sei dies auch zweifelsfrei. Diese Empfindung von mir kann auch genauso gut meiner Ignoranz oder mangelnder Fachkenntnis geschuldet sein. Aber was aus meiner Sicht tatsächlich objektiv feststeht ist folgendes: Mit der Borussia VfL 1900 Mönchengladbach GmbH iVm. dem Borussia Verein für Leibesübungen 1900 e. V. existiert mindestens(!) ein Marktteilnehmer, der derzeit eine andere Strategie mit einer anderen Vereinsstruktur verfolgt und damit Erfolg in einen Ausmaß erreicht hat, den Ihr derzeit zu erreichen sucht. Wenn also behauptet wird, die vorgeschlagene Satzungsänderung sei insofern alternativlos, weil ausschließlich mit der vorgeschlagenen Struktur ein ähnlicher, erstrebter Erfolg zu erreichen sei, dann widerlegt aus meiner Sicht bereits dieses eine Gegenbeispiel diese Behauptung. Oder, um es schwächer zu formulieren: Bereits die Erwähnung dieses einen Gegenbeispiels verlangt von denen, die eine solche Alternativlosigkeit unterstellen, erhöhten Begründungsaufwand, warum z.B. genau diese eine Struktur dieses einen Konkurrenten für den VfB eben nicht zu den erstrebten Zielen führen würde. Und genau diese Begründungsleistung sehe ich – als Außenstehender – bei denen, die Euch derzeit ihren Vorschlag vorbringen, nicht. Nicht im Ansatz.

    Um einer solchen Begründung etwas vorzugreifen: Unterschiede in der Ausgangslage sehe ich nicht. Die Borussia mag mehr Fans haben als der VfB (da wäre ich mir gar nicht so sicher), aber einen für eine solche Überlegung erheblichen Unterschied sollte das nicht ausmachen. Um eines von vielen möglichen Kriterien herauszugreifen: Die Borussia hat gut 77000 Mitglieder, der VfB ca. 50000. Das ist nicht dasselbe, aber schon im vergleichbaren Rahmen. Der Liga-Zuschauerschnitt (laut Kicker) liegt bei beiden derzeit (in unterschiedlichen Ligen) bei ungefähr 50000. Und wir müssen uns wohl kaum darüber unterhalten, ob der Standort Mönchengladbach gegenüber Stuttgart wirtschaftlich einfacher ist.

    Ich will übrigens gar nicht ausschließen, dass es auch andere Gegenbeispiele gäbe (wie es ja auch viele andere mögliche Strukturen gibt). Mag sein. Dann würde dies für die Vorschlagenden weiteren Begründungsaufwand verursachen. Argumentativ reicht mir erstmal dieses eine Beispiel.

    Und damit darf ich zurück zum Ausgangsthema kommen: Dem Stil in der Öffentlichkeitsarbeit der bei Euch Verantwortlichen in dieser Sache. Ich will nicht verhehlen, dass ich die Öffentlichkeitsarbeit des VfB seit Jahren für desaströs halte. Nur ein Beispiel: Das maximal pathetisch formulierte Leitbild ist für mich als stark hämegesteuerten Menschen ein steter Quell der Freude. Traue ich mich zu sagen, denn ich bin furchtlos und treu. Diese Trikot-Aktion passt sich da ein.

    Grundsätzlich kann man das ja – wie hier in den Kommentaren schon angemerkt – natürlich auch positiv sehen. Man will möglichst viele stimmberechtigte Mitglieder zur Teilnahme an der aoHV bewegen, damit das dort gebildete Stimmbild auch wirklich repräsentativ ist. Nach § 14 Eurer Satzung ist es für eine Satzungsänderung völlig unerheblich, wie viele Mitglieder erscheinen (aber das wisst Ihr bestimmt schon). Wer dafür sorgt, dass möglichst viele Mitglieder erscheinen, handelt also zunächst absolut demokratisch fair. Schließlich erscheinen an diesen Mehr-Mitgliedern normalerweise sowohl mehr Zustimmer als auch mehr Gegner.

    Aber dieses „Hey, kommt vorbei, dann bekommt ihr dieses tolle Folienschweißgerät im englischen Landhausstil Trikot als Geschenk!“, was ist das bitte für eine Ansprache an einen satzungsgebenden Souverän? Um das mal auf eine leicht größere Körperschaft auszudehnen: Als Bürger der Bundesrepublik Deutschland empfinde ich jede Anstrengung meiner Vertreter als sinnvoll, die eine höhere Wahlbeteiligung zum Ziel hat. Aber jedem zur Wahl erscheinenden Bürger eine Mitropa-Kaffeemaschine zu schenken, da würde ich mich als Wähler verarscht fühlen. Stärker kann man seine Verachtung dem Souverän gegenüber kaum zum Ausdruck bringen, finde ich.

    Ich bin also kein Adressat dieser Aktion, weil ich kein Mitglied des VfB bin und von deren Entscheidung auch nicht betroffen. Aber ich darf sie peinlich finden. Und, mit Verlaub, das tue ich.

    *btw: Als zertifizierter Unfall-Glotzer wollte ich mir natürlich die auf Twitter erwähnten Kommentare unter Eurem Facebook-Eintrag anschauen. Facebook erlaubt mir dies jedoch nicht (vielleicht besser so), ohne mich einzuloggen. Ich habe dort aber keinen Account. Ich kann das nicht beurteilen, aber da mir dies auf den meisten Facebook-Seiten nur erschwert wird und ganz selten komplett verboten, vermute ich, dies kann man als Inhaber der Facebook-Seite einstellen. Vielleicht wusstet ihr das nicht und möchtet das ändern.

  9. Wer sich nun über den Stil wundert, der hat WD als Sprecher eines Bauprojekts nie richtig wahrgenommen. Man kann es sich auch einbilden, aber die Art und Weise wie kommuniziert wird zeigt doch gewisse Parallelen auf.
    „Wer eine andere Meinung hat ist doof“. Argument werden nicht sachlich widerlegt.
    Bedenken werden mit ganz viel Werbung zugeschüttet.
    Das Werbefilmchen – mit fehlen die Worte – es kommt einem so vor als wäre der VfB Fan/Mitglied unmündig und könnte nicht mehr selbst entscheiden.

    Heute ist man als VfB froh, dass man die Marketingrechte nie verkauft hat. Warum ist dann die Ausgliederung das NonplusUltra ?
    Ich kann nur empfehlen auch die kritischen Stimmen zu einer Ausgliederung zu lesen (hören).
    Daimler wird auch hier wie schon zuvor für wenig Geld einsteigen. (Stadionnamen).

    Geld mit Erfolg gleichzusetzen, der kann ja auch gerne beim HSV, 1860 o.ä. nachfragen wie sich das so verhält. Aktuell ist Freiburg ein schönes Gegenbeispiel wie auch durch Nachhaltigkeit was wachsen kann.

  10. Flinz sagt

    Ihr sprecht mir aus der Seele. Ich selbst bin noch etwas unentschlossen. Tendiere zu „nein“ bin aber bereit mich vom Verein überzeugen zu lassen. Die dafür möglichen Argumente wurden aber noch nicht genannt (wobei ich dem VfB im Dialog von Mittwoch noch nicht komplett gesehen habe)
    Diese fehlenden Argumente auf Vereinsseite sowie der generelle Umgang mit dem Thema bestärkt mich in meiner Meinung nur. Man fühlt sich nicht für „voll“ genommen und so kann ich einer Ausgliederung nicht zustimmen.
    Ich verstehe die Rechnungen und Planungen das alles ist mir aber noch irgendwie zu dünn. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir jahrelang keine kontinuierlich gute Führung hatten. Bisher bin ich mit den Verantwortlichen (vorallem Schindelmeiser) zufrieden aber die Erfahrungen aus einem Jahr reichen für mich nicht aus um so eine wichtige Entscheidung zu treffen. Nach einem weiteren guten Jahr wäre ich hier vielleicht eher zu überzeugen aber zum jetzigen Zeitpunkt ist mir alles etwas zu wage.
    Und ich lasse mich generell sehr ungern zu einer Meinung zwingen. Bei mir kann man nur mit guten Argumenten gewinnen und dazu gehört für mich auch, dass man die negativ Argumente nicht verschweigt.
    Ich bin durchaus bereit Mitspracherecht abzugeben, wenn es dienlich ist aber dafür muss ich volles Vertrauen haben und das habe ich hier leider noch nicht. Das fehlende Vertrauen wird hier natürlich durch die Herangehensweise begünstigt.

    Deshalb wenn bis zum 1.6. Hier kein Wandel stattfindet muss ich nun mal mit nein stimmen

  11. Christian Fischer sagt

    Ich lese deine Blogs immer gerne und stimme auch fast immer zu, in diesem Fall muss ich aber entschieden widersprechen.

    “ Jetzt werden alle Mitglieder, die am 1. Juni „Verantwortung übernehmen“ – man beachte die Wortwahl […] – mit einem kostenlosen Trikot belohnt.“
    –>Es ist doch völlig legitim, dass der VfB alles versucht, möglichst viele Mitglieder zu mobilisieren. Im Gegensatz zu früheren Zeiten sind im Vorstand kluge Köpfe die wissen ganz genau, dass sich die Ultras durch noch so viele Argumente nicht überzeugen lassen, daher müssen möglichst viele „normale“ Mitglieder erscheinen. Das Trikot gibt es im Übrigen auch für jede Nein-Stimme, daher kann von „Geschenke statt Argumente“ nicht die Rede sein.

    „Die ganze Fußballwelt beneidet den VfB um das Engagement der Daimler AG, meinte Präsident Wolfgang Dietrich gestern bei „VfB im Dialog“. Wirklich? Vereine, die Sponsoren und Investoren wie Gazprom, Red Bull, Emirates“
    –> Ich weiß nicht wie du das siehst, aber mir ist es nicht egal ob der Sponsor ein gewisser Wladimir P. aus Russland persönlich, ein Österreichischer Faschist, ein Scheich oder ein Stuttgarter Unternehmen ist.

    „Denn zu einem verantwortungsvollen Umgang mit seinen Mitgliedern gehört für mich eine vollumfängliche Information, die grobe Skizzierung von Alternativen (z.B. Rechtsform) und nicht der Aufbau einer Drohkulisse: Wer nicht mit JA stimmt, sagt NEIN zum Erfolg.“
    –> Was hat eine Darstellung der Fakten mit Drohkulisse zu tun? Es ist FAKT, dass der VfB ohne Ausgliederung einen Mané nicht halten kann. Es ist FAKT, dass der VfB sich ohne Ausgliederung niemals wieder dort etablieren können wird, wo er nach dem eigenen Selbstverständnis hingehört (Top 7 der Liga).
    Wenn man meint, man müsste nur clever sein und könnte mit fünf 18-jährigen nach Europa kommen wie das unter Magath der Fall war dann verkennt man völlig, wie unfassbar sich der Fußball in den letzten 15 Jahren professionalisiert hat. Gerade im Bereich Scouting, Management, Training. Mit „besser arbeiten“ werden wir es nicht in die CL schaffen.

    Wer nach x-Mal VfB im Dialog und diversen weiteren Veranstaltungen sagt er sei nicht richtig informiert, der war von Anfang dagegen und wollte sich auch nicht überzeugen lassen. Hat man ja auch am Ende bei VfB im Dialog vorgestern gesehen:
    Das Argument dagegen war dann „mir ist der Erfolg des Vereins egal, hauptsache wir haben Spaß“. Kann man natürlich so sehen, aber erfolgsorientierte Leute wie Schindelmeiser haben keine Lust, als Fahrstuhlmannschaft oder noch schlimmer als FCN oder FCK zu enden. Glaubt doch keiner ernsthaft, dass dieser Mann in zwei Jahren noch unser Manager ist, wenn die Ausgliederung scheitert. Das ist keine Drohkulisse, sondern die nüchterne Betrachtung der Realität. Es stimmt, alternativlos ist ein ekliges Wort und es ist auch insofern nicht korrekt, als dass die Ausgliederung natürlich nicht alternativlos ist. Das wird sie erst in dem Moment, wo man sportlich erfolgreich sein möchte.

  12. @Christian Fischer: Ich habe zwei Verständnis-Fragen:

    – Ich möchte Dich bitten, Deinen Kommentar nochmal komplett zu lesen. Aber überall, wo Du „eine“ oder „die Ausgliederung“ schreibst, liest Du bitte „diese Ausgliederung in dieser vorgeschlagenen Form und in keiner anderen“. Findest Du Deine Formulierungen dann immer noch richtig?

    Anders formuliert: Du fühlst Dich doch nach „x-Mal VfB im Dialog und diversen weiteren Veranstaltungen“ über die Frage der Ausgliederung und deren Für und Wider gegenüber dem Status Quo richtig gut informiert, wenn ich Dich richtig verstehe. Fühlst Du Dich auch genauso gut informiert darüber, dass es neben diesen beiden Alternativen eine Vielzahl anderer Optionen gibt? Ich frage weil Du, mit Verlaub, nicht danach klingst.

    „Es ist doch völlig legitim, dass der VfB alles versucht, möglichst viele Mitglieder zu mobilisieren. (…) dass sich die Ultras durch noch so viele Argumente nicht überzeugen lassen, daher müssen möglichst viele „normale“ Mitglieder erscheinen.“

    Nur nochmal zum Mitschreiben: Als besonders normale Mitglieder des satzungsgebenden Souveräns empfindest Du Menschen, die bisher schwankten oder keinen so richtigen Bock hatten, zur aoMV zu erscheinen, sich nun aber mit der Aussicht auf ein Gratis-Trikot dazu bewegen lassen?

  13. Christian Fischer sagt

    @sternburg
    Warum eine AG die beste der drei Optionen ist wurde mehr als deutlich erörtert, ich empfehle dieses Interview: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.ausgliederung-der-profiabteilung-der-vfb-stoesst-an-harte-grenzen.b9f4d37e-6d89-4981-a5dc-0e3da45e2e9b.html

    „Normal“ ist ein blödes Wort, ich meinte alle Nicht-Ultras. Alle, die sich von Argumenten überzeugen lassen. Alle, die nicht rein ideologisch motiviert sind. Wenn die sich von einem Trikot überzeugen lassen wählen zu gehen, und damit die Stimme der Ultras relativieren, dann muss denjenigen, die sich rational um die sportliche Zukunft Gedanken machen, jedes Mittel recht sein.

    Warum sind denn Brexit, Trump uvm zuletzt passiert? Doch nicht, weil wirklich eine Mehrheit der Leute dafür war bzw das ernsthaft für die bessere Lösung hielten. Sondern weil es die „Extremen“, die Demagogen, geschafft haben, wirklich ihr komplettes Wählerpotenzial an die Urne zu bringen. Viele Gemäßigte haben hingegen ihre Stimme verschenkt, weil es ihnen nicht so wichtig war. Und das kann sich der Verein bei einer 75%-Erfordernis nicht erlauben.

    • Florian Götze sagt

      Interessant, dass Sie es ansprechen, Herr Fischer: War es nicht bei Trump und Brexit so, dass diejenigen die Wahl für sich entschieden haben, die am lautesten Halb- und Unwahrheiten verbreitet haben? Und sehen Sie da keine Parallelen bei der VfB-Kampagne (Ausgliederung = Erfolg, Stärkung der Mitgliederrechte)?

  14. @Christian Fischer: Ich weiß nicht, wie ich das formulieren soll, ohne arrogant zu wirken.

    Aber wenn Du tatsächlich der Meinung bist, die Möglichkeiten, eine Ausgliederung zu gestalten, verengen sich auf diese drei Optionen der Rechtsformwahl. Und wenn Du darüber hinaus der Meinung bist, diese Wahl sei in dem von Dir verlinkten Interview< „mehr als deutlich erörtert“ worden. Dann, ja dann empfinde ich meine Frage als beantwortet.

    Wobei ich das verlinkte Interview gleichwohl sehr aufschlussreich finde. Verstehe ich das richtig: Die in der Satzung der späteren AG zu verankernden Beteiligungsmöglichkeiten der e.V.-Mitglieder steht gar nicht zur Abstimmung? Das steht alles im Konjunktiv des „Wir könnten die Satzung der AG dann ja so gestalten, dass der e.V. als Gesellschafter die Zügel in der Hand behält, wenn uns dann danach sein sollte“? Das ist ja schlimmer, als ich bisher – aus der Ferne – dachte.

    Und zum Themenkomplex Populismus: Hättest Du es besser gefunden, wenn die Briten jedem Wähler eine Kaffeemaschine geschenkt hätten und deswegen dank besserer Wahlbeteiligung das Ergebnis anders ausgefallen wäre?

    Die Bewertung von Stilfragen ist letztlich eine des persönlichen Geschmacks und einer objektiven Bewertung bis zu gewissen Grenzen entzogen. Ich will also gerne zugestehen, dass ich hier nur von meiner persönlichen Bewertung ausgehen kann. Aber würden die Personen, die mich darum ersuchen, zu ihren Gunsten auf meine Rechte zu verzichten, würden die durch eine solche Aktion dermaßen klar machen, was sie von mir als Souverän für eine Meinung haben, ich würde spätestens dann anfangen nachzudenken, ob ich meine Rechte nicht doch lieber behalte.

  15. MM sagt

    @sternburg

    Ihr (überaus langer) Kommentar klingt gut, doch was soll er uns an Fakten sagen ?

    Es ist schön, dass Sie sich mit der Struktur der VfL… GmbH auskennen, aber tun Sie das auch mit der geplanten Struktur beim VfB ? Sie scheinen nicht viel mehr zu wissen, als dass es sich um eine AG handelt, auf die ausgegliedert wird. Ich habe Zweifel, ob Sie sich weiter mit den Plänen beschäftigt haben, denn die Unterschiede sind überschaubar und keineswegs sind die Mitwirkungsrechte bei der VfL… GmbH besser ausgestaltet.

    Zunächst beim VfB soll die Profiabteilung in einer AG geführt werden – beim VfL in einer GmbH. Beides Kapitalgesellschaften, die AG geführt durch einen Vorstand, die GmbH durch die Geschäftsführung (bei der VfL GmbH eine ganze Menge, die da mitreden). Im Vorstand der AG sitzen dann die gleichen Leute, die heute den Vereinsvorstand repräsentieren (ohne den Präsidenten).

    Wer wählt den Vorstand/die Geschäftsführung ?

    Beim VfB der Aufsichtsrat der AG/beim VfL prinzipiell der Gesellschafter der GmbH, also der eV. Wer sitzt im AR der AG beim VfB – genau der eV mit 75,1 % und damit mit allen relevanten Mehrheiten. Wo ist jetzt zunächst der große Unterschied, den Sie so geheimnisvoll andeuten wollen ? Außer den 100 % zu den 75,1 % ?

    Wer wählt die Vereinsvertreter, die dann im AR der AG sitzen oder beim VfL den eV als Gesellschafter der GmbH vertreten – in beiden Fällen die Mitglieder des eV. Auch kein Unterschied.

    Aber: Beim VfB soll es sogar noch einen Vereinsbeirat geben, für den jedes Mitglied kandidieren kann und der das gesamte Präsidium des Vereins den Mitgliedern zu Wahl vorschlägt.

    Ich habe nichts gegen andere Ansichten, aber nur wenn diese sich nicht einseitig mit der Darstellung beschäftigen und ohne Faktenbetrachtung Eindrücke und Stimmungen hervorrufen sollen.

    Auch kann ich mich über den Ausgangsartikel nur wundern. Ich wage zu bezweifeln, dass es Sinn macht, 50.000 Mitgliedern die juristischen Unterschiede in den Rechtsformen im komplexen Detail zu erläutern, zumal diese einfach nicht sonderlich relevant sind. Schaut man sich die Konstruktionen in der Bundesliga an, sind alle Varianten anzutreffen.

    Die notwendigen Informationen wurden in unzähligen Veranstaltungen und Dokumentationen (die auch online abrufbar sind, aber offenbar nicht gelesen werden) erläutert. Es sind eine Fülle von Informationen und wenn ich sehe, wieviel davon aufgenommen wurde, dann machen noch mehr (irrelevante) komplexe Vergleichsmodelle keinen rechten Sinn.

  16. drausvomLande sagt

    @abiszet: Danke für diesen Beitrag und Deine Meinung, weiter so.
    @alle anderen: Ihr könnt bedenkenlos mit „Ja“ stimmen, denn es wird sich nichts ändern. Eigentlich entscheidet ihr nur, ob wir 40 Mio mehr haben oder nicht. Ob nun – wie jetzt im Verein – ein Ehrenrat nach Lust und Laune Aufsichtsräte durchpeitscht, die dann wiederum Vorstände und Präsidenten durchsetzen, die dann wiederum Ehrenräte installieren lassen, ob das nun im Verein geschieht oder im Verein und in der AG, daran können wir nichts ändern. Gehen wir diesen Schritt jetzt nicht, zwingt uns das Finanzamt dazu, weil es uns die Gemeinnützigkeit abspricht, und ob wir dann noch 40 Mio + bekommen, ist doch sehr fraglich.
    Stimmt mit ja, ich mache es. Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir wirklich keine Alternative mehr, die hatten wir vor Jahren schon aufgegeben, diese Hand-in-Hand-Kreiselei kriegen wir vor dem Finanzamt nicht mehr weg. Vertrauen wir auf diese Struktur, sie hat sich ja schliesslich in den vergangenen Jahren aufs Beste bewährt, oder will einer abstreiten, dass wir Tabellenführer sind?
    Ich jedenfalls werde bei einer Wiederholung der Erfolge der letzten beiden Jahre dann das nächste Mal mit den Füssen abstimmen, aber nicht, indem sie mich wegtragen, sondern indem sie in Hinterteilen landen, UND DAS IST EIN (WAHL)-VERSPRECHEN.

    • @abiszet sagt

      Ja, lieber dvL, das hatte ich ganz vergessen: Herzlichen Dank an alle, die mitgelesen und engagiert kommentiert haben!

      Zu Deinem Wahlversprechen: Es ist nur die Frage, ob es irgendjemand interessiert, was Du mit Deinen Füßen machst. Soll überhaupt nicht despektierlich klingen, aber es wird ja alles getan, ob möglichst unabhängig von irgendwelchen Wahlen und Abstimmungen und Meinungen den Verein zu führen.

  17. Bert sagt

    Ich halte es wie Erni aus der Sesamstrasse: „Ohne Arme keine Keckse“ ergo PRO Ausgliederung

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