Mini-Feature, VfB
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Die Quadratur des Kreises

Nachdem bei den Projekten #nurzuGast und #aoMV der Vorhang gefallen ist, beginnen für uns die Freundeskreis-Wochen. Zunächst mit den Konzerten am 28. und 29. Juni am Mercedes Museum, aber auch mit der Beobachtung der Transferaktivitäten von Jan Schindelmeiser. Für Slim Shindy sind die nächsten Wochen bis zum ersten Trainingslager (ab 10. Juli) bzw. bis zum Transferschluss am 31. August eine Quadratur des Kreises.

Dass der Sport-Vorstand an den kurzfristigen Erfolg denken kann, ohne die langfristige Entwicklung zu vernachlässigen, hat er mit den Transfers von Benjamin Pavard, Ebbo Ofori und diversen Leihen unter Beweis gestellt. Aber kann er frische Kräfte hinzunehmen, ohne die zusammengewachsene Gemeinschaft zu sprengen? Kann er die Qualität im Kader erhöhen, ohne die Aufstiegshelden zu demotivieren?

Die Schwierigkeiten im Transfermarkt lassen sich einfach erkennen: Während der VfB für 1,8 Millionen einen gänzlich Unbekannten verpflichtet (Orel Mangala), holt Dortmund einen nicht ganz Unbekannten (Maximilian Philipp) für 20 Millionen aus Freiburg.

Kreativität und Schnelligkeit sind gefragt. Und die Geschwindigkeit bezieht sich darauf, früher als andere das Potential von Spielern zu erkennen. Dabei will der VfB alles in Frage stellen. Sicher ist, dass nach Toni Sunjic auch Jan Kliment und Borys Tashy den Verein verlassen werden. Von hinten wie von vorn immer nur auf junge Talente zu setzen, ist risikoreich. Wir haben einmal Tabula rasa gemacht und schauen uns die verschiedenen Mannschaftsteile an.

TOR
Mitch Langerak hat trotz ein paar Wacklern eine beständige Saison gespielt. Jens Grahl ist alleine wegen seiner Frau und Shopping-Queen Natalie unantastbar. Die Frage ist: Braucht Langerak einen stärkeren Konkurrenten​ oder reicht ein solides Backup​?​ ​

Fazit: Der VfB muss mit drei Keepern in die Saison gehen – Herr Schindelmeiser, bitte übernehmen Sie!

INNENVERTEIDIGUNG
Timo Baumgartl und Marcin Kaminski waren das Stamm-Duo unter Hannes Wolf. Wären sie es auch in der ersten Liga, hätte ich kein gutes Gefühl. Benjamin Pavard, ich mag sein Spiel und seinen Stil, und er besitzt ohne Zweifel enormes Potential. Aber bei aller Eleganz: Wenn es bei seinem Leichtsinn bliebe, würde er Punkte kosten. Auf keinen Einsatz kam bisher Jerome Onguene. Entweder er geht von 0 auf 100 oder ihm könnte eine Leihe gut tun bei einem ambitionierten Zweitligisten.

Fazit: Ein erfahrender Innenverteidiger wäre enorm wichtig!

AUSSENVERTEIDIGUNG
Emiliano Insua ist immer noch ohne Konkurrent. Das ist nicht gut​: Denn man sollte sich nicht darauf verlassen, dass der stets fröhlich Argentinier auch eine weitere Saison komplett verletzungsfrei bleibt (schöne Analyse hier).​ Rechts spielte zuletzt der Innenverteidiger Benjamin Pavard recht solide – und Jean Zimmer? Unsere Rennsemmel hat sich mehr erhofft, für die erste Bundesliga wird’s leider nicht reichen.

Fazit: Besser zwei als einen Außenverteidiger verpflichten!

ZENTRALES DEFENSIVES & OFFENSIVES MITTELFELD
Was ist mit Matthias Zimmermann, Anto Grgic und Ebbo Ofori? Sind sie zu leicht für die erste Liga? Ordentlich spielen sie meistens, aber ist das genug? Zumal mit Christian Gentner ein verdienter, aber manchmal taktisch unberechenbarer Nebenmann so langsam in die Jahre kommt.

Fazit: Trotz Mangala – hier muss nachgelegt werden.​ Denn die Defensivzentrale wird in der ersten Liga noch wichtiger werden als sie es in der zweiten Liga war.​ Ein robuster und kopfballstarker Mann für die Zentrale würde helfen. Quasi ein Michael Ballack in jung, günstig – und sympathisch.

Berkay Özcan fehlt Geschwindigkeit, Alex Maxim fehlt es manchmal an Durchsetzungsvermögen. Aber nach ​seiner guten Rückrunde ist er spätestens mit seinem​ ikonischen ​Jubel auf dem Dach der Trainerbank zum Symbol des Aufstiegs geworden. ​Auch wenn wir in der letzten Winterpause anderer Meinung waren: Wi​r ​möchten ​ihn auf jeden Fall weiter in Stuttgart sehen​!​

Fazit: ​Youngsters, OG´s, Hustler´s, Homies, lasst mich die Hände sehen, wenn ihr Maxim noch liebt! Als Aufsteiger wird der VfB Stuttgart oft über Konter erfolgreich sein müssen.​ Maxim ist einer, der die Pässe dafür spielen kann!

AUSSENBAHN
Julian Green ist erst ein halbes Jahr in Stuttgart – bekommt er noch eine Chance, sich durchzusetzen? Carlos Mané wird erst zur Rückrunde wieder einsteigen können, Josip Brekalo ist ein blutjunges Bürschle und Takuma Asana ist schnell, vergi​ss​t dabei aber oft den Ball. Tobias Werner konnte sich auch aufgrund von Verletzungen nie festspielen. Er ist sicher nicht unwichtig in der Kabine, aber sollte er nicht lieber einen Kaderplatz frei machen?

Fazit: ​​Asano kann mit seinem Tempo ein entscheidender Baustein werden, wenn er die Unkonzentriertheiten in den Griff bekommt. Julian Green kennt immerhin die Bundesliga. Aber auch hier fehlt noch eine Konstante im Stuttgarter Kader. Ob Tobias Werner das wird? Es wäre ihm zu wünschen, aber wahrscheinlich ist es nicht. Auch hier muss Jan Schindelmeiser aktiv werden, denn es sollte nicht das Prinzip Hoffnung regieren.

STURM
Die Ochsen büffeln vorne drin. Ob der Konkurrenzkampf zwischen Simon Terodde und Daniel Ginczek weiter so harmonisch verläuft? Aber in der Sturmspitze haben wir wohl alles, nur kein Problem.​ Ein Backup für die beiden könnte aus den eigenen Reihen rekrutiert werden: Marco Stefandl aus der U19 wäre ein Kandidat.​

Fazit: Läuft!

Sieht nach ​einer Menge Arbeit für Jan Schindelmeiser in der Sommerpause aus, denn in fast allen Mannschaftsteilen besteht Handlungsbedarf. Diese wunderbare Beurteilung des 2016/2017-Kaders stützt unsere Einschätzung (unbedingt lesen!)

2 Kommentare

  1. Ich danke für die per se freundliche und noch freundlicher umschriebene Verlinkung, und bin nicht ganz überrascht, dass wir vieles ähnlich sehen.

    • @abiszet sagt

      Ja, ich habe mir das Lesen der Verbalbeurteilung verkniffen, um nach der Formulierung meines Textes zu schauen, in wieweit wir übereinstimmen. Das Ergebnis hat mich ebenfalls nicht überrascht und der Link veredelt nun meinen Text.

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