Mini-Feature, Spielbericht, VfB
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Was sah Guido Winkmann?

Nach der Niederlage in Hamburg bleiben so viele Fragen:

Wie hätten sich elf Stuttgarter gegen den HSV geschlagen?
Was zum Teufel hat sich Ron-Robert Zieler beim 1:0 gedacht?
Ist das Hamburger Mittelfeld mit Sakai und Ekdal das langsamste aller Zeiten?
Wie lange braucht der HSV, um Jan-Fiete Arp zu verheizen?
Wann pfeift Bibiana Steinhaus endlich mal wieder?
Aber vor allem: What the fuck sah Guido Winkmann in der 13. Minute?

 

Zugegeben: Wir waren kurz davor, diesem Text die Überschrift „Fick dich, DFB!“ zu geben, um mal ordentlich Klicks zu generieren. Aber Hexenjagd ist nicht unser Niveau und sind wir ehrlich: Glaubt denn wirklich jemand, dass der DFB oder Guido Winkmann den VfB mit Absicht benachteiligen? Eher nicht. Das ändert aber nichts daran, dass der Platzverweis gegen Burnić eine Witzentscheidung sondergleichen war.

Aber nehmen wir das ganze mal sachlich auseinander: Dženis Burnić hatte bereits nach vier Minuten Gelb gesehen, weil sein Fuß im Zweikampf mit Arp eindeutig in zu hohen Regionen unterwegs war, wie die Striemen am Hals des Hamburgers eindrucksvoll zeigten.

Neun Minuten später dann also der Zweikampf mit Ekdal. Guido Winkmann steht direkt daneben – und sieht ein Foul (das es nicht gab). Selbst in den Augen von Winkmann wäre die richtige Entscheidung eine finale Ermahnung von Burnic gewesen: Noch eine Aktion und du fliegst vom Platz. Stattdessen gibt er ihm Gelb-Rot und entscheidet so das Spiel. Der Aufsteiger beim Liga-Dino in Unterzahl. 80 Minuten lang.

Achja, was ist denn mit dem Video-Schiedsrichter? Der durfte nicht eingreifen. ER. DURFTE. NICHT.

Und genau deshalb ist der Videobeweis ein absolutes Trainwreck. Der Schiedsrichter trifft eine Fehlentscheidung, die klarer ist als Wodka, und niemand kann eingreifen. Es ist so, wie einen Kombi zu haben, aber mit ihm nicht zu IKEA fahren zu dürfen. Der Videobeweis wird nicht intuitiv eingesetzt. Er macht das Spiel nicht gerechter, sondern komplizierter und lässt uns Diskussionen führen, die es ohne ihn nicht gegeben hätte. Und an dieser Stelle wollen wir nicht vergessen, dass der Videobeweis einen nicht unwesentlichen Anteil am Heimsieg gegen Freiburg hatte.

Was bleibt also? Dass der VfB Stuttgart gut in die zweite Hälfte startete, den Ausgleich (nach Videobeweis!) erzielte und der HSV nach zwei guten Aktionen auf 3:1 stellte? Geschenkt! Dass die rechte Seite mit Beck und Asano über 90 Minuten keinen guten Eindruck hinterließ, ist allerdings auch trotz Unterzahl eine wichtige Erkenntnis.

Fehlentscheidungen hin, Torwart-Slapstick her. Das Ganze wäre ja nur halb so ärgerlich, wenn es nicht gegen den HSV passiert wäre. Gegen den Treppenwitz der Liga, bei denen die teuersten Einkäufe auf der Bank sitzen und 17-jährige Eigengewächse die große Hoffnung sind. Bei denen Gotoku Sakai Kapitän ist und irgendwo sogar noch Sven Schipplock auf der Gehaltliste steht. Aber vielleicht sollten wir froh sein, dass der Liga-Zombie mal wieder gewonnen hat. Denn so bleibt Gisdol Trainer und die Hamburger machen so weiter wie bisher. Der Ausgang dürfte klar sein: Relegationsplatz.

Die Stuttgarter hingegen haben jetzt mal wieder den Druck, ihr Heimspiel gewinnen zu müssen. Das Problem: Der Gegner ist Borussia Dortmund. Wobei: Nach ihrer Bosz-Transformation sind die vielleicht sogar schlagbar. Jedenfalls für den Heim-VfB.

6 Kommentare

  1. Kurt Linder sagt

    Der Platzverweis ist das Ergebnis vom öffentlichen Gejammere von Christian Streich die ganze Woche über und Heimschiedsrichter wie Winkmann pfeifen dann ganz schnell. Das War vor Jahren genau das gleiche wo Freiburg keinen Elfmeter bekam jammern und schon wird gepfiffen. Wir sind viel zu anständig um auch außerhalb des Platzes was für unser Image zu tun

  2. Am Beispiel Winkmann sehe ich die Aussagen eines Herrn Gräfes über die Herren Krug und die Pianistenschwuppe (statt Schwuppe sollte eigentlich ein anderes Wort stehen, aber ich fürchte, dann würde es dieser schlechte Beitrag nicht in die Kommentare schaffen) Fandel bestätigt. Wobei Herr Gräfe auch mal lieber vor der eigenen Türe kehren sollte, was im übrigen auch für den homoerotisch wirkenden Herrn Brych gilt, der die Haare noch schöner hat als Herr Gräfe. Ich hätte noch vor Wochen gesagt, ja die machen das mit Absicht. Andere Beispiele gibt’s ja genug, an denen man das hätte festmachen könnte. Aber also ich mal so länger darüber nachdachte kam ich zu dem Schluss, so schlecht kann niemand absichtlich sein, das geht gar nicht. Rein vom Logistischen her gesehen. Das Niveau der Schiedsrichter ist in den letzten Jahren stetig gesunken. Und mit der Einführung des Videobeweises steht für mich fest, dass sich die Herren in Schwarz zu sehr auf die Herren in Köln verlassen und es mehr und mehr „verlernen“ richtig zu pfeifen. Die Angst falsch zu liegen mit einer Entscheidung bzw. mehr unter Beobachtung zu stehen erhöht sich aus meiner Sicht mit dem Videobeweis nur.

    • @abiszet sagt

      Hi Marc,

      die sexuelle Orientierung oder die Frisur eines Schiedsrichters sind völlig irrelevant. Der Beitrag wäre auch bei anderer Wortwahl veröffentlich worden, alleine, um Dich darauf aufmerksam zu machen ;-)

      In vielen Dingen stimme ich Dir zu: Die Qualität der Schiris ist in den letzten Jahren nicht besser geworden und der VAR unterstützt den Schiri nicht, er nimmt ihn aus der Verantwortung. Das Management des VAR ist dilettantisch. Es fehlt an Transparenz, an Regeln, wie er eingesetzt werden soll. Der Foulelfmeter in Mainz ist ein gutes Beispiel: Noch klarer kann eine Fehleinschätzung nicht sein – und was passiert: Der VAR sieht die Flugeinlage von de Blasis nicht, während alle es bei der ersten oder zweiten Wiederholung gesehen haben. Ok, das dauert dann sicher 2 Minuten, aber dann wäre der Elfer vom Tisch gewesen. Warum sagt der VAR nicht, dass sich Brych die Szene nochmal in der Review-Area anschauen soll? Auch dann hätte er den Elfer zurück genommen.

  3. @ abiszet

    Also wenn man sich mal ansieht, was da zwischen Amarell und Kempter gewesen ist, spielt die sexuelle Orientierung durchaus eine Rolle, auch wenn das durch zweiteren ungewollt gewesen ist. Und auch die Frisur, ich meine die Herren in schwarz präsentieren sich wöchentlich der Öffentlichkeit. Nun stelle man sich mal vor, einer der Herren hätte längeres und lockigeres Haupthaar als die Steinhaus oder die Steinhaus hätte eine Glatze? Muss ja alles medienwirksam vermarktet sein, meine ich. Und das soll nicht relevant sein? Okay, deine Meinung (und bestimmt stehst du mit dieser auch nicht alleine) …

    Ich hätte jetzt gedacht, du bringst als Beispiel eher den „unglücklichen Zusammenprall“ zwischen Gente und Casteels als einen nicht VfB-Vorfall. Wobei der Mainz-Vorfall natürlich auch sehr passend ist.

    Ich fands ohne Videobeweis besser, weil jetzt alle sagen, die können erstens nicht untereinander richtig kommunizieren und zweitens nicht mal die Bilder richtig auswerten. Ohne hat man noch argumentieren können, ja die hatten kein Bildmaterial zur Verfügung und der Schiedsrichter muss ja (in sekundenbruchteilen) etwas entscheiden. Das war halt ein durchaus legitimer Schutz für die Schiris, die nun mit dem Videobeweis weggefallen ist. Klar ist das eine Testphase, aber das sind mir zu viele hahnebücherne Fehler die da immer wieder passieren und dürfen meiner Meinung nach in einer Testphase nicht (mehr) passieren.

    Alles in allem wars wohl ne schlechte Idee, wieder hier zu schreiben …

    Auf Wiederhören

    • @abiszet sagt

      Hi Marc,

      nochmal deutlich: Nein, die sexuelle Orientierung spielt keine Rolle. Amarell hat seine Position als Vorgesetzter ausgenutzt, das passiert leider viel öfter im herterosexuellen Bereich. Und egal, welche Frisur jemand hat, auf die Qualität der Schiedsrichterleistung wird dies keinen Einfluss haben. Jemand mit Glatze scheibt bessere Texte als einer ohne, oder wie?

      Ich finds keine schlechte Idee, hier einen Kommentar zu posten, es sei denn, Du erwartest, dass wir Dir vorbehaltlos zustimmen.

      Richtig ist: Vor dem Videobeweis gab es Ungerechtigkeiten, mit dem Videobeweis gibt es erneut Ungerechtigkeiten. Genau das sollte ja besser werden.

      Ich denke, es wurden verschiedene Faktoren einfach nicht bedacht:
      – die zeitliche Komponente: Es dauert zu lange, um zweifelsfrei Szenen beurteilen zu können
      – die psychologische Komponente: Der Schiri auf dem Platz verlässt sich zu sehr auf den VAR und ist nicht mehr Herr der Situation.
      – die Erwartungshaltung: Alle dachten, es gibt durch den VAR nur noch 100prozentig sichere Entscheidungen, was natürlich eine Illusion ist.

  4. @ abiszet

    Apropos deutlich: ich dachte, es wäre deutlich geworden, dass ich das mehr oder weniger wissentlich und absichtlich übertrieben dargestellt habe, obgleich ich mit Sicherheit die Grenzen des guten Geschmacks überschritten habe (wie so oft). Aber wie pflegte meine Mutter doch immer zu sagen: wenn Sätze mit „ich habe gedacht“ oder mit „ich dachte“ anfangen merkt man am Ende immer, dass es Mist war. Einerseits kann ich es nicht verlangen, dass man das herausliest, andererseits seh ich mich aber auch nicht in der Position alles erklären oder mich rechtfertigen zu müssen.

    Wie dem auch sei: wenn der Videobeweis (um wieder zum Thema zurückzukehren) bleiben soll, dann muss da dringend im größeren Stile nachgebessert werden. Sonst haben wir am Ende mehr Diskussionen mit als ohne den Videobeweis.

    Nun hab ich aber endgültig fertig.

    P.S.: ich erwarte nie etwas

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