Arrivederci direkte Qualifikation für das Achtelfinale der Europa League.
Defensivkünstler, mehr Ringkämpfe als Zweikämpfe, Effizienz vor dem Tor:
AS Rom war im vorletzten Gruppenspiel der Europa League das bessere Union Berlin. Und Rom ist der Gegner, gegen den der VfB sehr selten gewinnt. Denn disziplinierte und streng geordnete Teams mit einem Fokus auf Körperlichkeit liegen dem VfB traditionell nicht.
Sebastian Hoeneß meinte trotzdem, dass die Mannschaft ein gutes Spiel gemacht habe, sogar „genau das gespielt hat, was wir uns vorgenommen haben“. Nur die Chancenverwertung habe nicht gestimmt. Auch Jamie Leweling, Ermedin Demirovic und Alex Nübel machten die mangelnde Effizienz vor dem Tor für die Niederlage verantwortlich.
Aber lag es wirklich an der Chancenverwertung?
Macht man es sich damit nicht ein bisschen zu einfach?
War es nicht ein zu langsamer Spielvortrag, wenn sich einmal die Gelegenheit zum Umschalten ergab? Gelang es dem VfB nicht zu selten, die Römer aus ihrer Ordnung zu bringen? Fehlten ohne El Khannouss, Stiller und Nartey nicht Kreativität und Ideen? War nicht viel zu wenig Bewegung im Spiel nach vorne zu sehen und wurde nicht zu oft die Einzelaktion gesucht?
Leweling wollte das Spiel alleine gewinnen. Er warf sich in viel zu viele Zweikämpfe und machte damit das Spiel langsamer und komplizierter. Deniz Undav streckte eigentlich das gesamte Spiel seinen Arsch raus, wenn er angespielt wurde und suchte nie die schnelle Ballan- und -mitnahme. Von seinen vergebenen Chancen mal abgesehen. Zwei Bälle von ihm sucht man immer noch im Tiber. Und Standards? Kann der VfB eigentlich auch gleich zu Nübel zurück spielen: Dann entstehen daraus immerhin keine Konterchancen von Rom.
Die entscheidenden Bälle und Duelle gewannen die Römer. Beim VfB fehlten Präzision und Freilaufverhalten. Um Rom in Probleme zu bekommen, müssen Räume erlaufen werden, muss mehr Bewegung ins Spiel ohne Ball.
Der VfB muss nach Basel und Istanbul erkennen, dass das Leistungsvermögen für internationale Auswärtsspiele nicht reicht. Gerade gegen kratzbürstige Gegner nicht. Was besonders ärgerlich ist, da die Giallorossi nicht mit ihrer besten Elf aufgetreten sind. Vor allem nach der Führung taten die Römer nur das Nötigste. Dazu kam, dass der eine oder andere Spieler mit der Situation überfordert war, vor allem Chema und Assignon merkte man an, dass sie auf dem Niveau Probleme hatten.
Auch wenn dem VfB Toughness und Coolness fehlte:
Das Spiel im Olimpico war natürlich ein Erlebnis für alle, der Support des Auswärtsblocks einmal mehr herausragend. Aus solchen Spielen muss der VfB lernen – nach Basel und Istanbul dachten wir, dass die Lernkurve vielleicht etwas steiler ist. Den direkten Einzug ins Achtelfinale verspielte der VfB ziemlich sicher in Rom. Dennoch hat er in den folgenden Play-offs die Gelegenheit zu zeigen, dass die Mannschaft an ihren Aufgaben wächst.
Zum Weiterlesen:
ZVW meint: „In den vergangenen eineinhalb Partien baute sich ein Trend auf, der am Donnerstagabend in der unnötigen und bitteren Niederlage in Rom mündete. In der zweiten Halbzeit gegen Frankfurt hätte das Spiel durch viele vergebene Großchancen eigentlich schon entschieden sein müssen(…).” Gegen Union Berlin war es ähnlich, so “dass die Hauptstädter (…) überhaupt noch im Spiel waren.“
Bilder: Paolo Bruno/Getty Images



Schon bei Bekanntgabe der Aufstellung habe ich mich gewundert: Gasperini lässt Schlüsselspieler einfach auf der Bank. Vielleicht wusste er, dass man Undav recht einfach kaltstellen kann und liess seine Top-IV erstmal draussen. Wenn man in 21 Ligaspielen nur 12 Tore kassiert hat, kann man erstmal zuschauen was der Ballbesitz-Mannschaft so einfällt. Chema hatte dabei eine Schlüsselrolle, war aber taktisch etwas überfordert. Das hat er nicht exklusiv, denn die notwendigen Rotationen mit den Flügeln gegen ein Mann-gegen-Mann-Pressing haben nur ansatzweise geklappt und meist wurde das Spiel wieder verlangsamt. Leweling war bemüht, aber hatte dem Spiel nichts zu geben, weshalb er schon viel früher runter gemusst hätte. Man muss ehrlich sein: Die Mannschaft ist für solche Aufgaben nicht bereit und trotz der Ausgaben im Sturm zu schwach. Das haben wir letzte Saison in der CL gesehen, aber die Schwäche in der EL hätte ich so nicht erwartet. Ein Undav wird in Deutschland gehypt, wenn er mal drei Spiele hintereinander trifft und “ist wichtig für die Kabine,blabla”, aber auf Europas Plätzen wird er regelmässig verzwergt.
Ich mag Gasperini-Mannschaften, sie haben so etwas Griffiges, Diszipliniertes, Abgewichstes, aber euer Vergleich mit Union Berlin ist wohl nicht ernst gemeint.
Prima Analyse. Im Spiel nach vorne fehlt in vielen Spielen der Zug. Was trainiert der VfB eigentlich außer hin und her spielen?. Standards: unwürdig. Und wir haben definitiv ein Stuermerproblem. Weder Undav und Demirovic entsprechen internationalen Ansprüchen, da sie wiederholt aus 4 Metern frei vor dem Tor nicht treffen. Und die Selbstgefälligkeit von Herrn Hoeneß wird gefährlich. Wer den völlig überschätzten Dauerfuchtler Chema in der Halbzeit mit 0 gewonnen Zweikämpfen nicht vom Feld nimmt ist ein Trainer, der nicht handelt. So reißen wir mit dem Arsch wieder ein, was der Trainer, der Verein und die Mannschaft mühevoll aufgebaut haben. Wer mehr erreichen will muss auch in erfahrene Spieler investieren. Füllkrug ist z.B. eine verpasste Chance. 19 Jährige Kolumbianer bringen uns vermutlich im Februar und März nicht weiter.
Guter Kommentar. Ich finde es dennoch sehr frustrierend zu sehen, dass man international auswärts gegen Gegner wie Basel, Fenerbahçe und auch die Roma nichts Zählbares holt. Das ist keine Kritik am VfB, sondern eher eine ernüchternde Feststellung.
Wenn der Vierte der deutschen Liga gegen eine B Mannschaft des Vierten der italienischen Liga dann doch nicht unverdient verliert – aufgrund der Basics der Fußballmathematik –, ist das schon bedauerlich mit Blick auf das Niveau, das wir derzeit in Deutschland haben.
Garniert wird das Ganze durch das Ausscheiden des Tabellen¬siebten der Bundesliga in der Champions League gegen ein Team aus der 27. Liga Europas oder durch eine sang und klanglose Niederlage des Tabellenzweiten gegen den Tabellen¬vierzehnten (!) der Premier League.
Man hat das Gefühl, dass die Bundesliga – abgesehen von Bayern – international schlicht nicht mithalten kann.
Trotzdem hat der VfB ein ordentliches Spiel gemacht. Aber es reicht eben einfach nicht gegen diese simple und seit Jahrzehnten bekannte Spielweise italienischer Teams.
Rom – das bessere Union 🫣
Ich hasse diese Spiele und bin nicht beim Trainer diesmal.
Wir waren eigentlich in allem zu spät und leider waren nicht alle Spieler in der Möglichkeit zum Leistungslimit.
Somit wäre die “Mär”, dass wir zu den Top Vereinen in der EL gehören auch schon Geschichte. Klar es waren alles heftige Spiele und viel.
Nartey hätte ich nicht für Demirovic geopfert – er wäre auch der bessere Sechser, Chema noch völlig überfordert mit Hauen und Stechen.
Damit schon mal jetzt Vorsicht Kiel und Gladbach bauen wir ja auch regelmässig auf. Wird nicht einfach so alles zusammen… plus die Play Offs.
Auch nur Mannschaften, die sich im Bus da hinten rein stellen 😬 da braucht es andere Lösungen.
Hallo zusammen,
Erst einmal volle Zustimmung zu euren Kommentaren.
Meine Prognose im letzten Blog war zu optimistisch. @abiszet: Du hattest Recht was die Roma angeht.
Habs im TV daheim angeschaut. Dabei fand ich die Körpersprache unserer Jungs im Kabinengang schon zu devot. Setzte sich auf dem Spielfeld fort. Am Anfang startete der VfB zwar munter, aber alle erschienen mir paralysiert. Schlechter Auftritt.
Wo bitte war der Capitano? Karazor traute auf dem Platz rum wie Falschgeld.
Wirkte auf mich wie wenn Ata glaubt, das wäre ein Trainingsspiel. Nein Ata das war es nicht.
War nach dem Spiel soooo enttäuscht von meiner Mannschaft .
Hoffe meine restlichen drei Tipps werden erfüllt. Fühle mich schon bissle geleert und gefedert. 😄😄😄😄
Kleine Korrektur:
Natürlich muss es heissen: geteert und gefedert, nicht geleert. Wobei ich mich auch bissle leer fühlte .
Die Aussage von SH ” in weiten Teilen des Spiels die Roma vor Probleme gestellt” finde ich interessant . In welchem Stadion war SH?
Super Kommentar!
In den ersten 15 Minuten konnte man an uns glauben, die restlichen 75 min. war klar, dass Rom gewinnt. Ich finde es schade, dass Hoeness diese Spiele dermaßen schönredet. Weshalb er niemals von seinem Wechselrhythmus abweicht und überforderte Spieler wie Chema und Assignon bereits früher vom Feld nimmt, bleibt mir rätselhaft.? Wie im Kommentar bereits beschrieben, entstehen aus Standards für uns niemals Torchancen, für den Gegner aber regelmäßig hervorragende Konterchancen.
Nach Leverkusen hatte ich von ganzem Herzen auf eine tolle Serie gehofft, aber als altgedienter VfB-Fan weiß man, dass all zu viel Lob bei uns regelmäßig zu Selbstüberschätzung und Bequemlichkeit führt. Schon gegen Frankfurt dachte man mit 80% Leistung auszukommen, auf Unions Körperlichkeit hat bei uns sowieso keiner Lust, viel zu anstrengend und das setzte sich in Rom fort.
Schade, Eigenwerbung in Richtung WM sieht dann übrigens auch anders aus.
@Achim
Ich hatte mir gedacht, dass Rom dem VfB genauso wenig liegt wie Union ;-) Das wird noch spannend, wenn es in den Play-offs gegen ähnliche Kaliber geht, zB Zagreb, Belgrad, Nottingham, Pilsen, Bologna, Fener, Celtic …
@Martin
Das suboptimale Spiel in Rom hat mE nichts mit Selbstüberschätzung oder Bequemlichkeit zu tun. Es wurden keine Mittel gegen Rom gefunden, offensive Lösungen zu entwickeln gegen diese Manndeckung.
Treffender Kommentar ! Was soll man nach dieser Vorstellung sagen (schreiben) ? Die Vorschreiber hier haben es eigentlich schon auf den Punkt gebracht. Es scheint so, der VfB kann bis auf ganz wenige Ausnahmen selbst im europäischen Mittelfeld (noch) nicht mithalten.
Für mich ergeben sich folgende Fragen:
– was genau bringt der Hoenesche Ballbesitzfussball ?
Richtig, nichts wenn dabei der Ball nicht letztlich in Gegners Tor landet. Es zählen nun mal die erzielten Tore und nicht die Prozentanteile am Ballbesitz in einem Spiel.
– Warum investiert man – vor allem wenn man international mithalten möchte – nicht in entsprechendes Personal ?
Lediglich immer nur junge Ergänzungsspieler zu holen scheint vielleicht langfristigen Erfolg zu bescheren (oder auch nicht), bei den gegenwärtigen Aufgaben helfen uns offensichtlich aber nur “fertige” Spieler, allen voran Stürmer die halt auch aus wenigen Chancen max. Ertrag generieren. Man hätte jetzt im Wintertransferfenster die Möglichkeit gehabt nachzujustieren, die Verantwortlichen beim VfB sehen hier allerdings wohl keinen Bedarf. Man darf dies schon mal in Frage stellen. Nur mal so als Beispiel, ein Edin Dzeko hätte man wahrscheinlich für kleines Geld bekommen, auch angesichts seines Alters kann der sicherlich noch 1-2 Jahre mithalten. Und Medo kennt er aus der bosnischen N11 sowieso. Wäre in meinen Augen nicht der schlechteste Deal gewesen.
– welche Wechselpolitik verfolgt der Trainer während eines Spiels ? Warum werden dann auch noch die ausgewechselt die im Spiel ganz ordentlich performen und Totalausfälle dürfen durchspielen ? Warum finden Wechsel überhaupt meistens so spät statt ?
Das ständige Blablabla nach solchen Spielen vom Trainer, den Spielern selbst kann ich langsam nicht mehr hören. “Wir wissen was wir falsch gemacht haben, wir waren nicht kaltschnäuzig genug, wir ärgern uns selbst am allermeisten usw. und so fort…
Es braucht weniger Blablabla als vielmehr erkennbare Ansätze dass man nicht nur erkannt hat was falsch gelaufen ist, sondern es auch verstanden hat es besser zu machen. Alles andere sind für mich ein Haufen leerer Worte.
Gestern war mit Verlaub vielleicht sogar mehr als nur 1 Punkt drin, man hat einmal mehr seine Chance nicht genutzt, sehr schade. Am Ende bleibt Unzufriedenheit und Frust. Quo vadis VfB ?
Ata war mind. internationale Klasse, Chema hingegen…
Assignon spielt nie, merkt man.
Das mit dem breiten Kader ist ein Märchen, und das NLZ ist für was da?
Ansonsten alles gut, Platz 5 in der BL und ev. Halbfinale EL + Pokal.
Find ich super, ihr bestimmt auch.
Es wurde schon viel geschrieben, was leider stimmt.
Ohne Stiller, El Kanouss und Nartey haben wir keine Tiefe ins Spiel bekommen.
Die Schienenspieler blieben wirkungslos. Da wäre Demi als (zweite) Spitze und eine Viererkette effektiver und besser gewesen. Undav ist vermutlich mit dem falschen Fuß aufgestanden!?
Ata ist zwar seit ein paar Spielen endlich wieder in einer Form, die ihn für die BL qualifiziert aber er machte das Spiel ständig langsam, da jeder Pass quer oder nach hinten gespielt wurde.
Aber ganz ehrlich, ein Gasperini ist natürlich ein absoluter Weltklasse Trainer. Von dem Niveau ist einer der aktuell besten deutschen Trainer noch meilenweit entfernt. Was der mit Atalanta geleistet hat, war bombastisch.
Der aktuelle Kader reicht für einen Mittelfeld Platz in der El.
CL ist ein Fach zu hoch und wenn man seine Spiele gegen Mannschaften wie Union nicht gewinnen kann, auch nicht darstellbar.
In der IV sind wir mittlerweile gut aufgestellt da Hendriks, bis auf gestern, sich stark verbessert hat aber vorne bräuchten wir einen Spieler mit einem anderen Profil, als es Demi und Undav bieten.
Entweder ein Brecher oder ein pfeilschneller Stürmer. Sonst kannst du solche Spiel wie gestern nicht gewinnen.
Hatten wir, den schnellen Stürmer. Hieß Silas
Völlig richtig, Silas wäre der pfeilschnelle Stürmer.
Nur: Nicht richtig ist, dass man mit ihm das Spiel gewonnen hätte. Vor allem bei den tiefstehenden Ketten in der zweiten Halbzeit wäre er ungeeignet gewesen. Und bei Mann-gegen-Mann muss Sicherheit/Fehlerfreiheit in der Ballbehandlung vorhanden sein … was bei Silas nicht immer der Fall ist.
Da bin ich ja froh dass Demirovic filigran ist 😅
Filigran war nicht gefragt. Gerade deshalb muss er den aus 2 Metern mit Überzeugung reinmachen!
So einen schnellen Stürmer kann man bei jedem Ballverlust des Gegners einsetzen.
Das ist kein reiner Konterspieler sondern eine Option, um das Spiel schnell zu machen, wenn du keinen Spieler auf dem Platz hast, der Steck-Pässe spielen kann, die auch ankommen…
Klasse Analyse @abiszet
Hab das Spiel auch so gesehen
Mir wird das Spiel von Hoeness zu schön geredet
Es lag nicht an der Chancenverwertung
🙏
[…] Weiterlesen: Der Vertikalpass möchte das Ergebnis nicht nur auf die Chancenverwertung reduzieren und stellt […]
@bacardihardy
Chancenverwertung
Wenn Mittelstädt am Anfang der Ball völlig freistehend nicht aufs Tor bringt sondern darüber, wenn Undav und Demirovic aussichtsreich scheitern, kann man wohl von mangelnder Chancenverwertung sprechen. Dazu kommen noch unsere “tollen” Standards.
Könnte da nich einmal eine Koryphäe mit denen üben (Leweling, Stiller, Mittelstädt, Führich). Z.B. der krasse Krassimir, Hansi Knüller, der knallige Wasenkarle (vertreibt als Handelsvertreter eine Heilsalbe lese ich – die brauchten wohl seine Gegenspieler).
Oder soll SH den Ball selbst ins Tor tragen?
Ich finde der VfB hatte ein gutes Spiel gemacht. Wir haben nicht gegen irgendjemanden gespielt, sondern gegen den derzeit 4. der Serie A. Die Roma steht dort nach 21 Spielen auf Platz vier mit einem Torverhältnis von 26:12 (VfB 33:26=7). Gegen Mannschaften wie Basel darf man mal einen Punkt mitnehmen.
Man kann nicht jedes Jahr seine besten Spieler verkaufen und dann meinen man reißt Bäume aus… (das sieht S.H. zumindest so).