Autor: @abiszet

Sehr geehrter Herr Reschke,

es ist Ihre Mannschaft, von der Sie gesagt haben, dass sie mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird. Sie durften einkaufen wie noch nie ein Manager vor Ihnen. Dafür haben Sie unsere Ausgliederungsmillionen verprasst und sie unter anderem Spielern gegeben wie Dennis Aogo, Andreas Beck und Gonzalo Castro, die im fortgeschrittenen Alter beim VfB ein sehr gutes Geld verdienen. Sie haben damit großes soziales Engagement gezeigt, diese Spielern zu verpflichten, denn diese Spieler hätten nirgends einen ähnlich gut dotierten Vertrag erhalten. Sie haben das Bild vermittelt, als ob Sie den Fußball erfunden haben und Sie sind sehr von sich überzeugt, was angesichts Ihrer Leistungen beim VfB absolut bewundernswert ist. Wir wollen Ihnen diese Selbstgewissheit gar nicht nehmen, aber warum frühstücken Sie nicht wieder regelmäßig mit Uli Hoeneß? Das scheint ein Ansprechpartner für Sie zu sein, der Ihrem Niveau entspricht. Bitte übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Taten in Stuttgart, seien Sie ein Ehrenmann und ziehen Sie Konsequenzen. Zumindest dafür werden wir Ihnen dankbar sein. Dann vergessen wir auch, dass Sie sich mit unserem Brustring in …

Lieber Markus Weinzierl,

Sie sind die ärmste Sau. Sie sind sicher überrascht von der Wucht des Misserfolgs. Wir machen den ganzen Scheiss ja schon ein paar Jahre mit, uns wirft fast nichts mehr um, wobei die drei verheerenden Spielen gegen Dortmund, Hoffenheim und Frankfurt auch für uns etwas Besonderes sind. Die Mannschaft wurde Ihnen sicher in den schönsten Farben von Herrn Reschke beschrieben. Und Sie sind genauso darauf hereingefallen wie wir. Sie müssen mit dem arbeiten, was der Kader hergibt. Und das ist im Moment sehr wenig. Sagen Sie: Haben Sie eigentlich eine Ausstiegsklausel? Es wäre Ihnen zu gönnen, aber wir hoffen natürlich, Sie ziehen diese nicht und wünschen Ihnen Kraft und Durchhaltevermögen für Ihre Aufgabe. Denn der VfB ist ein geiler Club, er hat kein schwieriges, sondern ein leidensfähiges Umfeld. Und wenn nur der kleinste Funke Hoffnung da ist, dann wird das Stadion explodieren. Wir hoffen, dass Sie das einmal erleben und drücken ihnen die Daumen. Ehrlicherweise sind Sie auch unsere letzte Hoffnung. Es sind schon andere daran gescheitert, aber eventuell versuchen Sie es einmal mit einer …

Lieber Christian Gentner,

Sie lieben VfB, das weiss ich, das wissen wir alle. Sie sind ein untadeliger Sportsmann und haben hier alles mitgemacht. Aber Sie sind auch über Jahre zu einem Gesicht des Misserfolgs geworden. Wir müssen es so klar sagen: Sie behindern die weitere Entwicklung beim VfB. Machen Sie bitte den Weg frei für Neues bei Ihrem und unseren Herzensverein. Sie bekommen unseren tiefen Respekt, wenn Sie jetzt in der Winterpause verkünden, dass Sie Ihren Vertrag beim VfB nicht erfüllen werden und anstatt dessen nach Amerika in die MLS oder nach Australien wechseln. Genießen Sie Ihr Leben, verzichten Sie auf Privilegien und auf Macht beim VfB. Es ist besser für Sie und uns. Den ganzen Druck wollen Sie doch auch nicht mehr, oder? Diese verzwungenen Interviews, in denen Sie Sachen sagen müssen, hinter denen Sie gar nicht stehen. Es liegt nicht nur an Ihnen, dass es nicht läuft – keine Frage – aber es liegt auch an Ihnen. Sie sind zu tief im VfB verankert und es wird Zeit für Sie, auch einmal etwas Neues zu versuchen. …

Sehr geehrter Herr Dietrich,

dieser VfB ist Ihr „Produkt“, Sie haben ihn personell aufgestellt, Sie haben „professionelle Strukturen“ geschaffen, damit der VfB „mittelfristig im ersten Tabellendrittel spielt“. Sie haben etwas, das gewachsen ist nach dem Aufstieg, durch Personalwechsel mutwillig komplett auf links gedreht. Mutmacher, denen die Fans vertraut haben, mussten wegen Ihnen den Verein verlassen und das hat uns die Hoffnung genommen, dass sich etwas geändert hat beim VfB. Bitte stellen Sie sich und Ihre Taten in Frage, ob die Konstellation mit Ihnen Erfolg bringt. Erfolg, zu dem die Mehrheit der Mitglieder ja gesagt hat. Wir alle wollen den Erfolg. Das muss nicht gleich das erste Tabellendrittel sein, wir wollen einfach mal eine ruhige Saison spielen. Und vor allem wollen wir nicht das Gespött der Liga sein. Aber es scheint sich immer mehr herauszustellen, dass dieser Erfolg mit Ihnen schwer möglich ist. Alle wichtigen Entscheidungen der letzten Zeit (Die Entlassungen von Jan Schindelmeiser, Hannes Wolf und Tayfun Korkut, die Verpflichtungen von Michael Reschke und Markus Weinzierl) wurden stets einstimmig getroffen, heißt es. Aber man wird den Eindruck nicht los, …

Mon frère Benji,

je t’aime. Ich liebe Deine eleganten Bewegungen, Dein Spielverständnis, aber Du bist mittlerweile in Stuttgart einfach am falschen Platz. Wie sagte Dein Kollege Filip Kostic: „Ich bin nur gut, wenn meine Mitspieler gut sind“. In der französischen Nationalmannschaft hast Du absolute Weltklasse-Spieler wie Griezmann, Mbappè, Varane und Pogba um Dich, in Stuttgart muss es ein Kulturschock sein für Dich, neben einem Holger Badstuber spielen zu müssen. Du musst den nächsten Schritt machen. In der Winterpause. Mit einem Transfer. Zu PSG, zu Chelsea, zu Liverpool, zu Atletico Madrid, zu Barcelona, wegen mir auch zu Bayern München, die werden wohl selbst mit Niko Kovac Meister. Trau’ dich! Entwickle Dich weiter, das funktioniert in Stuttgart leider nicht (mehr). Angenehmer Nebeneffekt für uns, dass Du mehr als 35 Millionen in unsere Kassen spülen wirst, die wir dringend für Wintertransfers benötigen. Wir werden Dir auf ewig dankbar sein, dass Du bei uns gespielt hast. Deinen Vertikalpass for Heaven gegen Fürth werden wir nie vergessen, aber es gibt im Moment einfach keinen, auf den Du einen solchen Zuckerpass spielen kannst. Denn …

Lieber Nico Gonzalez, lieber Pablo Maffeo,

Ihr tut uns leid. Ihr habt Euch von den tollen Fans locken lassen, von emotionalen Videos der „Cannstatter Karawane“, von schönen Worten von Herrn Reschke und natürlich von einem attraktiven Gehalt. Ihr seid mit großen Hoffnungen zum VfB Stuttgart gekommen. Leider sind die Mitspieler und das Management bei weitem nicht so gut wie die Fans. Ich weiß nicht, ob Euch der Spruch des legendären Stadtchronisten, Spaziergängers und Neckarliebhabers Joe Bauer geläufig ist (ein wirklich kluger Mann), wonach in Stuttgart jedes Pferd zum Esel wird. Das habt Ihr nicht verdient. Ihr habt eine schöne Karriere vor Euch, man merkt, dass Ihr Euch aufreibt für den Verein, aber es fehlt Euch an Mitspielern und einem leistungsorientieren Umfeld im Club, dass Euren und unseren Erfolg möglich macht. Gut möglich, dass Ihr die tragenden Säulen eines zukünftigen VfBs werdet, aber Ihr braucht leider Geduld, schnell wird es hier nicht gehen. Das ist kein Grund zu verzweifeln, lasst Euch nicht vom augenblicklichen Misserfolg runterziehen (ja, wir wissen: das ist schwer). Aber wir stehen Euch zur Seite, supporten Euch und würden …

Lieber Herr Badstuber,

Sie wollten Champions League spielen und wir wünschen Ihnen von Herzen, dass Sie sich mit den Besten messen können, gerade nachdem Sie so eine erschütternde Verletzungshistorie hinter sich haben und sich immer wieder zurückgekämpft haben. Sie können in Stuttgart nicht Champions League spielen, das haben Sie mitbekommen, oder? Deshalb empfehlen wir Ihnen, den Verein zu wechseln. Beim VfB können Sie Ihren enormen Führungsanspruch und Ihre fehlende Geschwindigkeit nicht optimal entfalten. Ihnen steht die Welt offen, machen Sie etwas aus sich, so lange Sie noch Zeit dazu haben. Michael Reschke wird Ihnen sicher helfen, einen Champions League-Club zu finden. Wir dachten, Ihre Siegermentalität bringt unseren VfB voran, aber vor dem Wollen kommt das Können. Und da haben Sie leider in Ihren zahlreichen Verletzungspausen einiges verloren. Was Ihnen Hoffnung machen könnte: Daniel Schwaab spielt auch Champions League. Er stieg vor ein paar Jahren mit dem VfB ab und trotz seiner Defizite bei Geschwindigkeit, Spielverständnis und Zweikampfführung hat er es in die Eliteklasse geschafft. Den stecken Sie doch locker in die Tasche, Herr Badstuber! Mit sportlichen Grüßen Vertikalpass …

Lieber Mario Gomez,

Sie wirken so beweglich und wach wie ein Partygänger, der nach einer durchzechten Nacht seine müden Knochen reckt und der nur mit einer Aspirin und einem Konterbier wieder auf Touren kommt. Es ist traurig, Sie so spielen zu sehen, wie Sie allerbeste Chancen vergeben, die Sie sonst traumwandlerisch verwandelt haben. Wie Sie Bällen hinterher laufen, die Sie vor zehn Jahren noch locker erreicht hätten, wie Sie traurig und verzweifelt schauen und wie Sie überhaupt keine Hilfe fürs Team sind. Wir haben noch den Mario Gomez von 2007 und 2008 vor Augen. Einen dynamischen, handlungsschnellen und selbstbewussten Stürmer, der die Dinger mit einer Selbstverständlichkeit einfach reinmacht. Sie sind nur noch ein Schatten dieses Spielers. Sie können nichts dafür, dass Sie der einzige im Kader sind, der Tore schießen kann. Aber so reicht es einfach nicht. Denken Sie bitte an Ihre Legacy und machen Sie sich nicht Ihre ganze Karriere kaputt mit einem erbärmlichen Auftritt beim VfB. Gehen Sie einen Schritt zur Seite, helfen Sie den Jungen und wenn es ganz hart auf hart geht, können Sie …

High Noon beim VfB

Der VfB im Oktober 2018 ist eine Katastrophe, dem VfB fliegt alles um die Ohren. Ein Kapitän, der in Interviews große Töne spuckt, aber auf dem Spielfeld ein Mitläufer ist und Assists nur für den Gegner liefert. Selbsternannte Führungsspieler, die den Anspruch haben, voran zu gehen und das Team zu führen, die aber nicht das Niveau haben, es auf dem Feld umzusetzen. Greenhorns, die entweder nicht funktionieren oder verletzt sind. Ein Präsident, der mit Parolen auf starker Mann macht, aber nichts bewirken kann. Ein Sport-Vorstand, der „nach wie vor voll und ganz vom Kader überzeugt ist“, obwohl das Team auf Platz 17 steht und sich jeder fragt, in welchen Duellen diese Truppe Punkte holen soll. Gegen Frankfurt? Nach der Klatsche ist vor der Klatsche, ein weiteres 0:4 wäre wirklich keine Überraschung. Aber enorm wichtig, dass wir so viel Erfahrung in der Mannschaft haben. Nur mit jungen Talenten wäre man in den letzten beiden Partien bestimmt untergangen. #VfB — Malik Peter (@Map303) October 27, 2018 Woche für Woche wird klarer: Dem Team fehlt Qualität und Mentalität, …

Wie schlau ist Herr Reschke wirklich?

Michael Reschke sorgt für Schlagzeilen. Er tut das wohl nicht absichtlich, denn das Bild, das er vom VfB vermittelt ist nicht immer das Beste. Aber was soll er machen, er trägt eben sein Herz auf der Zunge. Der VfB-Vorstand ruft allen Kritikern zu, „Ich spüre eine riesengroße Verantwortung für den Verein und die Region“ und dass er „alles zum Wohle“ seines Arbeitgebers tut. Das schützt ihn nicht vor Kritik, einen Freifahrschein für sein Verhalten bekommt er dafür nicht. Natürlich ist er ein Überzeugungstäter, aber es wäre sicher gut für das Wohl des VfB, wenn er erst denken, dann sprechen würde und auch mal einen Fehler zugeben würde. Im Gespräch letzte Woche mit Carlos Ubina von der Stuttgarter Zeitung wünscht er sich, bei der Beurteilung seiner Arbeit mehr die Sachfragen in den Vordergrund zu stellen. Alles klar, dann gucken wir uns doch mal die Fakten an: Der VfB steht auf dem vorletzten Tabellenplatz. Michael Reschke musste Tayfun Korkut wegen Erfolglosigkeit entlassen. Den Trainer, den er verpflichtet hat und den er beim Antritt im Januar als die …