Autor: @abiszet

Nur noch ein bissle Santi im Getriebe …

Nur, um das gleich mal zu klären: Fast alles ist gut. Und das liegt weniger am ersten Auswärtssieg und an der Tabellenführung bis Montag. Das liegt an dem, was wir teilweise in Regensburg gesehen haben. Ist Euch der linke Fuß von Daniel Didavi aufgefallen? Er kann mit ihm womöglich Klavier spielen, so viel Gefühl hat er in ihm. Wie er vor dem 1:2 wie mit dem Zirkel gezogen die Flanke auf den Kopf von Holger Badstuber gezaubert hat – Weltklasse. Oder Gregor Kobel im Tor. In keinem Stuttgarter Kasten stand jemals ein Keeper, dem man bedenkenlos den Ball zuspielen konnte. Manchmal wirken die Situationen brenzlig, aber nur auf uns Zuschauer, weil wir uns erst einmal an das neue Aufbauspiel gewöhnen müssen bis wir das in Ruhe anschauen können. Apropos: Holger Badstuber ist auch so einer, der fast nie aus der Ruhe zu bringen ist. Mit der Mentalität und Selbstsicherheit eines Champions League-Spielers löst er so gut wie jede Situation souverän und spielerisch. Warum er beim VfB spielt und nicht in der Champions League? Weil er …

VfB Love Island: Klinsi & Guido <3

Jürgen Klinsmann, Guido Buchwald, Thomas Berthold, Matthias Klopfer, Claus Vogt, Britta Seeger, Alexander Wehrle, Erwin Staudt, Bernhard Heusler, Hans Zeisl – okay, es ist kein 29-Mann-Kader wie der, aus dem Trainer Tim Walter eine finale Auswahl treffen muss, aber dennoch ist es ein fast unübersichtliches Personalpuzzle, das sich um diverse Posten beim VfB bewirbt. Entweder offiziell oder über die reichweitenstarke Medien mit entsprechend schlagzeilenträchtigen Aussagen. Nicht eingerechnet dabei die Kandidaten, die sich bisher im Hintergrund halten. Uns sind mindesten zwei weitere Personen bekannt, die sich um die Präsidentschaft des VfB 1893 e.V. bewerben wollen. What a time to be alive! Wenn wir Trainer Walter fragen würden, dann sagt er, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Aber ist das auch bei der Besetzung der offenen Posten im Präsidium, Vorstand und Aufsichtsrat des VfB der Fall? Im Mittelpunkt stehen Guido & Klinsi. Die Frage ist: Handelt es sich um heiße Flirts oder um wahre Liebe? Geht es um verletzte Eitelkeiten oder um die Sache (also den VfB)? Erst sagt Klinsmann dem VfB mit nebulösen Begründungen ab, dann sagt …

Walterball: Krawall & Remmidemmi

Sind wir ehrlich: Mit einem weniger hibbeligen Stürmer als Silvère Ganvoula hätte der VfB gegen den VfL Bochum verloren. Diese Erkenntnis ist nichts neues. Es ist ein Muster, dass sich konsequent durch die bisherige Saison zieht: Der VfB ist überlegen, nutzt aber seine Torchancen nicht bzw. zu selten, macht zu wenig aus seinem Ballbesitz und ist hinten offen wie ein Scheunentor. In der Offensive sorgen zwei überragende, individuelle Momente von Philipp Klement/Daniel Didavi und Nicolas Gonzalez für Remmidemmi und entscheiden am Ende das Spiel. Aber die Krawall-Abwehr! Nathaniel Philips zeigt bei seinem ersten schlechteren Auftritt im VfB-Trikot extreme Schwierigkeiten im Spielaufbau, wenn er mal ein bisschen Druck bekommt, Holger Badstuber trotz 100 Prozent Passquote mit einigen Schildkrötenmomenten. Dazu Abspielfehler beim kleinsten Pressing. Andere Mannschaften – beispielsweise in der Bundesliga – nutzen das gnadenlos aus. Wir müssen also froh sein, dass die Entwicklung des Walter-Fußballs im Unterhaus stattfindet, wo Fehler nicht (immer) gnadenlos bestraft werden. Ohne Worte! 😍 #VfB #Silas #Wamangituka pic.twitter.com/YQ4jFUzOpA — MeanMachine1893 (@MeanMachine1893) September 2, 2019 Natürlich erwartet niemand, dass der VfB jeden Gegner …

Die Arschgeige nervt!

Während die mitgereisten VfB-Fans in Aue mal wieder ein Auswärtsspiel fast zum Heimspiel gemacht haben, verfolgten wir das traurige 0:0 im vertikalpass-Headquarter in der Stuttgarter City, Home of Straßenmusik. Als Ouvertüre geigten zwei zuckersüße Teenager Stücke von Vivaldi, niemand konnte ihnen böse sein, wenn sie nur nicht direkt unter unserem Büro gespielt hätten. Zur Einstimmung, gerade als die Aufstellungen durchgegeben wurden, spielte ein schleimiger Saxophonist so schnulzige Stehblues-Lieder, dass man sich Richard Claydermann als Hintergrundmusik wünschte. Als das Spiel ein wenig Fahrt aufnahm, so etwa als der VfB den Elfmeter nicht zugesprochen bekam, nervte die Arschgeige. Sorry, ich nenne den Geiger so, weil der immer bei uns spielt. Ich hatte ihn vor einiger Zeit schon einmal darauf angesprochen, wann er denn fertig sei, seine Geige zu stimmen. Da antwortete er mir, er würde improvisieren. Ja gut, ich habe keine Ahnung von klassischer Musik. Ich habe auch keine Ahnung, was Felix Zwayer im Spiel gegen Aue gepfiffen hat. Ich bin da voll der Meinung von Thomas Hitzlsperger („Wer die Elfmeterszene für strittig hält, schaut zum ersten …

„Immer weiter, immer Walter!“

Wer destruktive Teams wie St. Pauli knacken will, der braucht Tempo, schnelle Kombinationen und hohe Passqualität. Wenig davon war gegen die Kiez-Kicker zu sehen. Symptomatisch Mario Gomez, der bei seiner Auswechslung kaum geschwitzt hatte, weil er kaum im Spiel war, kaum Szenen hatte, in denen er sich auszeichnen konnte. Der Mann braucht Bälle, die er verwerten kann und er bekam sie nicht. Ohne Drama geht es wohl nicht. Durchatmen und es liegt noch viel Arbeit vor Walter. Das war doch eher recht dürftig. Aaaaber, drei Punkte. Immerhin.#VfB — twofourtwo (@two_four_two) August 17, 2019 Nicolas Gonzalez wäre mal wieder die tragische Figur gewesen. Frei vor dem Tor. Die eigene Top-Chance durch technische Unzulänglichkeit und Nervosität kaputt gemacht. Aufregung strong, remember Relegation gegen Union Berlin. Nicht wenige wollten den jungen Argentinier zum Teufel schicken. Aber dann kam die Nachspielzeit. Borna Sosa mit einer seiner wohltemperierten Willy-Sagnol-Gedächtnis-Halbfeldflanken, Gonzalez steht knapp nicht im Abseits (ausgerechnet!) und schießt das entscheidende 2:1. Martin Harnik hätte den Ball übers Tor geschossen. Dass der VfB so spät die Entscheidung erzwang liegt daran, dass …

The Big Mislinbowski

Sven Mislintat ist kein cooler, dauerkiffender Althippie, wie Jeff Bridges in „The Big Lebowski“. Aber schlurfender Gang, Haare, Bart und Kleidungsstil erinnern definitiv ein bisschen an die Hauptfigur aus dem Kinofilm der Coen-Brüder. Und lässig wirkt das VfB-Diamantenauge auf jeden Fall. Mislintat ist ein nicer Dude, der im Moment abliefert like Hell. Zuletzt mit den Neuzugängen Nathaniel Philips, Wataru Endo und Silas Wamangituka. Mislinbowski hat den VfB-Kader ohne Kompromisse einmal auf links gedreht. Das Ergebnis ist eine Truppe, die dem Trainer Tim Walter große Möglichkeiten bietet. Ja, andere Protagonisten. Aber die Transferphasen vor drei Jahren und diese Saison ähneln sich sehr. Mehr junge Spieler mit Potential, mehr Konzept, ja auch mehr Leihen. Ich wünsche @ThomasHitz und Sven Mislintat den gleichen Erfolg. Ihre Arbeit beim #VfB hat das verdient. — twofourtwo (@two_four_two) August 14, 2019 31 Spieler umfasst die Gruppe, mitgezählt der vierte Keeper Sebastian Hornung, die Verletzten Marcin Kaminski und Sasa Kalajdzic, die Nachwuchskräfte Antonis Aidonis, David Grözinger und Luca Mack sowie den muffigen und abwanderungswilligen Tassos Donis. So ein nicer Dude ist Mislintat also …

Pokal-Sensation in Rostock!

Man muss es so klar sagen: Der FC Hansa Rostock ist seiner Favoritenrollte in der ersten Runde des DFB-Pokals nicht gerecht geworden. Gegen den Außenseiter VfB Stuttgart mussten die Spieler aus der Hansestadt die Segel streichen. Obwohl der VfB gegen Rostock bisher jedes Pokalspiel verlor – 2018 (in der 1. Runde), 2005 und 1992 jeweils in der zweiten Runde und 2000 im Viertelfinale – scheiterte der Drittligist dieses Mal krachend an den Klippen des Pokalweiterkommens. Die Hansa-Kogge hatte Flaute, aber der VfB segelte keinesfalls hart am Wind. Behäbiges Aufbauspiel, kein Tempo in den Offensivaktionen, viele Ballverluste. Hier tat sich vor allem Santiago Ascacibar hervor, der zwar einen Flachpass mit der Brust stoppen kann, aber viel zu viele Abspielfehler einbaute. Verletzt von Bord gehen mussten Orel Mangala und Holger Badstuber. So konnte der eingewechselte Hamadi Al Ghaddioui – erneut untypisch für den Tim Walter-Fußball – nach einer kurz gespielten Ecke zum entscheidenden 1:0 einköpfen und der aus Liverpool ausgeliehene Nathaniel Philips kam zu seinem Pflichtspieldebüt. Zu einem recht ordentlichen, muss man sagen. Auch wenn er ein …

Love is in the air!

Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, spontan verliebt zu sein. Bei mir passiert am Freitag Abend bei Tim Walter, Ata Karazor, Philipp Klement, Maxime Awoudja und Orel Mangala. Ok, bei ihm war es zuletzt eher so eine Fernbeziehung, die ich am Freitag aufgefrischt habe. Spontan verliebt heißt Falling in Love Knall auf Fall, das Spiel und viele seiner Akteure hatten eine Naturgewalt, gegen die ich nichts ausrichten konnte. Der VfB hat in letzter Zeit viel kaputt gemacht, aber eins konnte er nicht zerstören: Die Liebe der Fans zum VfB. Da ist die Hütte mit 50.000 richtig voll und das nach einer unterirdischen Saison und agierenden Führungspersonal, das ganz offensichtlich an Fans, Supportern und Mitgliedern keinerlei Interesse hatte. Das hindert alle im Neckarstadion nicht, so richtig Stimmung zu machen. Mit zwei Höhepunkten: Dem Eigentor von Awoudja und seiner (völlig unberechtigte) gelb-roten Karte. Nach seinem Missgeschick mit seiner ersten Ballberührung wurde er nicht nur von Mitspielern aufgerichtet, auch aus der Kurve kam sofort Support. Und als der unglückliche Awoudja vom Feld musste, wurde er gar mit …

Das Ende von Big D.

„Als ob Sie sich an Regeln halten würden, Herr Dietrich!“ Diese Antwort von Rainer Adrion auf Wolfgang Dietrichs Hinweis, er möge sich bei der Redezeit an die Vorgaben halten, ist so etwas wie die Zusammenfassung der Ereignisse der letzten zwei Tage. Und es war eventuell der Anfang vom Ende Dietrichs als Präsident des VfB Stuttgart. Denn wäre das WLAN nicht ausgefallen, wäre über den Abbruch der Aussprache abgestimmt worden und Adrion wohl nicht mehr zu Wort gekommen. Adrions Worte sollten sich 16 Stunden später erneut bewahrheiten. Denn auch bei seinem Rücktritt hielt sich Wolfgang Dietrich nicht an die Regeln. Den VfB e.V. und die VfB 1893 AG über seinen überraschenden Rückzug zu informieren,  hielt er nicht für notwendig. So gesehen ist sein egozentrischer Abgang nur das logische letzte Kapitel seiner knapp dreijährigen Amtszeit. Für seine Art der Führung des Vereins und der AG wurde der Präsident mit der Aufrichtigkeits-Allergie auf der Mitgliederversammlung mit unverblümter Kritik konfrontiert. Die Redebeiträge waren immer sachlich, oft emotional, aber nie unter der Gürtellinie. Unter der Last der vielen Argumente ist …

It’s a kind of Mittelfinger

Es muss schon einiges gegeben haben, was Christian Gentner beim VfB Stuttgart auf den Sack gegangen ist. Natürlich, dass sein Vertrag nicht verlängert wurde. Aber es muss noch mehr sein. Denn was Andreas Beck und Dennis Aogo geschafft haben, gelang Gentner nicht: Sich ordentlich zu verabschieden. Ein paar Worte, die seine Verbundenheit mit dem VfB unterstreichen, schließlich war er ja auch ein paar Jahre hier, schließlich ist der VfB „sein Verein“– oder war es. Denn stattdessen: Schweigen. Beleidigtes Schweigen. Dass Gentner jetzt zu Union Berlin wechselt, gegen die der VfB die Relegation versemmelt hat, empfinden viele als Verrat. Ein „ausgerechnet“-Move. Aber ganz klar: Nachdem die Zeit beim VfB für den ehemaligen Kapitän zu Ende ging, kann er überall hin wechseln. Okay, vielleicht nicht zum KSC, das wäre dann doch etwas zu viel. Trotzdem wirkt es ein bisschen wie Nachtreten und wie den Mittelfinger zeigen gegenüber dem VfB und den Entscheidern Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat. Darüber hinaus ist es schon paradox, dass Gentner, der so etwas wie das Gesicht der Dauerkrise des VfB und auch …