Autor: @abiszet

Korkut: „Mein Plan ging auf!“

Ungläubiges Staunen bei vielen VfB-Fans, als sie die Aufstellung von Tayfun Korkut für das Auswärtsspiel in Freiburg sahen: Beck statt Maffeo? Gonzales statt Donis? Gentner und Castro als Flügelzange? Auch wir fragten uns: „Was denkt er sich dabei?“ Und da wir ihm die Fragen nicht selbst stellen können, haben wir uns „seine Antworten“ gleich selbst gegeben. Ein Interview, das nie stattfand: Herr Korkut, was haben Sie sich dabei gedacht? „Ich wusste, dass man Freiburg nur mit einer ganz ausgeklügelten Taktik schlagen kann. Meine Aufstellung zwang  die Freiburger und sogar unsere eigenen Fans zum Kopfschütteln und genau das wollte ich. Die Startelf sollte den Gegner verunsichern, was mir super gelang. Nur ganz am Anfang ging meine Idee nicht auf, als ausgerechnet die jungen Nic Gonzales und Santi Ascacibar den Konter ermöglichen und Freiburg mit Tempo auf unser Tor zuging. Aber noch mehr Erfahrung konnte ich beim besten Willen nicht auf den Platz bringen. Emiliano Insua ist der Mann für die entscheidenden psychologischen Momente, das sieht man schon an seiner Frisur. Ich bin froh, dass er meine Idee …

Captain Kork und das schwarze Leistungsloch

Nach der sehr erfolgreichen Rückrunde der vergangenen Staffel ist Captain Kork nach drei Niederlagen zum Saisonstart auf der Suche nach der richtigen Strategie: Seine bisherigen Erfolgsfaktoren scheinen allesamt in einem schwarzen Loch verschwunden zu sein. Der pragmatische, aber funktionierende Matchplan, die frühen Tore, die Form seiner Spieler, der Zusammenhalt des Teams, die Stabilität auf dem Platz und das Spielglück. Alles weg. Und so schlingert das Raumschiff VfB 1893 bereits zu Beginn der Mission 2018/2019 bedenklich. Es scheint in der Crew zu rumoren, wenn man die Aussagen von Leutnant Gomez ernst nimmt. Er deutete an, dass die Mannschaft durchaus andere Vorstellungen von der Gefechtstaktik hatte und so sah das dann auch gegen den Kampfstern des Südens aus: Nicht gerade Spielverweigerung, aber doch der merkliche Unwille, den Plan des Trainers bedingungslos umzusetzen. Nach dem 0:1 durch Leon Goretzka machte sich schnell eine „Wusste ich’s doch“-Stimmung in der Mannschaft breit und der ohnehin zarte Widerstand war endgültig gebrochen. Der Rest des Spiels wurde unambitioniert und herzlos herunter gespielt. Die Aussagen von Tassos Doris haben schon fast den Charakter …

Tayfun Korkut – der Angsthase?

Ja, so ein Spiel gegen Bayern München ist selten ein Vergnügen und vielleicht habe ich auch schlechte Laune, weil ich weder Bier noch Rote vor dem Spiel hatte. Aber, was war das für ein Auftritt des VfB Stuttgart? Hilflos, ohne Gegenwehr, zaudernd, ängstlich, ohne jede Ambition. Trainer Tayfun Korkut nennt das wahrscheinlich „kompakt stehen“. Ich nenne das Angsthasenfußball. Eroberte Bälle werden weit nach vorne geschlagen, wo niemand steht. Oder Ron-Robert Zieler schießt die Bälle gleich ins Aus, dass man sich fühlt wie in dunklen Ulle-Zeiten. Außer dem Plan, einen Bus im Strafraum parken, war keine Idee zu erkennen. An der Mittellinie stand Mario Gomez in erster Linie als Werbeträger für den Brustring und den Sponsor rum, am Spiel teilnehmen konnte er 90 Minuten lang nicht. Wie auch? Der freie Raum wäre was für schnelle Spieler gewesen, aber es spielte nur Tassos Donis mit und der musste beim Verteidigen gegen Franck Ribery seinem Kollegen Pablo Maffeo helfen. Das machte Donis übrigens gut, das Verteidigen: giftig, kämpferisch. Und war damit mit Timo Baumgartl und dem wie immer …

Drei, zwei, eins, nichts

Stabilität. Erfahrung. Mentalität. Wille. Zusammenhalt. Diese Begriffe nannten Trainer Tayfun Korkut und Vorstand Michael Reschke im Vorfeld des Bundesligaauftakts gegen Mainz. Was haben wir davon gesehen? Nichts. Holger Badstuber sagte in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung/Nachrichten, dass „einige von uns noch nicht bei 100 Prozent sind“. Was haben wir davon gesehen? Viel zu viel. Zum Beispiel vom erfahrenen Innenverteidiger mit Champions League Erfahrung. Wobei: auch bei 100 Prozent wird Badstuber (29) wohl nicht mehr schneller werden. Mario Gomez (33) machte ebenfalls keinen topfitten Eindruck und Christian Gentner (33), spielte zwar ordentlich, pumpte aber merklich ab der 70. Minute. Bei Gonzalo Castro (31) – ballsicher wie immer – fragt man sich, ob die mehr als 350 Bundesligaspiele, die er auf dem Buckel hat, nicht ihre Spuren hinterlassen haben. Aber ehrlicherweise fehlt mir die Erfahrung, um sagen zu können, ob „Gonzo“ immer so behäbig spielt oder ob er auch noch nicht bei 100 Prozent ist. Trotzdem: Vielleicht sollte Tayfun Korkut nicht nach Alter und Erfahrung aufstellen, wie es aktuell den Anschein hat, sondern nach Leistung. Timo …

Was ist ein Fan wert?

Der Verdacht hat sich schon einige Zeit aufgedrängt: Die Fans sind der VfB Stuttgart 1893 AG herzlich egal. Der ausgegliederte Verein für Bewegungsspiele braucht sie für eindrucksvolle Zahlen (66.000 Mitglieder!! 100.000 Besucher beim Tag des Brustrings!!11elf!!), sie sollen Merchandising kaufen und ordentlich Stimmung machen, damit die Hütte brennt und potenzielle Neuzugänge mit Karawanen-Bildern nach Stuttgart gelockt werden können, auch wenn anderswo mehr gezahlt wird. Aber ansonsten: Keine Empathie, kein Verständnis für die Supporter, kein Fingerspitzengefühl. Dieser Eindruck drängt sich jedenfalls auf, wenn man sieht, wie marktschreierisch und aufdringlich um Mitglieder geworben wird und wie jetzt auf dreiste Art und Weise eine Fan-Aktion für die Bewerbung von VfB-Merch gekapert wurde. Leider ein Beispiel dafür wie weit die VfB AG von der Basis entfernt ist https://t.co/3DMpFyR92C — Dennis (@Dennis071113) August 22, 2018 Dabei sollte auch die ausgegliederte Fußballabteilung des VfB Stuttgart in erster Linie für die Fans da sein. Ohne Fans kein VfB. Ohne Fans keine Tradition. Ohne Fans keine Identifikation. Denn erst die Fans machen aus dem VfB eine wertvolle Marke. Spieler, Funktionäre, Bosse: Alle haben …

Die ultimative Saisonprognose für den VfB Stuttgart

Nach der grandiosen Rückrunde geht der VfB Stuttgart mit großen Erwartungen in die neue Saison. Die einzige Ungewissheit für einige Fans lautet: Champions League oder doch nur Europa League? Aber läuft es wirklich so gut? Wir wagen unsere traditionelle Hinrunden-Prognose. Saisonstart: Eine wirkliche Überraschung ist es nicht: Tayfun Korkut stellt nach Alter auf! Dies führt zur dennoch unerwarteten Nominierung von Jens Grahl im Tor und Ron-Robert Zieler in der Innenverteidigung. Neben ihm steht Holger Badstuber, die Posten in der Außenverteidigung besetzen Andi Beck und Emiliano Insua. Christian Gentner, Gonzo Castro, Daniel Didavi und Dennis Aogo bilden die Mittelfeldreihe. Im Sturm ist Alterspräsident Mario Gomez gesetzt, er bildet mit dem 27-jährigen Küken Marcin Kaminski den neuen Ochsensturm. Das älteste Team im bezahlten Fußball hat jedoch Anlaufschwierigkeiten: Im Pokal in Rostock retten sie sich nur dank ihrer Routine in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen, wo sie alle Strafstöße sicher verwandeln. Beim Bundesligaauftakt in Mainz müssen sie dagegen ihrem Alter Tribut zollen. Bei 39 Grad im Schatten geht ihnen die Puste aus und es setzt eine deftige 3:0-Niederlage. …

Die Generationenfrage beim VfB Stuttgart

Im lesenswerten Interview in der August-Ausgabe von „Socrates“ mit VfB-Sportvorstand Michael Reschke sagt dieser sinngemäß, dass man nur mit Jungen die Liga letzte Saison nicht gehalten hätte. Und das führt er als Argument an, warum er letztes Jahr Dennis Aogo und Andi Beck verpflichtete. Aber war es nicht in der vergangenen Saison nicht so, dass der VfB auch ohne diese beiden über viel Erfahrung verfügte? Mit Spielern wie Zieler, Badstuber, Gentner, Terodde, Ginczek und Insua? Das Konzept „Erfahrung“ verfolgt Reschke jedenfalls auch in der aktuellen Saison, und holte neben entwicklungsfähigen Top-Talenten wie Maffeo und Sosa mit Gonzalo Castro und Daniel Didavi weitere gestandene Bundesligaprofis mit besten Stammplatzperspektiven zum VfB. Die Frage ist nur: Wird damit die Tür für den Nachwuchs zugeschlagen? Denn aktuell scheint es so, dass viele junge, hochveranlagte Spieler erst einmal auf der Bank und der Tribüne sitzen werden. Die Altersstruktur des VfB-Kaders ist erstaunlich: Mit 25,9 Jahren leicht über den Ligaschnitt (25,2). Zwischen 24 und 27 Jahren sind aber nur Kaminski (der ggf. noch geht) und Ersatztorhüter Alex Meyer. Didavi ist der …

Die Mission Impossible für Captain Kork

Tayfun Korkut hat in der Rückrunde einen Megajob gemacht: Acht Spiele ungeschlagen, Platz 2 in der Rückrundentabelle – und dann auch noch Bayern München mit 4:1 aus dem eigenen Stadion geschossen. Mit dem Kader und unter den Voraussetzungen hätte das niemand besser hinbekommen als Korkut. Kein Pep Guardiola, kein Didier Deschamps, selbst Jupp Heynckes nicht und Tom Cruise erst recht nicht. Mit Pragmatismus und Spielglück, mit einer eingespielten Formation und einer simplen, aber effektiven Taktik hat Korkut aus dem Kader das Optimum herausgeholt. Und jetzt? Jetzt stellt ihm Michael Reschke einen besseren Kader hin. Alle Problemzonen sind behoben: Außenverteidigung, defensives Mittelfeld, offensive Mittelfeldzentrale – auf jeder Position kamen entweder hochambitionierte und entwicklungsfähige Talente oder in vielen Spielen gestählte und erfahrene Bundesligaprofis. Und das Ganze quasi auch noch zum Trainingsauftakt: ein absoluter Wahninn. Die Euphorie ist groß, Captain Kork ist deshalb auf einer heiklen Mission: Unter dem Codenamen „Wahler“ soll er den VfB möglichst schon diese Saison in die Champions League führen. So wollen es nicht nur viele Fans, auch sogenannte „Experten“ sehen den VfB auf …

Alles Gute zum Gebi, kessel.tv!

Der VfB Stuttgart wird in diesem Jahr 125. Aber das wichtigste Jubiläum der Stadt gibt’s nicht in Cannstatt sondern im Heusteigviertel: 10 Jahre kessel.tv! Das sind 521 Wochen oder 87.672 Stunden oder 5.260.320 Minuten oder 315.619.200 Sekunden. Aber das sind nur die nackten Zahlen. Und kessel.tv ist so viel mehr. Für die Stadt, die Menschen und für uns. 10 Jahre = 521 Wochen oder 87,672 Std. oder 5,260,320 Min oder 315,619,200 Sek. Könnte sein, dass ich die ersten zwei Jahre verpasst habe. Aber ihr werdet im Alter ja sowieso immer besser. Glückwunsch! Und heute Abend trinke ich einen Jägi auf euch. Oder zwei. #weiterso https://t.co/q4YKLD0kiQ — Heikx (@heikx) 4. Juli 2018 Stuttgarts bester Mops-Blog ist für uns ein absolutes Vorbild und eine tägliche Inspiration. Die Ambivalenz der blumigen und zugleich rotzigen Sprache, die vielfältige Themenwahl, der exklusive Content (Sie haben die Bilder! Und zusätzlich einen ziemlich geilen Instagram-Account.) und nicht zuletzt die herausragenden Autoren führen uns täglich auf Stuttgarts besten Pferde-Blog und natürlich deren Social Media-Accounts, die sie derbe, humorvoll, informativ und manchmal auch streitbar …

Warum die Dida-Rückkehr keine gute Idee ist

Eine Baustelle ist geschlossen, eine neue eröffnet: Daniel Didavi kommt fürs zentrale Mittelfeld, Daniel Ginczek verlässt den VfB und sprengt damit den Gomczek-Sturm. Der VfB bekommt einen torgefährlichen Mittelfeldspieler – immerhin bester Scorer beim VfL Wolfsburg – der genauso verletzungsanfällig ist wie der abwandernde Stürmer. Gleiche Auslastung in der Rehawelt, aber 10 Millionen mehr in der Kasse. Der VfB bekommt aber auch einen Spieler, der 2016 vor den Widerständen geflohen ist. Obwohl sein Wechsel nach Wolfsburg schon im April feststand, fühlte es sich an wie ein Abflug nach Abstieg. Alles unter dem Deckmantel „sich entwickeln zu wollen“ und „international spielen zu wollen“. Das ist irgendwie symptomatisch für Didavi, der auch auf dem Spielfeld oft Schwierigkeiten hat, Gegenwehr zu leisten. Wenn es eng wird, wenn die Stimmung in Mannschaft und Umfeld mal wieder schwierig sind, dann hat man „Dida“ meistens nicht gesehen. Im Abstiegsjahr meinte man fast, er würde sich in den letzten Spielen sogar schonen. Klar, Didavi ist ein überragender Fußballer, mit einem sensationellen linken Fuß. Aber der VfB braucht auch Spieler, die sich in …