Autor: @abiszet

vp weekly KW32

Die Woche begann mit etwas Erfreulichem: Der VfB stellte die Trikots der Saison 2020/2021 vor. Wer ein weißes Trikot mit einem roten Brustring erwartet hatte, der wurde nicht enttäuscht. We call it a Klassiker und zum Glück wurde von Jako auch im zweiten Jahr nicht verkrampft dran rumgespielt. Das Auswärtstrikot in rot bzw. schwarz ist recht kreativ geworden. Es ist inspiriert vom Auswärtsjersey der Saison 1997/1998. Der Stuttgarter Stadtplan ist das zentrale Gestaltungselement des Trikots, wobei sich das Herzstück (=Stadion) direkt unter dem Wappen befindet. Ganz neu ist die Idee zwar nicht, aber trotzdem ist es wieder ein unverwechselbares Trikot geworden. Well done, Jako! Wie beim Heimtrikot trägt die Innenseite am Nacken das Ortsschild „Bad Cannstatt“ und an der Außenseite befindet sich ein VfB Nackenprint. So bilden Heimat und Verein – mit allen Menschen, die dazugehören – den symbolischen „starken Rücken“ der VfB-Spieler. Wer sich ein Trikot holen will, hier gehts lang: 75,90 EUR für Mitglieder. Schnäppchen! Fit für die neue Saison! 💥 Unser Heim- und Auswärtstrikot 2020/2021 #auscannstatt. Zusammen mit der Mercedes-Benz-Bank und JAKO …

Eine reine Legende

Man kann Mario Gomez nicht viel vorwerfen. Seine aktuelle Frisur vielleicht. Seinen Wechsel zu Bayern München auf jeden Fall. Und natürlich, dass er keine 25 mehr ist und alles in Grund und Boden schießt. Aber dafür kann er nichts. Das ist Gomez’ Hauptproblem gewesen bei seiner Rückkehr nach Stuttgart: Wir alle haben den jungen Gomez vor Augen gehabt. Ein Kerle wie ein Baum, ausgestattet mit einem untrüglichen Torinstinkt. Den hatte er bei seinem Comeback immer noch und kleiner und schmäler ist er auch nicht geworden. Nur ein bisschen langsamer. Und deshalb präsentierte er sich bei seinem zweiten Engagement nicht mehr als die absolute Tormaschine. In der Rückrunde 2017/2018 kamen dennoch Erinnerungen hoch an den jungen Gomez. Unvergessen die Aussage des schlechten Verlierers Julian Nagelsmann: „Diesen Haken vor dem 2:0 habe ich von Gomez schon gefühlt 4,7 Millionen Mal gesehen und wir fallen drauf rein!“, als Gomez zwei Tore gegen Hoffenheim schoss. Zu verteidigen war es dennoch nicht. Aber ab der Saison 2018/2019 war Mario nicht mehr so fresh, oder um ihm Bild zu bleiben: Der …

Typisch VfB

Unlingen, Stuttgart, München, Florenz, Istanbul, Stuttgart. Hauptsache ein Tor im allerletzten Profi-Spiel. Und dann auch noch so ein typischer Gomez: Freiraum erkannt, reingelaufen, Ball ins Tor gegrätscht. Eine jener klassischen Mittelstürmer-Momente, die wir in Zukunft vermissen werden. Das war zugleich das Beste im Spiel gegen Darmstadt. In diesem sportlich bedeutungslosen Spiel ging die Mannschaft wie so oft in dieser Saison nicht an ihre Grenzen, während Arminia Bielefeld beim für sie sportlich bedeutungslosen 3:0 gegen Heidenheim liefert. Es ist natürlich ein Jammer, dass Mario Gomez sich in einem leeren Stadion verabschieden musste, nicht die Standing Ovations erhielt, die er verdient hätte. Dass er sich mit einer Niederlage verabschieden musste, scheint ihm wenig auszumachen, dem ganzen VfB scheint es ebenfalls egal zu sein. Mit einem letzten schönen Spiel noch einmal Euphorie entfachen, einen positiven Schlusspunkt unter eine harte Saison zu setzen: offensichtlich völlig überschätzt in der Mercedesstraße. #Ergebniszweitrangig Endlich ist diese Saison vorbei. Zwei wirklich gute Auftritte für den Aufstieg. Kannst eigentlich niemand erklären. #VfB — Jens (@whitered1893) June 28, 2020 Gibt es etwas zu feiern? Jein, …

Der VfB Stuttgart fest im Griff des schwierigen Umfelds?

Was darf ich von meinem VfB Stuttgart erwarten? Das legt seit neuestem Sportdirektor Sven Mislintat fest, wenn ich sein Interview in der Sportbild richtig interpretiert habe. Ich solle bitte nicht so anspruchsvoll sein, meint er. Denn das übt Druck aus auf die Mannschaft, dem sie nicht gewachsen ist. Sie kann wegen meiner Erwartungen nicht performen. Dass der VfB neun Mal in der zweiten Liga verloren hat, armselige Auftritte hingelegt hat gegen so Schwergewichte wie Osnabrück, Wehen Wiesbaden, Kiel und Fürth, das liegt an mir, meint Mislintat. Es liegt also nicht an der Kaderzusammenstellung, an der taktischen Ausrichtung oder an der Einstellung der Spieler, dass die Spiele nicht gewonnen wurden. Sachliche Analyse? Fehlerkultur? Anscheinend nicht vorhanden. Servicetweet: Wir haben die von Sven Mislintat beklagten „zu hohen Ansprüche und Erwartungen“ an den #VfB für euch mal visualisiert. pic.twitter.com/lYxdVC2qiq — Vertikalpass (@vertikalpass) June 24, 2020 Das VfB-Trikot sei so schwer, weil die Erwartungen so hoch sind, meint Mislintat. Sie sind so hoch, weil Mitglieder, Fans, Supporter und Presse mehr als zwei, okay vielleicht fünf gute Spiele in der …

Wir sind wieder dort, wo wir hingehören!

Vor einer Woche, nach der Derby-Niederlage gegen den KSC war das Gefühl noch: Die Wärme ist gewichen, es ist kühl. Die Fassungslosigkeit, wie der VfB den Aufstieg wegwerfen kann, #ausgerechnet gegen den KSC. Die Enttäuschung führte zu der Frage, wie man sich mit dieser Mannschaft und dem Club weiter identifizieren kann. Zwei Spiele, sechs Punkte und elf Tore später ist der VfB so gut wie sicher aufgestiegen. Zwei Spiele, die absolut überragend waren, die aber nicht über die vielen Probleme hinwegtäuschen dürfen, die der VfB über nahezu die gesamte Saison hatte. Emiliano Insua schrieb in seiner Instagram-Story: „We return to where we belong“. Hört sich arrogant an und die Einstellung ist womöglich eines der Grundprobleme des VfB. Denn der Aufstieg ist eine Selbstverständlichkeit für den VfB. Leider wurde der Aufstieg für viele beim VfB auch als so selbstverständlich angesehen, dass man beim kleinsten Erfolg „dachte, das läuft von selbst“. Darüber können die beiden Hurra-Siege gegen Sandhausen und Nürnberg nicht hinwegtäuschen. Über viele Spiele fand der VfB keine Einstellung zur zweiten Liga. Und sind wir ehrlich: …

Keine Mannschaft, keine Führung

Gegen den KSC zu verlieren, das ist für mich nicht schlimmer als gegen Wehen Wiesbaden oder Holstein Kiel, … obwohl … doch, ist es! Aber ich habe es schlicht satt, eine „Mannschaft“ zu sehen, die Kampfgeist, Entschlossenheit und Siegeswillen lediglich auf dem Spielfeld simuliert, was ihnen aber ein ums andere Mal gründlich misslingt, denn sie sind zu schlechte Schauspieler. Dies ist keine Mannschaft. Diese Spieler sind keine würdigen Vertreter des VfB. Sie wissen nicht, was sie spielen sollen, manche können es nicht, viele wollen es nicht. Und das Schlimmste: Den meisten scheint es einfach egal zu sein, ob der VfB Stuttgart aufsteigt oder nicht. „Wir sind bereit für das Derby und wollen das Spiel mit Mut und Leidenschaft für uns entscheiden.“ „Wir fahren nach Karlsruhe, ziehen drei Punkte und fahren nach Hause“ VfB-Trainer Pellegrino Materazzo und Sport-Direktor Sven Mislintat sollten sich langsam überlegen, ob sie nicht eine Zweitkarriere als Comedy-Duo anstreben sollten. Denn ihre Aussagen vor den Spielen sind angesichts der folgenden Leistungen auf dem Platz ein Witz. Leider kann ich darüber nicht lachen. Das …

„Wir dachten, jetzt läuft es von selbst“.

Was für eine entlarvende Aussage von Pascal Stenzel nach dem furchtbaren 0:0 gegen den VfL Osnabrück. Doch natürlich gilt das nicht nur für ihn gilt, sondern für den VfB Stuttgart als Ganzes. Nicht nur auf dem Feld, sondern auch außerhalb. Stets dachte der VfB nach kleineren Erfolgen – oder auch größeren wie der Meisterschaft 2007 oder einer Champions League-Qualifikation – es liefe von selbst. Beispiele gefällig? Nachdem ausgegliedert wurde und über 41 Millionen in die VfB AG flossen, dachte man, der Erfolg kommt von selbst. Professionalisierung auf allen Ebenen. Top 5 in Deutschland. Geld schießt Tore. Aber nur wenn man damit umgehen kann. Nachdem der Perlentaucher Michael Reschke kam, meinte der VfB, der sportliche Erfolg kommt von selbst und man könne mit ganz Großen mitspielen. Vor allem, weil sich Reschke als ganz Großen sah. Nachdem der VfB in der ersten Saison 2017/2018 nach dem Aufstieg Siebter wurde, dachten alle, jetzt läuft es wie von selbst auf eine dauerhafte Platzierung im ersten Tabellendrittel hinaus.Klar:, wer den FC Bayern München im eigenen Stadion 4:1 schlägt, der gewinnt …

Torlos, weil leblos

Wenn VfB-Präsident Claus Vogt, der einsam aus der Kurve heraus das Spiel im Stadion verfolgt, der beste VfB’ler gegen Osnabrück ist, dann ist eigentlich alles zu diesem Spiel gesagt. Von mir bekommt Claus Vogt dioe Note 1, alle anderen das Prädikat „mangelhaft“. Das Gerede steht mir echt bis hier: „Wir müssen immer 100 Prozent geben“ „Wir nehmen die Herausforderung an!“ „Wir sind voll fokussiert auf unsere Aufgabe!“ „Wir wissen, dass wir unsere Leistung steigern müssen!“ Womöglich glauben die Entscheidungsträger das wirklich selbst. Die Spieler scheinen es nicht ernst zu nehmen, denn auf dem Platz ist davon gar nichts zu sehen. Null. Dieses selbstgefällige Quergeschiebe, wie lustlos, spielen wir um Platz Zehn? #VfB — Seehas1893 (@Seehas1893) June 7, 2020 Der VfB hat gegen Osnabrück keine einzige echte Torchance. Er hat also Null Chance, das Spiel zu gewinnen. Es fehlt eine Spielidee, Tempo und Überraschungsmomente sind ebenfalls nicht auszumachen. Das Ganze ist leblos und unambitioniert, es scheint fast so, als ob es für den VfB um nichts mehr ginge in dieser Saison. Mit diesem abersolut lächerlichen 0:0 …

Mario Gomez: ein tragischer Held

Mario Gomez war Deutscher Meister, türkischer Meister, Pokalsieger, Champions League-Triumphator, Torschützenkönig in Deutschland und der Türkei, Fußballer des Jahres. Aber Mario Gomez war auch: ungeliebt in der Nationalmannschaft, ausgepfiffen, nach 113 Toren in 174 Spielen. für Bayern vor Pep Guardiola geflüchtet, verpasster WM-Titel 2014, immer wieder Chancentod und schließlich Abstieg mit dem VfB Stuttgart. Geliebt und kritisiert – und das fast gleichzeitig: das war Mario Gomez. Und zwar innerhalb von wenigen Minuten. Gerade schoss er noch zwei Tore und musste sich danach Fragen gefallen lassen, warum er nicht drei geschossen hat. Sein Wert wurde immer an Toren gemessen. Traf Gomez nicht, traf ihn die Kritik. Schon zum Anfang seiner Karriere war er ein Baum von einem Mann, kräftige Statur, schön wie eine antike Statue. Aber vor allem zum Ende der Karriere auch so beweglich. Oft war er jedoch der Adonis im Strafraum – also der echte, nicht der Grieche, der 2017 zum VfB kam – ein Gott der Tore. Ein Mann, auf den man sich verlassen konnte, einer, der veredelte, was andere für ihn vorbereiteten. …

The Spirit of 2017

Am Anfang hielt ich ja die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Pellegrino Matarazzo für eine Schnapsidee und reine Symbolpolitik: Das Symbol, dass Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat Eier haben. Dass sie das Sagen haben. Dass sie vorgeben, wo es lang geht und allen signalisieren: Mit unserem Trainer lassen wir nicht Hugoles machen. Denn das war keine Belohnung für gute Leistungen nach vier Spielen ohne Sieg. Aber gut, das ist VfB-like, remember Bruno, remember Captain Kork. Dann kommt die erste Halbzeit gegen den HSV und mir war klar. Die Vertragsverlängerung war genau richtig. Die Matchpläne von Matarazzo gehen auf, wie Mislintat bei der Vertragsverlängerung sagte? Ja, wenn der Plan ist, ängstlich, mut-, leb- und emotionslos zu spielen. Matarazzo will all-in spielen? Ja, wenn gedacht ist, sich komplett zu ergeben und dem HSV das Spiel und die Punkte zu überlassen. Einem HSV, der zwar ballsicher und souverän auftritt, der locker und flockig dominiert. Aber dem es sehr leicht gemacht wird durch eine hasenfüßige erste Halbzeit. Ob Hitz die Vertragsverlängerung des Trainers mit dem ausradierbaren Kuli unterschrieben hat? Oder Zaubertinte? …