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Nightmare on Werkself Street

Der VfB kann einem schon unheimlich werden. Nach der Nichtleistung gegen Gladbach und dem seltsam unsicheren Auftritt in Paderborn war nicht unbedingt damit zu rechnen, dass ausgerechnet in Leverkusen eine Mannschaft auftritt, die dem Gegner das Fürchten lehrt. Aber der VfB hatte beschlossen, seine nette Seite für einen Abend zu Hause zu lassen. Stattdessen: Krallen ausfahren, Zähne zeigen, Widerstand leisten. Mit einer Konsequenz, die man zuletzt nur gegen Atletico Madrid gesehen hatte – und beim 3:1 gegen Leverkusen am 33. Spieltag der letzten Saison. Das 4:2 gegen die Werkself ist mehr als ein spektakulärer Auswärtssieg. Es ist eine Erinnerung daran, was in dieser Mannschaft steckt, wenn sie ihre Fähigkeiten nicht nur gelegentlich zeigt, sondern sie über 90 Minuten mit der nötigen Haltung verbindet. Der VfB spielte nicht nur gut, er wurde dem Gegner auch richtig lästig. Er ging dahin, wo es weh tat, ließ sich auf Hektik ein, teilte aus und steckte ein. Nicht immer schön, aber ziemlich wirkungsvoll. Der VfB setzte nicht nur spielerische Akzente, sondern zeigte dem Gegner: Das wird kein Spaß heute. …

Highlight im schwarzen Oktober!

So ganz entspannt konnte man als Fan der VfB Stuttgart Frauen irgendwie nicht in das erste DfB-Pokal-Achtelfinale der Clubgeschichte gehen: Das Team von Nico Schneck hat den letzten Sieg in der Liga im August eingefahren und erzielte im Oktober bislang keinen einzigen Treffer. Auch das Spiel in der ersten Pokalrunde gegen Turbine Potsdam war alles andere als souverän. Die VfB-Frauen lagen lange zurück, retteten sich in letzter Sekunde in die Verlängerung und gewannen schließlich mit 3:2. Der Gegner im Achtelfinale war wieder ein Zweitligist. Wobei die SGS Essen als Bundesligaabsteiger deutlich besser in die Saison gestartet ist als Potsdam: Aus den ersten zehn Spielen gab es 7 Siege, 2 Unentschieden und nur eine Niederlage. Das Torverhältnis: 29:8. Das klang nach einer anspruchsvollen Aufgabe. Um die zu erledigen, schickte Nico Schnecke Maxi Rall, Yuka Hirano und Rosa Rückert anstelle von Leonie Schetter, Chantal Hagel und Lenelotte Müller aufs Feld. Die Anfangsphase des Spiels zeigte dann, dass sich Essen durchaus etwas ausrechnete und mutig aufspielte. Und wie sollte man dann als Favorit reagieren? Genau, mit einem frühen …

Die Mannschaft hat Charakter gezeigt

Bodenlos weiter. Deniz Undav hat’s auf den Punkt gebracht, so wie er punktgenau zur Stelle war beim 1:0 in der 90. Minute. Das war also die Reaktion auf die peinliche Niederlage gegen Gladbach? Sebastian Hoeneß hatte von einem großen Warnschuss gesprochen, Einstellung und Haltung angemahnt. Und dann beginnt der VfB in Paderborn, als wäre das alles nicht gesagt worden. Ohne Selbstvertrauen, geschenkt. Auch die Verunsicherung nach der vergangenen Woche ist nachvollziehbar. Aber ohne Widerstand? Der VfB ließ sich in den ersten 15 Minuten vom Aufsteiger herspielen, ohne dessen Flow auch nur ansatzweise brechen zu können. Dass es nicht schon früh ein, zwei, drei Gegentore setzte, lag vor allem an der mangelnden Qualität des SCP im Abschluss. Die dämliche rote Karte dann natürlich der Gamechanger. Nur: Selbst die Überzahl gegen eine B-Elf des Aufsteigers gab dem VfB kaum Sicherheit und Souveränität. Erst als das Spiel immer länger dauerte, sich hundertprozentige Chancen ergaben, stellte sich so etwas ähnliches wie eine Selbstverständlichkeit im Spiel des VfB heraus. Die Verteidigung der weiten Bälle: zu oft unbeholfen. Paderborn schlug die …

Niederlage mit Perspektive

Wenn man sich die jüngsten Ergebnisse der VfB Frauen anschaut, müsste einem eigentlich Angst und Bange werden: Seit dem 29. August kein Ligaspiel mehr gewonnen, den letzten Punkt vor mehr als einem Monat geholt, im Oktober kein einziges Tor erzielt. Angesichts des 0:4 gegen Union Berlin, einem 0:5 in München und dem 0:3 gegen Eintracht Frankfurt kann man tatsächlich von einem schwarzen Oktober sprechen, der aber nicht unerwartet kam. Schließlich sind die Bayern ohnehin unschlagbar, Frankfurt ein Schwergewicht im Frauenfußball und auch Union Berlin hat vor der Saison kräftig aufgerüstet. Wichtig wird jetzt vor allem sein, diese Niederlagen-Serie abzuschütteln. Denn einige der Spielerinnen haben im Oktober mehr Spiele verloren als in den vergangenen drei Saisons kombiniert. Das muss man auch erst mal akzeptieren. Ebenfalls akzeptieren musste man am Samstagmittag, das Frankfurt die Partie verdient gewann. Die Art und Weise wie das Team von Nico Schneck diese Partie spielte, gibt dennoch Anlass zur Hoffnung. Denn im Gegensatz zum Auftritt auf dem Bayern-Campus, hielten die VfB-Frauen lange Zeit gut dagegen, verteidigten konzentriert, ohne sich folgenschwere individuelle Fehler …

Eine Unverschämtheit

Es gibt Niederlagen, die aus einem unglücklichen Spielverlauf entstehen, aus Pech, falschen Schiedsrichter-Entscheidungen oder individuellen Fehlern. Und es gibt Niederlagen, die etwas über die Mannschaft verraten, die als Verlierer den Platz verlässt. Das peinliche 2:3 gegen Gladbach gehört zur zweiten Kategorie. Nach fünf Minuten führt der VfB gegen eine verunsicherte Truppe, bei der wenig zusammenläuft. Alles sieht nach einem klaren Sieg aus. Um dann zu verlieren und das völlig verdient. Einen Gegner, der am Boden liegt, wieder ins Spiel zu bringen, braucht schon eine besondere Mischung aus Nachlässigkeit, Selbstüberschätzung und fehlendem Respekt. Gegen den Tabellenletzten kam beim VfB offenbar alles zusammen. Das muss man erst einmal hinkriegen. Gegen Atlético sorgte der VfB für Aufsehen in ganz Europa, gegen Gladbach wird er zur Lachnummer in Deutschland. Der Auftritt war respektlos gegenüber allen, die im Stadion waren, und gegenüber den Fans und Mitgliedern, die diesen Club tragen. Nach dem Spiel gegen Atlético am Dienstag waren sich alle einig, dass dieser Auftritt der Maßstab sein müsse. Und dann das. Die Aussagen von Spielern und Verantwortlichen lassen sich kaum …

Die Schein-Debatte um Deniz Undav

Der Stuttgarter Boulevard fragte im Anschluss an das Köln-Spiel nach Deniz Undav, sein Kollege wiederholte die Frage vor der Begegnung gegen Viking Stavanger. Beide Male wehrte sich Sebastian Hoeneß vehement gegen falsche und oberflächliche Einschätzungen. Die Folge: Die anderen Medienkollegen nehmen die Schein-Kritik an Undav auf, sei es aus Dankbarkeit, weil es Klicks bringt, sei es aus Einfallslosigkeit. Nach der 1:2-Niederlage gegen Hoffenheim müssen jedenfalls alle Stuttgarter vor dem Sky-Mikro etwas zu Undav sagen. Fabi Bredlow, Grischa Prömel und natürlich Trainer Hoeneß reagieren sichtlich genervt. Schließlich heißt der Club VfB Stuttgart und nicht VfB Undav. Es entsteht eine Schein-Debatte um Deniz Undav. Denn schon nach dem Champions-League-Spiel gegen Viking Stavanger schrieb der Boulevard: „Undav zeigt’s seinen Kritikern“. Die Kritiker, die genau aus dem Boulevard kommen. Der klassische Fall von: sich selbst eine Vorlage geben und sie dann auch noch verwandeln. Alles ist immer extrem, das Lob wie auch die Kritik, und alle machen mit. Geht’s eigentlich noch? Dass Undav schon besser gespielt hat: geschenkt. Dass er aber mit vier Scorern in fünf Spielen beschissen auftreten …

Mit Vollgas in die Lernkurve

Bei den VfB-Frauen bleibt es historisch: Nach dem ersten Sieg und dem ersten Unentschieden, gab es am vierten Spieltag nun also die erste Niederlage in der Bundesliga und dazu noch das erste Spiel ohne eigenen Treffer. Ein Eintrag in die Historie, auf den wir alle gerne verzichtet hätten. Dass es für das Aufsteigerinnen-Team von Nico Schneck schwer werden würde, gegen die ehemaligen Serienmeisterinnen und Champions League Siegerinnen etwas Zählbares auf der Waldau zu behalten, war zu erwarten. Die Art und Weise, wie das 0:2 zustande kam, war dann aber dennoch höchst lehrreich. Wie schon bei der Saisonpremiere gegen Hoffenheim konnte man sehen, dass Fehler in der höchsten Spielklasse gnadenlos bestraft werden: Vor allem, wenn sie im eigenen Strafraum passieren wie vor dem 0:2 von Reena Wichmann. Man konnte auch sehen, dass jeder verlorene Zweikampf einer zu viel ist wie vor dem frühen 0:1, dem ein fataler Ballverlust von Maxi Rall vorausging. Doch natürlich gab es noch weitere Erkenntnisse. Zum Beispiel die, dass die VfB-Frauen auch gegen die Teams aus der Beletage der Liga mutig spielen …