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VfB-Fans haben Champions League Niveau, aber …

… für das Team reicht es noch nicht für Großes in der Europa League. Der VfB ist international und auswärts ein gern gesehener Gegner: Er bringt super Fans mit, spielt super Fußball mit einer sympathischen Mannschaft und verliert immer. Super Sache für den Gegner, sympathisch finden das alle (bis auf Deventer). Denn die Taktik gegen den VfB ist einfach: Gib‘ ihnen den Ball, das mögen sie, denn sie wollen spielen und mit dem Tore schießen haben sie ein Problem. Und irgendwann kommt die Situation, in der einer einen Fehler macht, in der sie in Unterzahl verteidigen, dann müssen wir da sein, mit Tempo und Konsequenz. Daran geglaubt haben sie. Motiviert waren sie. Heiß waren sie. Wütend waren sie. Und wütend waren sie auch nach dem Spiel. Aber internationales Niveau haben nur die VfB-Fans. Die feierten ihr Team und das zurecht: Der VfB ließ sich vom Hinspielergebnis nicht entmutigen, legte alles rein, letztlich reichte die Qualität nicht. Ja, Diogo Costa ist ein herausragender Keeper, ganz klar. Stünde Kasper Schmeichel bei den Portugiesen im Tor, hätte der …

Vorsprung durch Attitüde

Es war nicht nur der 26. Spieltag der Saison 2025/2026, sondern auch der zweite “Innovation Matchday” des VfB Stuttgart. Was das ist? Ganz einfach: “Moderne Technologien, neue digitale Erlebnisse und frische Perspektiven werden für den Zuschauer erlebbar.” Klingt fresh, beschränkte sich am Ende für die Fans vor dem TV-Bildschirm dann auf die Deniz Aytecam (unfassbar langweilig) und kurze Schalten zu CEO Alex Wehrle auf der Tribüne, der am Ende auf das Format anscheinend aber auch keinen Bock mehr hatte (zurecht). Der Star des Abends für die Fans im Stadion und vor dem TV war daher ein Roboter in Philipp Lahm Größe, der den Spielball im Gepäck hatte. Folgende Fragen stellten sich: Ist er der VAR 2.0? Ist er der neue Co-Kommentator bei DAZN? Kann er Standards? Aber sprechen wir lieber über die Innovationen im VfB-Spiel. Es hatte fast den Anschein, als ob Trainer und Team das Wissen aus der Lehrstunde gegen Porto unmittelbar anwenden wollten. Die Aufstellung von Sebastian Hoeneß mit Dreierkette und ohne Jeff Chabot und Maxi Mittelstädt: mutig. Die Herangehensweise mit vielen langen …

Der VfB ist international einfach zu nett

Es gab einige Experten wie Jamie Leweling, Sami Khedira und Lothar Matthäus, die ernsthaft glaubten, der VfB könnte die Europa League gewinnen. Da mag wohl mehr Sympathie als wirkliche Expertise dahinter gesteckt haben. Denn das Spiel gegen Porto hat erneut gezeigt: Der VfB ist dem Top-Niveau in internationalen Spielen nicht gewachsen. Der FC Porto ist eine Herausforderung. Fairness und Respekt kennen die Portugiesen nicht. Sportsgeist ein Fremdwort. Sie lagen mehr auf dem Boden als dass sie Fußball spielten, es werden von den Blauen die Grenzen der Unsportlichkeit ausgetestet. Der VfB nahm den Battle erst mit Verzögerung an, ließ sich durch die Mätzchen des Gegners immer aus dem Konzept bringen. Wie schon gegen Instanbul und Rom. Das erhöht für das Auswärtsspiel in Porto nicht gerade die Hoffnung auf einen Sieg und ein Weiterkommen. Auch wenn die Stimmen der Spieler nach der Partie trotzig waren (“Jetzt sind wir dran!”). Porto ist alles andere als sympathisch, aber das sind Spitzenmannschaften selten. Hinten stabil, nach vorne klar und fokussiert, viel Theatralik, viel Schauspiel, viel Shitplay, was den VfB verwirren …

VfB kann Urs Fischer nicht

In Stuttgart will man Großes erreichen: Als Club wie auch individuell sind die Ziele groß. Das Auftreten in Mainz lässt aber Zweifel aufkommen, dass den vollmundigen Worten auch Ernsthaftigkeit und Taten folgen. Es wurde ein typisches Spiel gegen die wiederbelebte Elf von Urs Fischer, das ich gehofft hatte, nie wieder sehen zu müssen. Auswärts in dieser Saison Union, Hamburg, Sankt Pauli, Heidenheim, Mainz. Ergebnis: zwei von 15 möglichen Punkten. Die Spiele glichen sich, stets war mehr drin. Aber der Intensität der Gegner wollte der VfB in erster Linie individuelle Qualität entgegen setzen und war sich zu sicher, dass dies schon reichen würde gegen vermeintlich schwächere Gegner. Der Plan wäre in Mainz beinahe aufgegangen nach den beiden Geniestreichen zum 1:1 und 1:2. Aber sind wir ehrlich: Das hätte der VfB nicht verdient. Ein sehr eigenartiges Spiel: Der VfB in den meisten Spielphasen und bei der Spiel-Auffassung und -Anlage deutlich unterlegen, und trotzdem ist es ärgerlich, das 2:1 nicht über die Zeit gerettet zu haben. Ein unsägliches Spiel: Dass der heutige VfB gegen Mainz so spielt wie …