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Entspannt Euch mal!

Sieben Punkte zum Jahresstart gegen Leverkusen, Frankfurt und Union, inklusive zwei spektakuläre Spiele. Wer hätte das vorher unterschrieben? Wir alle, oder? Ja, das Remis gegen Berlin ist wahnsinnig unnötig, es hätte für Champions League-Ambitionen ein Sieg sein müssen. Aber der VfB hat die erste englische Woche nach dem Winterpäusle hervorragend absolviert und es gibt keinen Grund zum Klagen. Aber logisch, Grund zum Bruddeln gibt es immer. Unangenehm, eklig, bieder, nervig, schwer zu bespielen: Wir wussten, was gegen Union auf uns zukommt. Genauso Trainer und Mannschaft. Chancen, das Spiel zu gewinnen, waren vorhanden. Aber es hing an Kleinigkeiten: Jeff Chabot fand in Andrej Illic seinen Meister und verlor ungewöhnlich viele Kopfballduelle. Deniz Undav wie schon gegen Frankfurt in der zweiten Halbzeit nicht eiskalt vor dem Tor. Angelo Stiller versprang jeder zweite Ball, er leistete sich erstaunlich viele Fehlpässe. Jamie Leweling zwar elastisch in der Hüfte, aber viel zu hektisch und letztlich wirkungslos. Der von uns gelobte Nikolas Nartey fast unsichtbar. Josha Vagnoman vor dem Ausgleich ziemlich schusselig gegen Stanley Nsoki. Generell viele Bälle und Pässe ungenau, …

Unbreakable!

Ich verstand schon nicht, was Bruno Labbadia an ihm fand. Aber ich dachte, das wäre eben typisch Labbadia. Dass Sebastian Hoeneß auch stets Lobreden auf ihn hielt und ihn sogar im Pokalfinale anstatt Jamie Leweling(!) einwechselte: konnte ich nicht nachvollziehen. Wie auch, ich hatte viel zu wenig von Nikolas Nartey gesehen. Wie wir alle. Eine gewisse Skepsis kann ich nicht leugnen, als ich im letzten Sommer die Nachricht von der Vertragsverlängerung hörte. Aber, hey, was für ein Halbjahr hat Nartey nun hinter sich? Seine Rückkehr nach jahrelangem Verletzungs-Drama hat etwas Kitschiges, er ist ein unerwarteter Neuzugang geworden. Er hat sich Bänder und Muskeln gerissen, sich am Oberschenkel und an den Adduktoren verletzt und nach einem Knorpelschaden im Knie war ein Karriereende kein unwahrscheinliches Szenario. Elf Verletzungen sind es, seit ihn 2019 Sven Mislintat vom 1. FC Köln zum VfB holte. Dass er noch einmal auf allerhöchstem Niveau spielen würde: kaum jemand hat daran geglaubt – außer Sebastian Hoeneß. Dieses Vertrauen in den Spieler muss auch einer der Hauptfaktoren für Nartey gewesen sein, immer wieder an …

Was ist mit Führich und Karazor los?

Dass man von Deniz Undav einmal von einem Chancentod sprechen könnte, hätte ich auch nicht gedacht: Drei Mal lief er alleine auf Frankfurts Keeper Kaua Santos zu, drei Mal ließ er die Entscheidung liegen. Nur logisch, dass der Vokal-Weltrekordler Ayoube Amaimouni-Echghouyab zum Ausgleich traf. Zum Held des Spiels wurde schließlich Nikolas Nartey mit dem 3:2. Ein Siegtreffer, den ihm alle gegönnt haben, wahrscheinlich sogar die Frankfurter. Es war ein mitreißendes Spiel, das unnötig spannend wurde. Der VfB ab der 20. Minute mit Spielkontrolle, ab dem 1:1 mit Druck und Selbstvertrauen – sowohl in Zweikämpfen, zweiten Bällen, in 1:1-Situationen als auch in teils schwindelerregenden Kombinationen. Die Eintracht wirkte zeitweise völlig überfordert, stand dem Angriffswirbel geradezu hilflos gegenüber. Wie kam es zu dieser Überlegenheit? Es waren die Spieler, die zuletzt immer gerne kritisiert wurden: Chris Führich war eigentlich in jeder Aktion gefährlich, spielte seinem Gegenspieler Rasmus Kristensen in direkten Duellen regelrecht Knoten in die Beine. Auch das Zusammenspiel mit dem erneut starken Maxi Mittelstädt erinnerte manchmal an das fast schon blinde Verständnis aus der Vizemeister-Saison. Bester Mann …