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Noch kein Grund zur Panik. Aber …

Rein von den Zahlen muss man von einem Fehlstart sprechen: vier Spiele, drei Punkte, Platz 15. Wir kennen das zwar aus 2023 und früher, aber das kann mittlerweile nicht mehr der Anspruch des VfB sein. Gleichzeitig hatte der VfB ein schwieriges Auftaktprogramm und spielte gegen den Meister, den Vizemeister und den Fünften der vergangenen Saison. Das lässt Jeff Chabot allerdings nicht gelten: „Genau auf dem Niveau wollen wir uns doch befinden!“ Trotzdem: Gegen diese Gegner kann man verlieren, wenn man nur „okay“ spielt, wie Sebastian Hoeneß es nach dem Dortmund-Spiel formulierte. Nur: Auch wenn Fabian Wohlgemuth sagt, „wir nehmen das ernst“, besteht die Gefahr, dass zu locker mit dem schlechten Saisonstart umgegangen wird. Denn es gibt einige Themen, die dringend bearbeitet werden müssen. Ganz vorne dabei: natürlich die Causa Deniz Undav. Der Club und sein (schwieriges) Umfeld müssen aufpassen. Der VfB ist nicht der VfB Undav, sondern der VfB Stuttgart. Der Club sollte sich von den Diskussionen, die von den Medien immer wieder hineingetragen werden, nicht von den wirklichen Problemfeldern ablenken lassen. Denn davon gibt …

Die Schein-Debatte um Deniz Undav

Der Stuttgarter Boulevard fragte im Anschluss an das Köln-Spiel nach Deniz Undav, sein Kollege wiederholte die Frage vor der Begegnung gegen Viking Stavanger. Beide Male wehrte sich Sebastian Hoeneß vehement gegen falsche und oberflächliche Einschätzungen. Die Folge: Die anderen Medienkollegen nehmen die Schein-Kritik an Undav auf, sei es aus Dankbarkeit, weil es Klicks bringt, sei es aus Einfallslosigkeit. Nach der 1:2-Niederlage gegen Hoffenheim müssen jedenfalls alle Stuttgarter vor dem Sky-Mikro etwas zu Undav sagen. Fabi Bredlow, Grischa Prömel und natürlich Trainer Hoeneß reagieren sichtlich genervt. Schließlich heißt der Club VfB Stuttgart und nicht VfB Undav. Es entsteht eine Schein-Debatte um Deniz Undav. Denn schon nach dem Champions-League-Spiel gegen Viking Stavanger schrieb der Boulevard: „Undav zeigt’s seinen Kritikern“. Die Kritiker, die genau aus dem Boulevard kommen. Der klassische Fall von: sich selbst eine Vorlage geben und sie dann auch noch verwandeln. Alles ist immer extrem, das Lob wie auch die Kritik, und alle machen mit. Geht’s eigentlich noch? Dass Undav schon besser gespielt hat: geschenkt. Dass er aber mit vier Scorern in fünf Spielen beschissen auftreten …

Mit Vollgas in die Lernkurve

Bei den VfB-Frauen bleibt es historisch: Nach dem ersten Sieg und dem ersten Unentschieden, gab es am vierten Spieltag nun also die erste Niederlage in der Bundesliga und dazu noch das erste Spiel ohne eigenen Treffer. Ein Eintrag in die Historie, auf den wir alle gerne verzichtet hätten. Dass es für das Aufsteigerinnen-Team von Nico Schneck schwer werden würde, gegen die ehemaligen Serienmeisterinnen und Champions League Siegerinnen etwas Zählbares auf der Waldau zu behalten, war zu erwarten. Die Art und Weise, wie das 0:2 zustande kam, war dann aber dennoch höchst lehrreich. Wie schon bei der Saisonpremiere gegen Hoffenheim konnte man sehen, dass Fehler in der höchsten Spielklasse gnadenlos bestraft werden: Vor allem, wenn sie im eigenen Strafraum passieren wie vor dem 0:2 von Reena Wichmann. Man konnte auch sehen, dass jeder verlorene Zweikampf einer zu viel ist wie vor dem frühen 0:1, dem ein fataler Ballverlust von Maxi Rall vorausging. Doch natürlich gab es noch weitere Erkenntnisse. Zum Beispiel die, dass die VfB-Frauen auch gegen die Teams aus der Beletage der Liga mutig spielen …

“Ein richtig gutes Auswärtsspiel“. Wirklich?

Ich verstehe den Hype um das Auswärtsspiel in Sinsheim nicht. Klar, das 18. Heimspiel des VfB, der beeindruckende Take-over der VfB-Fans. Aber gegen Hoffenheim gibt es zwar manchmal spektakuläre Spiele, aber der VfB gewinnt selten: Genau einmal in den letzten neun Begegnungen, das wunderbare 0:3 vor zweieinhalb Jahren, als die TSG schwindelig gespielt wurde. Auf das Spiel in Sinsheim freue ich mich nie, weil die Spiele oft gleich aussehen: der VfB nie schlechter, aber oft zu dumm, um zu gewinnen. Unter „unnötige Niederlage“ stehen im Fußballlexikon die Partien zwischen dem VfB und Hoffenheim ganz oben. Am 3. Spieltag hat sich der VfB gegen Hoffenheim selbst geschlagen. Mit anfängerhaften Fehlern bei den Gegentoren, die beide nach demselben Muster gefallen sind und man sich fragen muss: Wie oft will der VfB solche Tore noch bekommen? Und vorne mit besten Chancen, die leichtfertig vergeben wurden, auch weil Keeper Oliver Baumann gegen den VfB wie immer sein bestes Spiel zeigt (Ausnahme: 32. Spieltag letzte Saison). Fabi Bredlow, Sebastian Hoeneß und Maxi Mittelstädt hatten „ein richtig gutes Auswärtsspiel“ gesehen. Really? …

Der Unterschätzte

„Bin ich hier unerwünscht?“ – die Frage, die sich Ermedin Demirovic während der Sommertransferphase stellte, war nicht unberechtigt. Der VfB wollte ihn unbedingt zu Geld machen, um die Vorgabe aus dem Aufsichtsrat zu erfüllen. Und viele glaubten, er passe nicht zum feinfüßigen Spiel des VfB. Zu grobmotorisch sei er, zu wenig Spielverständnis habe er, so die vorherrschende Meinung. Beim 3:1-Auftakt in der Champions League gegen Viking Stavanger hatte Medo wenig Interesse an dieser Frage. Er machte drei Tore, schaute in die Runde und fragte: „War was?“ Denn es ist nicht die Frage, ob Demirovic zum VfB passt. Es ist die Frage: Wird Demirovic im Spiel des VfB richtig eingesetzt? Gegen die Norweger hat man gesehen: Der VfB und Demirovic, das passt einfach. Emotional tat es das schon immer. Der Mittelstürmer ist ein guter Typ, vertritt den Brustring mit viel Freude und hat ein großes Herz für den VfB. Jetzt passt’s auch spielerisch. Denn man muss wissen: Ermedin Demirovic will den Ball nicht am Fuß haben, er will ihn in den Fuß gespielt haben. Alle drei …