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Angekommen!

Bei den VfB-Frauen ist seit der Gründung der Abteilung logischerweise fast alles historisch. Aber das erste Spiel und vor allem das erste Heimspiel in der Bundesliga ragen dennoch heraus. Nach dem etwas überraschenden, aber absolut verdienten Sieg gegen die Hoffenheimerinnen (die übrigens auch ihr zweites Saisonspiel verloren haben) ging es bei bestem Sommerwetter auf der Waldau im ersten Bundesliga-Heimspiel ever gegen den Hamburger Sportverein. VfB gegen den HSV: Das klingt einfach gut. Und nachdem der VfB am ersten Spieltag als vermeintlicher Underdog vielleicht noch das Überraschungmoment auf seiner Seite hatte, war das Team von Nico Schneck gegen einen Gegner gefordert, der vermutlich auf Augenhöhe unterwegs ist. Komplett andere Ausgangslage, aber etwas überraschend eine komplett identische Startelf im Vergleich zum Spiel gegen Hoffenheim. Vielleicht lag es daran, dass der VfB wie schon beim Saisonauftakt in Rückstand geriet. Und das kam so: Von Anpfiff weg agierte der HSV gefährlich und erziele bereits in der zweiten Minute das 0:1 – und das war durchaus sehenswert herausgespielt: Camilla Linberg bediente per Hacke Paulina Bartz, die mit einem perfekt platzierten …

Wir brechen ein, wie immer gegen Bayern

Ein anspruchsvolles und kräftezehrendes 1:1 über den ganzen Platz. Die Taktik ging jetzt zum dritten Mal nacheinander nicht auf gegen Bayern München, 12:3 Tore in den letzten Spielen. Trotzdem hält Sebastian Hoeneß die Vorgehensweise für alternativlos. Mut, Kraft, Energie: die Mannorientierung wurde fleißig, unnachgiebig und extrem aufwändig gespielt. Der VfB war unangenehm für den Rekordmeister, ohne Zweifel, das bestätigte auch Joshua Kimmich nach dem Spiel. Aber auf für München gute Art und Weise. Der VfB war nicht eklig, unterbrach nicht den Spielfluss, war nicht aggressiv, zog nicht mal ein Foul, spielte nicht auf Zeit, suchte nicht die offene Konfrontation. Sondern wollte auf Augenhöhe agieren, wollte mit eigenen Mitteln zum Erfolg kommen. Das ist aller Ehren wert, nur das kam den Bayern entgegen: Sie konnten alles spielerisch lösen, ihre überlegene individuelle Qualität entschied das Spiel ebenso wie ihre Lauffreude (mehr als 121 Kilometer) und ihre Fähigkeit, alles schneller zu machen als der VfB. Und wenn es nur ein blitzartig ausgeführter Standard ist. Viel anders spielen kann der VfB nicht. Neu ist zwar Grischa Prömel im Team, …

Historisch: Maxi Rall für maximalen Erfolg!

Real Talk: Wir haben uns über die Sommerpause immer wieder gefragt, wie wir die Spiele der VfB-Frauen begleiten sollen. Begleiten wollen! Denn, ganz ehrlich: Ich habe die Frauen-Bundesliga bisher kaum verfolgt. Aber eine Bundesliga ohne und mit VfB-Beteiligung haben exakt so viel gemeinsam wie eine Champions League ohne oder mit VfB-Beteiligung. Und deswegen freuen wir uns massiv auf eine Liga, die wir entdecken dürfen! Apropos Champions League: Die haben die TSG Hoffenheim Frauen in der letzten Saison nur knapp verpasst. Am Ende stand Rang Vier zu Buche. Ein dicker Brocken also im allerersten Saisonspiel für das Team von Nico Schneck. Da wir gerade vom Trainer sprechen: Der war sehr bedacht darauf, in der Vorbereitung möglichst viel unter dem Radar laufen zu lassen. Keine Übertragung der Testspiele und die Zuschauer*innen im Trainingslager in Bad Kohlgrub wurden sogar gebeten, keine Video-Aufnahmen der Einheiten aufzunehmen und zu verbreiten. Aber weshalb so viel Geheimniskrämerei? Vielleicht, weil die Startaufstellung im historisch ersten Bundesligaspiel doch etwas überraschend war: Jana Beuschlein, Fabienne Dongus und vor allem Yuka Hirano nur auf der Bank, …

Der derzeit wichtigste Mann des VfB

Das ist eine dieser Geschichten, bei denen man aufpassen muss, nicht sofort in die üblichen Superlative zu rutschen. Der neue Finisher des VfB. Traumdebüt. Hattrick. Einstand nach Maß. Neuer Hoffnungsträger. #Euphoriebremse Sebastian Hoeneß sagte es schon richtig: Das war gut, aber es war eben auch nur Hansa Rostock, gegen die der VfB in die zweite Pokalrunde einzog. Ein ambitionierter Drittligist zwar, mit hitziger Atmosphäre auf den Rängen und einer Mannschaft, die dem VfB das Leben zumindest zeitweise schwer machen wollte. Trotzdem: Einen klaren Sieg darf man von einem Bundesligisten erwarten. Nicht erwarten durften wir allerdings, dass Dženan Pejčinović gleich dreimal trifft. Vielleicht war das Interessanteste an diesem Abend gar nicht die Anzahl seiner Tore, sondern die Selbstverständlichkeit, mit der er sich im VfB-Spiel bewegte. Er beteiligte sich am Kombinationsspiel, war aufmerksam beim Gegenpressing und immer dort präsent, wo es gefährlich wurde. Andere Neuzugänge brauchen eine gewisse Anlaufzeit, ein paar Wochen, um die Laufwege der Mitspieler kennenzulernen und die Ideen des Trainers zu verstehen. Pejčinović ist 21, erst ein paar Tage beim VfB und hat nach …

How to Frauen-Bundesliga

Gerade mal fünf Jahre nach Gründung der Abteilung und gut vier Jahre nach der ersten Trainingseinheit stehen die VfB Stuttgart Frauen kurz vor ihrem ersten Spiel in der Fußball-Bundesliga. Ein wilder Ritt von der Oberliga Baden-Württemberg bis in die oberste Spielklasse des deutschen Fußballs, die mittlerweile ausschließlich mit Teams besetzt ist, deren Männer-Vertretungen in der ersten oder zweiten Liga spielen. Wer sich bislang wenig für das Team von Nico Schneck interessiert hat: Jetzt wird es höchste Zeit! Und deswegen gibt es hier den Frauen-Bundesliga-Crashkurs!   Wo wird gespielt? Nach der Hafenbahnstraße in Obertürkheim, dem Platz 1 in der Mercedesstraße, dem Platz des PSV Stuttgart und dem Neckarstadion bekommen die Frauen in der kommenden Saison ihre fünfte Heimspielstätte: Das Gazi-Stadion auf der Waldau. Die maximale Auslastung liegt bei knapp 12.000 Zuschauer*innen. Beim VfB Stuttgart kalkuliert man laut Alex Wehrle mit einer Auslastung von 2.000, möchte aber insgeheim den Zuschauerschnitt der Stuttgarter Kickers von 4.000 knacken. Sollte das nicht klappen, liegt es sicherlich nicht an den Eintrittspreisen. Die Dauerkarte für alle 13 Heimspiele kostet zwischen 80 und …

Die nebulösen Infrastrukturprojekte des VfB

Nick Woltemade für 75+x Mio verkauft, der mit Jeremy Arevalo weder inhaltlich noch finanziell ersetzt wurde. Champions League erreicht mit um die 60 Millionen Mehr-Einnahmen 2026/2027, dazu Finanzrekorde im zurückliegenden Geschäftsjahr. Und trotzdem braucht der VfB Transfereinnahmen und steht angeblich sogar „unter Verkaufsdruck“? Mit großen Buchstaben wird vermeldet, der VfB-Aufsichtsrat habe „die Kohle für Leo Sauer und Dženan Pejčinović“ zwar freigegeben, verbunden aber mit der Vorgabe, durch Spielerverkäufe „viel Geld“ zu erzielen. Während der Boulevard wie immer nur an der Oberfläche kratzt und das einfach so stehen lässt, begründet ZVW die verlangten hohen Transfereinnahmen, ja sogar einen Transfer-Überschuss, mit „Infrastrukturprojekten“. Der Kauf des Carl Benz Centers soll sich dagegen laut Stuttgarter Zeitung selbst tragen und keinen Einfluss auf die Personalplanung des Profi-Kaders haben. Nebulös schreibt ZVW weiter vom „Umbau“ der Geschäftsstelle, ohne dezidiert (Zeit-)Pläne oder Zahlen zu nennen. Weitere Infrastrukturprojekte werden nicht aufgeführt, die sich auf die Kaderplanung auswirken sollen. Es bleibt unkonkret mit “die Strukturen des Klubs müssen wachsen“ bei der rasanten sportlichen Entwicklung. Schließlich wird der Verkauf von Bilal El Khannouss ins Spiel …

Mario Gomez nannte ihn „El Commandante“

2006, nach einer verheerenden Saison mit Giovanni Trapattoni, die Armin Veh mehr schlecht als recht über die Bühne brachte, war die Stimmung endgültig am Boden, als Zvonimor Soldo seine Karriere beendete. Der langjährige Kapitän hatte zwar den Aktionsradius eines Bierdeckels, aber eine riesige Autorität. Ersetzen sollte ihn ein Mexikaner namens Pavel Pardo, den Jung-Manager Host Heldt zusammen mit Ricardo Osorio verpflichtete. “Nie gehört” war die Reaktion der meisten VfB-Fans, obwohl der Mittelfeldstratege noch kurz zuvor bei der WM in Deutschland spielte. Die Zweifel, ob Heldt den Sprung vom Spielfeld zum Manager schafft, waren eben groß. Auch wenn er als „Beckenbauer Mexikos“ bezeichnet wurde, die Ausstrahlung und den Einfluss Soldos wurden ihm nicht zugetraut. Dabei beanspruchte Pardo von Anfang an eine Führungsrolle im Team vom Armin Veh. Bei seiner Ankunft mit Landmann Osorio machte er klar: „Er ist noch jung und ich bin der Chef!“ Ein sonniges Gemüt zeichnete Pardo aus, er kam schnell an, integrierte sich, suchte den Austausch mit Trainern und Mitspielern, redete mit Händen und vor allem mit Füßen, mit Pässen und Laufwegen. …