Beliebt
Kommentare 16

Entspannt Euch mal!

Sieben Punkte zum Jahresstart gegen Leverkusen, Frankfurt und Union, inklusive zwei spektakuläre Spiele. Wer hätte das vorher unterschrieben? Wir alle, oder? Ja, das Remis gegen Berlin ist wahnsinnig unnötig, es hätte für Champions League-Ambitionen ein Sieg sein müssen. Aber der VfB hat die erste englische Woche nach dem Winterpäusle hervorragend absolviert und es gibt keinen Grund zum Klagen. Aber logisch, Grund zum Bruddeln gibt es immer.

Unangenehm, eklig, bieder, nervig, schwer zu bespielen: Wir wussten, was gegen Union auf uns zukommt. Genauso Trainer und Mannschaft. Chancen, das Spiel zu gewinnen, waren vorhanden. Aber es hing an Kleinigkeiten:

Jeff Chabot fand in Andrej Illic seinen Meister und verlor ungewöhnlich viele Kopfballduelle. Deniz Undav wie schon gegen Frankfurt in der zweiten Halbzeit nicht eiskalt vor dem Tor. Angelo Stiller versprang jeder zweite Ball, er leistete sich erstaunlich viele Fehlpässe. Jamie Leweling zwar elastisch in der Hüfte, aber viel zu hektisch und letztlich wirkungslos. Der von uns gelobte Nikolas Nartey fast unsichtbar. Josha Vagnoman vor dem Ausgleich ziemlich schusselig gegen Stanley Nsoki.

Generell viele Bälle und Pässe ungenau, alles bissle zu behäbig und undynamisch. Sebastian Hoeneß bemängelte, dass zu oft die Lösung „mit dem Ball am Fuß“ gesucht wurde, statt zu laufen, zu passen und zu spielen. Das 1:0 allerdings fiel, nachdem Ramon Hendriks als Ein-Mann-Büffelherde „mit dem Ball am Fuß“ übers halbe Feld lief und dann an Chris Führich übergab.

Nach dieser Führung agierte der VfB zu passiv, ließ die Köpeniker im Spiel und legte kein 2:0 nach. Die Möglichkeiten hatten Undav und Stiller, zu dessen Auftritt es passte, weder den Ball zu versenken noch in die Mitte auf den völlig freien Ermedin Demirovic gespielt zu haben.

Die Umstellung auf Dreierkette?

War wohl auch nicht die beste Idee von Hoeneß. Klar, er wollte einer möglichen Wucht von Union und deren gefährlichen Standards mit Chabot, Hendriks und Finn Jeltsch in der Mitte drei stabile Innenverteidiger entgegen stellen. Aber der VfB verlor den Zugriff, es gelang nach vorne so gut wie nichts mehr. Der VfB musste sogar froh sein, dass Alex Nübel gegen Jeong Woo-yeong zum Schluss eine Weltklasse-Parade auspackte. Dass Jeong vorher zum 1:1 so souverän einnetzte, hätte ich gerne mal während seiner Zeit beim VfB gesehen.

Fritzle frustriert: Das Maskottchen fragt sich wie wir, warum der VfB mit einem 2:0 nicht den Deckel drauf machte.

Fritzle frustriert: Das Maskottchen fragt sich wie wir, warum der VfB mit einem 2:0 nicht den Deckel drauf machte.

Das 1:1 ist kein Downfall, auch wenn es ausgerechnet gegen Union Berlin war, mit denen wir sowieso ein Thema haben und die mehr Interesse an den Beinen der VfB-Spieler als am Ball hatten. „Den Ball? Nee, den wollen wir nicht“, sagte unter der Woche Union-Trainer Steffen Baumgart und beschrieb damit sein „Spielsystem“ perfekt. Aber damit kann man in der Bundesliga locker im Mittelfeld mitschwimmen und einen Punkt aus Stuttgart entführen.

Weil dem VfB am Ende der englischen Woche immer ein Tick fehlte: Präzision, Konsequenz und die Souveränität einer Spitzenmannschaft. Und weil der VfB eben nicht sein Prime-Game aufs Feld brachte. Kann passieren und kann man nicht immer erwarten.

In Rom allerdings wird der VfB sein bestes Spiel zeigen müssen. Der Tabellenvierte der Serie A mit drei Siegen in Folge und mit den wenigsten Gegentoren in der Liga. Es wird mindestens so werden wie gegen Union: unangenehm, eklig, nervig, schwer zu bespielen.

Zum Weiterlesen:
Rund um den Brustring sieht gegen Union keine Enttäuschung, aber auch keine Glanzleistung – sondern irgendwas mittendrin.

ZVW hält Chris Führich im Moment für unverzichtbar.

Bilder: Alex Grimm/Getty Images

Darf gerne geteilt werden:

16 Kommentare

  1. Dubajic sagt

    23/24 hätte Stiller das 2:0 gemacht
    24/25 hätte Jeong das 1:2 gemacht
    25/26 Regression zur Mitte

  2. Jochen sagt

    Richtige Analyse. Mit den Chancen von Undav und Stiller musst das gewinnen. Das haben wir nach Hoffenheim auch gesagt. Rechnet man Hamburg mit zumindest einem Punkt dazu, haben wir 5 Punkte verschenkt. In Leverkusen 3 unerwartet gewonnen. Damit bleibt der VfB halt unter seinen Möglichkeiten. Stiller ist völlig überspielt. Wird nicht gewechselt. Warum? Platz 6 ist angemessen , für mehr fehlt noch die Qualität.

    • Hobbycamper sagt

      @Jochen, so geht es mir auch, ich halte Stiller zumindest im Moment nicht für den auf keinen Fall verzichtbaren Spieler ! Er hat im Moment doch einige Stockfehler drin (schlecht ausgeführte Freistöße, man denke an Hamburg, Abspielfehler, falsche Entscheidungen). Warum ihm SH nicht auch mal eine Pause gönnt erschließt sich mir nicht, ich halte ihn im Moment nicht für den Stabilisator der unverzichtbar ist.
      Ja, es ist schade, dass wir gegen die Unioner die Chancen dir wir hatten halt (wieder einmal) nicht effektiv genutzt haben. Am Ende reicht’s dann halt nur für 1 Punkt…und manchmal beinahe nicht mal für diesen.

  3. Lars sagt

    Und bitte lasst Undav nie wieder einen Freitstoß schießen, ist da keiner in der Lage einen Freistoß auf 20 Metern einigermaßen gefährlich auf das Tor zu bekommen. Ganz schlimm

    • Hobbycamper sagt

      Wie Andreas schon schrieb hatten wir früher einen Wasen-Karle der in bester Roberto-Carlos-Manier die Dinger einfach reingedonnert hat. Wenn da einer dazwischen die Kugel an den Schädel bekam, war von leichter Gehirnerschütterung bis auf der Stelle tot alles möglich. Danach kam lange Zeit nichts. Irgendwann gab es dann ein Zauberfüßchen namens Krassimir Balakov der wie Messi das Bällchen einfach reingezirkelt hat. Ob da einer Mauer oder sonst etwas stand war ihm egal, das Runde musste ins Eckige, am besten in den Winkel. Tja und seither gibt es halt auch nichts vergleichbares mehr….
      Die Frage ist halt, fällt das unserem Staff auch auf und was wird dagegen unternommen ? Ich habe das ja oben schon geschrieben, wenn ich dann im Gegensatz an den Stiller-Freistoß von Hamburg denke, wird’s mir heute noch schlecht.

  4. Konny sagt

    Ich mag Union nicht! Ich mag deren Trainer nicht! Ich mag deren Spielweise nicht! Ich mag da eigentlich nix gar nix! Die Spiele gegen die gucken mag ich eigentlich auch nicht. Hab ich natürlich trotzdem. Das aus Minus und Minus und nochmal Minus ein Punkt raus kommt, immerhin. Stiller wird sich wohl leider verletzt haben. Ich hätte ihn tatsächlich auch früher ausgewechselt, unser Spiel war leider zu leicht ausrechenbar.

    • @abiszet sagt

      @Konny
      Geht mir ganz genau so! ;-)

      @Lars
      Ist irgendwie VfB-DNA … direkte Freistöße seit Allgöwer und Kuzmanovic eine Katastrophe. Didavi traf mal, auch Borna Sosa, aber insgesamt haben die schlechten Freistöße mehr Traktion als … Du weisst schon.

  5. Divina33 sagt

    Das ist eine Geschichte die ich (zu) oft schon gehört habe:

    „unangenehm, eklig, nervig, schwer zu bespielen“

    Kaderwerte:
    VfB: 340 Mio
    Union: 125 Mio
    (HSV: 133 Mio)

    Ich finde gegen solche Mannschaften darf man auch mal zu Null spielen bzw. ein 1:0 über die Zeit zu bringen.

    Zitat von 24.05.2019:

    „Der VfB Stuttgart und der 1. FC Union Berlin trennen sich im Relegations-Hinspiel mit 2:2 (1:1). In einem spannenden Spiel erarbeiten sich beide Teams viele Chancen. Die Gäste aus Berlin gleichen.“

    • Divina33 sagt

      „Die Gäste aus Berlin gleichen zwei Mal einen Rückstand aus.“

      muss es heißen

  6. Marcus Fichter sagt

    M.E. war die Umstellung auf 3er – Kette spielentscheidend. Hätte es m.E. nicht gebraucht.
    Nartey und Leweling von unsichtbar bis unglücklich. Undav hat jetzt 4 Riesendinger ( 3 gg. Eintracht + 1 gg. Union ) nicht gemacht. Deshalb spielt er halt beim VfB und nicht bei Bayern. Dort machen aus so vielen Chancen 5 Tore !!!

    Nübel rettet wie gg. die Eintracht uns den einen Punkt.

    Naja, kleine Rückschläge sind halt immer mal drin, schade.

    Aber immer nur Kaderwerte vergleichen und dann das Ergebnis draus abzuleiten ist auch Quatsch !

    Die Unioner haben das aber auch super gemacht. Sollte man auch mal anerkennen.

  7. RonMuc sagt

    Das war das dritte Spiel in Folge mit den gleichen Spielern, Nartey/Medo ausgenommen. Ich verstehe nicht, warum Hoeneß nicht rotiert (hat). Chema und Assignon wurden zu Beginn der Saison (zu Recht) hochgelobt, bekommen jetzt aber kaum noch Einsatzzeiten. Bouanani hat seine viertel Stunde gegen Frankfurt sehr gut genutzt, hat klug die Bälle verteilt und ein paar schöne technische Aktionen gehabt.
    Dass Stiller überspielt ist, haben schon mehrere meiner Vorschreiber zutreffend angemerkt, dennoch hat Seb ihn erst runter genommen, als er quasi bewegungsunfähig auf dem Rasen lag. Diese mangelnde Rotation respektive späten Wechsel haben nicht nur unserem Spiel geschadet (ja, ich weiß, das ist hypothetisch), sondern demotivieren doch auch die Spieler, die zu wenig Einsatzzeit bekommen.
    Die Frage, warum der Coach das so handhabt, hätte ich mir eigentlich von den Reportern nach dem Spiel erwartet, aber da kam nichts. Schade.

    • Sven E sagt

      Die Frage kam doch glaube ich auf der PK oder in irgendeinem der post-game Interviews. Zumindest meine ich mich zu erinnern, dass SH die mangelnde Rotation so erklärt hat, dass es erst das dritte Spiel nach der Winterpause war und die Rotationen erst noch kommen. Man kann natürlich argumentieren, dass man nicht warten sollte mit der Rotation, bis alle halb tot sind, aber 3 Spiele innerhalb von 9 Tagen nach fast zweiwöchiger Pause sollten einen Profi auch nicht völlig auf dem Zahnfleisch gehen lassen. Aber ich denke schon, dass die nächsten 2 Wochen mehr Wechsel bringen werden.

  8. Achim Herzblutfan sagt

    Hallo zusammen.
    Nach den bockstarken Spielen gegen die Pillen und die Hessen ist das Unentschieden gegen die Antifussballer aus der Alten Försterei ( wie der alte Förster spielen sie auch!) ok, auch wenn mehr drin war.

    Ich blicke voller Optimismus auf die nächsten Spiele und gebe folgende Prognose: Siege gegen Rom, die Fohlen, gegen die Jungs aus Bern und gegen Freiburg.
    Ihr dürft mich falls ich falsch lag in 12 Tagen gerne vierteilen, teeren, federn, rädern usw.

    Ich könnte ja auch Recht behalten……..

    VfB for Champions League !!!!

  9. Matze sagt

    Ich habe mich gefragt warum Hoeneß in den letzten Spielen vermehrt Recht spät wechselt? Was ist mit seinem signature move Wechseln in der 60 min passiert? Auch wenn Vagnoman an sich ein gutes Spiel gemacht hat, hätte Hoeneß assigning früher bringen müssen. Vagnoman war platt und spekulierte dass er Ball ins Aus trullert.
    Stiller war in der Aktion auch nicht konsequent die Box zu zu machen.
    Leider ging der Faden nach dem 1 null verloren anders wie gegen Frankfurt wo der Ausgleich beflügelt und das Spiel gedreht hat.
    Naja immerhin am Ende nicht verloren. Dieses Mal hat es für uns Kräftemäßig nicht gereicht den späten Lucky Punch zu setzen. Man hat gesehen, du Jungs waren am Ende nach all den harten Zweikämpfen.

    • @abiszet sagt

      @Achim
      Uijuijui, da geht die Euphorie mit Dir durch. Buli und Bern kann ich mir vorstellen (wobei Gladbach und Freiburg nicht einfach werden), gegen Rom bin ich nicht so optimistisch. Kann mir derzeit nicht vorstellen, dass der VfB gegen eine italienische, abgezockte Truppe, die vom Ex-Bergamo-Trainer angeleitet wird, gewinnt.

      @Matze
      Gegen die SGE brachten er Nartey in der 60., glaube nicht, dass er generell spät wechseln will.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.