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Unbreakable!

Ich verstand schon nicht, was Bruno Labbadia an ihm fand. Aber ich dachte, das wäre eben typisch Labbadia. Dass Sebastian Hoeneß auch stets Lobreden auf ihn hielt und ihn sogar im Pokalfinale anstatt Jamie Leweling(!) einwechselte: konnte ich nicht nachvollziehen. Wie auch, ich hatte viel zu wenig von Nikolas Nartey gesehen. Wie wir alle.

Eine gewisse Skepsis kann ich nicht leugnen, als ich im letzten Sommer die Nachricht von der Vertragsverlängerung hörte. Aber, hey, was für ein Halbjahr hat Nartey nun hinter sich? Seine Rückkehr nach jahrelangem Verletzungs-Drama hat etwas Kitschiges, er ist ein unerwarteter Neuzugang geworden.

Er hat sich Bänder und Muskeln gerissen, sich am Oberschenkel und an den Adduktoren verletzt und nach einem Knorpelschaden im Knie war ein Karriereende kein unwahrscheinliches Szenario. Elf Verletzungen sind es, seit ihn 2019 Sven Mislintat vom 1. FC Köln zum VfB holte. Dass er noch einmal auf allerhöchstem Niveau spielen würde: kaum jemand hat daran geglaubt – außer Sebastian Hoeneß.

Dieses Vertrauen in den Spieler muss auch einer der Hauptfaktoren für Nartey gewesen sein, immer wieder an seinem Comeback zu arbeiten, sich immer wieder zu quälen. Es ist diese unerschütterliche Entschlossenheit, einfach weiterzumachen, egal was passiert, die so beeindruckt!

Dass er jetzt wieder auf dem Platz steht, und so stabil, ist das Resultat stiller, unermüdlicher Arbeit. Und einer unglaublichen Widerstandskraft.

Was der Comebacker Nartey schon alles gespielt hat:
Linksverteidiger, Sechser, Achter, Zehner und gegen Wolfsburg sogar so etwas ähnliches wie eine hängende Spitze. Sebastian Hoeneß meint, Nartey könne fast alles und übertreibt damit nicht. Er sieht ein „Komplett-Paket“ bei seinem Spieler bestehend aus Schnelligkeit, Laufstärke, Technik, Pressingresistenz und Polyvalenz. Zudem ist seine Fähigkeit zur schnellen Adaptation an unterschiedliche Systeme herausragend. Denn auf jeder Position bringt der Däne Leistung.

Das liegt an seinem Spielverständnis. Er weiß, wo er hinlaufen muss, er weiß, in welche Räume er passen muss. Diese Fähigkeiten kombiniert er mit einer enormen Ballsicherheit und Unaufgeregtheit. Nichts bringt ihn aus der Ruhe, was sicher auch mit seiner Verletzungshistorie zu tun hat.

Nartey hat wie selbstverständlich die Lücke geschlossen, die durch das Fehlen von Africa Cup-Fahrer Bilal El Khannouss entstanden ist. Er ist zu einem Fixpunkt im Stuttgarter Spiel geworden. Er gibt dem VfB Stabilität und strategische Intelligenz.

Ihm dabei zuzusehen, wie er wächst und immer wichtiger wird, macht Freude. Ob Nartey selbst glauben kann, was er zuletzt alles geleistet hat? Da sind die Nominierung für die dänische Nationalmannschaft und sein erstes Bundesligator sicher noch einmal besondere Highlights für ihn.

Und meine Skepsis?
Die ist weg. Es geht sogar so weit, dass ich ihn am Dienstag gegen Frankfurt in der Startelf vermisst habe und mir bei seiner Einwechslung in der 59. Minute sicher war, dass mit ihm der Sieg kommt.

Der VfB hat einen Spieler zurück, der eine Geschichte erzählt: Die Geschichte von jemandem, der beweist, dass es keine Grenzen gibt, wenn der Wille unzerstörbar ist.

Nartey ist unbreakable.

Der Unkaputtbare aus der Nähe von Kopenhagen ist in der Saison 2025/2026 beim VfB richtig angekommen. Hoffentlich bleibt er gesund – und hoffentlich bleibt er über die Saison 2025/2026 beim VfB.

Bilder: vertikalpass

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1 Kommentare

  1. Hobbycamper sagt

    @Andreas, sehr schöner Text dem ich gerne beipflichte und ja, wer von uns wünscht Daxo nicht auch endlich mal eine beschwerde- und verletzungsfreie Zeit. Wenn sie gesund und belastbar sind, dann sind das Spieler die mit Sicherheit so mancher Trainer gerne in seinen Reihen hätte.

    Gerade bei Nartey bin ich gespannt, ob es leistungstechnisch noch weiter nach oben geht, es wäre ihm, dem VfB und uns Fans nur zu wünschen.

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