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Kommentare 33

VfB kann Urs Fischer nicht

In Stuttgart will man Großes erreichen: Als Club wie auch individuell sind die Ziele groß. Das Auftreten in Mainz lässt aber Zweifel aufkommen, dass den vollmundigen Worten auch Ernsthaftigkeit und Taten folgen. Es wurde ein typisches Spiel gegen die wiederbelebte Elf von Urs Fischer, das ich gehofft hatte, nie wieder sehen zu müssen.

Auswärts in dieser Saison Union, Hamburg, Sankt Pauli, Heidenheim, Mainz. Ergebnis: zwei von 15 möglichen Punkten. Die Spiele glichen sich, stets war mehr drin. Aber der Intensität der Gegner wollte der VfB in erster Linie individuelle Qualität entgegen setzen und war sich zu sicher, dass dies schon reichen würde gegen vermeintlich schwächere Gegner. Der Plan wäre in Mainz beinahe aufgegangen nach den beiden Geniestreichen zum 1:1 und 1:2. Aber sind wir ehrlich: Das hätte der VfB nicht verdient.

Ein sehr eigenartiges Spiel:
Der VfB in den meisten Spielphasen und bei der Spiel-Auffassung und -Anlage deutlich unterlegen, und trotzdem ist es ärgerlich, das 2:1 nicht über die Zeit gerettet zu haben.

Ein unsägliches Spiel:
Dass der heutige VfB gegen Mainz so spielt wie damals der Gentner-VfB: enttäuschend. Dem tief stehenden Gegner mit einer gewissen Überheblichkeit, viel nutzlosem Ballbesitz, einer hoch stehenden Abwehr und verheerenden individuellen Fehlern zu begegnen, ist keine gute Idee. Stellvertretend Luca Jaquez mit vielen Aussetzern, Angelo Stiller mit lommeligen Pässen, auch Alex Nübel mit merkwürdiger Spannungslosigkeit – um dann mit überragenden Paraden den VfB im Spiel zu halten. Mainz hätte durch Sheraldo Becker, Paul Nebel oder Philip Tietz das Spiel längst entscheiden müssen. Wenn es 3:0 für die energetischen Mainzer gestanden hätte, es wäre völlig verdient gewesen.

Der VfB überrascht in diesem viel zu locker geführten Spiel mit zwei individuell starken Aktionen. Atakan Karazor spielt in den Druck und in den Strafraum auf Deniz Undav. Dem der Ball bei der Annahme verspringt und dadurch zur Vorlage für Ermedin Demirovic wird. Das ist seine Stärke: One-touch im Strafraum, nicht lang überlegen, Bumm! 58 Sekunden später ein genialer Vertikalpass von Tiago Tomas und ein eiskalter Undav.

Selbst die unvermutete und unverdiente Führung ließ den VfB nicht konsequent werden. Vor dem Ausgleich hatte der VfB mehrfach die Möglichkeit, die Flanke zu verhindern. Reflexartig und unterkomplex wird jetzt gerne nach einem großen, kopfballstarken Innenverteidiger gerufen. Geht noch mehr als Jeff Chabot und Jaquez? Wohl kaum. Nur darf dann Tiago Tomas nicht ins Kopfballduell gehen müssen. Und selbst wenn: Warum ist Danny da Costa so völlig frei? An einem fehlenden großen, kopfballstarken Innenverteidiger lag es nicht. Es lag nicht an einem fehlenden Spielerprofil, sondern am fehlenden Engagement, das eigene Tor unbedingt verteidigen zu wollen.

Auswärts Union, Hamburg, Sankt Pauli, Heidenheim, Mainz. Im Grunde spielten alle Gegner Urs Fischer-Fußball. Laufstark, diszpliniert, engagiert, tiefe Abwehr, schnelles Umschalten. Einfacher Fußball mit dem der VfB einfach nicht zurecht kommt, obwohl er alle Möglichkeiten hätte. Ein Glück steht mit Augsburg nur noch einer dieser unangenehmen Urs Fischer-Gegner auf dem Programm. An einem Sonntag um 19.30 Uhr nach dem Rückspiel in Porto. Wetten, dass das Spiel ähnlich laufen wird wie gegen Mainz?

Zum Weiterlesen:
Unser VertikalGIF nimmt’s wie immer mit Humor und sieht ein “kongenial-karitatives Duo Nübel/Jaquez, das den Mainzern helfen wollte, ein Tor zu erzielen. Und ganz ehrlich: Viel mehr Vorarbeit kann man gar nicht mehr leisten“.

Die Stuttgarter Zeitung (Plus) ordnet ein: “Es ist eine schöne Vorstellung, dass der VfB Stuttgart auch solche Spiele wie beim FSV Mainz 05 gewinnt. Womöglich noch souverän und am liebsten mit spielerischer Leichtigkeit. Doch dann würde es sich um den unangefochtenen Spitzenreiter FC Bayern München handeln“

Bild: Neil Baynes/Getty Images

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33 Kommentare

  1. Ronny sagt

    Es war in der Tat ein seltsames Spiel, als ob der Kopf schon beim FC Porto gewesen ist. Nach starken 20 Minuten sagte ich zu einem Kumpel, wir haben alles im Griff, und prompt spielte nur noch Mainz und ging mit einer verdienten Führung in die Pause. Dann kommt man schläfrig aus der Kabine und hat Glück das die Mainzer nicht noch 2 Glocken nachgelegt haben. Und wie aus dem Nichts gehen die Unsrigen mit 2 : 1 in Führung, um sich in der Nachspielzeit noch den Ausgleich einschenken zu lassen. Unsere Defensive hat mir gestern überhaupt nicht gefallen, da war mir zu viel Slapstick dabei, so etwas können wir uns gegen die Portugiesen und RB auf keinen Fall leisten. Positiv ist natürlich der weiterhin große Vorsprung auf Platz 7, und das wir gegen Leipzig noch alles in der eigenen Hand haben.

  2. Divina33 sagt

    @abiszet
    Auswärts in dieser Saison Union, Hamburg, Sankt Pauli, Heidenheim, Mainz. Ergebnis: zwei von 15 möglichen Punkten.

    Das geht aber schnell.

    Nach dem VfL Spiel sollten wir uns alle in den Armen liegen und jetzt wird wieder geflennt!

    Gut bis auf Leverkusen haben alle ihre Spiele gewonnen…

    Aber das Abwehrverhalten gibt mir doch schon länger Rätsel auf – auch beim letzten DFB-Pokalspiel.

    Schaut man sich aber die Mannschaften auf den Plätzen 4-6 haben die alle, das gleiche Torverhältnis… (VfB, Dosen, Pillen).
    Es geht also um die Frage in welcher internationalen Klasse wir spielen.

    Die dritte internationale Liga haben wir ja schon sicher. Es geht also noch um die Frage CL bzw. EL.

    Verstehe da auch Prömel nicht, der vermutlich CL mit den Festplatten spielen könnte.

    Ich hoffe immer noch auf CL für den VfB, da dies höhere Boni und Anreiz wäre.

    Insofern ist die Leistung am Wochenende nicht nachvollziehbar oder sind die mit dem Kopf schon bei ihrer Zukunftsplanung?

    Naja, letztes Jahr ein ähnliches Verhalten..,,

    • @abiszet sagt

      @Divina
      Auswärts in dieser Saison Union, Hamburg, Sankt Pauli, Heidenheim, Mainz. Ergebnis: zwei von 15 möglichen Punkten.
      Das sind Fakten.

      “Nach dem VfL Spiel sollten wir uns alle in den Armen liegen und jetzt wird wieder geflennt!”
      Niemand soll irgendwas, alle können wie sie wollen.
      Wird geflennt, wenn Fakten benannt werden? Seltsame Einstellung, aber es verwundert mich nicht.

      Was ich gemeint und zig-mal wiederholt habe:
      Nach einer Niederlage oder einem Remis gegen einen “Kleinen” wird der Untergang ausgerufen, Spieler sind unfähig und das Trainerteam blind und das Management sowieso.

  3. Marcus Fichter sagt

    Ca 20 min. lang dachte ich, das Spiel gewinnt der VfB. Aus mir völlig unerfindlichen Gründen gibt der VfB dann das Spiel aus der Hand. Übrigens auch nicht zu ersten Mal.

    Dann kommen noch individuelle Fehler, Unkonzentriertheiten und Schlampigkeit dazu und Mainz ist plötzlich in Führung. Ich sagte noch zu meiner Frau, der VfB bettelt um ein Gegentor.
    Die Bettlerei hörte aber dann nicht auf, der VfB fand nicht mehr zurück ins Spiel.
    Nach einer Stunde musst Du eigentlich 3:0 hinten liegen.
    Aus dem Nichts zeigt sich dann, welche individuelle Fähigkeiten in der Truppe stecken. Vorallem das 2:1 war eine Augenweide.
    Und dann ging die Bettlerei wieder von vorne los und prompt stand es 2:2.

    Zusammengefasst hat dieses Spiel und auch die von Euch genannten Spiele vorher gezeigt, was dem VfB auf dem Weg von einer guten zu einer Spitzenmannschaft noch fehlt.

    Die Ernsthaftigkeit, der absolute Wille gegen solchen Mannschaften die Spiele auch zu gewinnen. Wenn auch dreckig und unverdient, die Bayern gewinnen sowas ( sehr oft ) trotzdem.

    Porto, Leipzig, Porto…das sind andere Mannschaften, die spielen mit.
    Ich hoffen, das VfB dann wieder sein anderes begeisterndes Gesicht zeigt.

    Schönen ( Wahl ) Sonntag Euch allen !

  4. fritzo62 sagt

    Zwischen der 20. und 70. hatte der VfB kein BL- Format. Unsere 6er weggetaucht, Nübel wollte unbedingt Eckbälle verschenken, Jacquez zum vergessen usw.
    Tomas soll in der 92. seinem Gegenspieler in den Strafraum folgen?
    Jaja – seit Wochen wird über die CL gesprochen- nächstes Wochenende wissen wir ob das C für Conference oder Champions steht. Und: ich sehe die Leistungen der letzten Wochen durch keine Rosa Brille, freue mich aber trotzdem über jeden Punkt in der BL oder EL.

    • @abiszet sagt

      Sehe ich genauso, zwischen der 20. und 70. wie ein Abstiegskandidat! Immerhin ein ungerechtfertigtes Remis, die Leipziger Übermannschaft hat zu Hause gegen die Absteiger aus Mainz verloren.

  5. Fritz sagt

    Der Punkt ist halt, dass zu einer Spitzenmannschaft mindestens zwei Dinge gehören: spielerisches Format und die Fähigkeit, seine Leistung regelmässig abzurufen. Dass das Format normalerweise gegen Bayern nicht reicht: geschenkt. Dass man gegen Dortmund oder Leverkusen ein Spiel auf Augenhöhe machen und verlieren kann: geschenkt. Schwieriger zu verkraften ist es aber, wenn die Einstellung zu oft nicht stimmt, wenn man das Können zu oft nicht auf den Platz bringt. Danach heisst es jedesmal “wir müssen daraus lernen”, aber das scheint nicht zu klappen. Und schlimmer noch, es scheint weder thematisiert zu werden, noch wird es über die Zeit konsistent besser. Und das ist der Punkt der mir weh tut – weil es so unnötig ist.

  6. Philip Rivinius sagt

    Das schöne ist doch an dieser Mannschaft und dem Trainerteam, dass auf solche Spiele eigentlich immer die richtige Reaktion folgt. Und die Vorstellung, dass sie die Reaktion an Porto rauslässt und damit vielleicht die Tür fürs schwere Rückspiel ein wenig aufstößt, finde ich attraktiv. Dann vor allem wieder mit Bilal ❤️

  7. Olli Wezel aka debutanker sagt

    Leipzig und der nächste Spieltag zeigen allerdings, was dieser Punkt wert ist…
    Heimspiel gegen den direkten CL-Konkurrenten und der andere Mitstreiter um die CL daheim gegen München.
    Deswegen bewerte ich das Spiel in Mainz erst abschließend nach dem kommenden Spieltag.

  8. Jochen sagt

    Ich bin überrascht. Letzte Woche war ich noch der Miesepeter aus dem schwierigen VfB Umfeld. Die Analyse unterschreibe ich. Nur liegt es nicht am Willen.

    1. Unser Mittelfeld ist überspielt. Vorhandene Alternativen sind nicht da, noch nicht so weit (Chema) oder hatten keine Chance (Keitel)

    2. Wir werden bei vermeintlich schwachen Gegnern konsequent ausgekontert. Die Urs Fischers dieser Welt haben den Hoeneß Code schon lange geknackt.

    3. Wir sind physisch kein Spitzenteam. Letztendlich führten zu den Mainzern Toren die verlorenen Kopfball Duelle der Herren Demirovic und Tomas. Die Kopfballschwaeche des VfB ist eklatant.

    4. Es ist ehrenwert einen sehr verdienten Trainer bei der Diskussion außen vor zu lassen. Aber halt nicht richtig. Nur 2 von 15 möglichen Punkten bei Abstiegskandidaten zu holen ist im Leistungssport zu kritisieren. Es wäre zumindest schön, wenn man dieses einseitige, statische und völlig berechenbare Spielsystem um eine stabile, abgezocktere und eventuell nicht allen idealen Ansprüchen genügende Version ergänzt. Tore schiessen wir ja. Wir bekommen halt zu viele.

    • Ronny sagt

      Einseitig ist nur dein mieser Kommentar, alles schlechte heraus gearbeitet und sonst nix. Wir werden zum dritten Mal in Folge international dabei sein und stehen wieder Semifinale des DFB-Pokals. Übrigens die Leipziger haben sogar gegen Mainz verloren, die großen Bayern haben gegen Augsburg verloren, und so könnte ich noch mehr Beispiele nennen, denn die Bundesliga ist keine Kirmesverantstaltung, sondern knallhartes Business.

  9. Roland K. sagt

    Mit dem einen Punkt waren wir sehr gut bedient. Mainz hatte die klareren Torchancen. Bei unserer Führung habe ich mir die Augen gerieben und dachte, das gibts nicht. Leider gabs noch den (verdienten) Ausgleich.

    Ballbesitzmässig ist die Mannschaft stark. An ihre Grenzen kommt sie, wenn körperliche Robustheit gepaart mit dem Siegeswillen einer technisch unterlegenen Mannschaft vorkommt. Dazu die ansteigende Moral nach einem Führungstreffer und der absolute Wille zum Ausgleich.

    Gibt es bei uns auch, siehe unsere vielen Last-Minute-Treffer. Aber am Samstag leider nicht.

    Woran es liegt? Ein klein wenig Überheblichkeit,unterstützt von der anfänglich klaren Überlegenheit, gepaart mit der inneren Überzeugung, es reiche auch mit ein paar Prozent weniger zum Sieg.
    Danach den Schalter umzulegen ist schwierig. Können wir nicht wie zB die Beiern, bei denen immer die sehr hohe Qualität dafür ausreicht. Die haben wir nicht, bzw. in deutlich kleinerem Umfang.
    Andererseits machen die kleinen Dinge unseren Fussball so interessant. Wir können zu keinem Gegner fahren in der Gewissheit eines Sieges.

  10. Hobbycamper sagt

    Ich freue mich einerseits über den unverdienten Punkt und ärgere mich andererseits über die (Nicht-)Leistung der Mannschaft. Ich glaube sagen zu dürfen, am Samstag sind alle Spieler unter ihrer Normalform gewesen. Wir hätten uns nicht beklagen dürfen, wenn es Mitte der 2.HZ mal 3:0 für Mainz gestanden hätte.

    Ich verstehe einfach diesen Leistungsabfall gegen Mannschaften aus dem unteren Drittel nicht.
    Ein großes Defizit sehe ich ebenfalls im Mittelfeld. Stiller wird mir zu sehr gehypt, für mich kann er ausser das Spiel verlangsamen nicht viel mehr, Bei Standards keine Gefahr, keinen schnellen öffnenden Pass in die Tiefe, nur quer und hin und her. Ist mir zu wenig.
    Karazor – was soll ich dazu noch schreiben ? Der verliert ein ums andere Mal den Ball im Mittelfeld und kommt dann dem ballführenden Gegenspieler nicht mal hinterher, das ist viel zu langsam. Bezeichnend noch sein Pass kurz vor Spielende direkt zum Gegner. Ich weiß nicht was SH an ihm findet, für mich max. ein Ergänzungspieler wenn überhaupt. Man kann nur hoffen, dass die Personalie Prömmel klappt, damit wir mal wirklich einen robusten und sicheren defensiven 6er bekommen.

    • @abiszet sagt

      Gehe ich mit, wobei ich Stiller überhaupt nicht so negativ sehe.

      Zu Prömel:
      Er ist robust, ganz klar, kann unangenehm werden für den Gegner. Aber ein Sprinter wird er mit seinen 31+ Jahren nicht mehr und ein Sechser ist er ebenfalls nicht., sondern ein Achter, Box-to-Box-Player.

      • Hobbycamper sagt

        @abiszet, danke für den Hinweis zum 8er, Du hast natürlich recht.

        Zu Prömel, so lange er seine Duelle nicht verliert braucht er niemand hinterhersprinten, auch 2. Bälle verteidigt er wesentlich effizienter als Karazor. Und damit ist schon mal entscheidend geholfen.

  11. Marcus Fichter sagt

    Stiller hatte keinen guten Tag, dass kann vorkommen. Aber keine Pässenin die Tiefe…ernsthaft ? Schau Dir mal das Pokalfinale oder die ein oder andere Buli-Partie nochmal genauer an.
    Bei Karazor scheiden sich die Geister, z.B. in Leverkusen spielte er ein Weltklasse-Spiel gg. Garcia. Karazor spielt, weil eben Chema noch Zeit braucht. Ist der Darwich nicht noch ein Kandidat auf die Karazor-Position ?

    Trotzallem, wenn beide in Form sind, gehören die zu den besten 6er-Paaren in Europa.

    • Hobbycamper sagt

      @Marcus, “…wenn beide in Form sind…”. 1 – 2 gute Spiele mal von Karazor, dann wieder wochenlang nur unterer BL-Durchschnitt. Und bei Stiller bleibe ich dennoch bei meiner Meinung.

      Ich nenne hier mal nur 3 Namen von Spielern die ihre Zeit geprägt und das Spiel des VfB geprägt haben, Hansi Müller, Asgeir Sigurvinsson und Krassimir Balakov. Spieler die ich alle live erleben durfte, Spieler die ein Spiel lesen konnten und es zu lenken wussten, ob mal schnell oder auch mal langsamg. Zudem noch Spieler die aus einem Standard oftmals etwas anfangen konnten. Gab es um den 16er einen Freistoß für den VfB, herrschte beim Gegener höchste Alarmstufe wenn die angetreten sind. Was kommt denn da von Stiller, ich erinnere mich, aus einem Freistoß wurde ein Zuspiel zum Gegner. Wann zuletzt hat Stiller mal einen gefährlichen Freistoß auf’s Tor gebracht oder gar ins Tor getroffen ?
      Sorry, das ist mir halt alles zu wenig, ich sehe einfach nicht dass er dem VfB-Spiel seinen Stempel aufdrückt. Ich habe nichts gegen Stiller, warum auch, aber er ist mir konstant zu inkonstant, mich hat er bislang noch nicht überzeugen können. Vielleicht kommt es noch, ich würde es ihm und unserem VfB wünschen, aber im Moment fehlt mir dazu einfach der Glaube.

      • Marcus Fichter sagt

        Die genannten sind allesamt 10er. Das war Stiller nie und wird er auch nicht werden.
        Höchstens ein offensiver 6er !

        Ich sehe einen ganz anderen Stiller als Du, er ist mehr der Initiator, ein Spieler der einen Pass in die Tiefe spielt, der Mann für den vorletzten Pass, den kaum einer sieht und der leider in keiner Statistik auftaucht aber dennoch wahnsinnig wichtig ist.

        Im Pokalfinale konnte man das am besten sehen. Auch in ganz vielen Buli-Spielen sind es die Flügelspieler, die den Pass von Stiller bekommen und die dann die Vorlage geben.

        Aber so hat halt jeder seine Meinung !

  12. drhuey sagt

    Ich denke nicht, dass Überheblichkeit die Ursache für die schlechte Punkteausbeute gegen tief stehende Gegner ist. Vielmehr führen lange Ballbesitzphasen zu einem Spannungsabfall bei den Spielern. Diese lommeligen Pässe, die teilweise ohne Rückenwind nicht ankommen können, sind ein Zeugnis dafür. Man wiegt sich quasi selbst in den Schlaf und kreiert Ballverluste, weil die Wachsamkeit fehlt. Das ist ihr Spiel, das ist Hoeness-Fussball, der zu dieser erfolgreichen Ära geführt hat, aber man sollte sich dringend bewusst werden, dass ein überlegenes Spielsystem und eine bessere Einzelbesetzung nicht zwangsläufig zum Erfolg führt gegen Mannschaften, die nicht Teil einer Abstiegsstory ihres Vereins sein wollen. Und, wenn der Gegner dann noch den Godfather des Underdog-Fussballs als Trainer hat, sollten sie noch mehr gewarnt sein.
    Porto ist extrem defensivstark und wird das Spiel bei wesentlich höherer Qualität wahrscheinlich ähnlich abwartend beginnen und sich auf Umschaltmomente konzentrieren. Da habe ich ein paar Bedenken hinsichtlich der Handlungsschnelligkeit unseres Mittelfelds, aber freue mich riesig auf dieses Aufeinandertreffen.

  13. Divina33 sagt

    Was ist das für eine Botschaft an unser NLZ, wenn wir jetzt Grischa Prömel verpflichten?

    • fritzo62 sagt

      Welches Zeichen? Seimen kommt zur nächsten Saison. 2,3 weitere könnten es schaffen, Darwich zB.
      Hoffen wir halt mal…
      Übrigens: zeigen die Weggänge bei aufnehmenden Clubs, dass es eben nicht reicht.

      • @abiszet sagt

        @Divina/Fritz
        Zunächst muss vom NLZ auch was kommen – zwar haben viele den CL Kader aufgefüllt, aber das hatte wenig Aussagekraft.

        Genau auf der Sechser-Position hat der VfB mit Catovic ein großes Talent. Den wollte Hoffe, den wollte Salzburg, scheiterte an irgendwas … war kein Fax, aber der VfB hat sich nicht mit Ruhm bekleckert. Hoffe wie RB wollte ein paar Millionen ausgeben für Cattovic.

        Mit Catovic und Chema CL spielen, is natürlich auch nicht optimal.

    • Ronny sagt

      Solange wir nicht wissen wer uns im Sommer verlässt stellt sich diese Frage nicht. Angenommen, Stiller geht nach Madrid und Karazor möchte seine Karriere in der Türkei beenden, dann können wir diese wichtigen Positionen nicht mit Leuten aus dem NLZ besetzen. Deshalb müssen wir uns leider noch mindestens 3 – 4 Monate gedulden bis klar ist weshalb Prömel kommt.

  14. Hessoschwabe sagt

    Was mir zu kurz kommt, ist, dass Mainz hervorragend verteidigt hat. Mit viel Willen aber auch sehr guter Raumaufteilung. Schnell drei Mann in den Brennpunkten auf den Flügeln und immer noch gut genug gestaffelt um lange Diagonalbälle nicht zuzulassen. Die werden noch mehr Teams vor schwer lösbare Aufgaben stellen.

    Ansonsten ist eine gewisse Lethargie schon auffällig gewesen. Wenig Tempo, wenig Bewegung ohne Ball und eine Unzahl schlampiger Zuspiele, insbesondere bei Stiller, von dem man sowas nicht kennt. Der Wille war es m.E. aber nicht – vielleicht doch der Urssche Riegel?

  15. Konny sagt

    Mich wundert es, dass das legendäre:
    “Gente-Gegen Mainz muss man nicht gewinnen” noch nicht gefallen ist. Ich denk das immer schon vorher 🫣.

    Ich glaube schon auch, dass wir in steter Regelmässigkeit in die Arroganzfalle tapsen. Gegen Wolfsburg den hohen Sieg, eine ganze Woche Training und save waren sich alle sicher, dass das Wolfsburg 2.0 wird.

    Ich finde bei allem Respekt den Auftritt gegen Mainz nicht gelungen. Irgendwie hat mir Wachheit, Klarheit und mal vernünftige Standards gefehlt.

    Auch Hendriks mit seiner Dynamik. Komisch, dass ich mal Vagnoman vermisse. Assignon scheint sich noch schwer zu tun bei ekligen Gegnern.

    Ist halt immer ärgerlich, wenn man vom Punktekonto her Abstand gewinnen könnte.

    Wie spielt Porto eigentlich so? Auch Fischerig oder spielstärker?

    • Ronny sagt

      Habe Porto gegen Benfica gesehen und kann sagen das es wahrscheinlich nicht ganz einfach wird für den VfB. Die Portugiesen sind unheimlich flexibel und ändern auch mal das Spielsystem kurzfristig auf dem Platz, sie haben blitzschnelle Umschaltmomente und langen auch ordentlich hin, gleich 6 gelbe Karten beim letzten Ligaspiel. Dazu kommt gelegentliches Offensivpressing, aber gleichzeitig stehen sie wieder sehr schnell und kompakt in der defensiven Grundordnung. Deshalb habe ich in meinem ersten Kommentar beschrieben, daß wir uns solche Aussetzer wie gegen Mainz keinesfalls erlauben können. Dennoch sehe ich eine 50:50 Chance, wenn man die Konzentration über beide Spiele hochhält.

      • drhuey sagt

        Ja, das konnte es einem schon ein bisschen bang werden wie schnell sie umschalten, um auch blitzschnell nach Ballverlust wieder in die Sicherung zu gehen, wenn das Gegenpressing nicht zum Erfolg führt. Da steckt sehr viel de Zerbi drin nur nicht ganz so wild und deshalb wohl auch erfolgreicher.
        Mir gefällt das, aber, ja, ich habe Bedenken.

  16. Divina33 sagt

    @Ronny
    Porto: „ändern auch mal das Spielsystem kurzfristig auf dem Platz“

    Danke Ronny für die Einschätzung.

    Das würde ich mir für die nächste Saison auch wünschen von unserem VfB.

    Aber ich verstehe: zunächst muß man wahrscheinlich ein System verinnerlichen bevor man, je nach Spielstand, das System ändert und jeder weiß, was er zu tun hat.

    Aber ich glaube, ich hab nicht so den taktisch geschulten Blick wie Ronny…

    Bin gespannt wie das gegen Porto wird!

    • Ronny sagt

      Danke Divina für die netten Worte, wer DAZN abonniert hat kann im Re-Live Benfica gegen Porto ansehen, um sich selbst Impressionen zu verschaffen, was am Donnerstag auf uns zu kommt.

  17. Divina33 sagt

    Lese gerade:

    Farioli war Torwart und studierte Philosophie und später Sportwissenschaften an der Universität Florenz.

    Klingt spannend

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