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Dumm und dümmer

Es gibt nicht wenige, die die Mannschaft des VfB für nicht besonders (spiel)intelligent halten. Zu oft patzt sie in entscheidenden Situationen, zu oft wiederholt sie Fehler und hat eine quasi nicht existierende Lernkurve. Dabei verlieren an diesem Freitag wohl nur wenige Bundesligisten gegen dieses mediokre Mönchengladbach. Denn die Fohlen sind ein verunsicherter Gegner: Drei Niederlagen in Folge, ohne Yann Sommer im Tor, dazu mit der 1C Innenverteidigung mit Tony Jantschke, der bisher gerade mal 16 Bundesliga-Minuten in dieser Saison in den Beinen hatte.

Der VfB ist weiter auf Negativ-Rekordjagd, jetzt 16 Spiele auswärts sieglos, obwohl gegen Gladbach durchaus etwas drin gewesen wäre. Dumm nur, dass der VfB erneut die ersten 25 Minuten nicht wirklich im Spiel ist. Dümmer, dass er sich in dieser Zeit zwei Tore fängt und den Gegner stark macht. Dumm, dass auf rechts die Flanke von Alassane Plea nicht verteidigt wird. Dümmer, dass in der Mitte Naouirou Ahamada den in den Strafraum sprintenden Jonas Hofmann laufen lässt und Borna Sosa nicht rechtzeitig und konsequent einrückt. Das ist bereits das achte Gegentor in der Anfangsviertelstunde und damit macht sich der VfB jeden Matchplan kaputt.

Immerhin spielt der VfB unbeirrt nach vorne, Tiago Tomas trifft in der 11. Minute sogar die Latte. Dumm nur, dass der VfB sich wie eine Schülermannschaft ausspielen lässt und Pascal Stenzel vor dem 2:0 geradezu einfältig in den Zweikampf mit Plea geht. Dümmer, dass Dinos Mavropanos bei der folgenden Flanke nicht auf Marcus Thuram achtet und nur auf den Ball schaut. Es wurde erneut deutlich, dass der VfB mit Ball eine recht ordentliche Mannschaft sein kann, gegen Ball allerdings nicht. Zu viele traben gemütlich übers Feld, zu wenige laufen Räume zu und suchen Zweikämpfe.

Meist sieht es nur bis zum Strafraum gut aus. Dann folgt ein Festival der Fehlentscheidungen, es wird unbeholfen aus der zweiten Reihe geschossen, der erste Kontakt ist unsauber (wie bei Chris Führich), letzte und vorletzte Pässe werden schlampig gespielt. Apropos Fehlentscheidung: Wir sind uns einig, dass der Schlag von Rami Bensebaini an Waldemar Antons Hals eine rote Karte ist? Dumm nur, dass Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck das anders sieht. Aber sind wir ehrlich: Bei der Spielintelligenz des VfB und seiner fehlenden Cleverness hätte er aus der Überzahl wahrscheinlich sowieso nichts gemacht.

Das 2:1 aber ein Zauberstück von Tomas: Wie er sich um Marvin Friedrich dreht, dem wahrscheinlich heute noch schwindlig ist, wie er nicht sofort abschließt, sondern noch einen Schritt geht, wie er dann den Ball in die lange Ecke zirkelt – alles sieht leicht und flüssig aus, so mühelos, als ob man Tomas nachts um drei aufwecken könnte und er den Move auch in Pantoffeln und Pyjama ohne Probleme wiederholen könnte.

Es ist das einzige Highlight in der Partie gebleiben. Der VfB spielt in der zweiten Halbzeit so, als ob es Unentschieden stehen würde. Ordentlich, nicht so, dass man der Mannschaft groß einen Vorwurf machen könnte, aber ohne Energie und Durchsetzungsfähigkeit. Kein Vergleich zum Augsburg-Spiel. Man konnte fast den Eindruck gewinnen, die Manschaft sei mit ihrer Leistung und dem knappen 2:1 zufrieden. Dumm nur, dass es dafür keine Punkte gibt.

Michael Wimmer coacht an der Seitenlinie zwar engagiert und emotional, aber sein Signal kommt meines Erachtens zu spät: Silas und Josh Vagnoman ersetzen Stenzel, der einen gebrauchten Tag erwischte, und Luca Pfeiffer, der komplett unsichtbar blieb und fast jeden Ball verlor. Diese Wechsel zur Halbzeit hätten womöglich größere Wirkung erzielt, wie auch die Einwechslung von Li Egloff in der 87. Minute sinnlos war. Das VfB-Talent ist stets schnell in der Partie, aber ein bisschen mehr Zeit zur Entfaltung sollte man ihm schon geben.

Ohne sich groß aufzubäumen verliert der VfB ein Spiel, das er nicht verlieren muss. Selbstredend läuft der VfB weniger als die Gladbacher, die als die lauffaulsten der Liga gelten. Der VfB spielt mal wieder Aufbaugegner für ein Mönchengladbach, das dringend ein Erfolgserlaubnis benötigte. Solche Gegner bräuchte der VfB auch einmal. Dumm nur, dass sich in der Bundesliga kaum eine Mannschaft so dämlich anstellt wie der VfB.

Zum Weiterlesen:
Stuttgart International konstatiert, dass „einer gelungenen Aktion in besorgniserregender Regelmäßigkeit Ungenauigkeiten und falsche Entscheidungen folgen“ und fragt sich, “warum tritt die Mannschaft in den ersten Minuten regelmäßig so auf, als hätte sie vor dem Spiel einen ganzen Kasten Bier geleert?“

Bild:
Lars Baron/Getty Images

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29 Kommentare

  1. Soundzecke sagt

    Wieder mal eine schöne Analyse. Die nichtgegebene Rote ist eine absolute Frechheit aber bei den deutschen Schiris überrascht einen nichts mehr.
    Davon ab diese Niederlage geht auch auf den Trainer.
    – Wieso schafft man es nicht das die Mannschaft mal am Anfang konzentriert ist.
    – Ich war regelrecht geschockt als ich die Aufstellung von Stenzel sah, gegen Plea das ist ja hahnebüchen. Dann muss halt ein Endo oder Karazor in die IV und Dino oder Anton auf RV.
    – Führich ist eine Katastrophe, ich ertrage den nicht mehr, der hat in den letzten Aktionen vor dem Tor eine Entscheidungsfindung wie einst Philip Förster. Außerdem macht er viel im allgemeinen Spielaufbau kaputt.
    – Warum spielt eigentlich immer und immer wieder Ahamada. Der tut unserem Spiel genauso wenig gut.
    – Ich gebe dir recht Pfeiffer und Stenzel müssen zur Halbzeit runter da sollte sich der Trainer auch mal was trauen.
    – Das mit Pfeiffer und Guirassy ist eine lame duck geht gar nicht.

    Ich würde gerne mal Egloff sehen wenn er übere längere Zeit die Spielzeiten eines Ahamada oder Führich bekommen würde. So verheizt man dieses Talent nur.

    Und jetzt kommt ein Einwurf den ich 100% ernst meine: Mislintat sollte alles dafür tun im Winter einen Max Kruse zu verpflichten.
    Das wäre genau der Baustein der unserem Spiel so schmerzlich fehlt.

    Ansonsten bin ich wieder mal komplett angepisst, den VfB zur Zeit anzuschauen ist zum größten Teil unerträglich. Flüssiges Spiel können die einfach nicht.

  2. Jörn sagt

    Ich frag mich gerade, warum ich ne Karte für Leverkusen habe?….die feiern dort wahrscheinlich ihren zweiten Heimsieg…es ist alles so Vorraussehbar beim VfB. Gladbach war extrem schwach und verunsichert. Und trotzdem fallen wir eher durch individuelle Schwächen auf, als durch mannschaftliche Geschlossenheit. Unsere Abwehr…? Darf man so nicht nennen. Und so fahrlässig im gegnerischen Straufraum agiert wird. Ein guter Stürmer macht direkt den Ausgleich, weil er auch einen rechten Fuß hat. Und Guirassy hat wahrscheinlich den einzigen Quadratzentimeter getroffen, der nicht zum Torerfolg geführt hat. Und die Wechsel sind so unverständlich….

    • Stephan sagt

      Bist Du irre? Auswärtskarte für den VfB? Hast Du danach noch was vor in Köln? Nein? Dann verkauf die Karte! Haha guter Witz, kannst sie auch gleich wegschmeißen 😌

  3. Sehe Gladbach nicht so schwach! Das 2:0 ein sensationelles Tor, perfektes Direktspiel, der Pass von Plea war Kunst👌 auch hat man schon häufiger gesehen, was da für individuelle Klasse auf dem Platz ist. Hoffmann, Kone, Plea, auch Kramer, solche Spieler haben wir nicht und können wir uns nicht leisten, dann Weigl, Thuram, Stindl und Hermann kommen rein. Kann man trotzdem was mitnehmen? Auf jeden Fall!!! Chancen besser nutzen und ja, auch früher Stenzel, Führich und Ahamada rausnehmen und mit Silas, Vagnoman und Egloff mehr Druck aufbauen! In guten Rino Tagen hat er mit Wechseln Spielverläufe verändert, das ist mit ihm am Ende komplett abhanden gekommen und Wimmer schafft es auch nicht Dynamiken mit Wechseln zu beeinflussen. Freu mich trotzdem mal auf Leverkusen😀

  4. Hessoschwabe sagt

    Es ist schon erstaunlich, wie immer wieder verwundert festgestellt wird, dass man nicht gut ins Spiel gekommen ist. Dabei sind die Muster immer die gleichen.

    Gegen die Kampfstarken sind es läppische individuelle Unzulänglichkeiten wie von Zagadou der divenartig in den Zweikampf geht, oder Silas, der nach hinten locker joggt. Das könnte man doch von einem auf das andere Spiel abstellen, oder?

    Gegen Mannschaften, die das Bällchen laufen lassen, sehen wir halt regelmäßig wie eine Schülermannschaft aus, die den Ballführenden angeht, aber Anspielstationen nicht zustellt und Einlaufende gewähren lässt. Das halte ich für gravierend, weil da das Kollektiv funktionieren muss und du Spieler mit peripherem Sehvermögen brauchst, die ein Gefühl für Raum und Zeit haben. Und die Bereitschaft auch Anspielstationen zu bekämpfen. Das passiert nicht und ich sage es zum x-ten mal, deshalb ist unsere Laufleistung so unterirdisch.

    Also ich bin nicht verwundert, dass man regelmäßig nicht ins Spiel kommt. Solange unsere sportlich Verantwortlichen aber verwundert sind, wird sich nichts ändern können.

  5. Konny sagt

    Immer wenn ich denke, heute gewinnen wir, dann… nicht.

    So richtig verstehen kann ich es eigentlich nicht, dass wir in der Defensive derart schlecht
    geworden sind. Früher war das durchaus mal deutlich besser.

    Ich hätte in der Pause schon gewechselt. Das hat mich bei Rino schon rasend gemacht, dass er Leute, die nicht “geistig da” sind, ewig spielen lässt.

    Klar Gladbach hat eine andere Qualität und andere Spielintelligenz. Ich finde letzteres ist bei uns tatsächlich mehr als ausbaufähig. “Der” Spieler, der das etwas leitet und steuert fehlt, ich langweile durch Wiederholungen. Endo ist es nicht und Ahamada kann es gegen abgezocktere Typen nicht.

    Bensebaini ist bei uns irgendwie immer “man of the match” – das letzte Mal gabs Ärger mit Sasa und dem Elfer. Aus meiner Sicht (ebenfalls) glatt rot.

    Wenn man in Khediras Gesicht schaut, dazu etwas in das mislintatsche Dauerschweigen
    hineininterpretieren möchte, könnte man schon die eine oder andere Vision bekommen.

    Auch wenn mir Wimmer sehr sympathisch ist, wird es wahrscheinlich, um konstant wettbewerbsfähig zu werden, Veränderungen von Außen benötigen. Einen Trainer, der defensive Ordnung herstellt und einen Mittelfeldspieler, der das Spiel in eine Ordnung bringt. Bis hier her waren Daxo und Vagnoman noch nicht die erhofften Stabilitäts”monster”, wie von Mislintat angekündigt. (Leider) Wenn Mislintat daran gemessen wird und Khedira nicht nur ein böses Gesicht macht, schon mal jetzt frohe Weihnachten!

  6. Stephan sagt

    Ohne Einkäufe wird es nicht gehen, Daxo und Vagnoman verletzt mit Ansage – auf die zu setzen wäre fatal (wie konnte man die nur verpflichten, Holzauge?) Nur 1 Spieler wird nicht reichen – wir brauchen je 1 IV, 6er, Stürmer und wahrscheinlich auch 1 RV. Und keinen 13-jährigen Franzosen sondern Kanten Richtung Andrich, Prömel (jaja) usw. für richtig Geld – oder einfach so weiter machen und auf die Relegation hoffen (aber Achtung Reiss wird 04 noch in Form bringen)! Aber dann bitte auch akzeptieren dass keiner mehr zum Auswärtsspiel geht

    • @abiszet sagt

      Die Forderung nach Einkäufen ist zwar schön, doch woher Geld nehmen? Sosa hätte schon im Sommer verkauft werden sollen, …

  7. Stephan sagt

    Der VfB ist nicht vervielfältigbar – wenn der Daimler nicht mehr will dann los mit Porsche / VW – endlich mal Spiele mit VW Logo (Porsche) mit Zuschauern und einer echten Reichweite statt Wolfsburg – Kohle her und dann los – wer sind schon die Bayern?

  8. Konny sagt

    Das Argument zieht bei mir nicht mehr so ganz. Es wurde für Talente, die auch in anderen Ligen kaum eine Rolle spielen, richtig Geld in die Hand genommen. (verbrannt?) Vagnoman und Daxo waren ebenfalls nicht “billig”. Natürlich hat Sasa, das darf man selbstverständlich nicht vergessen, mit seinem späten Wechsel viele Möglichkeiten blockiert. Der von St. Pauli wär sicher besser gewesen. Auch Dida war eine falsche Entscheidung, die Geld gekostet hat. Wir haben das hier ja schon öfter diskutiert, dass sehr oft das Risiko höher war als der Nutzen. Welcher Transfer hat richtig gezündet und der Mannschaft sofort geholfen? Heißt, Geld das da war, wurde
    (anders als bei anderen kleinen Vereinen) – nett formuliert – nicht gewinnbringend eingesetzt.

    • @abiszet sagt

      Dass es bei Dir nicht zieht, ist ehrlicherweise irrelevant. Es ist kein Geld da, um von Dir genannte Kaliber zu kaufen. Da nutzt es auch nichts, dass in der Vergangenheit das Budget evtl. nicht so sinnvoll eingesetzt wurde. Es ist kein Budget da, um “Kanten Richtung Andrich, Prömel (jaja) usw. für richtig Geld” zu verpflichten.

      • Konny sagt

        Glaube tatsächlich nicht, dass es völlig irrelevant ist. Wehrle / Khedira werden das in der Qatar Pause höchstwahrscheinlich in den Ring werfen und den Reset Knopf drücken. Du hast es hier ja selbst geschrieben, dass uns Abgezockheit fehlt und die kriegst Du aber nur mit Qualität.

  9. Audiotec sagt

    @Konny

    Eventuell probieren wir es (erst) mal mit Qualität auf der Trainerbank-ich wiederhole mich (Niederlage für Niederlage) nur ungern, aber nochmal: Wieviel Kompetenz (in und um ein Trainerteam) benötigt ein Erstligist, um zu erkennen, das wir gg den Ball/Defensiv so eklatante Schwächen haben, das jeder Konkurrent ab Tabellenplatz 13 mühelos (und das meine ich wie es klingt)und mit minimalsten Mitteln/Aufwand, 1-2 Tore (gerne+oft in den ersten 15 min) gg uns erzielen kann/wird!?

    Max Jacob Ost (siehe oben) plus etliche andere „Hobbyanalysten“(siehe oben 2.0) sehen das (teils seit Jahren), nur unsere „Profis“, Verantwortlichen scheinen (nicht nur) auf diesem Auge blind, oder ist der Wunsch nach „attraktiven Offensivfußball“ (ein Philosoph sagte mal sinngemäß: attraktiv ist, was Erfolgreich ist) so groß, das man dieses „Übel“ bewusst übersieht, Hauptsache vorne wird (zumindest bis zum Strafraum) desöfteren „nett kombiniert“?

    Heute wieder eine vermeintliche Mannschaft (eigentlich) auf (finanzieller und sportlicher) Augenhöhe beobachtet (Ja, auch wenn‘s für Bremen „nur gg Schalke“ war) in Punkto Laufbereitschaft, Intensität, Zweikampfführung, Anlaufen etc.-das war mehr als ein Klassenunterschied zu unserem „Spiel“, das sind mittlerweile (nicht nur punktuell und tabellarisch) Welten, die uns trennen.

  10. Motzbackenbruddler sagt

    Ich bleibe dabei: Es liegt nicht am Trainer, sondern an der Mannschaft. Diese ist bestenfalls nur z.T. Buli-tauglich – wie schon letzte Saison. Aber das ist dem hier seit Wochen top Analysen erstellenden Kaderplaner Mister Toplintat offensichtlich wurscht… Sieht sich eh schon in Dortmund; kann dahin gerne seine ganzen französischen Versuchskaninchen mitnehmen. Man sagt, der Ruhrpott verleiht Charakter; mal schauen, ob es dann da vielleicht klappt…

  11. Konny sagt

    Einfach mal sehr blöd in den Raum gefragt?

    Gehören Laufbereitschaft, Gewinnen Wollen mehr als der Gegner, Intensität und Zweikampfführung nicht zur grundsätzlichen Arbeitsplatzbeschreibung eines Profifußballers?

    Weiß nicht, wenn das ein Trainer im Profisport noch erklären muss…

    Wenn man rennt, macht, tut und alles gibt, der andere halt besser ist, kann ich komplett fair verlieren und hab kein Problem damit.

    Aber so unlustig, Gegner läuft wieder mehr, obwohl er der ist, der normal noch weniger
    läuft…

    • Audiotec sagt

      @Konny

      Now you Got it!

      Die Gretchenfrage, WARUM waren/sind wir nicht in der Lage, diese „Basics“ konstant abzurufen!?

      Aus meiner Sicht eine relativ simple Antwort:

      Wir legen keinen (gesteigerten) Wert auf selbiges, da wir uns zwar damit abgefunden haben, den Grosskopferten wie Bayern, Leipzig etc. sportlich/finanziell/tabellarisch nicht mehr das Wasser reichen zu können, deren Fussballstil Philosophie sehen/sahen wir jedoch durchaus als kopierbar/umsetzbar an.

      Und schon haben wir das Dilemma, nämlich durch die Bank (und daneben) fehlende Qualität.

      Köln, Freiburg, Union Berlin und jetzt die Überflieger aus Bremen, haben da einen vollkommen anderen Ansatz, der eben aufgrund der Qualitätsunterschiede (mehr oder weniger) alternativlos, gemäß dem Motto von Klinsmann bei der WM 2006: wir können vielleicht nicht so gut Fußball spielen wie ihr, aber wir können mehr laufen/sprinten/kämpfen.

      Solange dies von uns mit dieser blutjungen Truppe nicht endlich mal verinnerlicht wird, sehen wir diese (Fehler) Muster noch bis zum (evtl.)bitteren Ende (dieser Saison).

  12. Ronny sagt

    Zum Spiel: Dumm gelaufen !
    Zum Schiedsrichter: Dümmer geht nimmer, der pfeift wohl nicht mehr so schnell in der Bundesliga !
    Zu Wimmer: Stenzel gegen Plea aufzustellen war das Dümmste was er bisher getan hat !
    Zu Horst Heldt: Der ist Heute beim Doppelpass und bewirbt sich vermutlich dummerweise um einen Job beim VfB ! Lol !

  13. Clemens sagt

    Ganz pragmatisch: Wenn wir theoretisch weiterhin die (meisten) Heimspiele gewinnen und die Auswärtsspiele allesamt verlieren, wird es aller Voraussicht nach dennoch zum Klassenerhalt (oder zumindest für den Relegationsplatz) reichen. Aber natürlich wird dieser Fall nicht eintreten, denn die meisten Gäste-Teams werden in Cannstatt mit deutlich effektiverer Kapelle antreten, als Bochum oder Augsburg (Bielefeld lasse ich bewusst außen vor). Bereits gegen die Hertha wird es ohne die Unterstützung des Referees (Handspiel Sosa gegen Augsburg) nicht für einen Heimsieg reichen, wenn die Defensive erneut so dilettantisch agiert wie in den ersten 25 Minuten gegen Gladbach.

    Interessant, dass Wimmer nicht mehr auf Karazor setzt. Und Ahamada scheint unter Wimmer zudem eine etwas andere Rolle zu spielen, weil er sich am Aufbauspiel deutlich stärker beteiligt als noch unter Matarazzo. Viele Bälle hat sich der junge Franzose gegen Gladbach bei eigenem Ballbesitz direkt in der Innenverteidigung abgeholt. Leider fehlte wie so häufig die Unterstützung der Außen in der Rückwärtsbewegung (Tiago, Führich). Man sieht dabei schon, dass Wimmer kontrollierter von hinten rausspielen lassen möchte, aber individuelle Aussetzer (Stenzel) bringen die Mannschaft immer wieder vom Match-Plan ab.

    Ich möchte Wimmer nicht diskreditieren, aber die Entscheidung, ihm bis zur WM Pause die Verantwortung zu übertragen halte ich unter zwei Gesichtspunkten für ausgesprochen unglücklich. 1.) Der Defensive soll ausgerechnet unter dem Mann ein turn-around gelingen, der zuvor 3 Jahre als Assistent der jeweiligen Trainer agiert hat, welche erfolgslos versucht haben, diesen Hühnerhaufen zu stabilisieren? 2.) Die Spieler wissen, dass Wimmer eine lame-duck ist und im Januar wieder ins zweite Glied rückt. Welchen Punch hat ein solcher Übungsleiter, wenn seine (personellen) Maßnahmen/Konsequenzen maximal bis Ende Dezember gültig sind und dann eh wieder alles auf links gedreht wird?

    Die hier geforderten personellen Verstärkungen wird es im Winter ganz sicher nicht geben. Im Gegenteil, spielt Sosa mit Kroatien eine gute WM, wird uns der Spieler (vermutlich gemeinsam mit dem Sportdirektor) im Januar verlassen.

    • Elmar sagt

      Gut kommentiert, es hätte deutlich früher einen neuen Impuls geben müssen ! Was ist denn das für ein Signal wenn man den Lehrling zum Meister machen will, der 3 Jahre lang an dieser jetzt verfahrenen Konstellation mit werkeln durfte ! Man war null vorbereitet, Hauptursache dafür ist die interne Vetternwirtschaft, die den ganzen Verein lahm legt, inszeniert von einem Präsidenten der seine Leute und seine Fanschar gezielt platziert. Dürfen die sich gerne mal Gedanken machen welche ihn gewählt haben. Kommunikation und Aussendarstellung sind eines Bundesligisten unwürdig.

  14. Bacardihardy sagt

    Der Präsident ist in der Aussenwirkung für mich schwach bzw. gar nicht vorhanden, hat für mich kein Format der Claus Vogt, Wehrle ist auch nicht mein Typ, aber er ist wenigstens Stratege, alle zusammen wenig Ahnung vom Fussball, Mislintat hat im Prinzip auch versagt mit seinen vielen jungen Transfers. Meine Hoffnung ist Khedira, er müsste wissen, dass man in der Defensive auch entsprechende Spieler benötigt. In der Defensive gilt es bei den nächsten Transfers anzusetzen. Dieses körperlose Gekicke des VfB führt zu keinem dauerhaften Erfolg in der Bundesliga. Als erstes benötigt der VfB einen sehr guten Trainer wie Frank Schmidt von Heidenheim. Dafür könnte man schon mal ein paar Millionen in die Hand nehmen.

  15. Konny sagt

    Die Gretchenfrage, an was liegt es nun genau – dem Ei oder der Henne – ist speziell beim VfB (für mich) kaum greifbar. Die gesucht gewünschte Kontinuität der handelnden Personen klappt irgendwie seit Jahren nicht.

    Auch wenn ich S.M. an seinem runden Geburtstag nicht zu nahe treten will, sehe ich hier schon einige Fehlentscheidungen und mangelnde Bereitschaft neu zu sortieren. Obzwar Wehrle sehr ungünstig im Außen auftritt und sich damit das Leben selbst schwer macht, glaube ich tatsächlich, dass er sich schon einen Überblick verschafft, einen Plan und mit Khedira keinen schlechten Berater hat.

    Das Hauptproblem, das alles blockiert, wird im Moment (wahrscheinlich?) das Innenverhältnis zwischen Wehrle und Mislintat sein. Mistlintat will seinen Weg
    mit jung und wild mit aller Gewalt weitergehen und Wehrle+ Berater wahrscheinlich nachjustieren. Da gibt es voraussichtlich diverse Grundsatzkonflikte.

    Das Hauptmotivationsproblem sehe ich darin, dass Mislintat in den Interviews total
    euphorisch vom top Team mit top Qualität und top mitgehalten gegen einen top Gegner spricht. Hab ich ja letztes Jahr schon geschrieben, dass ich Lob total gut finde, aber nicht wenn man gerade 6:1 verloren hat. Sicher kein einfaches Ding die Balance von Lob, Tadel und Weiterentwicklung zu leben. Da könnte man sich allerdings einiges bei Streich, Fischer, Baumgart und dem “Überflieger” Werner abschauen…

    Ich gehe daher auch von der Reset Taste an Weihnachten aus. Weh tut mir dabei, das mal wieder eine sehr große Hoffnung nicht funktioniert hat und wir zum x.ten mal wieder von vorne anfangen. Auch, weil ich sowohl Hitz als auch Rino als auch S.M. sehr mochte und sehr viel Hoffnung und Vertrauen hatte.

    • Audiotec sagt

      @Konny

      (was für ein “freudscher Versprecher/verschreiber” hat sich da bei-Mistlintat-bei dir eingeschlichen…)

      Was an der Mercedesstrasse seit geraumer Zeit (sagen wir mal ab: 2007) alles schiefgelaufen ist, würde viele Buchbände füllen, also konzentrieren wir uns lieber auf das hier und jetzt.

      Die viel beschworene+ersehnte Kontinuität ist doch viel mehr die (logische) Konsequenz aus konstant guten Ergebnissen/Arbeiten und nicht-wie vom VfB propagiert-umgekehrt, bzw. Stilmittel, um “mit Gewalt” den nächsten C. Streich (und somit dauerhaften Erfolg) hervorbringen zu können.

      Und welcher (relevante) sportlich Verantwortliche genau, konnte das in erwähntem Zeitraum von sich behaupten!?

      Deswegen kann der “Schmarrn” weg, bzw. erledigt sich im Idealfall von alleine. (insofern die Konkurrenz dann nicht folgerichtig “tätig” wird…siehe damals Magath)

      Zudem hast du vollkommen Recht, Mislintat (er)scheint beratungsresistent (ausser jemand innerhalb seines Zirkels seiner Wahl, wurde/wird Gehör geschenkt), was aus meiner Sicht in dieser Position mit dieser (sportlichen und wirtschaftlichen) Verantwortung schonmal “suboptimal” ist, (vom Schulterklopfen kam noch nie jemand weiter) erst Recht, wenn man unsere verheerende Bilanz des Sportjahres 2022 (neben den ganzen Negativrekorden) ansieht-seine von dir erwähnte Kommunikation (die einem das Gegenteil suggeriert) dahingehend, tut/tat sein übriges.

      Leicht verändertes Zitat eines ehemaligen Maestro’s in unseren Diensten: “…manche Leute glauben, die Fan isse ein Idiot…”

      Eventuell wäre uns, bzw. Herrn Wehrle ein “Beratungsgremium” mit Lahm (hat den jemand nochmal seit der “ichhabekeineAhnungwasichhiereigentlichsollPressekonferenz” irgendwo wahrgenommen?) und Khedira oder ein Leiter Lizenzspielerabteilung Gentner (mit welchen Referenzen ausgestattet?) erspart geblieben, denn wg fehlender Kompetenz (im Gegensatz zu vielen seiner Vorgänger) mangelt es ihm mit Sicherheit nicht, eher an einem zu weit ausgeprägten Ego.

      Anyway, die derzeitige Diskussion um seine Person ist einfach nur logische Konsequenz aus den oben erwähnten Gründen nebst anhaltend sportlicher Talfahrt/Rückschritt (seit dem Wiederaufstiegsjahr), wohlgemerkt mit Kaderkosten/wert, die im Mittelfeld der Bundesliga (noch vor Union Berlin, Hertha, Bremen, Bochum, Schalke, Augsburg) angesiedelt sind.

      Ob hier nur noch der branchenübliche Reflex in der WM Pause hilft, liegt aus meiner Sicht in allererster Linie mal bei ihm selbst-zeigt er sich einsichtig und öffnet sich einer neuen/optimierten Strategie/Philosophie, (ohne jetzt “alles” über den Haufen werfen zu müssen) hätte ich nix gg eine VV, anderenfalls wird es eine Frage der Zeit sein, bis uns das wieder in zweitklassige Gefilde führt.

      • Konny sagt

        Oh Mist 🙏🙈 Mistlintat 🙀
        Das war tatsächlich keine Absicht 😬😳🫣
        Hat mir das Unterbewusstsein einen „streich“ gespielt…

  16. Wieder einmal habe ich das Spiel etwas besser gesehen. Vor allem kann ich Behauptungen nicht nachvollziehen, die rote Karte hätte uns eh nicht genützt oder „ jeder hätte die Fohlen an diesem Tag geschlagen, nur der VfB halt nicht…“. Was sind Eure Erwartungen bei 0 Auswärtssiegen 2022?
    Gegen Leverkusen werden wir wahrscheinlich verlieren, trotzdem ist nichts verloren. Ich erwarte die richtigen Weichenstellungen im Mittelfeld (mehr Stabilität), dann kann gegen Hertha was gehen.
    Weichenstellung könnte die Hereinnahme von Karasor sein, vielleicht Sosa nach vorne ziehen um ihn von den defensiven Aufgaben zu entlasten…

  17. Stephan sagt

    Bisher hast Du Mercedes Benz Bank – danach Porsche (für mich als Stuttgarter beides gut) – allerdings endlich mit einem Investor, der nicht nur andere vom Firmengelände weghalten will, sondern Erfolg.

    Ich würde echt mal gerne wieder mehr als nur jedes 10te Spiel gewinnen.

    Aber in einem gebe ich Dir recht: VW geht gar nicht

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