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VertikalGIF #VfBH96: Sieg oder Spielabbrych!

Puh, was für ein Auftakt in die neue Zweitliga-Saison. Ich sag es schon jetzt: 34 Partien von dieser emotionalen Intensität stehe ich vermutlich nicht durch. Aber der Reihe nach: Spieler und Fans hätten sicherlich noch gerne drei Wochen länger die Sommerpause genossen, aber man muss die Ligen nehmen, wie sie kommen. Stattdessen das Zweitliga-Auftaktspiel gegen Mitabsteiger Hannover am Freitag Abend. Gefühlslage: freudig erregt und unfassbar gespannt, wie der runderneuerte VfB Stuttgart unter Tim Walter auftritt, wenn es ernst wird. Doch bevor es auf dem Rasen losging, setzte sich Karawane in Gang. 6.500 Fans in weiß und angesichts der Temperaturen auch in Schweiss. Was für ein Spektakel! Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content   Das Team, das Walter das auf das Feld schickte, war gespickt mit Neuzugängen. Es stand nur ein einziger Spieler in der Startelf, der auch beim letzten Spiel, dem 0:0 in Berlin, von Anfang an dabei gewesen war: Santi Ascacibar. Bereits von Anfang an konnte man sehen, dass der VfB einen Plan hatte. Wann gab es …

Unsere ultimative Hinrunden-Prognose

Es nervt. Es nervt hart. Diese unsägliche Vereinspolitik mit Quattrex-Verwicklungen, Wahrheitsbeugungen, Lügen, Propaganda und Querelen. Antworten auf nie gestellte Fragen. Fragen, auf die es keine Antworten gibt und Verluste, die als Gewinne deklariert werden. Die Worte „WLAN“ und „Gremien“ haben wir sowieso bis auf weiteres gemutet. Und wer in unserer Gegenwart einen dieser Begriffe verwendet, wird instant arschgebolzt! Jedenfalls gut, dass die Saison anfängt. Endlich wieder über Fehlpässe statt Falschaussagen echauffieren, endlich wieder über individuelle Fehler statt Egotrips aufregen. So schön. Mann, was freuen wir uns, dass es endlich los geht und wir den Walter-Fußball unter Wettkampfbedingungen sehen können – Hashtag „Ergebnisdruck“. Aber das ist ja beim VfB normal: Vor der Saison besoffen vor lauter Vorfreude, während der Saison dann der fiese Kater. Bitter! Oder wird diesmal alles anders? Wir wagen jedenfalls unsere schon traditionelle Hinrunden-Prognose (Spoiler: die Hinrunde wird sensationell!): Meine Fresse bin ich aufgeregt wegen Freitag! Wie wird die Saison laufen? Ich hoffe einfach, dass Walter ein erfolgreiches System etabliert und damit vor allem Ruhe und Kontinuität in den Verein bringt. Aufstieg wär …

Alles nur Krakeeler?

„Und das Votum, dem sich der Präsident zu stellen habe, seien nicht krakeelende Fans, sondern die Mitgliederversammlung.“ So sah Wolfgang Dietrich laut dem Artikel „Dietrichs Ansichten: Viel Rauch um nichts“ (Artikel hinter der Paywall) die Dinge am 24. April. Und selbstverständlich hat er Recht, denn schließlich stimmen alle anwesenden Mitglieder am kommenden Sonntag gleich doppelt über ihn ab. Zum einen, ob er entlastet wird und zum anderen, ob er weiterhin der Präsident des VfB Stuttgart 1893 e.V. bleibt. Und genau hier liegt er mit seiner Einschätzung vermutlich nicht ganz richtig, wenn er denkt, nur die lautstarken Teile des Neckarstadions wünschen sich eine Zukunft ohne ihn als Präsidenten. Unter dem Twitter-Account „@uberdietrich“ positionieren sich seit zwei Tagen VfB-Mitglieder, die verschiedener nicht sein könnten: Kurvensteher, Tribünenhocker, Familienblocksitzer, Ur-Schwaben, Neig’schmeckte, Alte, Junge, Männer, Frauen. Sie alle haben zwei Dinge gemeinsam: Ihr Herz schlägt für den VfB Stuttgart – und sie werden am Sonntag ihre Stimme für eine Abwahl von Wolfgang Dietrich abgeben. In ihren Statements begründen sie, warum – hier ein kleiner Auszug: Ich stehe in der CK in …

Bonne chance, Benschamäh!

In seinem letzten Heimspiel gegen Union ging Benjamin Pavard nach Spielende zögernd auf die Cannstatter Kurve zu. Jeder merkte: Da will sich einer verabschieden, da will einer Danke sagen für den Support und sich auch seinen Applaus abholen. Nur nach dem 2:2 im Relegationshinspiel war niemandem mehr nach Beifall zumute. Der Weltmeister hat den Absteiger nun durch die Hintertür verlassen. Auch wenn Pavard eine alles andere als gute Saison gespielt hat, wäre ihm (wie auch Christian Gentner übrigens) eine würdigerer Abschied zu wünschen gewesen. So gibts keine offizielle Verabschiedung, keinen Blumenstrauß im Mittelkreis und kein Best-of-Video. Schade, zumal Pavard mit den 35 Millionen der Rekord-Transfer in der Geschichte des VfB ist und genau diese Millionen dem VfB auch den nötigen finanziellen Spielraum nach dem Abstieg geben. Aber vielleicht wollte man in der Mercedesstraße nicht zurück schauen, sondern sich voll auf die neue Saison konzentrieren. Das Kapitel Pavard ist Vergangenheit und die möchte der VfB aus nachvollziehbaren Gründen hinter sich lassen. Natürlich hat Pavard auch seinen Anteil am Abstieg. Es gab Spiele, da konnten alle in …

Typisch VfB …

Alles prima in Stuttgart, findet Martin Schäfer, ehemaliger Vorsitzender des Aufisichtsrats beim VfB und Geschäftsführer Vertrieb bei Würth. Der VfB ist zwar zum zweiten Mal in drei Jahren in die zweite Liga abgestiegen, aber er steht viel besser da als 2016, sagt Schäfer. Ist das so? Die Profiabteilung wurde ausgegliedert, 11,75% der Anteile an den Nachbarn in der Mercedesstraße verkauft und das Geld durch Michael Reschke weitgehend ausgegeben. Vor allem durch Transfererlöse von rund 50 Millionen (Pavard und Kabak) – by the way mehr Geld als Daimler für die Anteile des VfB zahlte – ist der Club wirklich handlungsfähig. Zudem backen Hitzlsperger und Mislintat aktuell ohnehin eher kleine Transfer-Brötle. Während also Martin Schäfer gute Laune hat und bester Dinge ist, dass der VfB schon bald wieder bessere Zeiten erlebt, lässt sein Arbeitgeber Würth den exklusiven Sponsorenvertrag mit dem VfB auslaufen. Profaner Grund: Der Abstieg. Denn ein Engagement in der zweiten Liga sieht das Unternehmen aus Künzelsau schlichtweg nicht vor. 2016/2017 war dem Vernehmen nach nur eine große Ausnahme – u.a. wegen des Aufsichtsratsposten von Schäfer …

Der schlaue Herr Reschke

Es ist eigentlich keine große Sache, dass „Rookie of the year“ Ozan Kabak den VfB verlässt. Niedrige Ausstiegsklausel (15 Millionen), ambitionierter Spieler, große Karriere in Aussicht. So einer will nicht in der zweiten Liga spielen, verständlich. Dass seine Wahl auf den FC Schalke 04 fällt, überrascht dann doch etwas, nachdem ganz andere Hausnummern (Mailand, Bayern, England) im Raum standen. Womöglich haben nicht nur sportliche Gründe entschieden. Soll ja angeblich mal vorkommen im Profifußball. Dass es Schalke wird, schmerzt außerdem sehr. Schließlich ist dort der ehemalige VfB-Vorstand Michael Reschke nun tätig und angelt sich den Spieler, den er selbst im Winter zum VfB holte – obwohl der abstiegsbedrohte Club viel dringender einen Stürmer benötigt hätte. Besonders absurd ist, dass Reschke von seiner eigenen Unfähigkeit profitiert. Erst führt seine völlig misslungene Kaderplanung zum Abstieg des VfB und dann angelt er sich aus seinem Trümmerhaufen für derzeitige Marktverhältnisse äußerst günstig den einzigen wirklichen Volltreffer, den er nach Marc-Oliver Kempf in Stuttgart gelandet hat. Reschkes Kabak-Coup: Von langer Hand geplant!😉 pic.twitter.com/4GcmY45j1s — FussballTransfers (@FT_Redaktion) 27. Juni 2019 Das ist …

Time to (Ao)go

Sorry, dass ich mich hier oute und es ist ein bisschen peinlich: Aber ich mag Ina Aogo. Sie ist die Queen aller Spielerfrauen, sie erfüllt einfach jedes Klischee. Mit ihrem Styling, mit ihrem Podcast und wenn sie völlig überzogen, gekünstelt und scheinbar hot für ihre Instagram-Bilder posiert. Sie entlarvt sich ständig selbst, ohne es zu merken. Sie ist das Sinnbild der ganzen Entrücktheit des Fußballs und der völligen Überschätzung der eigenen Person. Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich ihre Bilder im Bikini mag. Und unser Autor für Boulevard-Themen hat erst kürzlich gesagt: „Aktuell geht nix über Ina, sie killed alles“ Nächstes Outing: Ich mag auch Dennis Aogo. Es ist seine ruhige, reflektierte Art, seine klugen Statements zum Thema „Druck im Fußball“, sein soziales Engagement. Unter anderem spendet er ein Prozent seines Gehalts bei „Common Goal“. So offensiv und mutig sich Aogo kleidet, so hätte ich ihn gerne auch einmal auf dem Platz gesehen. Denn er hat eigentlich alles, was man im Fußball braucht: Technik, Spielverständnis, Athletik, eine gewisse Geschwindigkeit und ein Gespür für Räume. …

VfB Viererkette Live: Gruppentherapie im Fanprojekt

Vergangenen Donnerstag war es soweit: Die „VfB Viererkette“, quasi die Supergroup der nichtkommerziellen VfB-Blogs feierte ihre Reunion. Nachdem bereits das Debüt in der Winterpause Machern wie Hörern viel Spaß gemacht hatte, war eine Neuauflage eigentlich selbstverständlich. Aber über heikle Themen – und nichts anderes ist der VfB Stuttgart – redet man natürlich am besten von Angesicht zu Angesicht. Und wenn man das ohnehin schon organisiert, warum soll man nicht gleich ein paar Menschen einladen, die ebenfalls betroffen sind? Das Ergebnis war die „Viererkette Live“: Vier Podcasts, vier Themen, 2 x 60 Minuten … so war es jedenfalls geplant. Das tolle Fanprojekt Stuttgart stellte seine Räumlichkeiten in der Hauptstätter Straße zur Verfügung und genug Gesprächsbedarf war selbstverständlich vorhanden. Fehlten nur noch die Zuschauer. Und auch die kamen und füllten das Fanprojekt bis auf den letzten Platz. Danke! Nach den ersten beiden Themenblöcken ging es in die Pause. Und wie sich das für so ein Megaevent gehört natürlich mit fetter Halbzeitshow. Matze, bekannt von YouTube, Presse und FUMS, gab seinen Monster-Hit „Immer wieder dieser Scheiss VfB“ zum …

Das Ende von LeGente …

373 Pflichtspiele für den VfB, Meister 2007, Zweitligameister 2017, zwei Abstiege, unzählige Abstiegskämpfe: Manche sprechen bei Christian Gentner von einer Vereins-Ikone. Eine Ikone ist laut Definition ein Kult- oder Heiligenbild und beides trifft auf den langjährigen Kapitän eher nicht zu. Er ist weder Kultspieler und alles andere als ein Heiliger, viele sehen in ihm sogar das Gesicht des Stuttgarter Niedergangs. Seit er 2013 Kapitän wurde, ging es sportlich bergab. Es nur an ihm fest zu machen, ist allerdings unfair, unsachlich und wird ihm nicht gerecht. Gentner hat beim VfB Spuren hinterlassen. Er war eine Identifikationsfigur, einer, der sich mit dem VfB identifizierte und mit dem sich viele Fans identifizieren konnten. Aber auch einer, der Politik nach innen machte und der stets kritisch gesehen wurde, wenn es sportlich einmal nicht so lief. Kurz: Christian Gentners Rolle beim VfB war ambivalent. Er war einer, der stets seine Knochen (und sein Gesicht!) hingehalten hat. Er hat auch gespielt, als kurz zuvor sein Vater verstorben ist. Er war auf dem Feld stets ein Mannschaftspieler und alles andere als ein …

Erstklassig: die Viererkette

Nicht nur die Liga, in der der VfB Stuttgart in der kommenden Saison spielt, ist zweitklassig, sondern vieles andere rund um unseren Lieblingsvereinclub auch – leider. Explizit ausgenommen von diesem Urteil sind jedoch die Fans aller Coleur: Die Kurvensteher, die Tribünensitzer, die Allesfahrer, die Fernsehgucker. Die, denen der Abstieg immer noch eine Scheißlaune bereitet und die, die sich schon ein kleines bisschen auf die zweite Liga freuen. Dass der VfB in der schlechtesten Saison der Vereinshistorie den viertbesten Zuschauerschnitt der Liga hatte, ist keine Selbstverständlichkeit. Und vielleicht wird man das in der kommenden Saison auch merken, wenn die Fans nicht noch einmal voller Euphorie in eine erneute Zweitliga-Saison gehen. Doch nicht nur im Stadion sind die Fans stark, sondern auch im Netz: Als wir hier vor fünf Jahren anfingen, gab es bereits einige tolle VfB-Blogs, von denen auch nach wie vor fast alle existieren. Seitdem hinzugekommen sind aber eine Handvoll Podcasts, die sich ausschließlich dem Thema „VfB Stuttgart“ widmen. Diese Vielfalt dürfte man in anderen Bundesliga- oder Zweitligastädten kaum finden. Jetzt aber genug des Lobes, …