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Erstklassig: die Viererkette

Nicht nur die Liga, in der der VfB Stuttgart in der kommenden Saison spielt, ist zweitklassig, sondern vieles andere rund um unseren Lieblingsvereinclub auch – leider. Explizit ausgenommen von diesem Urteil sind jedoch die Fans aller Coleur: Die Kurvensteher, die Tribünensitzer, die Allesfahrer, die Fernsehgucker. Die, denen der Abstieg immer noch eine Scheißlaune bereitet und die, die sich schon ein kleines bisschen auf die zweite Liga freuen. Dass der VfB in der schlechtesten Saison der Vereinshistorie den viertbesten Zuschauerschnitt der Liga hatte, ist keine Selbstverständlichkeit. Und vielleicht wird man das in der kommenden Saison auch merken, wenn die Fans nicht noch einmal voller Euphorie in eine erneute Zweitliga-Saison gehen. Doch nicht nur im Stadion sind die Fans stark, sondern auch im Netz: Als wir hier vor fünf Jahren anfingen, gab es bereits einige tolle VfB-Blogs, von denen auch nach wie vor fast alle existieren. Seitdem hinzugekommen sind aber eine Handvoll Podcasts, die sich ausschließlich dem Thema „VfB Stuttgart“ widmen. Diese Vielfalt dürfte man in anderen Bundesliga- oder Zweitligastädten kaum finden. Jetzt aber genug des Lobes, …

It ain’t over til it’s over

Ich wartete nach dem Spiel neben einem Getränkestand. Ich muss wohl einen recht erbämlichen Eindruck gemacht haben. Jedenfalls kam ein Fan im langärmeligen, roten Canon-Shirt (wo gibts denn die?) auf mich zu und sagte: „Hätte auch schlimmer werden können ohne die überragenden Paraden Zielers“. Einer mit 3 Würsten in der einen Hand, klopfte mir mit der anderen auf die Schulter, dass ich mir ein wenig Sorgen machte, dass er mir Senfflecken auf mein Frottesana-Trikot macht, er sagte: „Die packen das in Berlin … vielleicht“. Ich weiss nicht, was mein Gesicht gemacht hat, ich sehe es ja so selten, aber nach dem Spiel fragte ich durchaus gefasst: „Hat jemand etwas anderes erwartet?“ Das erste Relegationsspiel spiegelt die jeweilige Saison der beiden Mannschaften wieder: Der VfB zaghaft, unsicher und fehlerhaft. Union cool, abgezockt und mit besserer Spielanlage. Die Berliner spielten, ja man muss es so sagen, wie ein Bundesligist. Und der VfB wie ein Abstiegskandidat, der nicht so recht an sich selbst glaubt. Ich habe 55000 Signalspieler gesehen. Hat jemand die 11 Signalspieler auf dem Platz gesehen? …

VertikalGIF #VfBWOB

Der VfB Stuttgart gewinnt auch das zweite Heimspiel unter Nico Willig. Weil der Einsatz wieder stimmt und das Spielglück verdientermaßen wieder auf Stuttgarter Seite war – trotz nicht gegebenem Elfmeter. Dabei hätte es auch anders ausgehen können. Denn bereits nach wenigen Minuten hatte William ein Tor erzielen können, weil sein Gegenspieler Marc-Oliver Kempf in der Anfangsphase unkonzentriert wirkte. Vielleicht war ihm eingefallen, dass er noch kein Muttertagsgeschenk besorgt hatte. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Apropos William: Der flexte wenige Minuten später Nicolas Gonzalez derart deutlich um, dass es jeder im Stadion sah. Jeder bis auf Schiedsrichter Felix Brych, der direkt daneben stand. Aber zum Glück gibt es ja den Videoschiedsrichter … der die Szene ebenfalls für regelkonform hielt. So regelkonform, dass selbst der kicker schreibt: „Eine krasse Fehlentscheidung.“ Dabei wurde diesmal sogar protestiert! Und so ist das aktuelle Stimmungsbild zum VAR unter den Fans: Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Zum Glück ließ sich der VfB nicht von der Fehlentscheidung …

Der VfB ist wieder da!

Wer dachte, mit dem neuen Trainer Nico Willig und dem 1:0-Sieg gegen Gladbach wäre ein neuer Geist eingekehrt, der kennt den VfB nicht. Selbstzufriedenheit und Ehrlosigkeit sind dem Team offensichtlich nicht auszutreiben. Der alte VfB, der ist wieder da. Der, der viel zu wenig macht. Der, der sich auf einer guten Leistung der Vorwoche ausruht. Da stimmt es vorne und hinten nicht. Von der Aktivität im ersten Spiel unter Willig war nichts mehr zu sehen, konsequent war man nur, wenn es darum ging, den Berlinern einfache Tore zu ermöglichen. Auch wenn das nicht von Andreas Beck kommt, das Signal der Saison steht eigentlich klar auf Abstieg. Der Zustand des Teams, die fehlende Einstellung und der nicht vorhandene Willen lassen keinen anderen Schluss zu. Nur weil Hannover und Nürnberg noch schlechter sind, existiert die Chance auf einen Klassenerhalt über den Umweg Relegation. Eine Rettung hat diese Mannschaft nicht verdient. Die Mannschaft heute auf dem Platz mit einer schönen Geste an die Adresse von Markus Weinzierl: „An Dir lag es nicht!“ #VfB #BSCVfB pic.twitter.com/oXMp70WnU7 — Jens (@whitered1893) …

VertikalGIF #BSCVfB

Die gute Nachricht zuerst: Thomas Hitzlsperger muss keinen Shitstorm befürchten, wenn er einen neuen Cheftrainer präsentiert. Die Stimmen, dass Nico Willig auf dem Posten bleiben muss, dürften nach der Niederlage in Berlin deutlich leiser geworden sein. Denn vielleicht liegt es auch gar nicht am Trainer. Auch für moderne Trainer gilt anscheinend: „Never change a winning team“. Und so fand sich der genesene Kapitän Gentner nur auf der Bank wieder und Emiliano nicht im Kader. Doch relativ früh wurde klar, dass das nicht der VfB vom letzten Samstag war, der im Olympiastadion auf dem Platz stand. Offensichtlich bemüht, aber nicht in der Lage, die Berliner in Verlegenheit zu bringen. Harmlos. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Bis zu ersten echten Aufreger dauerte es geschlagene 33 Minuten. Dann faustete der Berliner Rekik einen Kopfball von Gonzalez aus dem Strafraum. Das Problem: Rekik ist Verteidiger, nicht Torwart. Leider war der Kölner Darkroom genauso wenig online wie der VfB Stuttgart heute. Keine Überprüfung, kein Elfmeter. Click on the button below to load …

Ja zum Abstiegskampf!

Du brauchst auch Match-Glück. Sonst wird aus einem Nico Willig ganz schnell ein Markus Weinzierl. Erst ein schlampiger Pass von Tassos Donis, dann rutscht Gonzalo Castro aus, ein einfacher Ball zwischen die Schnittstellen und Alassane Plea kann 30 Meter alleine auf Ron-Robert Zieler zulaufen. Die Chance ist so monströs groß, zumal noch zwei Gladbacher mitgelaufen sind, dass Plea sie nicht vergeben kann. Fällt hier das 0:1, ist das Spiel zu. Köpfe am Boden, Motivation am Ende, Klatsche incoming. Aber Plea scheitert an seiner Überheblichkeit und an Zieler. Statt einem Rückstand hinterherzulaufen läuft Daniel Didavi seine Gegenspieler an wie ein junger Gott, mit einer ansteckenden Energie und offensichtlich mit einer Pferdelunge. Es versucht sich Andreas Beck an Flugkopfbällen und Seitfallziehern (und sieht dabei gar nicht so übel aus), Nicolas Gonzalez gewinnt jedes (wirklich jedes!) Kopfballduell und Benjamin Pavard spielt den rechten Verteidiger nicht wie ein beleidigtes, trotziges Kind sondern im Weltmeistermodus. Als Zuschauer hat man das Gefühl, es steht eine Mannschaft auf dem Platz, nicht wie letzte Woche in Augsburg (und in sehr vielen Spielen dieser …

VertikalGIF #VfBBMG

Spiel Eins unter dem neuen Trainer, dem dritten in dieser Saison. Nach einer sehr unruhigen Woche, die gefüllt war mit Trainerentlassungen, präsidialen Ehrenerklärungen und entlarvenden Interviews des VfB-Aufsichtsrats. Umso gespannter waren die Fans, wie sich das Team gegen M’gladbach schlagen würde. Sollte Nico Willig wirklich in der Lage sein, der Mannschaft die Lethargie auszutreiben und seine guten Pläne in die Tat umzusetzen? Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Doch schon kurz nach Anpfiff sah es so aus, als könnten wir unsere Hoffnungen zu den anderen Erwartungen packen, die wir vor der Saison hatten. Denn bereits nach vier Minuten rannten gleich drei Gladbacher auf Ron-Robert Zieler zu, der aber abwehren konnte. Wie sagte Nico Willig später im Interview: Man muss auch mal das nötige Matchglück haben. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Der VfB, den man dann in der Folgezeit sah, hatte nur wenig mit der VfB-Karrikatur zu tun, die wir in Augsburg erleben mussten – zum Glück! Frühes Anlaufen, Pressing und …

Was Du Wolle?

Er wirkt gehetzt, leicht aufgelöst, seine Stirn glänzt, er schwitzt ein wenig. Normalerweise lässt sich Wolfgang Dietrich von seinem Fahrer vor dem Neckarstadion absetzen. Um die paar Meter zur Geschäftsstelle selbst zu laufen und um vor dem Stadion mit ausgebreiteten Armen zu rufen: „Alles meins!“ Dieses Mal verzichtet er darauf, denn es hätte ihn zu sehr geschmerzt, sich an den letzten Samstag zu erinnern. Minusrekord bei den Zuschauerzahlen, und das beim Derby gegen den Karlsruher SC. Nur 28.000 Zuschauer bei der 0:3-Niederlage, da kommt selbst der Präsident ins Schwitzen. Wir schreiben das Jahr 2021, seit Sommer 2019 hat der VfB sieben Trainer und vier Sportvorstände verschlissen. Als erstes erwischte es Thomas Hitzlsperger im Herbst 2019. Er und Nico Willig hatten zwar den Klassenerhalt geschafft, weil Holger Badstuber zum Held der Relegationsspiele gegen Heidenheim wurde, doch Platz 14 nach zehn Spieltagen war in der Folgesaison einfach zu wenig für die Ansprüche des Präsidenten. Neuer Trainer, neuer Sportvorstand, same procedure as every season. Ohne den besonnenen Führungsstils Hitzlspergers ging es für den VfB dann jedoch in die …

Relegation olé!

Stuttgart ist nicht Augsburg (diesen Satz ein bisschen wirken lassen). Denn beim VfB wird nicht die letzte Option gezogen, um noch einmal einen Reiz zu setzen wie beim FCA mit den Entlassungen von Manuel Baum, Jens Lehmann und Stefan Schwarz. Aber machen wir uns nichts vor: es wäre ein Wunder, wenn der VfB gegen Leverkusen punktet. Denn anscheinend haben sich alle bereits mit der Relegation abgefunden. Der Trainer Markus Weinzierl, der sowieso nur noch auf seine Papiere zu warten scheint, während um ihn herum der VfB 2019/2020 gebaut wird. Die Spieler, was sich unschwer an deren Spielweise und Aussagen (zuletzt Ron-Robert Zieler und Andreas Beck) erkennen lässt. Beck: „Wir wollten dieses Spiel nicht verlieren, und das haben wir geschafft.“ Fans lagen sich nach Abpfiff mit Freudentränen in den Armen bis schließlich alle Dämme brachen. Der Platz gestürmt und Stücke des Rasens gesichert angesichts dieser historischen Leistung. #VfB — Danny1893 (@DannyDan1893) 8. April 2019 Der Sportvorstand, der ansonsten Markus Weinzierl entlassen hätte, um noch einen Akzent im Abstiegskampf zu setzen. Aber Stuttgart ist nicht Augsburg und …

Der schlechteste VfB aller Zeiten

Low, lower, VfB: Die schlechteste Saison. Die schlechtesten Spieler. Der schlechteste Trainer. Der schlechteste Präsident. Ob direkt oder über den Umweg Relegation: Es wäre nur logisch, wenn der VfB erneut absteigen würde. Dass der VfB noch den 15. Platz erreicht, ist angesichts der Leistung gegen Nürnberg illusorisch. Kein Fanmarsch, keine coole Choreo, kein geiler Support – nichts hat etwas gebracht (auch mein Frottesana-Trikot nicht), denn von der Mannschaft kam nichts zurück und in diesem Entscheidungsspiel ingesamt viel zu wenig. Hätte der 1. FC Nürnberg ein bisschen mehr individuelle Klasse zu bieten als den wuseligen und technisch starken Matheus Pereira, dann hätten die Franken ihre Konterchancen so ausgespielt wie letzte Woche Eintracht Frankfurt und der VfB hätte fünf Kisten bekommen. Die schlechteste VfB-Mannschaft aller Zeiten? Statistisch gesehen: ja. Spieltaktisch: ja. Ein einziger guter Angriff, der zur Großchance von Mario Gomez in der 89. Minute führte, das ist einfach zu wenig. Es fehlt Geschwindigkeit, ein Spielaufbau existiert nicht, Mentalität musst Du in dieser Mannschaft mit der Lupe suchen. Der VfB ist da anderer Meinung und redet den …