Es war eigentlich ein typisches VfB-Spiel: Guter Beginn, gleich drin im Spiel, mit einigen hochkarätigen Chancen. Der Torhüter aber gut drauf, wie die meisten Keeper gegen den VfB. Dann nutzt der Gegner seine zweite Chance, weil man im Strafraum viel schläfrig ist und bekommt dazu noch einen absoluten Glücksschuss eingeschenkt. In der zweiten Halbzeit dann eine gelb-rote Karte und letztlich chancenlos, trotz insgesamt ordentlicher Leistung. Es war ein Spiel, das lange Jahre für den VfB typisch war und das jetzt Werder Bremen beim 0:4 nachstellte.
Die Begegnung an der Weser hatte durchaus das Potential, richtig schief zu gehen. Zur wackligen Anfangsphase kam noch eine aberkanntes Tor von Deniz Undav. Welche Bilder Guido Winkmann (mit dem der VfB schon schlechte Erfahrungen machte) im VAR-Keller sich zurecht legte und wieviele Millimeter Abseits der VfB-Stürmer mit seinem Unterarm (!) war, das weiss nur er, so wie viele Entscheidungen des VAR willkürlich erscheinen.
Jamie Leweling war dagegen in Bremen eine echte Erscheinung:
Zwei Assists, das erwähnte Traumtor aus 32 Metern (!) mit einem kaum messbaren xG-Wert. Nicht nur der Gegner konnte es nicht glauben, selbst seine Mitspieler waren total geflasht, Josha Vagnoman schlug seine Hände fassungslos an den Kopf. Der VfB-Stürmer soll das im Training geübt haben: Angeblich 1.000 Mal probiert, in Bremen hat es dann Bumm gemacht!
Es sind einzelne Szenen wie Alex Nübels Paraden in den ersten Minuten, Lewelings Glückschuss und minimale Gesten, die das Spiel entschieden. Kurz vor dem 0:1 winkt Undav hinter ihm Bilal El Khannouss zu, in den Strafraum zu rücken. Mit Erfolg: Der Neuzugang aus Leicester spielte wieder „Air“ Khannouss und köpfte zur Führung ein. Vor dem 0:3 gibt Undav erneut ein Zeichen, dieses Mal an Ramon Hendriks, den Ball weit auf Leweling zu werfen. Die Bremer Abwehrseite dann völlig blank und Undav kann Lewelings Vorlage locker aus dem Fußgelenk verwerten.
Locker wirkte alles, was der VfB in Bremen anstellte. Der Ball lief, der Gegner hinterher, es sah vor allem in der zweiten Halbzeit wie ein leichtes Spiel aus. Mit dem 4:1 gegen Tel Aviv erzielte der VfB acht Tore in vier Tagen, das Ganze auch noch von acht verschiedenen Torschützen. Das zeigt die Breite des Kaders, die Sebastian Hoeneß auch nutzt, selbst wenn es ihm Kritik einbringt.
Auch wenn Leweling sicher Mann des Tages war, ist der Auswärtssieg einer der gesamten Mannschaft. Natürlich spricht keiner über den gerade in der Anfangsphase starken Nübel. Niemand über die solide Abwehrkette, keiner über den seriösem Atakan Karazor, niemand über den einmal mehr beeindruckenden Nicolas Nartey. Und Angelo Stiller, spielte der überhaupt mit? Natürlich, es war sein Steckpass zum vermeintlichen 0:1 von Undav. Es war seine Ruhe, die dem VfB-Spiel Stabilität gab.
Stabil steht der VfB in der Tabelle, wenn jetzt noch die Hoffenheimer geschlagen werden. Aber das ist ja sowieso klar. Wobei: Der letzte Heimsieg gelang 2021, Torschützen Roberto Massimo, Dinos Mavropanos und Marc-Oliver Kempf.
Die Startelf:
Müller – Mavropanos, Anton, Kempf, Sosa – Karazor Endo, Mangala – Coulibaly, Marmoush, Führich.
Wir jubelten vor vier Jahren: Mavropornös!
Und schrieben: Schwung Kischde, Kischde Schwung!
Zum Weiterlesen:
Unser vertikalGIF spricht vom “Next Leweling” und feiert zurecht den Spieler des Spiels.
Rund um den Brustring stellt fest: “Was nach dem Schlusspfiff souverän aussah, wirkte allerdings lange wie auf des Messers Schneide”
Die Süddeutsche Zeitung meint, Christian Ilzer, dem Trainer des nächsten VfB-Gegners Hoffenheim, sei es gelungen aus “einer begabten, aber launischen (und ganz gewiss niemals zweikampfstarken) Mannschaft ein vollauf überzeugendes Bundesligateam“ gemacht zu haben, das “derzeit fünfmal besseren und zehnmal schöneren Fußball spielt als die meisten Traditionsvereine“.
Bilder:
Selim Sudheimer/Getty Images



In den ersten 20 Minuten hatten wir Glück aber danach die volle Kontrolle, und nach der roten Karte konnte man sich entspannt zurücklehnen. Meine Prognose war 23 – 26 Punkte bis zur Winterpause und Top 6, damit ist jetzt schon vor dem Spiel gegen Hoffenheim klar, daß wir nicht wie von einigen befürchtet ins Mittelfeld durchgereicht werden, sondern im Januar voll im Geschäft sind wenn es um die internationalen Plätze geht.
Ich finde die VAR Regel müßte dringend überarbeitet werden:
„Angezeigt wird dem VAR dann das Bild mit den Abseitslinien, zusätzlich sind die relevanten Körperpartien der betreffenden Spieler mit einem Kreuz markiert“
Was sind relevante Körperpartien?
https://www.kicker.de/irritationen-um-undavs-aberkanntes-tor-dfb-bezieht-stellung-1176001/artikel
Ein Ellbogen, eine Fußspitze.
In Frankfurt wurden dem FCA am Wochenende nach minutenlanger (!) Prüfung zwei Tore aberkannt…
Ich fand auch, dass Nübel mal wieder seinen grossen Wert für den VfB bewiesen hat. Wenn er nicht so bockstark hält in der Anfangsphase und Werder geht 1 oder vielleicht sogar 2 Null in Führung, dann hat das Spiel einen ganz anderen Flow und wir erkämpfen im besten Fall noch einen dreckigen Punkt. So gerät man nicht nur nicht in Rückstand, aber hat dann irgendwie das Selbstverständnis, dass da an dem Tag nichts mehr anbrennt. Klar, er macht schon auch unglückliche Fehler ab und zu, die dann natürlich auch rausstechen. Aber in der Gesamtwertung muss man schon sagen, dass er dem VfB wesentlich mehr Punkte beschert als gekostet hat. Meiner Meinung nach hat Alex Nübel einen riesen Anteil an dem Aufschwung und der Stabilisierung im oberen Drittel und Europareisen des VfB in den letzten zweieinhalb Jahren. Wenn er im Sommer geht, wird er es als absolute Legende tun. Und das Gute ist, dass Dennis Seimen dann die Torhüterrolle in diesem VfB System (Danke Seb) nicht neu erfinden muss, sondern mit seinem Naturtalent in eine vorgegebene Rolle schlüpfen kann, die er schon kennt aber wo er auch mal Fehler machen darf.
Meine leichte Kritik an Nübel hat wohl was gebracht, liest der etwa hier mit ? Scherz beiseite, das war wieder der Nübel, den wir alle schätzen gelernt haben.
Nartey ist ja ein gefühlter Neuzugang, der wird mit jedem Spiel wertvoller. Karazor hat nicht mehr jeden Ball nur nach hinten gespielt. Stiller war der Taktgeber.
Auch Vagnoman kommt wieder an seine Bestleistungen ran, die Konkurrenz durch Assingnon tut auch ihm gut.
Das Leweling so schiessen kann, wusste glaub keiner von uns. Bisher waren das ja nur
” Hurgler”!
Es hat mich sehr gefreut, nachdem ich in Hamburg ja Augenzeuge war, das man das Spiel in Überzahl sehr nüchtern “gekillt” hat.
Jetzt noch die Hoppelfelder schlagen, das wär richtig klasse !
Ein so seriöses Spiel, wie man immer wünscht.
Jetzt noch die Badener abschütteln, um ab 1.1.26 zu erfahren, was sich als Wolte-Nachfolge so ergibt. Ach ja: Und Jeff könnte mal nen Kopfball versenken.
Genau Marcus
Am Samstag bei der SAP-Söldnertruppe die Festplatte löschen und Weihnachten geniessen.
Im Januar müssen wir alle wieder fit sein.
Auch der 12.Mann !!!!
Schwere Aufgaben gegen AS Rom, Leverkusen ( da haben wir noch mehrere Rechnungen offen) und Frankfurt.
Mit unserer geilen Mannschaft null Problemo.
Frohe Weihnachten und guten Rutsch an alle hier. Euer Achim