… für das Team reicht es noch nicht für Großes in der Europa League.
Der VfB ist international und auswärts ein gern gesehener Gegner:
Er bringt super Fans mit, spielt super Fußball mit einer sympathischen Mannschaft und verliert immer. Super Sache für den Gegner, sympathisch finden das alle (bis auf Deventer). Denn die Taktik gegen den VfB ist einfach: Gib‘ ihnen den Ball, das mögen sie, denn sie wollen spielen und mit dem Tore schießen haben sie ein Problem. Und irgendwann kommt die Situation, in der einer einen Fehler macht, in der sie in Unterzahl verteidigen, dann müssen wir da sein, mit Tempo und Konsequenz.
Daran geglaubt haben sie.
Motiviert waren sie. Heiß waren sie. Wütend waren sie. Und wütend waren sie auch nach dem Spiel. Aber internationales Niveau haben nur die VfB-Fans. Die feierten ihr Team und das zurecht: Der VfB ließ sich vom Hinspielergebnis nicht entmutigen, legte alles rein, letztlich reichte die Qualität nicht.
Ja, Diogo Costa ist ein herausragender Keeper, ganz klar. Stünde Kasper Schmeichel bei den Portugiesen im Tor, hätte der VfB fünf Dinger gemacht. Aber den Qualitätsunterschied zwischen den beiden Teams sieht man in der Konsequenz bei der Chancenverwertung. Der VfB könnte heute noch spielen und würde womöglich am leeren Tor vorbei schießen.
In den entscheidenden Situationen intensiver, fokussierter, konsequenter zu sein, darum geht es. Der VfB hat so ein Spiel wie gegen Porto schon einmal gespielt. Letztes Jahr, gegen Real Madrid. Die Königlichen 30 Minuten hergespielt, erst kein Tor geschossen, dann 3:1 verloren nach zwei Kontern (!) und einem Standard (Rüdiger!).

Der VfB kann mit erhobenem Kopf auf seine internationale Saison schauen – auch wenn er nicht alle Möglichkeiten nutzte.
Ein Riesenspiel meinen Sebastian Hoeneß und Lothar Matthäus gesehen zu haben. Das wäre es gewesen, wenn Tore gemacht worden wären, wenn der VfB näher an einem Weiterkommen gewesen wäre. Hoeneß sagt, er könne seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Aber er sagt auch, dass Porto in beiden Spielen abgezockter gewesen wäre. Und genau das ist es, was er einfordern sollte: In den wichtigen Phasen voll da sein, sich keine Schwächeperioden zu leisten, vor allem vor dem Tor noch zielstrebiger zu sein – und by the way gegen einen so tiefen Block mehr in Bewegung zu sein.
Porto war wie Istanbul, Rom und Bern:
Nicht besser als der VfB, sondern reifer und kaltschnäuziger, wenn es darauf ankam.
Wenn der VfB aus diesen Auftritten lernt, an ihnen wächst, dann ist diese internationale Kampagne ein Erfolg. Es waren einige Highlights dabei, denn international vertreten zu sein, nach all der Scheiße, ist eine große Sache gewesen. Für alle. Team, Staff, Management und Fans.
Der VfB ist zwar aus einem Wettbewerb ausgeschieden und kann mit erhobenem Kopf auf seine internationale Saison schauen – auch wenn er nicht alle Möglichkeiten genutzt hatte.
Aber jetzt stehen weiteren Ziele an: Möglichst einen Champions League-Platz zu erreichen und ins Finale des DFB-Pokals einzuziehen. Dass wir das sagen können zeigt, dass der VfB in den letzten Jahren vieles richtig gemacht hat und die Entwicklung unter Sebastian Hoeneß phänomenal ist. Es geht gar nicht darum, das berühmte „wo wir herkommen“ heranzuziehen und wieder und immer wieder an die Relegation vor drei Jahren zu erinnern. Das nervt, davon sollte sich der VfB (und die Öffentlichkeit) endlich einmal frei machen, denn das können auch Ausreden sein. Es geht darum, dass der VfB uns in den letzten drei Jahren viele unglaubliche und positive Momente geschaffen hat.
Die Entwicklung der Mannschaft zu sehen, sie auf ihrem Weg zu supporten und zu begleiten – im Stadion, auswärts, zu Hause und in den Kneipen vor dem Bildschirm – geht ans Herz und ist eine große Freude!
Zum Weiterlesen:
Apropos Herz: Yannick Achternbosch beschreibt in der TAZ, wie er den VfB erlebt – und womöglich erkennen wir uns darin wider.
Bilder:
Diogo Cardoso/Getty Images


Richtige Analyse. Die Chancen sind da und das ist gut. Sie gehen nicht rein und das hat Gründe. Außer Undav sind Stürmertore eher selten, gemessen an den Chancen viel zu selten. Porto schiesst 4 Tore, wir eines, haben aber deutlich mehr Chancen!
Das Angriffszentrum ist international nicht Wettbewerbsfähig! Undav sehe ich dahinter. Und fehlt Physis. Nehmen wir die Tore von Moffi in Stuttgart und Froholdt gestern. Wer außer Leweling setzt sich beim VfB so durch? Wir tanzen wie ein Ballet um übel gelaunte Türsteher. Wir haben den Ball und wenn es denen zu blöd wird, gibt es einen aufs Maul. Schwanensee gegen Heavy Metal.
Der Kader ist nicht stimmig und man wird gewaltig investieren müssen, wenn man international auch was erreichen will.denn die Platte „wenn man bedenkt wo wir hergekommen „ ist ab Sommer ein Ladenhüter. Jetzt wird sich zeigen, wie gut die Verantwortlichen sind.
Danke euch für die letzten beiden Absätze.
Wenn man es schon ein paar Jährchen mit dem VfB hält, ist es nicht verwunderlich, dass man bei Erfolgen – zumindest geht’s mir so – durchaus etwas handscheu ist und einfach nicht daran glauben kann, dass es wieder einen VfB geben könnte, der souverän und langfristig auf hohem Niveau unterwegs ist. Wenn es dann doch geschieht, wird von vielen Leuten trotzdem gebruddelt, was aber vielleicht gar nicht auf Ablehnung, sondern eher auf Angst beruht. Und wenn man verliert, sehen Viele sofort den Abgrund.
Nur Erfolgsfans wissen nicht, dass die Liebe zu einem Club eine Achterbahnfahrt ist. Verstehen nicht, dass man auch auf St. Pauli verlieren kann oder gegen Heidenheim nur einen Punkt holt. Und dass man Spiele verlieren muss, bis man sie gewinnen kann. Natürlich wünsche ich mir, dass der VfB stets drei Punkte holt. Aber es ist genau so, wie ihr es schreibt: der Mannschaft bei ihrer Entwicklung zuzusehen, die auch mal eine Pleite miteinschließt, ist eine ungeheure Freude.
Angesichts des Restprogramms bin ich zu realistisch, um einen Titel oder CL-Platz zu erwarten. Aber am Ende wird so oder so eines klar sein: dass unsere Jungs im Wettbewerb um diese Erfolge mitgespielt haben. Unabhängig von den Ergebnissen ist das allein schon etwas, was mich nach mehr als 25 Jahren tatsächlich noch ein Stückchen näher zum VfB gebracht hat.
👍😻
„Erhobenen Hauptes ausgeschieden“
Den Satz hier und beim VfB verstehe ich nicht.
Das war doch wie beim Heimspiel:
15-20 Minuten anrennen, dann konntert der Gegner und trifft.
Naja,
SH hat nach dem Last-Minute-Abgang von NW im Sommer einen 9er gefordert.
Kopfballstark? Weiß ich nicht mehr.
Was hat er bekommen? EBK und BB.
Außer JL und CF trifft auch keiner aus der 2. Reihe das Tor.
Die Standards? …
Sehr, sehr schade. Mir hat die Europa League richtig Spaß gemacht. Die besseren Reiseziele, die besseren Fanszenen und vor allem der Wettbewerb, bei dem wir auf mittelfristig auch sehr weit kommen könnten. Wie neulich schon geschrieben, würde ich mich daher über Platz 5 sogar mehr freuen, als nächstes Jahr wieder schon im Januar auszuscheiden.
Zum Spiel: Klar hat Costa gut gehalten, aber schaut man sich mal nur alle drei Chancen von Undav an, weiß man, dass der Fehler eher bei uns liegt. Den ersten nagelt er vorbei, den zweiten zu zentral, und den letzten will er chippen (warum?). Undav ist sicherlich einer unserer Besten dieser Saison, aber auf dem ganz großen Parkett reicht’s noch nicht – und das ist recht sinnbildlich für die gesamte Mannschaft. Trotzdem super Saison.
Das Ding ist, dass ich zwar verstehen kann, dass alle gerne nächste Saison CL spielen wollen, aber Fakt ist, dass die EL eigentlich der realistischere Wettbewerb wäre für uns – zumindest bis gestern vor dem Spiel. Nun ja, gegen den FC Porto muss man nicht gewinnen (Gente Voice), aber es wäre so schön gewesen, wenn doch…
Lieber @abiszet
Danke für deine Worte.
Ja,CL wäre schön. Aber mit welchem Kader?
Karazor m.E. Fehlbesetzung,auch als Kapitän, Bouanani auch unterirdisch.
Interessante Aufgabe für Wohlgemut, die Stiller-Millionen sinnvoll zu investieren.
Ansonsten: Sonntag Auswärtssieg. Bin im Stadion. ❤️❤️❤️ VfB.
Genial, genauso ist es! Vielen Dank.
Wir sollten auch an anderer Stelle den Kader beleuchten, und über die Positionen sprechen, die es gilt leider “auszutauschen”.
Für mich auch sehr erwachsen von SH: Nach dem 0:2 aufzugeben und die Spieler rauszuholen, die wir gegen Augsburg benötigen.
Ja klar, der VfB hat sich unter Sebastian Hoeness super entwickelt und hat national alle Chancen nächstes Jahr international zu spielen.
Das grosse Plus ist, dass Hoeness einen charakterlich sehr guten Kader hat. Sie halten zusammen und geben alles.
Trotzdem muss man aber auch sehen, wenn sich der VfB weiterentwickeln möchte, sollte er keine Championsgehälter an die Spieler zahlen, da hierfür das aktuelle Niveau einiger Spieler nicht ausreicht.
Der VfB sollte auch den Mut aufbringen
nächstes Jahr Seimen spielen zu lassen und Catovic endlich eine Chance zu geben.
Oder Milosevic eine Chance zu geben.
Ich bleibe dabei , so mancher Millionentransfer des VfB war nix.
Nach dem Motto “Zu viel Breite , zu wenig Spitze”.