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Medo, der Mentalitätsspieler

Bei vielen Spielen das VfB seufzte ich in der Vergangenheit: „Ach, wenn er nur kicken könnte“ und meinte damit Ermedin Demirovic. Da hatte er mal wieder einen Ball verstolpert, einen Flugball nicht festgemacht oder einen Pass im Kombinationsspiel versemmelt. „Er ist genau für diese Spiele geschaffen. Er ist auch in der Lage, die anderen Spieler mit anzuzünden“, war Sebastian Hoeneß dagegen nach dem 3:1 gegen Leverkusen voll des Lobes für seinen Mittelstürmer. Demirovic kann man also auch anders sehen und Hoeneß liegt natürlich richtig mit seiner Einschätzung.

Allerdings:
Demirovic muss so eingesetzt werden, dass er seine Stärken entfalten kann. Lange Bälle festmachen: nicht so sein Ding. Zocken mit den Mitspielern: lieber nicht. Er ist ein Finisher, der Strafraum sein Revier. Er muss so angespielt werden, dass er möglichst gleich mit dem ersten Ballkontakt abschließen kann.

In der Tat: Demirovic riss gegen Leverkusen die Mitspieler mit, aber auch das Publikum. Seine Ausstrahlung wichtig in der Begegnung gegen Leverkusen. Ihm waren Ehrgeiz und Überzeugung anzusehen, an ihm konnten sich alle orientieren.

Schade, dass ihm der VAR direkt nach Wiederbeginn mal wieder einen Treffer wegnahm, das ist ja fast schon tragisch. Zuvor hatte der VAR ewig lange gebraucht, um das Foul von Tapsoba endlich zu erkennen. Beim 1:1 und 2:1 war er direkt beteiligt, beim 3:1 spielte er den vorletzten Pass auf Jamie Leweling. Ich hielt das für keine gute Entscheidung, weil Leverkusen rund um die Strafraum Deniz Undav regelrecht umzingelte und ansonsten weit und breit kein VfB-Spieler war. Aber Leweling fand ihn mit seiner Flanke, der Treffer ein typischer Undav. Und dass es so kommen könnte, hatte Demirovic erkannt. Ich eben nicht.

Die Scorer sprachen schon immer für Demirovic, welchen Wert er als Mentalitätsspieler für die Mannschaft haben kann, haben wir gegen Leverkusen gesehen. Dass er gerne rudelt und sich nichts bieten lässt wussten wir schon immer. Und vorne drin mit seinem Kumpel Deniz Undav vor ihm auf der Zehn fühlt er sich am wohlsten – Demirovic muss nur richtig eingesetzt werden.

Zum Weiterlesen:
VfB steht im Finale von “Wer wird Millionär?“. Hat aber noch nichts erreicht, sollte die Eintracht nicht unterschätzen und das Pokalfinale gegen München muss erst recht aus den Köpfen.

Bild:
Adam Pretty/Getty Images)

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17 Kommentare

  1. Ronny sagt

    Die Schwarzmaler können zumindest bis kommenden Samstag ihre dilettantischen Phrasen einpacken. Außer dem Bock am Anfang war das eine Demonstration, wie man Leverkusen zielsicher zerlegt hat. Das sonst so gefährliche Mittelfeld der Pillen wurde weitestgehend lahmgelegt, so daß Schick kaum verwertbare Bälle bekommen hat. Hoeneß hat die Mannschaft top eingestellt und jetzt fehlt nur noch der letzte Schritt zum großen Geldtopf.

  2. fritzo62 sagt

    Medo war der absolute Gewinner, ihm gebührt der Dank.
    Der VfB riss das Spiel an sich, die Werkself ließ es zu. Tapsoba schaffte es nicht, irgendein Knie oder Knochen zu brechen, was für ein A…. , ging ohne Karte vom Platz. Wenn heute der SCF gewinnt, wird die Eintracht gegen uns nichts mehr auf den Platz bringen.

    • Jürgen sagt

      Danke @fritzo62 für dein A….! Ich hätte es nicht so freundlich formuliert.

  3. Tobi sagt

    Hey wieder vielen Dank für deinen schnellen und tollen Artikel.

    Ich finde es super, dass wir Medo und undav haben. Finde auch dass sie für viel Geld kamen, das aber auch wert waren. Ihre scorer Werte sind für das Geld schon wieder günstig eingekauft.

    Dass der VfB vorne Jungs mit solchen Werten haben ist schon sehr lange her.
    Genießen!!!

    Dennoch finde ich auch, dass die beiden in ihren Schwächen zu ähnlich sind. (Kriktik auf höchstem Niveau- toll, dass wir mittlerweile über so Feinheiten sprechen können)

    Beide sind nicht die schnellsten und das Bälle festmachen fehlt auch- guirassy war hier extrem und auch woltemade.
    Würde mir daher noch einen Stürmer wünschen der daher
    Schnell ist und Bälle festmacht.
    Achso und eiskalt vor dem Tor, kopfballstark, jung aber erfahren und natürlich günschdig ist.

    Viele Grüße an alle und Daumen drücken gegen Frankfurt!

    • fritzo62 sagt

      Hab mir den LASK angeschaut mit Kaladjic… der kann gerne zurückkommen

      • Gregor sagt

        Das Comeback von Saša für mich eine der besten Geschichten der Saison. Drücke ihm die Daumen für das Double

  4. Marcus Fichter sagt

    Ich freu mich für Medo, v.a. die erste Halbzeit war extraklasse. Chabot hat den Schick an die Kette gelegt. Einzig Hendriks hatte am Anfang Probleme.
    Während dem Spiel hab ich mich aber über Undav aufgeregt, weil spielerisch ein Totalausfall. Ich hätte ihn wohl auch ausgewechselt. Und dann macht halt doch wieder sein Tor…

    Der Trainer hat wohl den Weg gefunden, wie man Leverkusen schlagen kann.

    Jetzt gibt’s ein Endspiel in Frankfurt, ich werde vor Ort sein. Dort den Einzug in die CL zu feiern wäre fast unbezahlbar !

  5. Konny sagt

    Das war jetzt doch top. Medo Masterclass.

    Über Tapsoba reg ich mich echt in JEDEM Spiel auf, da versteh ich die Regeln nicht, weil Ball gespielt ist im Strafraum dann offene Sohle wurscht. Das muss doch dann wenigstens verwarnt werden. 🤔

    Mit gleicher Schärfe gegen Eintracht. Bitte🙏 im Kopf nicht nachlassen. Hoffenheim gegen Gladbach könnte auch ein Schützenfest werden.

    • Oleg Strassikov sagt

      Die offene Sohle war nur gemeingefährlich, die Hand an Vagnomans Gurgel dagegen kriminell.

  6. Matze sagt

    Mit so einer reifen Leistung wie gegen Leverkusen, hatte man vorher in Bremen und Hoffenheim die CL schon fest machen können. Eigentlich aber der 5 minute immer alles unter Kontrolle und einen Zug zum Tor gehabt. Könnte ich mich dran gewöhnen. Wiedem auch sei es wird ein spannendes Finale.
    Nartey gefällt mir auf der 10. Er macht das Spiel oft schnell mit Übersicht und verliert sich nicht in unnötigen dribblings.
    Vielleicht spielen wir uns jetzt ja in einen kleine Rausch angesichts der 2 Endspiele. Druck scheint der Mannschaft jedenfalls gut zu tun. :)

  7. Kann jemand Serhou in seiner damaligen Form ersetzen? Nein, sicher nicht. Und manchmal, so in Einschlaf- oder Aufwachphasen, frage ich mich schlaftrunken, wo wir wohl stehen würden, wenn er geblieben wäre. Aber ihr schreibt es ja selbst: die Mentalität zählt heutzutage bei uns. Nicht nur bei Medo, sondern eben auch bei allen anderen, Deniz und Chris und Ange voran. Oder Jamie, der mich immer begeistert, weil er einfach was probiert, sich den Ball im eigenen Sechzehner klaut und wie bescheuert in einem eigenen Konter losrennt. Könnte man dann in seinen Kopf schauen, würde da wohl in Leuchtbuchstaben stehen: Fresse halten, ich mach den jetzt!

    Man spürt, dass diese Mannschaft gemeinsam etwas erreichen will und dass die Überzeugung da ist, dass sie etwas erreichen kann. Eine Prognose für den Pokal leitet sich daraus nicht ab, aber wir werden diese Überzeugung sicher auch in Berlin sehen. Und gegen Frankfurt erst recht.

  8. drhuey sagt

    Jede Minute hat man (und der Gegner) gespürt, dass der VfB das Spiel für sich entscheiden möchte. Eine Haltung, die man gegen Hoffenheim noch vermisst hat. Das ist auch etwas der galligen Spielweise von Hoffenheim geschuldet, während Spiele gegen Leverkusen immer etwas offener ablaufen. Das liegt dem VfB ein Stück weit mehr. Frankfurt beginnt häufig sehr stark, kann das aber nicht über 90 Minuten halten. Ein Rückstand ist gut möglich, aber über die Gesamtdistanz sollte der VfB mit derselben Einstellung das Spiel ziehen können.

  9. Jochen sagt

    Die Leistung von Demirovic war sehr überzeugend. Vor allem kämpferisch. Jetzt ist er ein Mentalitätsmonster. Für dieses Spiel und die kommenden 2 gilt das (hoffentlich). Die 32 Spiele davor war er mit ein paar Ausnahmen eher abgetaucht. Aber es ist ein schnelles Geschäft. Viel überragender fand ich die Reaktion von Stiller auf das grobe Foul an ihm. Das war eine Trotzreaktion, die man selten sieht. Für mich steht aktuell Führich über allem. Wo er ist, ist Alarm! Er muss auf jeden Fall mit zur WM. Drücken wir die Daumen, dass am Samstag die CL klar gemacht wird. Und dass die Kritik an Karazor berechtigt war, hat ja das deutlich bessere Mittelfeld am Samstag bewiesen. Da war plötzlich mehr Tempo.

  10. Matthias sagt

    Ja, so einfach ist Fußball.

    Da wächst an einem Spieltag ein Spieler über sich hinaus und 4-5 andere liefern wirklich gut ab und schwupps, bist du auf Platz 4.
    Leverkusen war Gott sei Dank kein ernst zu nehmender Gegner an diesem Spieltag.
    Die wollten oder konnten nicht an diesem Samstag Nachmittag.
    Die Woche davor waren die Leistungen genau umgekehrt.

    Frankfurt wird wahrscheinlich schwieriger, da es für die um alles geht.

    Wenn wir so eine Leistung auch an zwei Spieltagen hintereinander abrufen können, ist die ganz große Bühne nächstes Jahr möglich
    Dann brauchen wir aber in fast jedem Mannschafttsteil einen Qualitätsspieler zusätzlich, um eine Runde weiter zu kommen und nicht wieder .in der Gruppenphase zu scheitern.

    Das wird jetzt erstmal ein Endspiel mit einer realistischen Chance.
    Hatte auch den blutleeren Auftritten gegen Hoffenheim und Bremen die Hoffnung schon etwas begraben…

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