“Es ging heute darum, uns zu qualifizieren für das Finale nächste Woche”, ordnete Sebastian Hoeneß die Begegnung gegen Leverkusen ein. Nach dem frühen 0:1 war allerdings zu befürchten, dass die Werkself ebenso über den VfB hinwegfegt wie eine Woche zuvor gegen Leipzig. Doch die Stuttgarter ließen sich durch den Rückstand nach 34 Sekunden von Aleix Garcia nicht aus dem Spiel nehmen. „Wir haben gezeigt, dass wir in die Champions League wollen“, war Deniz Undav sichtlich zufrieden – gerade weil dieser Willen in den letzten Spielen nicht unbedingt zu erkennen war.
Die 100.000 Euro-Frage vor dem Spiel war:
Braucht der VfB wieder einen Auslöser, um im Spiel anzukommen? Denn es hätte zu den Auftritten der jüngeren Vergangenheit gepasst, dass der VfB wieder Zeit benötigt, um im Spiel an zukommen. Trotz des Blitzrückstands hatte die Mannschaft jedoch von Anfang an die richtige Haltung im Spiel um die Millionen. Besonders auffällig dabei: Der viel gescholtene Ermedin Demirovic, alles andere als ein Publikumsjoker. Er erzielte nicht nur das schnelle und ungemein wichtige 1:1 nach Traumkombination mit Jamie Leweling und Nicolas Nartey.
Er war auch so etwas wie ein Anker in der und für die Mannschaft. An ihm konnten sich die Kollegen orientieren, der Mittelstürmer am Samstag mit den viertmeisten Metern aller VfB-Spieler, er hatte die meisten Torabschlüsse, er hatte Lust auf Zweikämpfe, die Kanten Edmon Tapsoba und Robert Andrich konnten ihn nie bremsen.
Die beste Ausgangsposition vor dem 34. Spieltag im Kampf um die Millionen der Champions League hat nun der VfB: Ein Sieg gegen die krisengeschüttelten Frankfurter und der VfB ist in der Königsklasse – parallel darf Hoffenheim in Gladbach nicht so hoch gewinnen, dass die Kraichgauer die fünf Tore Differenz zum VfB aufholen. Dass die Borussia zum Telefonjoker wird, sollten wir jedoch nicht erwarten. Sie treten derzeit so desolat auf, ihnen ist fast alles zuzutrauen.
Der VfB hat noch nichts erreicht, sollte die Eintracht nicht unterschätzen und das Pokalfinale gegen München muss erst recht aus den Köpfen. Eins nach dem anderen, von Spiel zu Spiel denken. Mit der Einstellung und Aufstellung gegen Leverkusen sollte der VfB den Dreier in Frankfurt ziehen können, denn es ist keine 50:50-Frage, dass die SGE sich wieder zu einer launischen Diva entwickelt hat.
Beim VfB jedoch scheinen neben Demirovic rechtzeitig entscheidende Spieler wieder in Form zu kommen:
Jeff Chabot nach seinem Hänger mit einer sehr guten Leistung, Max Mittelstädt nicht nur auffällig wegen seines super-coolen Elfers, er muss ebenso mit zur WM wie Chris Führich (mit seinem 200. Pflichtspiele für den VfB), der seit Wochen wieder in seiner Prime ist.
Auch wenn Frankfurt im Moment für den VfB absolut schlagbar ist: Es ist eine gute Mannschaft und es braucht mindestes so eine Leistung wie gegen Leverkusen, um das finale Millionenspiel für sich zu entscheiden.
Zum Weiterlesen:
Medo, der Mentalitätsspieler: Wie Demirovic Mitspieler und Publikum mitriss.
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