Ich gehe mit Hoffenheims Trainer Christian Ilzer mit, der nach dem Spiel sagte, ein Spiel gegen seine Hoffenheimer würde keinen Spaß machen. Die TSG ist mir egal, aber ich musste mich trotzdem ziemlich aufregen im Stadion.
Darüber, dass Hoffenheims Albian Hajdari hätte Gelb-Rot sehen müssen, nach zwei Fouls innerhalb von 90 Sekunden. Anstatt dessen sah Tiago Tomàs eine Verwarnung, weil er einen Freistoß zu früh ausführte. Darüber, dass Tim Lemperle über 90 Minuten seine Gegenspieler treten und umrempeln konnte, ohne verwarnt worden zu sein (Süddeutsche Zeitung: „In erster Linie war er Wrestler, Ringer und Rempler“). Anstatt dessen bekam Angelo Stiller eine gelbe Karte, weil er genau darauf hinwies.
Darüber, dass der Unparteiische Daniel Siebert einen Schiedsrichterball wiederholen ließ. Anstatt dessen hätte er genau so konsequent das provokante Zeitspiel von Oliver Baumann unterbinden müssen, der bei Abstößen lange gestikulierte, sich dann im Schritt kratzte, Gras aus seinen Stollen klopfte und in aller Ruhe noch einen Schluck trank. Darüber, dass Deniz Undav schon wieder im Abseits war, wieder mit der Schulter. Eine ähnliche Situation gab es von Nikolas Nartey gegen Bayern München. Ist das Pech oder muss der VfB diese Art von Standards besser trainieren?
Am meisten regte ich mich aber auf, dass der VfB die wenigen Chancen nicht nutzte (looking at you Tiago!) und dass von Sebastian Hoeneß zum Ende des Spiels kein Signal kam, dieses Spiel unbedingt gewinnen zu wollen. “Des musch g’wenna!“, sagte beim Rausgehen einer zu seinem Kumpel. Kann ich nur zustimmen. Wer ein Spitzenteam sein will, muss dieses Spiel gegen einen direkten Konkurrenten gewinnen.
Dieser direkte Konkurrent spielte clever, foulte viel und war unangenehm, schoss aber nur ein halbes Mal aufs Tor. Es ging ihnen mehr ums meckern, rempeln und treten und darum, dem VfB das Spiel zu vermiesen.
Einer, der sich dafür besonders eignet, ist Grischa Prömel. Er will in Stuttgart immer zeigen, wie gut er eigentlich ist, nachdem der Esslinger es nicht zum VfB, sondern nur zu den Kickers, Karlsruhe und Hoffenheim gebracht hat. Dabei wollte ihn Sven Mislintat mal verpflichten, aber er ging letztlich lieber in die Provinz. Schon passend, denn sein Spiel ist irgendwie provinziell. In der Begegnung in Stuttgart blieb er unauffällig, seine besten Szenen hatte er, wenn er sich beim Schiedsrichter beschwerte. Aber schon richtig: Diese Art von Spieler hat man lieber in der eigenen als in der gegnerischen Mannschaft.
Aber haken wir das Spiel ab, bevor ich mich wieder aufrege. Denn der VfB hat ein hervorragendes Halbjahr hingelegt:
Platz 6, Viertelfinale DFB Pokal, Europa League so gut wie sicher in den Play-offs, mit allen Chancen für die direkte Qualifikation fürs Achtelfinale. Unnötige Niederlagen wie das Last-Minute 1:2 gegen Hamburg und das 0:1 in Istanbul sollten aber im ersten Halbjahr 2026 vermieden werden. Auch auf einen Zusammenbruch wie gegen Bayern sollte verzichtet werden und auf Passivität und Einfallslosigkeit wie zum Start gegen Union und Freiburg.
Um die Champions League-Plätze anzugreifen – nur drei Punkte Rückstand – sollte der VfB weniger lange Bälle spielen und wenn doch, die zweiten Bälle gewinnen. Das ist ein geeignetes Stilmittel, wenn man das Pressing aushebeln will. Aber wenn sich die Mannschaft nach vorne kombiniert, ist dies deutlich vielversprechender. Zu sehen eben gegen Hoffenheim – das braucht es aber mehr Konsequenz und Präzision im letzten Drittel. Und ein bissle Glück mit Undavs Schulter.
Alle beim VfB bekamen am Samstag aber zu Recht ihren Applaus für das letzte Halbjahr, eigentlich für das ganze Jahr 2025 mit dem Pokalsieg als Höhepunkt. Das Wort zum Sonntag sprach dann Bjarne vom Commando Cannstatt: „Vor zwei, drei Jahren waren wir auch immer da. Aber wenn wir zurücklagen, war schon klar, eigentlich kannst du nach Hause gehen. Diese Zeiten sind lange vorbei. Heute können wir sagen, da steht eine richtige Mannschaft auf dem Platz, die immer an sich glaubt, auch wir haben immer das Gefühl, die Dinger drehen zu können. Nächstes Jahr machen wir genau da weiter!”
Zum Weiterlesen:
Rund um den Brustring sieht den VfB „an der Schwelle nach ganz oben“.
Die Süddeutsche Zeitung meint in Bezug auf die Abseitstore von Undav, “die Millimeter, die regulär von nicht regulär unterscheiden, (sind) als stellvertretend betrachten für jene Tabellenregion, in der es sich der VfB gerade bequem zu machen beginnt“
Bilder: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images, Enzo (Artikelbild)



Fand das Spiel diesmal ziemlich anstrengend, weil beide Mannschaften sich im Mittelfeld weitgehend neutralisiert haben, was zu vielen Ballverlusten geführt hat. Weder Hoffenheim noch der VfB hat gezeigt das es für die Champions League reicht, wer das Topspiel am Samstag Abend gesehen hat weiß was ich meine.
Dennoch bin ich mit unserer Platzierung voll zufrieden, und wenn wir den Punkteschnitt einigermaßen halten, dann werden die Unsrigen mit 58 – 60 Punkten die Saison beenden, was wohl für das internationale Geschäft reichen sollte.
Zu Hoppelheim, Prömmel und dem Schiri ist hiermit alles gesagt. Es gab Zeiten, da hast Du solch ein Spiel noch verloren.
Ein weiteres sehr gutes Jahr geht nun zu Ende. Und wieder bin ich sehr zufrieden. Wie eigentlich seit dem Aufstieg.
@abiszet @buzze
Macht weuter so, es macht wahnsinnig Spaß hier zu lesen und zu schreiben.
Euch und auch allen anderen, dem VfB, den Fans wünsche ich frohe Weihnachten und schöne Feiertage.
Liebe Grüße Marcus
Toller Kommentar Andreas, dem ich gerne beipflichte. Über Daniel Siebert ist eigentlich schon alles gesagt und man kann nur hoffen dass der DFB dann so einem Schiri auch mal eine gewisse Auszeit “gönnt”.
“Des kannsch ned gwenna, wenn so Pfeife pfeift…” muss man eigentlich sagen.
Der DFB wäre auch gut beraten mal über das Thema Abseits nachzudenken, siehe Wenger-Regel. Warum ist ein Spieler mit einem Körperteil mit welchem er gar kein Tor erzielen darf im Abseits ? Wo ist da für ihn der Vorteil ? Deniz Undav war sowohl gegen Bremen als auch gegen Hoffenheim mit den Füssen auf gleicher Höhe bzw. sogar hinter dem Gegner, ergo er hat denselben Weg zur Torlinie (oder gar mehr). Hier mit einer selbstgebastelten Linie zu kommen die quasi in jedem Spiel irgendwie anders aussieht und angelegt wird, ist nur noch lächerlich.
Man geht ins Stadion weil man Tore sehen will und keine mit dem Geo-Dreieck berechneten MM-Abseitseintscheidungen.
Ich wünsche unserem VfB dass er gut erholt und gestärkt aus der kurzen Pause rauskommt und dann im neuen Jahr mit frischem Elan wieder angreift und sich weiterhin in der Tabelle oben etabliert oder noch besser nach oben bewegen kann. Es ist so manches möglich. Man kann auch nur Wünschen dass dann mal alle Protagonisten an Bord sind, auch die Langzeitverletzten und SH aus dem Vollen schöpfen kann.
Euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr, verbunden mit Gesundheit und Erfolg für jeden Einzelnen als auch unserem VfB – for ever !
Danke @Abiszet und @Buzze für diese Super VfB Seite, für all die Emotionen , Hintergründe und Euer Fussballwissen.
Allen hier schöne besinnliche Weihnachten und einen schönen Jahreswechsel mit der Hoffung auf Gesundheit und VfB Erfolge.
Unterm Weihnachtsbaum liegt ja schon das erste Geschenk für die Rückrunde mit Jetemy Arevalo.
Da lässts sich doch träumen …
Das einzig Gute am 0 zu 0 gegen SAP ist, dass es diesen Text oben gibt. Für mich hast du das Spiel heute gedreht, auch wenn es keine Punkte für den VfB gibt.
Vielen Dank für eure Beiträge in 2025 und macht bitte weiter so.
Liebe Grüße, Fahne
Ich mag keine Mannschaften, deren Geschäftsmodell es ist, das Spiel des Gegners zu zerstören, und das teilweise mit sehr unfairen Mitteln. Wie armselig ist es für einen Verein und einen Trainer mit einem solchen Konzept in der Bundesliga unterwegs zu sein und kein Aufsteiger zu sein. Es wäre wohl halb so schlimm, wenn ein Bundesliga-Schiedsrichter nicht überfordert oder parteiisch wäre und diese Aktionen konsequent bestraft. Wenn man Hoppelheim zuschaut, fragt man sich: Was wollen die eigentlich? Dass eine Mannschaft, die so Fussball “spielt”, auf dem 5. Platz steht, spricht nicht für due Qualität der Bundesliga. Insofern war der Samstag eine einzige Enttäuschung, wenn der VfB nicht in der Lage ist gegen diesen Gegner zu gewinnen. ABER: ich bin ganz offensichtlich Fan einer Mannschaft, die ein Konzept verfolgt. Wenngleich man darüber streiten kann, ob wir nicht noch andere Spielertypen brauchen, die mehr dieser sauber vorgetragenen Angriffe veredeln. Und da würde ich ab dem letzten Pass ansetzen. 2025 war saisonübergreifend ein sehr gutes VfB-Jahr und, dass wir jetzt auf so einem Niveau herummäkeln dürfen, ist doch für die leiderprobte Schwaben-Seele, pures Gold.
Zum Jahresende noch ein grosser Dank an die Verfasser dieses Blogs! Jedes Wochenende so treffsicher, konstruktiv und im Ton (meist ;)) versöhnlich zu kommentieren, ist grosse Klasse.
Kudos auch an alle Kommentatoren, macht Riesenspass!
Hallo vfb-Fans
Zunächst mal auch von mir grosses Lob an @abiszet und @buzze. Eure Kolumne versüßt mir jede Woche. Weiter so. Ihr seid subbr.
Wenn wir schon beim Schwäbisch sind:
“Des Spiel hätt Mr gwinne müsse”: Ja stimmt. Das lag aber nicht an Pfeife Schlager sondern an der Harmlosigkeit im Abschluss des VfB. Thomas muss den reinmachen. Auch gegen Bremen hat er freistehend das Stadiondach getroffen. Wo isch dr Kerle mitm Kopf? Renna,renna, ins Tor nei haue, no net nachm Marktwert schaue.Körpersprache von Tomas wirkt lustlos. Die Auswechslung von SH kam mir deutlich zu spät.
Wenn Arevalo einschlägt mischen wir in der Rückrunde die BL auf.
Die Leistungsdichte der Plätze 2 bis 6 in der Tabelle ist sehr nah beieinander. VfB wieder CL.
Hoppelheim-Wrestlingtruppe gehört eigentlich auf Platz 12.
Schöne Weihnachten euch allen und ein tolles VfB-Jahr 2026. VfB, ich liebe dich 🥰
Pardon, aber so spielt man, wenn man sich in Gedanken bereits an einem Südsee-Strand in der warmen Sonne räkelt und mit dem Erreichten, nehmt alles nur in allem, zufrieden ist. Zufriedenheit ist aber ein für hochbezahlte Profis verbotener (toxischer) Zustand. Außerdem: Wenn man gegen zehn „Grischa Prömels“ spielt, weiß man doch, was einen erwartet und stellt sich entsprechend darauf ein.
Apropos: Warum kommen die reizendsten Kicker der Liga, die Schlotterbecks und die Prömels, alle aus derselben Ecke? Lernt man in Esslingen und in Waiblingen vor allem, wie man von fußballerischen Unzulänglichkeiten durch Knochenjagd und Großmäuligkeit ablenkt?
Sebastian Hoeneß ist, nehmt auch hier alles nur in allem, der beste Trainer der Liga: mit dem Kader, mit den Abgängen (und manchmal auch Zugängen), Jahr für Jahr eine Mannschaft zu formen, die, wenn sie denn wollte (und manchmal auch will sie ja tatsächlich), ganz oben mitspielen könnte, ist meisterlich und der VfB sollte ihm sehr bald (bevor Schweinchen Schlau, „das Eberl“, doch noch anklopft) ein Angebot für die nächsten Jahre machen, das er einfach nicht ablehnen kann. In diesem Sinne: Frohes Fest und auf ein Neues 2026!
Nun ist es endlich soweit, die heilige Zeit steht vor der Tür, kommt gut und wohlbehalten
durch die Weihnachtszeit und ins neue Jahr. Ich freue mich schon auf neue Geschichten
vom Vertikalpass und auf interessante Diskussionen mit den Forenusern.
Hi Ronny
Wünsche ich dir auch.
Achim aus Block 3b,Reihe 25, Platz 27
Auch wenn ich ein wenig spät dran bin: Herzlichen Dank an den Andreas, den ich von seinen Zeiten im Handball noch gut kenne.
Hoffenheim hat etwas gemacht, was ihnen den (unverdienten) Punkt gebracht hat: Das VfB-Spiel nachhaltig zu stören mit im wahrsten Sinne des Wortes allen Mitteln. Unterstützt durch einen doch etwas einseitigen Schiedsrichter. Leider. Trotzdem oder deshalb war deren Konzept richtig für eine technisch und spielerisch unterlegene Mannschaft. Mich hats gewaltig geärgert. Allerdings werden solche Spiele im neuen Jahr noch häufiger auf uns zukommen. Da wird sich der Trainer was einfallen lassen (müssen).
Andererseits macht das auch den Reiz des Fussballs aus, wenn eine doch unterlegene Truppe die vermeintlich Besseren nachhaltig ärgern kann.