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Wäre es ohne Champions League eine erfolgreiche Saison?

Achtelfinale Europa League, zum zweiten Mal in Folge im Finale DFB Pokal, viele begeisternde Spiele, zum dritten Mal nacheinander geht’s auf die Reise. Ein Fußball, der Spaß macht. Der ligaweit und international respektiert wird. Viele Spieler, die weiterentwickelt wurden: Auch im dritten Jahr nacheinander setzt der VfB seine positive Entwicklung fort – und das, nachdem im dritten Jahr nacheinander Leistungsträger verkauft wurden.

Aber:
Wäre es auch eine erfolgreiche Saison, wenn sich der VfB nicht für die Champions League qualifiziert?

Fabian Wohlgemuth beantwortet die Frage ganz einfach:
„Wenn das i-Tüpfelchen, die Champions League, dazu kommen würde, dann wäre es keine sehr gute Saison, sondern eine absolut überragende Saison.”

Der VfB ist sicher für die Europa League qualifiziert, ein Wettbewerb, der dem VfB gut zu Gesicht steht. Gegner auf Augenhöhe mit einer realistischen Chance, die K.o.-Runde zu erreichen. Wäre es für die sportliche Entwicklung nicht sogar besser, den „kleineren“ internationalen Wettbewerb zu spielen? Also eher kleine Schritte statt womöglich in die Champions League Falle zu tappen?

Dem gegenüber stehen die riesige Reputation der Champions League und natürlich die deutlich höheren Einnahmen, die sich in die Weiterentwicklung des Kaders investieren ließen. Mit dem wichtigsten Club-Wettbewerb könnte der VfB attraktive Spieler anlocken – und Akteure mit Ambitionen besser im Club halten. Das gilt für Spieler wie Angelo Stiller, Bilal El Khannouss oder Ramon Hendriks ebenso wie für den Trainer Sebastian Hoeneß.

Der Sport-Boss des VfB sieht schon jetzt die Ziele des VfB „übererfüllt“. Ist das Wohlgemuths ehrliche Einschätzung oder will er Druck von Mannschaft und Trainer-Team nehmen? Denn natürlich ließe sich mit den Champions League-Einnahmen der ganze Club weiter auf hohem Niveau stabilisieren.

Ob 1984, 1992 oder 2007:
Zum VfBsein gehörte bisher stets, dass nach einem großen Erfolg der Einbruch folgte. Unter Hoeneß und Wohlgemuth und Alex Wehrle ist das nicht mehr so. Mit Champions League Einnahmen würde es natürlich leichter fallen, den bisherigen Weg weiter zu gehen.

Fazit:
Die Europa League passt womöglich besser zum VfB, aber für die Weiterentwicklung des Clubs wäre die Champions League enorm wichtig. Nach der stabilen Saison würde ich es als Enttäuschung sehen, die Champions League zu verpassen. Und ganz ehrlich: Wer will denn, dass Hoffenheim in der Königsklasse spielt?

Zum Weiterlesen:
Das 1:1 gegen Bremen ist für die Champions League-Ambitionen des VfB zu wenig. Aber die Spieler waren eben genauso müde wie ich.

Bild: Alex Grimm/Getty Images


Sollte der VfB die Champions League verpassen – das wäre endgültig das Comeback des schwierigen Umfelds, oder?
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9 Kommentare

  1. drhuey sagt

    Sehe ich alles ganz genauso. Noch vor ein paar Jahren, musste man auch annehmen, dass die Mehreinnahmen aus einer CL-Teilnahme in Spieler ohne Knie oder italienienische Alt-Stars investiert werden, die gefühlt ihre letzten Highlights in den 70ern setzen konnten. Das ist jetzt alles komplett anders und deshalb würde ich mich sehr freuen, wenn es sportlich auch noch eine Nummer zu gross erscheint, wenn die CL-Teilnahme glückt. Durch diese Einnahmen und dem Kassenbestand könnte man substanzielle Upgrades im 20m+ EUR Bereich tätigen, die die Mannschaft weiterbringen. Zudem bekäme SH mehr an die Hand für seine Spielweise, die halt bis zum gegnerischen Strafraum gut aussieht, aber wenig zwingend ist.

  2. Jochen sagt

    Es ist erstaunlich wie sich beim VfB und viele im Umfeld downsizen. Anders gefragt: wäre mit dieser guten Saison eine CL Teilnahme leicht möglich gewesen? Eindeutig ja. Man denke nur an die verschenkten Punkte in Hamburg oder Mainz. Gestern habe ich im Stadion keine Mannschaft gesehen, die unbedingt etwas erreichen wollte. Ja wir können alle zufrieden sein. Es ist nicht selbstverständlich erneut unter die Top6 zu kommen. Und ja, die Europaleague passt gut zu uns. Es ist halt ärgerlich, dass mehr möglich gewesen wäre. Ich vermisse da schon eine Gier.
    Nach der Saison wird sich eh im Kader viel verändern. Eventuell auch auf der Trainerbank. Darauf muss sich der Verein zumindest einstellen. Und die Fans auch. Bringen wir diese Saison mit Willen und Engagement zu Ende und schauen, zu was es reicht. Das Fundament für eine Weiterentwicklung ist gelegt. Mit oder dann ohne Herrn Hoeneß falls Real oder Liverpool ernst machen.

  3. Hobbycamper sagt

    Ich bin da hin- und hergerissen. Keine Frage, klar wäre die CL nicht nur attraktiver sondern auch finanziell eine ganz andere Hausnummer. Nur, wenn mögliche Mehreinnahmen nicht in die Mannschaft investiert werden (Spieler anlocken die sofort eine Verstärkung darstellen und nicht nur wie in den letzten Jahren nur Azubis holen), dann bleibt vermutlich die Erkenntnis “ausser Spesen nichts gewesen”.
    Aus sportlicher Sicht gesehen ist die Wahrscheinlichkeit erfolgreich zu sein in der EL einfach realistischer. Mir ist mein VfB zu schade um in der CL von den Großen einfach aufgefressen und vernascht zu werden, da können wir mit diesem Spielermaterial einfach nicht mithalten.
    Um die Frage zu beantworten, ich tendiere eher zur EL und hoffe da möglichst lange dabei zu sein, insofern wäre die Saison mit dem erneuten Erreichen des Pokalfinales und dem bereits gebuchten Ticket für die EL schon sehr erfolgreich. Sollte es am Ende doch noch zur CL reichen, freue ich mich selbstverständlich genauso, meine Erwartungen sind dann logischerweise eher gedämpft, schau’n mer mal….

    • Hessoschwabe sagt

      Genau so! Mindestens ein halbes Dutzend von stargespickten Clubs in der CL hauen dich nach belieben aus dem Stadion. Und dann mindestens nochmal so viele Clubs, die in der Lage sind diesen Starclubs defensiv Parole bieten zu können und gegen die wir in 10 Halbzeiten kein Tor zustande bringen würden. D.h., wenn’s gut für uns läuft überstehen wir die Ligaphase mit ach und Krach durch Siege über Qarabag, Pafos FC oder Qairat.

      Nee nee, dann lieber mit Karacho in der EL angreifen und mehr als Staffage sein.

  4. Marcus Fichter sagt

    Wenn man ein Ziel schon erreicht hat und die Chance auf ein noch größeres Ziel hat, dann will man das auch erreichen. Sonst hat man m.E. den Beruf verfehlt.

    Leider ist S. Hoeness der Sachverhalt auf die Füße gefallen, der jungen Mannschaft den Freitag freizugeben und die sind allesamt bis Freitags morgens in der Schankstelle den Finaleinzug feiern gewesen. So schnell wird er diesen Fehler glaub ich nicht mehr machen.
    Die Bayern hätten abends eben ein Bier getrunken und hätten sich dann schon auf die nächste Aufgabe konzentriert…soviel zur Professionalität.

    Es ging nicht nur mir so, ich habe eine gewisse geistige Frische gegen Bremen vermisst. Hat man das Spiel doch auf die leichte Schulter genommen ? Man hatte ja schon das Hinspiel 0:4 gewonnen. Man weiß es nicht.

    Fakt ist, man hat zwei Punkte verschenkt, insgesamt ist aber nicht viel passiert, denn man kann es alleine noch richten. Von den verbleibenden drei Spielen müssen wohl zwei gewonnen werden, idealerweise in Hoffenheim und gegen die Pillen.

    Ach eins noch…gestern hat wohl jeder gesehen warum ein Chema derzeit nicht in die Anfangself gehört. Zagadou auch noch weit weg von seiner Bestform. Assingnon unglücklich. Einzig Mittelstädt und Jaquez gewohnt sicher.

    Stiller ( hier fehlte die geistige Frische ) nicht wie gewohnt bestimmend, Chema sehr unsicher und fahrig. Und in der Offensive war nur El Genuss gut. Leweling und Undav ( s. Stiller ).
    Mit Führich wurde es dann wieder besser.

    Also Leute, lasst uns am Samstag im Heimspiel in Hoffenheim 3 Punkte holen. Evtl. verliert Leverkusen daheim gegen Leipzig, dann sieht die Welt schon wieder besser aus !

    Schöne Woche an alle

  5. Ronny sagt

    Natürlich ist die Europa League ein Erfolg, weil ich im Vorfeld sowieso nicht mit der Champions League gerechnet habe. Meine Prognose waren 58 – 60 Punkte, und die könnten sogar leicht übertroffen werden, ob es dann für eine Teilnahme an der CL reicht werden wir sehen, und noch haben wir das gegen Hoffenheim und Leverkusen in der eigenen Hand.

  6. bacardihardy sagt

    Dem obigen Fazit stimm ich voll zu.
    Kann mir auch gut vorstellen, dass der VfB die
    2 nächsten Spiele gewinnt und die Championsliga klar macht.
    Das einzige Problem das ich sehe, der VfB kann nicht mit Geld umgehen und das Scouting ist auch nicht auf dem Niveau von Leipzig oder Leverkusen.
    Eigentlich ist es offensichtlich, dass vorne ein oder 2 grosse kopfballstarke Stürmer fehlen.
    Eckbälle sind doch bei uns verschenkt.

    • Hobbycamper sagt

      Die Frage die sich wohl viele stellen, warum verpuffen bei uns die Standards so wirkungslos ?
      Sicherlich ist ein möglichst großgewachsener und kopfballstarker Stürmer ein Aspekt. Der andere für mich derzeit viel wichtigere Aspekt ist die Art der Ausführung. Eckbälle werden meistens auf den 2. Pfosten (oder darüber hinaus) mit einem Abstand von ca. 1 Meter zur Torauslinie gezogen. Der Ball muss von dort erstmal wieder in Richtung Tormitte zurückgeköpft werden und da steht dann…der Gegner.
      Warum werden die Bälle nicht auch mal etwas vom Tor weggezogen, so in etwa auf die 5-Meter-Linie ? Das macht z.B. Dortmund und Freiburg ganz gut und da rauschen dann Spieler wie Schlotterbeck und Ginter ran und wuchten das Ding auf’s Tor. Diesen Part könnten bei uns derzeit Chabot und/oder Hendriks ganz gut ausfüllen. Zudem müssen die Eckbälle mit mehr Schnitt und schärfer kommen, meistens sind es irgendwie so Bogenlampen wie bei den Flanken von außen auch. Die kann jede BL-Mannschaft gemütlich wegverteidigen.
      Insofern ist schon auch mal die Frage erlaubt, was trainiert eigentlich der Trainer für Standards so die ganze Woche über mit den Jungs ?

  7. Felix v. Lewinski sagt

    Sehr viel Richtiges im Artikel und von den Vor-Kommentatoren. Im Spiel war sowohl die letzte körperliche als auch geistige Frische zu vermissen.
    Bei den nun geäußerten Zielen muss man m. E. zwei Dinge unterscheiden:
    Muss man die Spielzeit als insgesamt enttäuschend bewerten wenn die CL Quali nicht geschafft wird? Darauf wollen sich weder Wohlgemuth noch Hoeneß einlassen. Doch andererseits hat Hoeneß es richtig formuliert: jetzt wollen wir Platz vier sichern. Und ich denke die Gier von Trainern und Spielern ist schon da. Wenn auch nicht ganz so extrem wie bei beim FCB.
    Und wir haben Baustellen in der Mannschaft. Die m. E. prägnanteste im Sturmzentrum. Medo macht hier und da seine Tore und läuft und arbeitet viel, doch er ist für eine Mannschaft mit Ambitionen keine hinreichend qualitative Besetzung. Zuviele verlorene Zweikämpfe, spätestens wenn er gedoppelt wird ist der Ball weg. Um einen Stürmer verpflichten zu können der direkt hilft und weder Lehrling noch zweitklassig ist sind Gelder sowie Reputation der CL nun mal erforderlich. EL ist vom her Level besser geeignet, doch die Ambitionen zur CL sollte man im Profigeschäft unbedingt haben, wenn man in einer Situation ist wie derzeit der VfB.

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