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New Kids on the Blöckle

Boybands haben beim VfB Tradition: In den 90ern hießen sie „Das magische Dreieck“, Anfang dieses Jahrtausends feierte eine Gruppe namens „Die jungen Wilden“ große Erfolge. Sie begeisterten tausende Fans und Zuschauer und brachen mindestens so viele Herzen.

Boybands sind beim VfB ein echtes Phänomen, denn sie bedienen die Sehnsucht, sich wieder mit einer jungen, motivierten, womöglich selbst ausgebildeten Truppe identifizieren zu können, der man auch Fehler zugesteht und verzeiht. Die aktuellen New Kids On The Block beim VfB heißen Mangala, Coulibaly, Klimowicz und Silas, kurz MC-KS (gesprochen: Em-si Kay-es). Wären Zuschauerinnen und Zuschauer im Stadion erlaubt: MC-KS wären der Garant für fliegende Teddys und BHs, Kreischalarm und ohnmächtige Fans. Denn im Vergleich zu den atemberaubenden Choreografien von MC-KS wirken selbst die Mitglieder des magischen Dreiecks wie Grobmotoriker.

Aber warum sind die neuen VfB-Posterboys eigentlich so erfolgreich? Wir stellen euch die Bandmitglieder vor, nichts fällt ihnen leichter als cool zu sein:

Orel Mangala
Der junge Belgier spielt schon im dritten Jahr beim VfB, ist aber auch gerade mal 22 Jahre alt. Er gibt den Takt vor, ist der Rhythmus-Präsident der Band, zieht das Tempo an und drosselt es, wenn notwendig (also eigentlich nie). Er steht meist im Zentrum der Band, steuert die Einsätze und gibt Vorlagen für Improvisationen seiner Mitstreiter. Als Bandleader sagt er: „Wir wollen gemeinsam (eine) Geschichte schreiben!“

Tanguy Coulibaly
Er ist für die wilden Soli und die unglaublichsten Moves zuständig, alleine vom Zusehen bekommen seine Fans Puls und fangen vor dem Fernseher an zu schwitzen. Wie müssen sich seine Gegenspieler erst fühlen? Mit einem gigantischen Trommelwirbel jagt er an ihnen vorbei. Er kennt nur One Direction – zum Tor! Ob ihm dabei einer, zwei oder drei Gegenspieler im Weg stehen: Es kümmert den 19-jährigen nicht!

Silas Wamangituka
Er drückt die Gegner an die Wand wie ein ohrenbetäubendes Beatgewitter. Nach irren Übersteigern ruft er dem Gegenspieler „take that“ zu und der sieht dann nur noch die Hacken von ihm. Kaum einer ist so derbe im Game wie Silas. Er ist ein virtuoser Meister der Riffs, sein gigantischer Ball of Sound ist einmalig in der Bundesliga. Nach sieben Treffern in elf Partien nennen ihn manche Fans schon „Ja-Mann!-Gituka“.

Matteo Klimowicz
Charakteristisch für Boybands ist die stereotypische Besetzung: Coulibaly ist der Rebell, der Sunnyboy ist Silas, den Lässigen mimt Mangala. Und Klimowicz ist der Schüchterne, wenn es nach seinem verschmitzten Lächeln geht und nach seinem sanften Blick. Am Anfang seiner Zeit in Stuttgart wirkte er noch wie der Gewinner eines Bad Hair Day-Wettbewerbs, manchmal schien es so, als ob er sich erst den Schlaf aus den Augen spielen musste. Mittlerweile fetzt der über die Bühne Bundesliga, belohnt sich aber noch viel zu wenig für seinen Einsatz.

Der heimliche fünfte Mann ist Borna Sosa. Lange hielt man ihn für einen kroatischen Schmusebarden mit viel Gefühl, aber wenig Kontrolle. Doch mittlerweile schlägt der 22-Jährige andere Töne an. Sein neuer Stil: melodiöser und dennoch temporeicher Adria-Surfpunk. Unwiderstehlich!

Wenn es mehr in Richtung Rock’n’Roll gehen soll, rückt als weiteres Mitglied Sasa Kalajdzic in die Band: Der Österreicher ist ein echter Überraschungs-Hit. Nach seinem Kreuzbandriss schien die Bundesliga zunächst einen Nummer zu groß für ihn zu sein. Nach drei Toren in drei Spielen war er auf der Jagd nach Fredi Bobics Startrekord – im Moment spielt er in der Mannschaft aber nur die zweite Geige.

Zur Zweitbesetzung gehören derzeit Roberto Massimo, Li Egloff, Darko Churlinov und Momo Cissé. Sie springen ein, wenn einer der Bandmitglieder eine Pause benötigt. Mit besonderen Auftritten sind sie noch nicht aufgefallen. Aber das muss nichts heißen, schließlich spielte auch Coulibaly letzte Saison noch in der fünften Liga.

Nächste Woche:
Der Shouter im Strafraum: Wie Gregor Kobel die Heavy Metal Dreierkette anheizt.
Stay tuned!

Zum Weiterlesen:
Der Torjubel von MC-KS in der Süddeutschen Zeitung
„Mit ganz breitem Brustring“ von 11Freunde.

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4 Kommentare

  1. Mach weiter so!
    Ich lese mir gerne deine Texte durch.
    Sie sind lustig und sonst fällt der VfB ja leider nicht so richtig in den Medien auf, außer wenn man mal den BvB verarscht.
    LG Jan

  2. Samir Mesic sagt

    Ich finde es schade das ein Endo nicht die Aufmerksamkeit in den Medien bekommt !
    Er ist der Dreh und Angelpunkt in unserem Spiel, und liefert Woche für Woche eine TOP Leistung ab

    • @abiszet sagt

      Absolut richtig! In der ersten Textversion war er mit drin:
      „Der heimliche fünfte Mann ist Wataru Endo. Er sorgt für die Statik in der Band, ist das Metronom und für die Harmonie von Defensive und Offensive zuständig. Aber das Bandleben ist ihm zu anstrengend, dafür ist er zu sehr Familienmensch.“
      Aber dann machte mich Sebastian drauf aufmerksam, dass Sosa unbedingt zur Boyband dazu gehört … und Endo fiel raus, wobei er sowieso kein Boy mehr ist :-)

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