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Anspruch und Wirklichkeit

„Sind wir schon im Alarmmodus?“, fragte Sport-Vorstand Fabian Wohlgemuth nach dem 1:2 auf St. Pauli. Angesichts der Zahlen total berechtigt: In 2026 sind sogar Dortmund (16) und Hoffenheim (15) besser als der VfB, der lediglich 13 Punkte (vier Siege und je ein Remis und eine Niederlage) erspielte – genau so viele wie Abstiegskandidat Mainz 05! Was stimmt denn nicht mit dem VfB? Der Anspruch des VfB muss sein: Alle Spiele zu gewinnen. Und nicht nur irgendwie, sondern überzeugend. Am besten deutlich. Vor allem gegen Clubs, die am Boden liegen wie St. Pauli. Die sind quasi mit dem letzten Aufgebot angetreten. Mit Jackson Irvine, der 90 Minuten verletzt spielte und wenn man genau hinsah, eigentlich nur humpelte. In 90 Minuten machte er mehr Meter als Bilal El Khannouss („Jungstar angezählt!“), der gerade mal ein paar Spiele vom Afrika-Cup in den Beinen hatte und das Ding nicht mal gewinnen konnte. An Irvine sollten sich die VfB-Spieler ein Beispiel nehmen. Der breite Kader ist eine Wohlfühloase! Die Wirklichkeit ist: Der VfB hat nur vier von sechs Bundesligaspielen in …

Okay, ich bin schwierig.

Ja, ich gehöre ganz offensichtlich zu dem berüchtigten „schwierigen Umfeld“ des VfB Stuttgart. Weil ich mehr als zwei Punkte nach vier Bundesligaspielen gegen Mainz, Bayern, Freiburg und Düsseldorf erwartet habe in dieser Saison. Und mehr als planlosen Angsthasen-Fußball. Weil ich vom Trainer und dem Team eine Spielidee erwarte – mit einem Kader, der mit 30 Millionen aufgerüstet wurde und der mehr Möglichkeiten bietet als in der zurückliegenden Runde. Okay, ich bin schwierig. Weil ich mir mehr vorgestellt habe als in der Offensive auf das Prinzip Zufall zu setzen und auf mehr gehofft habe als auf lange, hohe Bälle in die Nähe von Mario Gomez . Wahrscheinlich bin ich sogar extrem schwierig, weil ich mir tatsächlich erhofft hatte, dass Tayfun Korkut seinen Underdog-Fußball nicht auch noch gegen Gegner auf Augenhöhe wie Mainz, Freiburg und Düsseldorf spielen lässt. Weil ich erwartet habe, dass er nicht immer  die gleichen Spieler aufstellt, sondern die Optionen nutzt, die ihm Michael Reschke mit den frühen Sommertransfers gegeben hat. Zumal in der Vorbereitung genug Zeit vorhanden war, mit dem nahezu kompletten Kader …