Das zweite Pflichtspiel des Jahres und das zweite Mal ging es gegen einen Champions League Teilnehmer. Nach den Pillen aus Leverkusen ging es gegen die Adler aus Kultfurt. Und natürlich war nach dem 4:1 die schwäbische Laune ausgezeichnet und die Erwartungshaltung ambitioniert.

Wer gedacht hatte, Sebastian Hoeneß würde für das zweite Spiel in vier Tagen hart rotieren, irrte gewaltig. Hoeneß, der in dieser Saison bekanntlich auch schon mal auf zehn Positionen tauschte, brachte mit Ermedin Demirovic nur einen einzigen neuen Spieler in die Startelf.

Also fast das gleiche Team, aber ein ganz anderer Auftakt als am vergangenen Samstag. Der VfB war überhaupt nicht im Spiel, leistete sich seltsame Fehlpässe und Ungenauigkeiten. Eine solche führte zu einem Frankfurter Einwurf, der zu einer Ecke führte, die zum 0:1 führte.

Auch nach dem frühen Gegentreffer war der VfB noch nicht auf Betriebstemperatur. Wobei, von Jeff Chabot konnte man das nicht behaupten. Der klärte ein erneut schlampiges Zuspiel in höchster Not vor Ebnoutalib, der sich vermutlich fühlte, als sei er mit einem Sattelschlepper zusammengestoßen.

Ohne Ebnoutalib und dafür mit Bahoya ging es weiter – und wie! Eine Mittelstädt-Flanke landete bei Einstracht-Keeper Kaua Santos, der den Ball jedoch wieder verlor, zum Glück direkt vor die Füße von Demirovic, der mühelos zum Ausgleich einschob.

Der Ausgleich war offenbar endlich das Startsignal für die VfB-Offensive: Auch Jamie Leweling loggte sich in die Partie ein und hatte eine gute Chance. Besser aus ähnlicher Position machte es dann aber Deniz Undav, der in der 35. Minute auf Vorlage von Vagnoman eiskalt und mit etwas Glück sein zehntes Tor im zehnten Spiel erzielte. Läuft für ihn!

Nach der Führung spielte nur noch der VfB. Und hätte seine Führung ausbauen müssen, denn der Eintracht Keeper hatte nicht seinen besten Tag, um es mal vorsichtig zu formulieren. Aua Santos.

In der zweiten Hälfte wurde es dann wild: Nach einer kurzen Eingewöhnung hatte erst Chris Führich die Chance auf das 3:1, im Gegenzug traf Knauff die Latte des Stuttgrter Tores und eine Minute später ließ Deniz Undav eine Großchance liegen.

Nachdem nach einer Stunde bereits Nicolas Nartey für Demirovic eingewechselt worden war, gab es in der 77. Minute weitere Wechsel: Jeltsch kam für Chabot und Bouanani für Führich. Auch Frankfurt wechselte und ausgerechnet Mo Dahoud und der Spieler mit dem leicht zu merkenden Namen Ayoube Amaimouni-Echghouyab sorgten für das 2:2.

Der VfB hatte die Eintracht in der zweiten Hälfte teilweise hergespielt und stand trotzdem nur mit einem Punkt da, der sogar noch in Gefahr geriet, weil Frankfurt sogar die Chance zur Führung hatte. Aber die fiel in der 87. Minute auf der anderen Seite, weil der VfB endlich mal mit Tempo und geradlinig spielte, Josh Vagnoman zum zweiten Mal einen Treffer vorbereitete und Nikolas Nartey zum ersten Mal in der Bundesliga traf!

Am Ende musste Alex Nübel nochmal eingreifen, um die drei Punkte in Bad Cannstatt zu halten, aber dann war es vorbei. Dem VfB gelingt der perfekte Jahresstart, machte es gegen Frankfurt aber viel zu spannend. Meine Nerven!

Nach den zwei Leckerbissen zum Jahresauftakt steht am Sonntag Hausmannskost auf der Karte: Der VfB erwartet Union Berlin. Aber da müssen wir durch.


