Mit zwei Siegen ins Jahr 2026 gestartet, aber aus den nächsten beiden Partien wettbewerbsübergreifend nur ein Tor und ein Punkt. So sah die aktuelle VfB-Lage vor der Auswärtsfahrt nach Mönchengladbach aus. Und dazu auch noch kaltes Januarwetter mit der großen Wahrscheinlichkeit auf Schnee im Schwabenland bei der Rückkehr.

Aber so viel sei gespoilert: Der VfB entschied die Partie nicht nur auf dem Rasen für sich, sondern auch auf den Rängen. Mal wieder größten Respekt für alle Fans, die sich an einem Sonntagnachmittag zu Beginn von drei englischen Wochen auf den Weg gemacht haben!

Vor dem Spiel hatten sich viele gefragt, ob Jeff Chabot mal wieder eine Pause braucht und wie viele Minuten Ermedin Demirovic schon wieder im Tank hat. Die Aufstellung von Sebastian Hoeneß dürfte dann mal wieder einige überrascht haben. Er wechselte gleich fünf Mal: Assignon, Chema, Mittelstädt, Führich und Undav rotierten auf die Bank und machten Platz für Vagnoman, Stiller, Bouanani, Nartey und Demirovic.

Die ersten zehn Minuten nach Anpfiff schienen die Teams zu nutzen, um sich ordentlich warmzumachen, denn in Tornähe passierte absolut nicht. Das änderte sich kurze Zeit später als Honorat flankte, Jamie Leweling aus kurzer Distanz mit der Brust klärte, aber der Ball danach an seinen Arm sprang. Wie – Stand Sonntag, 15:41 Uhr – die Handspielregel exakt aussieht, wissen vermutlich nur wenige Auserwählte beim DFB. Was wir alle wissen: Wenn die Regel besagt, dass das ein strafwürdiges Handspiel ist, dann ist die Regel scheiße.

Genau das Gegenteil ist Alex Nübel. Umso schöner, dass er seine hervorragende Form der letzten Wochen krönte, in dem er den Strafstoß von Tabakovic hielt. Mindestens genauso wichtig war natürlich die Aktion von Ramon Hendriks, weil der Flying Dutchman den Nachschuss mal wieder mit einer Heldengrätsche vereitelte.

Nach dem gehaltenen Elfer wurde der VfB stärker und bestimmte das Spiel, konnte sich aber keine klaren Chancen herausarbeiten. Aber dafür hatten wir ja die Gladbacher: Eine Hereingabe von Nartey klärte Scally direkt in die Füße von Leweling, der sich mit dem 1:0 bedankte.

Und das war es auch schon in der ersten Halbzeit. Elfer gehalten, Tor gemacht. xG-Werte zur Halbzeit: Gladbach mit 0,88 (davon entfallen 0,79 auf den Strafstoß) und der VfB mit 0,65. Minimal genial.

Nach der Halbzeitpause kippte das Spiel deutlich zu Gunsten des VfB und eigentlich hätte es nach 49 Minuten bereits 2:0 stehen müssen, aber Demirovic “übersah” den besser postierten Leweling. Kann mal passieren. Kurze Zeit später gab es dann den vielleicht unglücklichsten Zusammenstoß der jüngeren Ligageschichte, der Ramon Henriks eine blutige Nase bescherte. Gebrochen oder nicht: Der Hardcore-Holländer spielte natürlich weiter: Tape regelt!

Das Henriks auf dem Feld blieb, dürfte kaum überrascht haben. Umso mehr aber der Fakt, dass Sebastian Hoeneß bereits nach 60 Minuten wechselte – und das gleich doppelt: Führich und Undav kamen für Leweling und Demirovic.

Und tatsächlich zahlten sich die Wechsel aus. Denn in der 68. Minute trat Chris Führich eine Ecke, die vom Rücken Joe Scallys ins Gladbacher Tor trudelte. Erst der Assist, dann das Tor: Ein klarer Kandidat für den Titel “Player of the match” – zumindest aus VfB-Sicht.

Nach dem 2:0 schien der Widerstand der Gladbacher gebrochen und Sebastian Hoeneß wechselte mit Maxi Mittelstädt den nächsten deutschen Nationalspieler ein: Wer kann, der kann. Und nur eine Minte später fing Mittelstädt einen Gladbacher Ball ab, passte auf Stiller, der wiederum Undav bediente, der total undav-like aus der Drehung zum 3:0 traf und mit seinem Jubel wohl endgültig die Effizienzdebatte beenden wollte.

Anschließend passierte nichts mehr. Erwähnenswert ist allerdings noch eine Aktion aus der 87. Minute, als Machino vom linken Flügel aus Tabakovic bedienen wollte, aber Finn Jeltsch, Maxi Mittelstädt und der eingewechselte Chema die Situation mit einer Dreifach-Synchron-Grätsche bereinigen konnten.

Und so bleibt der VfB in der Liga weiterhin ungeschlagen. Bevor man diese Serie am kommenden Sonntag gegen Freiburg ausbauen kann, gibt es noch ein Heimspiel: Am Donnerstag sind die Young Boys Bern mal wieder zu Gast. Und an die haben wir ja noch gute Erinnerungen.


