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Der müde VfB

Ich muss zugeben, ich war am Sonntag müde. Und das lag nicht daran, dass ich gleich morgens um 11 Uhr bei den VfB-Frauen beim PSV war. Wahrscheinlich war ich genauso müde wie die Spieler, die noch am Donnerstag ein aufregendes Pokal-Halbfinale spielten. Auch ich will in die Champions League, aber ich konnte mich noch nicht mal über das 1:1 aufregen.

Dabei hätte es gegen Werder Bremen genug Aufreger gegeben:
Die unterirdischen Standards, alleine 14 Ecken ohne jede Wirkung, dazu noch ein paar lommelige Freistösse. Am besten schenkt der VfB die Standards einfach. Entweder geben wir dem Gegner gleich den Ball oder führen statt einem Standard einen Einwurf aus.

Die unmotivierten und unzähligen Flanken, obwohl sich niemand im Strafraum befand, der sie hätte verwerten können.

Wie sich Chema ein ums andere Mal den Ball klauen ließ. Obwohl er keine 120 Minuten in den Beinen hatte, war er im Kopf genauso langsam wie Deniz Undav.

Wie Undav über den Platz stolperte, na ja, … er hatte eben genauso schwere Beine wie ich. Auch Angelo Stiller wirkte so als ob er in Zeitlupe über den Platz ging.

Die Abwehr bestand neben Maxi Mittelstädt immerhin aus drei weiteren Spielern, von denen nur Luca Jaquez gut zwanzig Minuten am Donnerstag gespielt hat. Aber da sie so noch nie zusammen gespielt hatten und Dan-Axel Zagadou sowieso kaum Spielpraxis hat, sah es eben so aus wie es aussah in der ersten Halbzeit: unkoordiniert, wild, wacklig.

Aber ich bin wirklich müde gewesen am Sonntag und ich kann nachvollziehen, dass nach dem Halbfinale gegen Freiburg sich nicht alle fokussieren konnten. Mir ging’s auch so.

Dann muss man auch mal so ein 1:1 gegen Bremen akzeptieren.
Meint Sebastian Hoeneß – das sagt er aber wohl nur, weil er auch noch müde ist vom Donnerstag. Ansonsten wäre er nicht so nachsichtig und würde die fehlende Energie ansprechen, auf das mangelnde Tempo hinweisen und dass er die Zielstrebigkeit vermisst hat.

Aufgeregt hatte Hoeneß sich dagegen über eine Szene in der 17. Minute. Jaquez soll im Strafraum umgerissen worden sein. Habe ich gar nicht mitbekommen, wahrscheinlich waren meine Augen zu verklebt.

Wir haben noch alles in der eigenen Hand, bla bla:
Stimmt schon, aber es geht noch gegen Hoffenheim und Leverkusen und am Ende gegen Frankfurt. Und die können uns wirklich nicht leiden, wenn selbst der CEO Axel Hellmann gegen uns stänkert. Nur weil wir cooler sind als die Frankfurter. Was eigentlich nicht geht, sie haben den Fußball und die Fan-Kultur erfunden. Also: Ja, in der eigenen Hand, aber die Gegner werden nicht einfacher als Bremen. Deshalb müssen wir uns darauf einstellen, dass wir womöglich die Champions League verpassen.

Achtelfinale Europa League, Finale DFB Pokal, viele begeisternde Spiele, zum dritten Mal nacheinander geht’s auf die Reise, ein Fußball, der Spaß macht. Aber: Wäre es auch eine erfolgreiche Saison, wenn sich der VfB nicht für die Champions League qualifiziert? Dieser Frage gehen wir hier nach.

Bild: Sona Maleterova/Getty Images


Sollte der VfB die Champions League verpassen – das wäre endgültig das Comeback des schwierigen Umfelds, oder?
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3 Kommentare

  1. Konny sagt

    Wenn man sieht wie Freiburg vermöbelt wurde, kann man mit einem 1:1 grade noch so leben. Bremen war gut eingestellt gegen unsere Müdigkeit. Über das Flanken, wo kein verwertbarer Spieler ist hab ich mich allerdings auch aufgeregt. Wir spielen Europa, meiner Persönlich subjektiven Einschätzung nach wäre das sinniger als die CL. Von daher ist doch nix passiert.

  2. drhuey sagt

    Ja, man muss es wohl hinnehmen, dass der VfB dann drei Tage später zuhause grgen Bremen nur einen Punkt holt, obwohl es in Halbzeit 2 Möglichkeiten gab den Dreier klar zu machen. Aber auch für die Flanken gilt, was ich bezüglich der Abschlüsse als Problem sehe. Wenn ein Lewelling noch nicht mal kurz den Kopf hebt, sondern einfach versucht den Ball irgendwie in die Gefahrenzone zu bringen, ist das zu wenig. Da fehlt es an Fokus bis zum Schluss. Wie es geht zeigt El Khanouss. Im Strafraum umringt von zwei Verteidigern, schaut, wackelt und hebt den Ball auf den Kopf von Demirovic.

  3. Hobbycamper sagt

    “Wir wollen in die CL…” hören wir vom Trainer, den Spielern etc. Für dieses erklärte Ziel hat aber dann der Anzug und das Auftreten gegen die Bremer irgendwie nicht gepasst. Warum lässt SH nicht zuerst “volle Kapelle” spielen und wechselt dann aus wenn die Messe (hoffentlich) zur 60 – 70 Min. gesungen ist ? Andererseits hat ja dann in der 2. HZ nahezu die “erste Elf” gespielt, viel besser wurde es halt auch nicht – bis auf das 1:1.
    Letztlich war es ein gebrauchter Sonntagnachmittag, aufgeregt habe ich mich nicht, enttäuscht war ich aber auf jeden Fall, habe schon mit 3 Punkten gerechnet, denn von allen Gegnern die noch kommen war das mit Abstand der Einfachste.
    Was bleibt ? Die Erkenntnis dass wir uns gegen Mannschaften die unten drin stehen ein ums andere Mal nicht nur schwer tun, sondern einfach auch keine Lösungen finden. Hier sollte der Trainer endlich auch mal eine andere Taktik in der Tasche haben als immer nur den mittlerweile allseits bekannten Besitzfussball mit viel Querpässen und vorne wenig bis kein Ertrag.

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