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Update oder Neustart?

„Der Impuls im Fußballgeschäft, nach Rückschlägen ins Bekannte zu flüchten, ist groß“. Das schreibt der geschätzte Tobias Escher als Abschluss seiner taktischen Analyse des Walterballs in der aktuellen 11 Freunde Ausgabe. Auch bei vielen Fans scheint dieser Wunsch inzwischen recht groß zu sein. Kein Wunder, nach der dritten Niederlage in Folge mit einem Torverhältnis von 3:9(!). Dabei geht es gar nicht darum, dass man dem Trainer nicht Zeit und Rückschläge eingesteht, sondern eher darum, dass es immer schlimmer statt besser wird. Vor ziemlich genau drei Monaten bestritt der VfB sein erstes Heimspiel der Saison gegen Hannover 96. Okay, mittlerweile wissen wir, wie es um die wahre Leistungsfähigkeit der Slomka-Truppe bestellt ist, aber dennoch: Die Stimmung war elektrisierend, 52.000 Zuschauer waren gespannt auf den „Walterball“ unter Ergebnisdruck, ein Raunen ging durch die Schüssel, als Gregor Kobel immer wieder – mehr oder weniger riskant – ins Aufbauspiel eingebunden wurde. Nach der schweren Verletzung von Marcin Kaminksi kam ein junger Abwehrspieler in die Mannschaft – und erzielte prompt ein spektakuläres Eigentor. Die Reaktion: Aufmunterung durch das Team, Applaus …

VertikalGIF #HSVVfB: Game. Set. Match.

6:2. Der erste Satz der hanseatisch-schwäbischen Open ging klar an den HSV. Der VfB gewann mal wieder nix. Von der Ballbesitz-Statistik abgesehen natürlich. Aber ansonsten war es wirklich kein großes Tennis der Stuttgarter. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content   Vor dem Spitzenspiel hatte Tim Walter umgestellt. Awoudja, Klement, Karazor und Mangala kamen für Badstuber, Ascacibar, Massimo und Castro ins Team. Gerade die Entscheidung für Awoudja schien gewagt, schließlich hatte der seit seinem unglücklichen Debüt gegen Hannover nicht mehr gespielt. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content   Und tatsächlich dauerte es nach einem vielversprechenden Start des Walter-Teams nicht lange bis eben jener Awoudja im Mittelpunkt stand – oder besser lag. Denn nach einem Ausrutscher mähte er seinen Gegenspieler um: Elfmeter! Nicht wirklich clever. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content   Auch am zweiten Tor hatte der arme Bobo Awoudja seine Aktien. Er und Emiliano Insua waren sich nicht einig und Bakery Jatta marschierte durch …

VertikalGIF #VfBKSV: Von Störchen und Muschis

Okay, ich geb‘ es zu: Ich war nicht im Stadion. Ehrlicherweise habe ich nicht mal die vollen 96 Minuten am TV verfolgt. Denn vor dem Spiel des VfB Stuttgart gegen Holstein Kiel hatte ich die Wahl: Geburtstagsfeier meines Patenkinds oder Stuttgart gegen Kiel. Da ich davon ausging, dass das Team Walter gegen den Tabellenvorletzten auch ohne mich zurecht kommen würde, war die Entscheidung klar: Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Aber natürlich hatte ich im Vorfeld mitbekommen, dass Tim Walter den Auftritt gegen Wehen Wiesbaden wohl doch nicht ganz so knorke gefunden hatte, wie er uns glauben lassen wollte. Das Ergebnis: gleich sechs neue Gesichter in der Startelf. Das nennt man Rotation. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Mit dabei: Die Young Guns Massimo, Silas und Gonzalez statt des Doppel-Ochsen-Sturms, Santi Ascacibar auf der 6 (endlich!) und Holger Badstuber wieder in der Innenverteidigung. Der holte sich allerdings in der 30. Minute die gelbe Karte ab, weil er sich den Ball zu …

Super-Hitz: Bad Cannstatts Bester?

Eines vorweg: Natürlich ist Thomas Hitzlsperger das Beste, was dem VfB Stuttgart passieren konnte. Er ist eine Bereicherung für unseren Club. Er hatte den Mut, den Kader auf links zu drehen, was nicht ohne Risiko war und nach wie vor ist. Wir hoffen, dass sein Plan aufgeht, auch wenn wir nicht wissen, wie groß sein Anteil daran war und ist. Hitzlsperger ist eine Bereicherung für den VfB, denn er ist fan-nah, integrativ, empathisch, feinfühlig, diskussionsfreudig und meinungsstark. Seine Stärke ist nicht nur die Kommunikation sondern alle, alle Beteiligten bei der Entscheidungsfindung mitzunehmen … okay, von Christian Gentner einmal abgesehen. Dem Vernehmen nach war er kein Freund von der Idee, Jürgen Klinsmann zum Vorstandsvorsitzenden der VfB 1893 AG zu machen, er fürchtete womöglich um seine Position. Verständlich. Aber wird dem Meister von 2007 nicht zu viel zugemutet? Vom Meisterhelden zum „Beauftragten des Vorstands in der Schnittstelle zwischen dem Lizenzspielerbereich und der Vereinsführung“ zum Präsidiumsmitglied zum NLZ-Leiter zum Sport-Vorstand (seit Februar 2019!) zum Vorstandsvorsitzenden zum Cannstatter Supermann innerhalb von etwa drei Jahren. Eine steile Karriere. Dass er …

Typisch VfB

Wenn in die Scheisse, dann richtig mit Vollgas. Der VfB als sein eigenes Abrisskommando. Wenn, dann als bisher unbesiegter Tabellenführer gegen den Tabellenletzten die erste Niederlage kassieren, nach vier Pfostentreffern und Scheibenschießen am Spielende. Typisch VfB. Wenn Du mit Mario Gomez und Hamadi Al Ghaddioui zwei Ochsen im Sturm hast, dann brauchen die Flanken und Vorlagen, im wesentlichen von den Außenpositionen. Wenn die aber einzig mit einem indisponierten Borna Sosa und einem deplatzierten Santi Ascacibar besetzt sind, dann geht der Matchplan von Trainer Tim Walter nicht auf (er korrigiert dies später mit den Einwechslungen von Silas und Massimo). Aber selbst mit einer beschissenen Aufstellung und Einstellung muss der VfB gegen Wehen Wiesbaden gewinnen. Von einem Kader, der 100 mal teurer ist, kann man das erwarten. Millionarios verlieren gegen eine, sorry, Thekentruppe. Typisch VfB. Zugegeben, Doppeltorschütze Manuel Schäffler ist in der Form seines Lebens. Der würde im Moment auch barfuss, mit verbundenen Augen und drei Maß vom Wasen intus die Kisten machen und seine Tore resultieren aus geradezu grotesken individuellen Fehlern. Sosa verhindert die Flanke beim …

VertikalGIF #VfBSVWW: Die Rache des Alumiums

Der VfB ist der Grund, warum ich freitags nicht kann: Schon wieder 18:30, schon wieder Flutlicht. Diesmal im heimischen Neckarstadion und gegen den Tabellenletzten aus Wiesbaden. Was sollte da schon schief gehen? Vielleicht die Aufstellung: Nico Gonzalez nicht im Kader, dafür lief seit langer Zeit mal wieder der Doppelochsensturm Al Ghaddioui und Gomez auf. Das Problem: Wer außer Borna Sosa, der für Emilianso Insua spielte, sollte sie mit Flanken füttern? Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Doch bevor wir uns über diese Frage Gedanken machen konnten, stand es auch schon 0:1. Eine an sich nicht sonderlich gefährliche Flanke landete zwischen Karazor und Kempf und keiner von beiden wollte sich so richtig mit dem Ball beschäftigen. Ganz im Gegensatz zu Manuel Schäffler, der das Geschenk gerne annahm. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Das Stadion nahm den Führungstreffer der Gäste übrigens erstaunlich gelassen hin. Das Gegentor wurde als eine Art Betriebsunfall gesehen. Schließlich hatte Bielefeld gegen Wiesbaden auch früh zurückgelegen und dann …

Hamadi Al(m) Ghaddioui: der Schrecken von Bielefeld

Na klar: auch wir waren skeptisch als wir die Stuttgarter Aufstellung kurz vor dem Bielefeld-Spiel sahen: Karazor, Ascacibar, Förster und Mangala? Das roch ein wenig nach Ochsenraute als Reaktion auf das Mimimimittelfeld aus dem Fürthspiel. Der VfB wollte augenscheinlich robust und kämpferisch auf der Alm antreten. Okay, das klang gut. Aber durch das Fehlen von Gonzalez und Wamangituka stand vorne sowohl auf dem Spielberichtsbogen wie später auch auf der Alm nur Hamadi Al Ghaddioui. Wie sollte das funktionieren? Und mal ganz ehrlich: über weite Strecken gar nicht. Al Ghaddioui, als Stürmer-Schnäppchen aus Regensburg gekommen, und in der internen Stürmerrangliste mittlerweile offenbar vor Mario Gomez positioniert, hing über weite Teile des Spiels in der Luft. Aber das schöne an einem klassischen Mittelstürmer: All das ist vergessen, wenn er trifft. Gerne zum 1:0 und noch besser: in der 91. Minute. Wenn du das schwerste Auswärtsspiel der Saison in der 91. Minute für dich entschieden hast. #DSCVfB pic.twitter.com/0j0wvZT6Fe — Vertikalpass (@vertikalpass) September 27, 2019 Wer gewinnt, hat Recht. Und am Ende hatte Trainer Tim Walter also mal wieder …

Drecksspiel! Dreckssieg!

Arbeitssieg. Glück gehabt. Mund abputzen, weitermachen. Die Tabellenführung bekommst du nicht mit einem Schönheitspreis. Ein gutes Pferdle springt nicht höher als nötig. Wer solche Spiele gewinnt, steigt am Ende auf. Floskeln gibts genug für den unansehnlichen Sieg des VfB gegen Fürth. Oder „Typisch zweite Liga“, wie Kollege Christian Prechtl meinte, dem ich kurz nach Spielende über den Weg lief. Der VfB zählt am Ende drei Verletzte und ebenso viele Aluminiumtreffern gegen sich, gewinnt aber dank höherer individueller Klasse und den Treffern von Daniel Didavi und Philipp Förster. Spiel erzählt. Danke, tschau. Doch den vierten Heimsieg der Saison nur auf nackte Zahlen (zum Beispiel nur 50 Prozent Ballbesitz) zu reduzieren, wäre fahrlässig. Das Spiel gegen Fürth war nämlich das schlechteste in der Ära Walter. Aber woran lags? Zum Beispiel daran, dass sich der bisherige Spielaufbaukönig Pascal Stenzel unerklärlich viele Abspielfehler leistete. Daran, dass Marc-Oliver Kempf öfter unsicher wirkte, mehrfach überspielt und überlaufen wurde. Auch Orel Mangala – in der Vorwoche noch sehr überzeugend – fehlten Präsenz, Sicherheit und Dominanz. Daniel Didavi, eigentlich ein Supertechniker, schien mit …

VertikalGIF #VfBSGF: Greuther Fight Club

Da führt dein Club nach zwei Minuten mit 1:0, aus beiden Fan-Lagern schallt „Scheiß DFB“ und das Wetter könnte nicht besser sein. Klingt eigentlich nach einem perfekten Fußball(nach)mittag, oder? Aber leider ging es in den folgenden ca. 95 Minuten nicht so weiter. Aber das wäre ja auch zu einfach! Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content   Um es mal ganz plastisch auszudrücken: Ich saß nicht in Block 47E wie sonst, sondern in 72B, Reihe 4. Familientag, dies das, ihr wisst schon. Das Problem: Das Spielgeschehen schien sich nach dem frühen Führungstreffer irgendwie weit weg von uns abzuspielen. So richtig Action vor der Untertürkheimer Kurve: Fehlanzeige. Stattdessen ging es auf der anderen Seite ab. Beziehungsweise ging leider Gregor Kobel ab, nachdem ihm Nielsen gleichermaßen unabsichtlich wie schmerzhaft auf den Oberschenkel getreten war. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content   Trotzdem wurde deutlich, dass das Konzept der Franken „körperliche Härte“ hieß. Gefühlt jeder Zweikampf war ein Foul und Schiedsrichter Storks hatte anscheinend seine …

Nur noch ein bissle Santi im Getriebe …

Nur, um das gleich mal zu klären: Fast alles ist gut. Und das liegt weniger am ersten Auswärtssieg und an der Tabellenführung bis Montag. Das liegt an dem, was wir teilweise in Regensburg gesehen haben. Ist Euch der linke Fuß von Daniel Didavi aufgefallen? Er kann mit ihm womöglich Klavier spielen, so viel Gefühl hat er in ihm. Wie er vor dem 1:2 wie mit dem Zirkel gezogen die Flanke auf den Kopf von Holger Badstuber gezaubert hat – Weltklasse. Oder Gregor Kobel im Tor. In keinem Stuttgarter Kasten stand jemals ein Keeper, dem man bedenkenlos den Ball zuspielen konnte. Manchmal wirken die Situationen brenzlig, aber nur auf uns Zuschauer, weil wir uns erst einmal an das neue Aufbauspiel gewöhnen müssen bis wir das in Ruhe anschauen können. Apropos: Holger Badstuber ist auch so einer, der fast nie aus der Ruhe zu bringen ist. Mit der Mentalität und Selbstsicherheit eines Champions League-Spielers löst er so gut wie jede Situation souverän und spielerisch. Warum er beim VfB spielt und nicht in der Champions League? Weil er …