Nick Woltemade für 75+x Mio verkauft, der mit Jeremy Arevalo weder inhaltlich noch finanziell ersetzt wurde. Champions League erreicht mit um die 60 Millionen Mehr-Einnahmen 2026/2027, dazu Finanzrekorde im zurückliegenden Geschäftsjahr. Und trotzdem braucht der VfB Transfereinnahmen und steht angeblich sogar „unter Verkaufsdruck“?
Mit großen Buchstaben wird vermeldet, der VfB-Aufsichtsrat habe „die Kohle für Leo Sauer und Dženan Pejčinović“ zwar freigegeben, verbunden aber mit der Vorgabe, durch Spielerverkäufe „viel Geld“ zu erzielen.
Während der Boulevard wie immer nur an der Oberfläche kratzt und das einfach so stehen lässt, begründet ZVW die verlangten hohen Transfereinnahmen, ja sogar einen Transfer-Überschuss, mit „Infrastrukturprojekten“. Der Kauf des Carl Benz Centers soll sich dagegen laut Stuttgarter Zeitung selbst tragen und keinen Einfluss auf die Personalplanung des Profi-Kaders haben. Nebulös schreibt ZVW weiter vom „Umbau“ der Geschäftsstelle, ohne dezidiert (Zeit-)Pläne oder Zahlen zu nennen. Weitere Infrastrukturprojekte werden nicht aufgeführt, die sich auf die Kaderplanung auswirken sollen. Es bleibt unkonkret mit “die Strukturen des Klubs müssen wachsen“ bei der rasanten sportlichen Entwicklung. Schließlich wird der Verkauf von Bilal El Khannouss ins Spiel gebracht, er soll die Transfers von Sauer und Pejčinović mindestens mal gegenfinanzieren.
Der Kaderwert des VfB ist enorm, neben El Khannouss sind Ermedin Demirovic, Jeff Chabot, Jamie Leweling, Ange Stiller, Ramon Hendriks und Finn Jeltsch Spieler, die hohe Transfereinnahmen generieren können. Eher nicht in dieser Transferperiode, sondern zukünftig. Die Transfer-Zeit von Jeltsch (Bayern?), Hendriks (England?), Stiller (Spanien?) und El Khannouss (egal) wird noch kommen und es werden sich nach dem 1.9.2026 sicher höhere Transfersummen erzielen lassen als jetzt. Warum braucht der VfB genau jetzt Einnahmen aus der Sommertransfer-Periode für ungenannte und vor allem zukünftige Infrastrukturprojekte?
VfB-Boss Alex Wehrle hat aber natürlich trotzdem Recht, wenn er sagt: „Kein Spieler ist unverkäuflich!“. 70 Mio für El Khannouss? Logisch! 30 Mio für Demirovic? Her damit. 25 Mio für Chabot? Aber immer! Wehrles Aussagen auf der Mitgliederversammlung hören sich nicht nach Verkaufsdruck an. Zumal es die Möglichkeit gibt, Spieler aus der zweiten Reihe abzugeben. Was immerhin überschaubare Einnahmen generiert mindestens in Höhe des Sauer-Transfers, aber die Qualität des Kaders nicht verringert und gleichzeitig das Gehalts-Budget entlastet.
Jetzt kann man der Meinung sein, mit der Verpflichtung von Sauer und Pejčinović und dem Verkauf von El Khannouss würde sich der VfB sportlich verbessern. Aber darum geht es nicht. Es geht um die Frage, warum der VfB angeblich mindestens mal eine schwarze Transfer-Null erreichen muss in diesem Sommer, ohne dafür ein Zitat eines Verantwortlichen oder ein Argument zu haben, das mehr bietet als “Infrastrukturprojekte”.
Ist es wirklich eine Erklärung, dass der VfB für Projekte in der Zukunft einen großen Transfer benötigt? Wobei es nicht nachvollziehbar wäre, warum zur Finanzierung hier und heute der Verkauf eines Leistungsträgers notwendig wäre.
Ist es das kaufmännische Vorsichtsprinzip, dass der Aufsichtsrat vorgibt angesichts ständig steigender Gehälter? Wobei es erstaunlich wäre, dass in der besten Finanzlage ever die Qualität des Kaders unter Infrastrukturmaßnahmen leiden sollte.
Ist es eine Absicherung für die Zukunft, sollte der VfB wie Eintracht Frankfurt in der zurückliegenden Saison „einbrechen“ und die internationalen Ränge verpassen? Wobei es unlogisch erscheint, mit dem Eingriff in die Kaderplanung den VfB zukunftssicher machen zu wollen.
Aber es wären immerhin bessere Argumente als nicht näher genannte „Infrastrukturprojekte“. Das Wort jedenfalls hat das Potential zum Stuttgart-Unwort des Jahres.
Zum Weiterlesen:
Das Gerücht über Bilal El Khannouss schon gelesen, was er wirklich vor hat?
Die wahre Geschichte, wie der VfB auf die Idee kam, ein goldenes Ausweichtrikot zu machen.
Bild:
Christian Kaspar-Bartke/Getty Images

Werbefuzzi, Blogger, Autor der VfB Stuttgart Fußballfibel, eintätowierter Brustring, Kessler-Ultra


Wie SH sagte, dass es nicht mehr viel Vereine vor dem VfB gibt.
Schaut man auf die derzeitigen Kaderwerte steht er auf Platz 5.
Leistungsträger abgeben, kann doch nicht sinnvoll sein.
In der CL stehen wir an 19. Stelle hinter portugiesischen Vereinen Porto und Sporting. Insofern wäre es wichtig die CL-Ligaphase zu überstehen und mal wieder in die Finalspiele zu kommen. Zuletzt 2010 das Achtelfinale.
Eine spannende Frage, wie man einen Verein über eine längere Zeit international platziert. Der VfB hat gerade einen historischen Lauf. Ich hoffe wir können uns in den nächsten Jahre unter den Top 5 weiter etablieren. Dazu gehört sicher auch die Mannschaft zusammenzuhalten und punktuell zu verstärken.
Infrastrukturprojekte wären jetzt sicher nicht dran.
Sorgen mache ich mir, dass wir für einen 21-jährigen Stürmer von einem Absteiger 25 Mio zahlen sollen…und ich mich frage was ist mit unserem Porsche NLZ?
gesund wachsen wie CEO Wehrle richtig anmerkt. Spielergehälter enorm angewachsen, mit Weitblick auch Szenario im Fall der Fälle kein Platz international. Die Gehälter würden auf hohem Niveau bleiben. Daher für MICH der richtige Weg solide aufgestellt zu sein. Es ist in der Retrospektive nicht unter den Teppich zu kehren wo wir vor drei Jahren standen und nicht blauäugig davon ausgehen dürfen dass es linear weiter nach oben geht oder bleibt.
Wir als VfB Stuttgart sind ein Sportverein und keine Immobilienspekulanten, man lässt sich auf der Mitgliederversammlung abfeiern, und wenige Tage später gibt es Gerüchte ohne Ende, dass wir einen Transferüberschuss erwirtschaften müssen, einfach unfassbar ist das. Gesundes Wachstum hat noch nie geschadet, aber was jetzt passieren soll, mit Schulden machen für das Carl-Benz-Center geht eindeutig in die falsche Richtung. Was ist denn wenn die Mieter unter Druck geraten und nicht mehr zahlungsfähig sind, oder unvorhersehbare Sanierungskosten entstehen, dieses Risiko wäre mir eindeutig zu groß. Ich hoffe doch sehr, dass der Aufsichtsrat sehr genau hinschaut, was Alexander Wehrle da vor hat. Ich kann mir auch nur schwer vorstellen, dass es eine Bank gibt, welche eine Vollfinanzuerung über mindestens 50 Millionen Euro ohne einen Zuschuß von Eigenkapital gewährt, denn in meiner Wahrnehmung hört sich das eher an wie ein Luftschloss. Wenigstens werden wir spätestens am 1. September erfahren, ob wir tatsächlich einen Topspieler verkaufen mussten.
Ich denke der VfB hat eine historische Chance mit SH, FW und Gente sich wieder in den Top 5 festzuspielen.
Beine statt Steine kann doch nur das Gebot der Stunde heißen.
Ich nehme an, dass die Spieler-Verträge gestaffelt sind je nachdem ob man CL, EL oder eben nicht international vertreten ist.
Und meine Frage bleibt nach unseren Porsche-NLZ. Ich finde da haben zu wenige Spieler seit (?) den Durchbruch in die 1. Mannschaft geschafft. Dies betrifft auch unsere 2. Mannschaft.
Jetzt einen jungen 9er verpflichten von einem Absteiger mit 10 Mio über seinem Marktwert ist für mich fraglich.
Ich versuche es mal zu erklären. Das Porsche NLZ gibt es seit 10 Jahren, die Zusammenarbeit wurde 2023 intensiviert. Die Jugendmannschaften des VfB Stuttgart sind relativ erfolgreich, aber der Übergang in den Profibereich wird durch die hohe Kaderqualität immer schwieriger, und durch die Erfolge konnten wir uns immer bessere Spieler leisten. Sebastian Hoeneß lässt in den Tests viele Eigengewächse spielen, besonders aufgefallen ist mir Yannick Spalt, aus diesem Jungen könnte wirklich was werden, aber er braucht soviel Spielpraxis wie möglich.
“… der Übergang in den Profibereich wird durch die hohe Kaderqualität immer schwieriger, und durch die Erfolge konnten wir uns immer bessere Spieler leisten.”
Genau das sagten letztlich auch Sebastian Hoeneß und Fabian Wohlgemuth in diversen Interviews.
Daraus folgere ich, dass die Bayern einen besseren Nachwuchs haben oder die Kaderqualität nicht so hoch ist …😂