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Die Vertikal-Awards 2020!

Dietmar Hopp und Karlheinz Rummenigge haben von der SportBILD einen Sonder-Award erhalten für die „Geste des Jahres“. Völlig zurecht! Nein, sie sind nicht niedergekniet, um gegen Rassismus zu protestieren. Nein, sie haben auch nicht in der Hochphase der Coronakrise Menschen geholfen, die darauf angewiesen waren. Es war viel, viel besser: Sie hielten im Sinsheimer Regen am Spielfeldrand Händchen, weil sich Dietmar Hopp mit despektierlichen Schildchen aus der organisierten Bayern Fan-Szene konfrontiert sah. Und so standen sie heroisch dort, während sich die beiden Mannschaften aus Hoffenheim und München die Bälle zuschoben. Was für ein Zeichen beim Stand von 0:6 in der 75. Minute als noch alles möglich gewesen wäre! Hopp und Rummenigge haben damit ein Zeichen gesetzt. Sie haben etwas bewegt. Vielleicht mehr als vermögende, alte, weiße Männer je zuvor bewegt haben.

Dass der Springer-Verlag dies honoriert, ist richtig – und wichtig! Aber es reicht einfach nicht. Deswegen verleihen wir die Vertikal-Awards. An Spieler, Funktionäre und alle die, die in der vergangenen Saison bemerkenswertes geleistet haben. Die Preisträger sind zwar noch nicht offiziell bestätigt, aber dank der Insider-Plattform „vertileaks“ wissen wir schon jetzt, wer ebenfalls einen Award abräumen wird – und das natürlich völlig verdient!

Torschütze des Jahres: Mario Gomez
Ein varscheinlich weltweit einmaliger Rekord des VfB-Stürmers: Der Torero schießt in Sandhausen drei Tore und jedes wird vom Video-Schiedsrichter wegen ein paar Millimeter einkassiert. Dafür bekommt er den VAR-Award in gold.

Spruch des Jahres:
„Ich dachte, meine Frau pfeift. Die pfeift auch immer für die mit den schönsten Trikots.“
Das eindrucksvolle Plädoyer von Ex-VfB-Trainer Tim Walter für mehr Frauen im Schiedsrichterwesen. Damit hat er immerhin einen Titel mit dem VfB geholt.

Ehrenmann des Jahres: Clemens Tönnies.
Schon nach seinen rassistischen Aussagen im Sommer 2019 akzeptierte er ehrenhaft eine dreimonatige Absenz von seinem Aufsichtsrats-Posten. Jetzt übernimmt er Verantwortung für die unwürdigen Bedingungen in seinem Schlachterbetrieb und verhindert mit seinem Rücktritt, dass das Ansehen von Schalke 04 Schaden nimmt. Chapeau, Herr Tönnies, Sie wissen, was sich gehört!

Spielerfrau des Jahres: Ina Aogo
Sie ist und bleibt ein Mysterium. Keiner weiss, ob sie ihre Einfältigkeit nur spielt oder ob sie wirklich so ist. Das macht sie so interessant und deshalb ist sie bereits zum dritten Mal in Folge Spielerfrau des Jahres. Mit großem Abstand folgen Cathy Hummels und Hermann Gerland.

Gäste des Jahres: Hamburger SV
2:0 geführt und trotzdem verloren. Das Spiel gegen den HSV war vermutlich der Wendepunkt zum Guten – zumindest für den VfB Stuttgart. Das ist uns eine Auszeichnung wert!

Trainer des Jahres: Jürgen Klinsmann
Keiner schaffte es, in so kurzer Zeit seinen – bis dahin tadellosen Ruf – komplett zu zerstören. Und dazu gelang „Klinsi“ sogar das Kunststück, dass es nach seinem überraschenden Rücktritt sogar Leute gibt, die Michael Preetz für sympathisch und kompetent halten.

Sonderpreis für interkulturelle Verständigung und Musik: Manuel Neuer
Er hatte sein Potenzial in der Özil-Debatte bereits angedeutet. Jetzt hat der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft gezeigt, was er wirklich auf dem Kasten hat!

Ehrung fürs Lebenswerk: Wolfgang Dietrich
Ein Jahr nach seinem Rücktritt erhält der ehemalige VfB-Präsident eine spezielle Würdigung für die Schaffung der professionellen Strukturen, die den VfB nach der Ausgliederung und bedingt durch Corona in massive finanzielle Schwierigkeiten bringt. Herzlichen Glückwunsch und Ja zum Erfolg!

Konstante des Jahres: Rainer Widmayer
Kam im Sommer 2019, um im VfB-Trainer-Team unabhängig vom schnell wechselnden Chef-Trainer für Konstanz zu sorgen. Er hat es immerhin 12 Monate durchgehalten. Für Stuttgarter Verhältnisse eine Ewigkeit!

Song des Jahres: „Das ist unser Spiel“ von Luigi
Er versuchte mit einem komplett kaputten Song, den Sprung vom Wasen-Zelt ins Stadion zu schaffen. Doch im Gegensatz zu seinem gewohnt anspruchslosen Festzelt-Publikum hat das schwierige VfB-Umfeld in Rekordzeit festgestellt, dass „der Hofnarr von Cannstatt“ auf Facebook gerne gegen linke Politiker und Klima-Aktivisten hetzt und auch mal einen rassistischen Witz zum Besten bringt. Das bedeutet Game Over für Luigis Stadionkarriere, aber der Award ist ihm sicher! Der Co-Award für den „funky Song zum Mitgrooven“ geht an stuggi.tv – herzlichen Glückwunsch.

Titelbild: shutterstock.com/tomertu

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16 Kommentare

  1. Mozy sagt

    Chapeau! Dass habt Ihr brillant zusammengefasst. Schade nur, dass wenn man das so liest, keinen Bock mehr auf diesen sogenannten Profifussball hat…

  2. Mozy sagt

    …und dass muss ich einfach noch ergänzen: Jetzt ist ja offiziell; der VfB hat staatliche Kredite beantragt, da man jahrelang die Kohle, die man nicht hatte, aus dem fahrenden Zug geworfen hat mit schweren Gehältern, Abfindungen und Misswirtschaft in Form von Transferflops etc. Mich kotzt der Verein nur noch an – zumindest das, was diesen Verein, deren Mitgliedschaft ich nun kündigen werden, aktuell repräsentiert. Da finde ich mich nicht mehr wieder. Tut mir Leid. Bin raus!

    • @buzze sagt

      Das Gegenargument ist natürlich das berühmte „aus unternehmerischer Sicht“ …
      Dass der VfB es versucht, finde ich auch tatsächlich nicht verwerflich. Wenn es es die Möglichkeit gibt, sollte man gucken, ob man sie nutzen kann. Ich mache nichtmal Tönnies Vorwürfe, weil er versucht, sich Lohnkosten während der Schließung vom Land zu holen. Das ist ja irgendwie sein Job.

      • drhuey sagt

        Alles richtig. Hätten nur frühere Funktionsträger auch unternehmerisch gehandelt. Es ist ein alter Hut, dass irgendwelche Manager in grossen Konzernen kaum zum Unternehmer taugen. Es ist eben ein riesengrosser Unterschied, ob mit fremdem Geld gearbeitet wird oder, ob jede Aktion und Entscheidung den eigenen Geldbeutel betrifft. „Skin in the game“ sagen die Angelsachsen treffend zum letzteren Umstand. An der Stelle muss eine Lanze für Schindelmeiser gebrochen werden, der versucht hat trotz anstehender Ausgliederung, die er noch schmutzigerweise mitbegleiten durfte, junge Talente zu verpflichten. Natürlich klappt dabei nicht alles, aber entweder Du bezahlst das Risiko mit der Ausbildung und bei einigen Spielern einer unter den Erwartungen bleibender Entwicklung oder Du bezahlst andere Preise und vergütest das Risiko des Verkäufers. Der unsägliche Dietrich mit seinem unsäglichen Reschke gingen einen dritten Weg: die Entwicklung so mancher Einkäufe war abgeschlossen und der Verkäufer hat sich des sehr wahrscheinlichen Risikos abfallender Leistungskurven entledigt. Das ist aus meiner Sicht der schlechteste aller Wege, da ich während ich ausbilde, wenigstens noch Einfluss nehmen kann, aber bei einem fertigen Spieler einfach zusehen muss, wie die Kurve abfällt. Jetzt ist die Kohle weg und die Angestellten sind weitergezogen: Millionen verballert, null Risiko. Berufsethik? Fehlanzeige. Ich denke die Korrektur dieser katastrophalen, personellen Fehlbesetzungen wird jetzt mit neuer Crew noch Jahre andauern, aber es ist ein spannender Weg, der seinerseits aber auch Korrekturen braucht (siehe Widmayer). Wenn es nicht mehr zusammen geht, muss man sich halt trennen. Die massive Rückendeckung für Matarazzo könnte ein Zeichen sein, dass es intern eine klimavergiftende Opposition gab, evtl. unter Mitwirkung von Widmayer. Und dann muss er weg.
        Ich kann jden verstehen, der nach so vielen Jahren Misswirtschaft, Lügen und falschen Versprechungen die Lust an diesem Verein verloren hat. Es muss auch eine emotionale Rendite geben, um im Kontext zu bleiben. Sonst entwickelt vielleicht der Drittligaverein um die Ecke, bei dem der Präsi noch das örtliche Elektrogeschäft betreibt, seinen speziellen Charme. Wobei es auch dort nicht filzfrei zugeht.

    • Elmar Amendinger sagt

      Kann den Unmut durchaus verstehen und es geht vielen so. Nur an einem Beispiel festzumachen: Im Frühjahr 2019 wurde der Co Trainer Widmayer als einzige Konstante und absoluter Fixpunkt für die kommenden Jahre gekauft. Jetzt, nach nur einem Jahr, ist der wieder raus. Was ist da vorgefallen ? Von Seiten Verein keinerlei Erklärung. Ist dem zahlenden Kunden (Fans sehen die doch schon lange nicht mehr) gegenüber schlicht eine Frechheit. Man gewinnt mehr und mehr den Eindruck dass Fans für dumm verkauft werden. Deshalb ist der einzige Weg Zahlungen an den Verein einzustellen oder zumindest auf ein Minimum zu reduzieren.

  3. Mathias sagt

    Ihr habt einen wichtigen Award vergessen:
    Blog des Jahres
    Vertikalpass, weil immer top aktuell und absolut objektiv. Investigativ-Journalismus auf höchstem Niveau.

  4. Elmar Amendinger sagt

    Noch mal zum gleichen Thema: Heute wurden 2 neue Co-Trainer gekauft. Ein weiterer ist in Planung wenn man den Berichten glauben darf, der Andere / die Konstante für die kommenden Jahre (Widmayer) steht aber bestimmt auch noch auf der Payroll. Weiterhin keinerlei Erläuterung / Erklärung seitens Verein gegenüber den Mitgliedern und Fans. Immer nur die wiederkehrenden Phrasen „wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und der VfB ist ein großer Verein“. Man beantragt Kredit bei der KFW und bittet die Fans auf Verzicht von Rückerstattung Dauerkarten. Liebe Leute, das ist nicht mehr für dumm verkauft, das ist …..kann jeder gerne ergänzen wie er will.

  5. Patric sagt

    Teilweise saudumme und subjektive Einzelmeinung…
    Sorry, diesmal etwas daneben
    Trotzdem viel Erfolg, bei der weiteren Meinungsfreiheit
    Schönes Wochenende noch

    • @buzze sagt

      Manche behaupten, dieser Blog würde ausschließlich aus „saudummen und subjektiven Einzelmeinungen“ bestehen.

  6. Reinhard sagt

    Ganz schwacher Versuch sich auf Kosten anderer zu profilieren. Schade, ich hab da schon besseres gelesen. Vielleicht lieber bei Spielanalysen bleiben als über Hetze zu hetzen.

  7. Jens sagt

    Herzlich Willkommen all denen, die mit der Bezeichnung „anspruchsloses Wasenpublikum“ mehr Probleme wie mit rassistischen Witzen und Bildchen bei Facebook haben oder denen das anscheinend völlig egal zu sein scheint wenn man sowas verbreitet.

  8. Müllkopf sagt

    Nur hier, um zu lesen wie sehr der Vertikalpass über Hetze hetzt. Denn dafür liebe ich ihn.

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